HEGESCHAU 2017 IM BEZIRK BRIXEN

Effektive Jagd vermeidet Schäden

v.l.n.r. Bezirksjägermeister Rino Insam, Vize Bürgermneister der Gemeinde Barbian Erich Mur, Landesrat  fürJagd und Fischerei Arnold Schuler,  Landesjägermeister Berthold Marx, Vertreter der  italienischen Sprachgruppe Sandro Covi, Revierleiter Jagdrevier Barbian Meinrad Rabanser und  Jagdaufseher Franz Puntaier 

 

 

Gamsräude bereitet den Jägern Sorgen - Langjährige Revierleiter geehrt

 

Bezirkshegeschau im Bezirk Brixen: Rück- und Ausblick der Weidmänner – Treffpunkt nicht nur für Jägerinnen und Jäger – Jäger sind über die zunehmende Gamsräude besorgt

 

Eine gut durchdachte Abwicklung hat es ermöglicht, die Ausstellung der Trophäen und das Rahmenprogramm getrennt zu organisieren. Es wurde zum Vereinshaus noch ein Festzelt angemietet wo 2 Tage lang ein musikalisches Programm angeboten wurde. Gefühlvoll umrahmte die Festveranstaltung die Lüsner Jagdhornbläsergruppe „Hühnerspiel“, temperamentvoll unterhielten im Zelt verschiedene Musikgruppen wie das Franz Bauer Ensemble,  die „Jägeroberkrainer“ und das Fingerhuat Duo aus Barbian das begeisterte Publikum.

 

Im Vereinshaus konnte man hunderte von Trophäen bewundert die im letzten Jahr erlegt wurden Die Jagdbilanz des Bezirks Brixen konnte sich sehen lassen. Auch Tausende von Besuchern konnten die Veranstalter verzeichnen. Jäger, Jägerinnen, Jagdinteressierte aus allen Landesteilen, vor allem sehr viele Einheimische sind  dieses Wochenende zur Bezirkshegeschau gekommen. 

Die Bewertung ging im Vorfeld der Schau über die Bühne. Jede Trophäe wurde einzeln bewertet. Dies dient nicht nur dem Jäger für die persönliche Genugtuung im Falle besonders erfolgreicher Abschüsse, sondern auch statistischen Zwecken. Damit kann der Wildbestand verfolgt werden.

Viele Jäger und Jagdinteressierte fanden sich schon am Samstag im Vereinshaus in Barbian zur Eröffnung der Hegeschau des Bezirkes Brixen ein.

 

Der offizielle Teil wurde vom Revierleiter Meinrad Rabanser (Foto links)  mit folgenden Grußworten eröffnet: „Im Namen des Jagdreviers Barbian, möchte ich euch alle mit einem starken Weidmannsheil begrüßen.

Wir sind ein Revier mit 2.400ha,  welches sich von Waidbruck bin hoch auf's Rittnerhorn auf 2240 Meereshöhe reicht. Eingebettet vom Revier Villanders, Waidbruck und Ritten. Wir sind 30 Jäger davon 2 Jägerinnen auf die wir sehr stolz sind. Unsere Jahresstrecke 2016 waren 45 Rehwild, 5 Rotwild, 11 Gämsen, 34 Füchse, 9 Feldhasen und 2 Schneehasen". 

Zum Schluss möchte noch unseren Landesjägermeister Berthold Marx zur Wiederwahl gratulieren.

Wünsche noch einen schönen Aufenthalt und ein gemütliches und gesellschaftliches Beisammensein hier in Barbian bei der Hegeschau.

 

Nach der Begrüßung des Revieleiters hielt Bezirksjägermeister (BJM) Rino Insam eine viel beachtete Rede. „Unsere Veranstaltung, die Hegeschau des Bezirkes Brixen, soll uns wieder einmal vor Augen führen, dass wir das Bestmögliche für unser Wild zu tun versuchen und im Auge haben. Anfangs lobte der BJM die Veranstalter für die gelungene Veranstaltung , dann zeigte er die Abschussergebnisse der Jägerschaft des Bezirkes Brixen von 2016 auf und schließlich bot er seine Gedanken zur Jagd an. 

Der Bezirksjägermeister: „Schöne Musikklänge im Ohr, ein schönes Bild vor Augen. Verehrte Jägerinnen und Jäger, Revierleiter und Ehrengäste, ist das nicht die schönste Einstimmung für unsere wichtigste Veranstaltung im Jahr, die Hegeschau.

Ich begrüße euch alle mit einem herzlichen Weidmannsheil.

Ein herzliches Willkommen und Weidmannsheil, und ich danke dem Revierleiter von Barbian für die bereits begonnene Begrüßung, der ich mich nun auch anschließen möchte.

