Bericht 142:  Schneefall ist eine Belastung für Wild und Landwirtschaft

Ich wundere mich immer wieder wie feinfühlig das Wild ist. Bereits vor dem ersten Schneefall konnten wir größere Sprünge Rehwild ausmachen, deren Einstand so vermuteten wir, hoch oben im Berg war. Als der erste Schnee dann in großen Mengen gefallen war, stand auch das Rotwild ziemlich in den Tälern. Beim letzten Schneefall vor einigen Tagen,  konnten wir in unserem Revier Montan in den höheren Lagen eine Schneehöhe bis 2 m messen.  Glücklicherweise hat es dann einen ganzen Tag und eine ganze Nacht bis wenigstens 700m Meereshöhe  geregnet. Das Wasser lies den Schnee auf 20-30cm zusammensacken. Als Obst- und Weinbauer bin ich bei solchen Tagen arbeitslos