Besonders begrüßen möchte ich unsere Ehrengäste: 

Ich beginne mit dem Hausherrn, dem Vize-Bürgermeister der Gemeinde Barbian Erich Mur. Es freut mich, dass der Altlandeshauptmann Dr. Luis Durnwalder unter uns ist Ein herzliches Willkommen unserem zuständigen Landesrat Arnold Schuler,  dem Amtsdirektor Dr. Luigi Spagnolli und seinem Stellvertreter Dr. Andreas Agreiter und dazu möchte ich auch die Jagdhornbläsergruppe Hühnerspiel aus Lüsen begrüßen, welche uns heute musikalisch umrahmt.

Ich begrüße herzlich unseren LJM Berthold Marx, unseren Forstinspektor Georg Mitterrutzner, vom Bauernbund Viktor Peitner, unseren Bezirksbauernbundobmann Konrad Obexer, Vom Schiedsgericht Dr. Walter Crepaz, unseren Schießeferent Norbert Grünfelder, Vize-Bezirksbauernbundobmann Hubert Holzknecht und ganz besonders begrüße ich meine Kollegen aus dem LJA, die Mitglieder der diversen Kommissionen, und dabei freut es mich, meine Kollegen von der Trophäenbewertungskommission willkommen heißen zu dürfen.

Ein herzlicher Gruß den Revierleitern, Ausschussmitgliedern, Jagdaufsehern und vor allem den Jägerinnen und Jäger und jenen hier Anwesenden, die nicht Jäger sind, aber der Jagd freundlich gegenüberstehen.

 

Nach einer musikalischen Einlage der Jagdhornbläsergruppe „Hühnerspiel“ übergab der Bezirksjägermeister das Wort dem Vize-Bürgermeister Erich Mur der kurz die Gemeinde Barbian mit 1700 Einwohnern mit den Fraktionen Kollmann, Saubach und Dreikirchen  vorstellte.  Der Vize Bürgermeister sagte: „ Barbian ist bekannt durch den schiefen Kirchturm, der mittelalterlichen Zollstätte Freidburg in Kollmann, dem beeindruckenden Wasserfall sowie durch die alten Sommerfrischorte in Dreikirchen und Briol. Auch das Rittner Horn sollte „Barbianer Horn heißen, der Name täuscht,  denn das Rittner Horn entstand vor mehr als hundert Jahren bei der touristischen Erschließung des Rittens. Das Rittner Horn ist eigentlich ein Barbianer Horn, weil es der höchste Punkt unseres Gemeindegebietes ist. Der Vize Bürgermeister beendete seine Rede und beglückwünschte noch die Veranstalter der Hegeschau für den überwältigenden Erfolg und wünschte allen Anwesenden, eindrucksvolle Erlebnisse und einen unvergesslichen Aufenthalt in Barbian.

 

Der Bezirksjägermeister: Vielfalt ist ein Wert für sich. Diversität in der Wildbahn wird großgeschrieben, sie kann nur dort entstehen, wo auch die Lebensräume vielfältig sind, und das ist in Südtirol allgemein und in unserem Bezirk  im Besonderen ganz sicher der Fall. Wenn wir genau hinschauen, so sehen wir, dass diese Vielfalt vom Menschen geschaffen wurde.

Wir Jäger bekennen uns , wie die Landwirte, zur Nutzung eines Naturgutes, und wenn die Nutzung sachkundig und verantwortungsvoll passiert, dann profitieren alle davon. Nach diesem kurzen Gedanken möchte ich nun in der gewohnten Form weiterfahren.

 

Bevor wir zu den einzelnen Berichten und Reden kommen, gedenken wir nach altem Brauch der verstorbenen Kolleginnen und Kollegen unseres Bezirkes.

Dazu spielt uns die Jagdhornbläsergruppe „Hühnerspiel“  aus Lüsen das Große Halali.

Ich bitte um eine Gedenkminute, zu der wir uns alle erheben wollen.

 

Zu den Abschussergebnissen: Kommen wir zum Bericht über das vergangene Jagdjahr.

Seit Jahren können wir auf gute Schalenwildbestände verweisen. Im Bezirk gibt es gute Rehbestände, das zeigen auch die Jagdstrecken. Die Gamsräude bereitet uns Sorgen, auf der einen Seite des Eisack hat die Krankheit die Bestände dezimiert, und sie erholen sich langsam wieder. Auf der anderen Seite des Eisack müssen wir einen baldigen Ausbruch der Krankheit befürchten. Auch beim Rotwild finden wir dies- und jenseits des Eisack unterschiedliche Verhältnisse vor. In den letzten Jahren verzeichnen wir generell eine Ausbreitung unserer größten Schalenwildart.

Gamswild:  Das Bild zeigt ein kleines Rudel mit gesunden Gämsen. In einigen Revieren unseres Bezirkes wird dieses Bild in den nächsten Jahren wohl zur Seltenheit werden. Die Gamsräude hat im vergangenen Jagdjahr nördlich der Rienz massive Verluste verursacht. Tatsächlich ist im Vorjahr die Räude von Norden weiter nach Süden vorgedrungen. In den Revieren Pfunders und Mühlbach sind bereits erste Krankheitsfälle aufgetreten auch im Revier Terenten ist die Krankheit ausgebrochen.  Insgesamt wurden landesweit 260 Räudefälle bekannt, davon 150 nördlich der Rienz. Die Krankheit beginnt die Gamsbestände in Pfunders und in Mühlbach zu befallen. Die Erfahrung zeigt, dass sie nicht aufzuhalten ist. Wir sollten uns Gedanken machen, wie wir die Bestände in den kommenden Jahren bejagen wollen. In den Nachbarprovinzen hat man in den letzten Jahrzehnten mit der starken Reduktion mittels jagdlichen Eingriffes gute Erfahrungen gemacht, die Bestände scheinen sich dort schneller zu erholen als bei uns.

In den Dolomiten ist die Krankheit in einigen Gebieten bereits zum zweiten Mal ausgebrochen, so auch in Wolkenstein und St. Christina. Hier bleibt zu hoffen, dass die Verluste geringer ausfallen, als dies beim ersten Befall vor einigen Jahren der Fall war.

Bei den Waldgamsen, das zeigen die Erfahrungen müssen wir mit einem fast gänzlichen Ausfall oder zumindest mit einer Reduktion bis auf einen kleinen Restbestand rechnen. Hier wird es wohl länger dauern, bis sich die Bestände wieder halbwegs erholt haben.

Im Zuge der regulären Jagdausübung kamen geringfügig mehr Gamsen zur Strecke als im vorhergehenden Jahr, auch weil sich in den ehemaligen Räudegebieten die Bestände wieder recht gut erholen und hier die Entnahmen wieder vorsichtig angehoben worden sind. Von 396 freigegebenen Gamsen kamen 357 zur Strecke, das sind 14 Gamsen mehr als im vorhergehenden Jagdjahr.

Auch im Vorjahr habe ich es bereits angesprochen: Nach dem Durchzug der Räude ist es unerlässlich, die Bestände zu schonen und ihre Entwicklung gut und großflächig zu beobachten. Nur eine revierübergreifende Bewirtschaftung der Bestände mit gemeinsamer Ausrichtung der Abschusspläne sehe ich als zielführend an. Vielleicht gelingt es den Revieren im Puez-Geißler-Gebiet, zumindest wieder gemeinsame Zählungen  zu organisieren. Dies wäre bereits ein erster Schritt in die richtige Richtung.

Rehwild: Vor einigen Wochen habe ich anlässlich der Hegeschau im Vinschgau gehört, dass im Jagdbezirk Vinschgau viermal so viel Rotwild erlegt wird wie Rehe.  Bei uns im Jagdbezirk Brixen ist das Rehwild nach wie vor die Hauptwildart. Im Vorjahr sah der Abschussplan bezirksweit eine Entnahme von 1.409 Rehen  vor, erlegt wurden 1.361 Rehe.

Im Bezirk Brixen gibt es gute Rehwildbestände. Dass die Bestände des heimlich lebenden Rehes unterschätzt werden, weiß jeder, der häufig im Wald unterwegs ist.

Beim Rotwild registrieren wir hingegen wieder einen Anstieg der Jagdstrecke. Zunächst zu den Zahlen: Von den 44 genehmigten J-Hirschen und den 71 T-Hirschen kamen 45 Jährlingshirsche und 72 mehrjährige zur Strecke, das entspricht einer Abschussplanerfüllung von 102%.

Beim Kahlwild war die Jagdstrecke höher als in den vergangenen Jahren. Bezirksweit wurde der Abschussplan zu 83% erfüllt. Ein gutes Ergebnis,

würde ich meinen. Besonders im Großraum Villnöss, St. Andrä, Lüsen und Rodeneck kam im vergangenen Jahr wieder mehr Rotwild zur Strecke als in den Jahren zuvor.

Beim Rotwild beobachten wir seit einigen Jahren einen scheinbar raschen Anstieg der Bestände in den Sarntaler Alpen. In unserem Bezirk zeigen die Zählungen vor allem im Großraum Schalders steigende Bestände. Wenn diese Entwicklung weiter anhält, können wir schon bald mit ansehnlichen Rotwildbeständen in den Sarntaler Alpen rechnen. Diese Grafik zeigt den Verlauf der Zählergebnisse in den gesamten Sarntaler Alpen. Ca. ein Drittel des Bestandes wird im Jagdbezirk Brixen stets im Auge behalten müssen wir den Einfluss des Schalenwildes in den landwirtschaftlichen Kulturen und hier speziell im Obst- und Weinbau sowie in den Sonderkulturen. Ich ersuche euch weiterhin, bei Problemen zielführend einzugreifen, so wie das bisher stets geschehen ist.

 

Noch ein Überblick über die Niederwildabschüsse: Traditionell wird das Niederwild in unserem Bezirk nicht intensiv bejagt. Dort, wo die Hasenjagd noch traditionell betrieben wird, gibt es auch eine ansehnliche Hasenstrecke, wie die Tabelle zeigt. Bei der Fuchsstrecke sieht man, wie sehr sich die Möglichkeit der früheren jagdlichen Entnahme auf den Jagderfolg auswirkt. Die untenstehenden Füchse sind in dem Monat vor der allgemeinen Jagdzeit erlegt worden. Allein die Strecke aus der Zeit der Sonderentnahme übersteigt die Jagdstrecke des vorhergehenden Jahres.

Diese Tabelle (Bild links) zeigt die Bemühungen der Jägerschaft in den Revieren des Bezirks. Die Zahlen müssen nicht näher kommentiert werden. Aufgelistet sind die Fuchsabschüsse, die im Zuge des Sonderdekretes in den einzelnen Revieren getätigt wurden, und das sind nicht wenige, nämlich 277 von insgesamt 407 Fuchsabschüssen.

 Die Fuchsstrecke hat sich also auch Dank des Sonderdekretes beinahe verdoppelt. Letztes Jahr um diese Zeit hat uns eine große Sorge beschäftigt: das Jagdverbot in den Naturparks. Die größte Gefahr konnte abgewendet werden. Wie es zurzeit aussieht, wird uns unser Landesrat Arnold Schuler berichten. Für mich war unser gemeinsamer Einsatz ein großer Erfolg. Auch hinsichtlich der jagdbaren Wildarten sind wir einen großen Schritt weiter gekommen. In Rom wurden maßgebliche Einigungen erzielt. Auch dazu wird uns Landesrat Schuler etwas sagen. Diese Schutzgebiete sind ungleich über unser Land verteilt. Wir finden sie vor allem im Osten und im Westen unseres Landes konzentriert.  Insgesamt liegen 20 % der Südtiroler Jagdfläche in Naturparks, und jedes dritte Revier des Landes hat Naturparkflächen. Der Naturpark Puez-Geißler mit insgesamt mehr als 10.000 Hektar erstreckt sich über Teile der Jagdbezirke Brixen und Bruneck. Vier Reviere liegen im Bezirk Brixen. Mehr als 4.500 Hektar dieser Reviere liegen im Naturpark.

Die Sorgen unserer Jäger lauten: Keine sinnlosen Einschränkungen. Die Jägerschaft möchte mitreden, bevor es zu Beschlüssen kommt und zur Erinnerung: Die Naturparke wurden eingerichtet mit der Zusicherung, dass die Jagd nicht betroffen ist.

Eine Bemerkung zu den Wahlen, die im Jänner/Februar stattgefunden haben. Landesweit sind 37 von den 145 Revieren unter einer neuer Revierleitung, das ist jedes vierte Revier. Bei den Vorstandsmitglieder gab es einen stärkeren Wechsel, 42 % sind neu.

Und auch in unserem Bezirk haben mehrere neue Revierleiter und Vorstandsmitgliedern ihr Amt angetreten. Bei uns wurden vier Revierleiter neu in ihr Amt gewählt, das entspricht genau einem Fünftel der Revierleiter in unserem Bezirk. In den Reviervorständen gibt es knapp 40% an neugewählten Kräften.

Ich wünsche den neugewählten und bereits altgedienten Revierleitern und Vorstandsmitgliedern alles Gute und viel Erfolg bei ihren mitunter anspruchsvollen Aufgaben. Die Maxime muss lauten, die Reviermitglieder zusammenzuhalten, eine gute Gemeinschaft zu pflegen und alle am selben Strang ziehen zu lassen.

Auch im Landesvorstand gibt es zahlreiche neugewählte Mitglieder.  Sieben von elf sind neu. Erst vorgestern wurde Berthold Marx als Landesjägermeister wiedergewählt. Ich wünsche Ihm alles, alles Gute.

Liebe Jägerinnen und Jäger, liebe Revierleiter, wir stehen am Anfang einer Verwaltungsperiode, und es ist gut, wenn man einige Vorsätze macht.

Zu Jahresbeginn haben sich alle Jagdaufseher zur jährlichen Pflichtfortbildung in Latemar zusammengefunden. Jeder Jagdaufseher muss sich zwei Tage lang fortbilden lassen, jedes Jahr. Heuer kamen einige neue Themen zur Sprache, unter anderem das Waffenrecht, aber auch die Krankheiten und deren Vorbeugung.

Der für alle Jagdaufseher zuständige Arbeitsmediziner hat dabei über Zeckenkrankheiten berichtet.

Und zum Schluss ist auch von den Aufsehern eine Blutprobe abgenommen worden, um zu sehen, ob sie mit Borreliose, FSME oder Fuchsbandwurm Kontakt hatten.

Fortbildung für Jagdaufseher wird bei uns großgeschrieben. Ich glaube, es wäre an der Zeit, auch Fortbildungen für Revierleiter einzuführen oder zumindest verstärkt anzubieten. Denn neu gewählte Revierleiter haben es nicht immer leicht, sich im Gesetzgebungsdschungel und den sich dauernd verändernden Verwaltungstätigkeiten zurechtzufinden.

 

Nach diesem offiziellen Bericht wurde der Vertreter der Jägerinnen und Jäger der italienischen Sprachgruppe Sandro Covi um seine Grußworte gebeten, und fasste mit seinen Worten zusammen, was die Vorredner gesagt haben. Er ergänzte – wie bei den vorangegangenen Hegeschauen auch – einige Aspekte, lobte die Verwaltung des Südtiroler Jagdverbandes und die Mitarbeiter, strich soziale Aspekte hervor, so dieselben Rechte und Pflichten der Südtiroler Jägerschaft und verteidigte den Abschussplan als notwendig. Er fragte auch, was die Jagd heute sei.

 

Der Landesjägermeister: Gute Nachrichten hört man gern, und es ist fein, sie weiterzugeben. Mit den schlechten Nachrichten verhält es sich genau umgekehrt begann der Landesjägermeister seine Rede.  

Liebe Jägerinnen und Jäger, verehrte Gäste.

Wir müssen uns der Realität stellen und manchmal überwiegen die guten Nachrichten. Im Zusammenhang mit den Waffenpässen zum Beispiel haben wir gestern etwas Gutes gehört. Bei den Wildkrankheiten hingegen bleibt die eine und andere Sorge aufrecht. Es gehört zu unseren Aufgaben, uns um all das zu kümmern. Sei es, was die Rechtssicherheit für unsere Jägerinnen und Jäger anbelangt, sei es, was das Wohlergehen des Wildes betrifft. Wenn wir zum Schluss auf vorwiegend positive Entwicklungen verweisen können, dann ist das schön. Ich glaube, das können wir durchaus.

Immerhin kann die Jägerschaft unseres Landes auf eine 100-jährige Erfolgsgeschichte zurückblicken. Als im Bezirk Brixen am 6. März 1955 die erste Hegeschau im Gasthof zum Kreuz abgehalten wurde, da wurden 75 Rehtrophäen und 22 Gamskrucken vorgelegt. Rotwild war noch nicht dabei.

Heute, nach etwas mehr als 60 Jahren, ist die Anzahl der Rehtrophäen neunmal höher, das Gamswild ist 16-fach angestiegen und dazu habt ihr noch an die 100 Hirsche erlegt.

Wer hat dazu beigetragen, dass der Wildbestand heute so gestärkt ist?

Diesen Verdienst haben einzig und allein die Jägerinnen und Jäger unseres Landes, die Jägergenerationen unserer Väter und Großväter. Und weder Grüne und schon gar nicht Tierschützer haben sich um den Aufbau und die Festigung der Wildbestände und die Regelung der Jagd gekümmert.

Nun sind die Hegeschauen etwas Selbstverständliches geworden. Wir müssen dabei auf die Hauptaufgabe der Hegeschauen zurückkommen. Der Bezirksjägermeister hat Euch einige Zahlen vorgeführt.

Deshalb möchte ich darauf nicht mehr eingehen.

Wir Jäger haben uns im Laufe der Zeit - und die Zahlen beweisen es – als sachkundige Verwalter des Wildes bewährt und werden das auch weiterhin sein.  Und deswegen können wir mit gutem Gewissen alle Kritik und Vorwürfe zurückweisen, die auf die Jagd insgesamt und die Jägerschaft im Besonderen zielt. Die jagdlichen Probleme in unserem Land sind heute, wenn, dann völlig anderer Natur. Wir müssen uns mit Wildkrankheiten beschäftigen, alten und neuen. Wir müssen mit der Land- und Forstwirtschaft auskommen, und das gelingt in der Regel deshalb so gut, weil in unseren Reihen verständige Leute am Werk sind.

Ein Kompliment für Euer Geschick liebe Revierleiter und lieber Bezirksjägermeister Rino Insam einen Dank für Euren Einsatz, liebe Jägerinnen und Jäger.

Ja, das Auskommen mit der Land- und Forstwirtschaft ist ein wichtiger Aspekt in unserem Tun. Und wir suchen die Gemeinsamkeiten und die Zusammenarbeit und wissen, dass es nur gemeinsam geht. Der Bezirksjägermeister hat euch einige schöne Bilder von der Vielfalt der Landschaft gezeigt. Hier bei uns ist die Landwirtschaft in den Berggebieten noch präsent, und diese muss auch im Interesse der vielfältigen Lebensräume erhalten bleiben.

Wir glauben an die Berglandwirtschaft, unser Land braucht den Tourismus und wir wollen unser Land in seiner Schönheit und Vielfalt bewahren,  dazu gehören die Almen, die Weiden, die bewirtschafteten Höfe, die Wälder. Zu unserem Land gehören aber vor allem die Leute, die auf alles schauen, die hier arbeiten, eine traditionelle Nutzung betreiben, ohne den Naturgütern zu schaden. Zu diesen Leuten zähle ich auch und vor allem unsere Jägerschaft, weil wir eine nachhaltigen Nutzung nachwachsender Naturgüter betreiben.

Neben diesen allgemeinen Überlegungen darf das sogenannte Tagesgeschäft nicht vernachlässigt werden. Und dieses wächst an, und zwar von Jahr zu Jahr. Ich bringe zwei, drei Beispiele:

Der Bezirksjägermeister hat auf die Räude hingewiesen. Diese Geißel des Gamswildes beschäftigt und besorgt uns. Wir versuchen, uns auf dem Laufenden zu halten und richtig zu reagieren. Möglicherweise ist der Fuchsbandwurm mehr verbreitet als angenommen. Wir haben engen Kontakt zum Gesundheitsdienst geknüpft und werden sehen, was die heuer eingeleiteten Untersuchungen zeigen.

Daneben müssen wir uns ums Rechtliche kümmern.

Im Jahr 2016 haben wir vor Gericht wichtige Erfolge eingefahren.

Besonders gefreut hat mich, dass das Verwaltungsgericht im August 2016 zum ersten Mal in der Geschichte des Jagdgesetzes NEIN zur Aussetzung eines Regulierungsdekretes gesagt hat.

Wir erinnern uns alle daran, dass der zuständige Landesrat ein Dekret zur Fuchsregulierung um Geflügelhaltungen erlassen hatte.

Wie zu erwarten war, haben die Jagdgegner das Fuchsdekret umgehend angefochten und einen sofortigen Stopp verlangt.

Der Jagdverband und die Autonome Provinz konnten den Gerichtspräsidenten von der Notwendigkeit der Fuchsentnahme überzeugen.

 Erstmals in der Geschichte des Südtiroler Jagdgesetzes hat das Gericht den Antrag der Jagdgegner auf Aussetzung abgelehnt.

Dieser Erfolg war nicht der einzige im vergangenen Jahr.

Das Verwaltungsgericht hat im Jahr 2016 drei wichtige Urteile zu Sonderdekreten gefällt und dabei die Jagdgegner zu Bezahlung der Gerichtsspesen verurteilt. 

Aber auch bei den jagdbaren Wildarten ist ein wichtiger Schritt getan worden. Wir haben erreicht, dass mit einer neuen Durchführungsbestimmung neue Voraussetzungen geschaffen wurden. Eine Einschränkung ist gefallen, dass Südtirol sich an die staatliche Liste der jagdbaren Arten halten muss.

Die Umsetzung wird nicht leicht sein, es wird daran gearbeitet. Es freut mich, dass wir unseren Beitrag zu diesem Erfolg geleistet haben.

Die Politik hat uns gestützt, die Parlamentarier in Rom, hier nenne ich stellvertreten für alle und für ihren ganz besonderen Einsatz den Kammerabgeordneten Dr. Albrecht Plangger und den Senator Dr. Karl Zeller, von den Mitgliedern der Landesregierung den zuständigen Landesrat Arnold Schuler und den Landeshauptmann Dr. Arno Kompatscher, aber auch der Europaparlamentarier Dr. Herbert Dorfmann, der in Brüssel seine Stimme geltend macht, wenn es um unsere Anliegen geht. Ich nenne als Stichwort das Großraubwild und die Waffenrichtlinien. Diese politische Unterstützung für die Jagd ist nicht selbstverständlich. Man muss zuerst beweisen, dass man Vertrauen verdient, dass man es gut gemacht hat, dass es im Land Jagdlich stimmt.

 

Das zweite Anliegen, welches uns noch wichtiger erschienen ist, betraf das drohende Jagdverbot in den Naturparks. Dank unseres sehr gut vorbereiteten und hervorragenden Einsatzes ist auch hier mit einer Durchführungsbestimmung zum Autonomiestatut der Grundsatz geschaffen worden, dass wir in den Naturparks Südtirols jagen können.             Auch hier haben sich unsere Parlamentarier und Landespolitiker entschlossen eingesetzt. Auch hier braucht es eine Umsetzung mit einem Landesgesetz. Wir werden den Dialog mit den Ämtern suchen, an bestmöglichen Lösungen arbeiten und schauen, dass wir unser System absichern.

Eine positive Meldung ist ganz neu. Sie betrifft die Angelegenheit Waffenpässe.

Wie Ihr wisst, können nicht wenige unserer Jäger ihrer Passion nicht mehr nachgehen, weil ihnen der Waffenpass wegen einer geringfügigen Übertretung nicht mehr verlängert wurde. Seit 2014 gilt auf dem Staatsgebiet eine strengere Handhabung der Waffengesetze. Jägern, die seit Jahrzehnten einen Waffenpass haben, wird plötzlich die Verlängerung verweigert.

Aus der Überzeugung heraus, dass die restriktive Handhabung nicht gerecht ist, setzen wir uns seit Monaten intensiv für eine Lösung ein. Lösungen können über Gesetzesänderungen erfolgen. Die Südtiroler Parlamentarier, allen voran Albrecht Plangger, Hans Berger und Karl Zeller sind von uns informiert worden. Sie haben kürzlich in Abgeordnetenkammer und Senat einen Gesetzesentwurf eingebracht, der die alte Situation wiederherstellen soll. Eine zweite Möglichkeit bietet der Gerichtsweg. Erst gestern haben wir von einem Urteil des Verwaltungsgerichtshofes in Bozen erfahren, wo einem Jäger recht gegeben wurde, dem der Waffenpass nicht mehr erneuert worden war. Er darf nun wieder hoffen, die Jagd ausüben zu können. Verteidigt wurde dieser Jäger vom  Kastelruther Rechtsanwalt Alfred Mulser, der uns schon bei den Murmeltieren zum Sieg vor dem Verwaltungsgericht geführt hat.

Das alles braucht es, um unsere Jagd, unser System abzusichern.

Unser System absichern werden wir auch indem die gesetzlichen Bestimmungen so lauten, dass wir weiter sinnvoll und fruchtbringend arbeiten können: für die Jagd, für unsere Jägerschaft, für unser Wild.

 

Einige Schritte sind getan, andere müssen noch folgen.

Die nächsten Monate werden möglicherweise richtungsweisend sein.

 

Wir brauchen in unseren Reihen dazu Konsens, Zusammenarbeit und auch Inputs und einen neuen Schwung. Dieser ist mit Sicherheit gegeben, durch die Erneuerungen, in den Revieren, auf Bezirksebene und auf Landesebene. Wir brauchen neue Leute in unseren Reihen, wir brauchen aber auch die Erfahrenen.

Die Jagd besteht aus vielen Facetten, und sie alle gilt es  zu berücksichtigen. Dazu gehören auch die jagdlichen Traditionen, die Jagdkultur. Gerade in dieser Hinsicht ist euer Bezirksjägermeister immer beispielgebend gewesen. Ich freue mich, dass er wieder an der Spitze Eures Bezirkes steht, und ich freue mich auch, dass er auf einen geschlossenen Bezirk zählen kann, in welchem alte und neue Revierleiter gut und fruchtbringend zusammenarbeiten.

An dieser Stelle möchte ich allen Revierleitern danken für das, was sie bisher geleistet haben, und den Gewählten für ihren Einsatz und für‘s Weitermachen.

Weitermachen: Darum geht es!

Was bewegt die Jägerschaft am meisten? Rechtssicherheit, gesellschaftliche Akzeptanz, Sicherung der Jagd. An diesen Kernthemen müssen wir weiterhin arbeiten, und dazu braucht es jeden Einzelnen, dazu trägt Ihr alle bei: Mit Eurer ehrenamtlichen Tätigkeit in den Revieren, mit Eurem Einsatz für die Erhaltung der Lebensräume, für die Gesunderhaltung der Wildbestände, mit Eurer Kameradschaft, Eurer Zusammenarbeit mit den Grundbewirtschaftern, mit Eurer Leidenschaft und Passion für Wild und Jagd.

Ich danke Euch dafür ………

 

Nach einer Einlage der Jagdhornbläsergruppe sprach auch der Landesrat Arnold Schulerüber die neue Regelung der Jagd in den  Naturparks und freute sich über die Erfolge die wir in Rom einfahren konnten.

 

Der Landesrat für Jagd und Fischerei Arnold Schuler in seinem Referat: Jagd gehört nicht nur zur Tradition unseres Landes, Jagd gehört auch zur Geschichte und die Jagd hat die Auswirkung der Menschheit maßgeblich beeinflusst. Wir können von den Tieren lernen, obwohl die Intelligenz des Menschen den Tieren überlegen ist. Jagd ist nicht mehr eine Notwendigkeit sich zu  ernähren wie es vor vielen Jahren der Fall war, Jagd ist eine Notwendigkeit den Tierbestand zu regulieren. Es stimmt einfach nicht, dass man eine Tierregulierung der Natur überlassen soll, denn diese Regulierung kann auch sehr grausam sein. Trotz Jagd hat der Wildbestand überall dramatisch zugenommen, obwohl wir in letzter Zeit immer Probleme mit der rechtlichen Voraussetzung bekommen haben, es hat sehr viel Unsicherheit gegeben vor allem wenn in Trient das Gericht die Verfassungswiedrigkeit der Jagd in den Naturparks in Frage gestellt hat. Gleichzeitig gab es immer wieder Probleme mit den Sonderdekreten die fortlaufend von den Naturschützern angefochten wurden, obwohl wir vom Rom Ausnahmesituationen für die  Jagdausübung in Südtirol bekommen haben.  Die Dekrete waren von kurzer Dauer. Gemeinsam mit Trient haben wir versucht die Jagdausübung in den Naturparks zu regeln und ich glaube es ist gelungen viel Positives einzufahren.  Es war sehr überraschend, dass die Durchführungsbestimmungen im Bereich Naturparks sehr viel schwieriger  durchzubringen waren, als jene zur Aufweichung der geschützten Wildarten. Es hat auf politischer Ebene eine Menge Interventionen gebraucht, auch von Seiten hoher Politiker um die Verfassung vor einem endgültigen Gerichtsbescheid abschließen zu können. Unser Ziel ist es in den Naturparks Ruhezonen auszuweißen, wo sich das Wild zurückziehen kann und dort die Jagd verboten ist, ein dementsprechendes Gesetz werden wir noch bis zum Herbst in der Landesregierung, zusammen mit der Landwirtschaft, dem Jagdverband, dem Tourismusverband, und den Revieren ausarbeiten.

Jedes Jahr werden bei uns Zählungen gemacht um auch geschützte Wildarten, die bei uns in großer Menge vorkommen bejagen zu können. Wildzählungen sind einfach notwendig um bei den zuständigen Stellen argumentieren zu können. Wir möchten auch eine langjährige Planung der Bejagung und Kontrolle der Wildarten voranzutreiben. Es soll nicht passieren wie beim Wolf dass man die Emotionen so hoch kochen lässt, dass auch die Politik nicht mehr die Courage hat die notwendigen Säuberungen durchzuführen. Auch das Thema Wolf ist problematisch geworden, hauptsächlich in der Landwirtschaft wird der Wolf sehr gefürchtet. Der Wolf ist in Italien keine bedrohte Art mehr, denn die Zunahme der Wölfe ist rasant.  Man kann für den Wolf nichts Schlechteres tun, als nichts zu tun, weil der Wolf in Italien Emotionen hochsteigen lässt. Es gibt immer mehr Wölfe, die sich mit Hunden kreuzen und dies wird die Situation noch mehr verschlimmern. Darum ist es unbedingt notwendig auch beim Wolf eine Regelung zu finden.

Mit einem Dank an alle Jägerinnen und Jäger für den großen Einsatz in den Revieren verabschiedete sich der Landesrat für Jagd und Fischerei mit einem kräftigen Weidmannsheil

 

Zum Schluss wurden noch die ehemaligen Revierleiter auf die Bühne gebeten. Es waren  dies Andrea Holzknecht, Richard Perathoner, Karl Notdurfter und Peter Rabensteiner. Gottfried Kerschbaumer war nicht anwesend. Ihnen wurde für die langjährige Tätigkeit eine Anerkennung überreicht. 

 

                                                                                                 Bericht: WP - Jagdportal

                                                                                                 Fotos:   WP - Jagdportal

                                                                                                 Bilder Statistik: Südtiroler Jagdverband

 

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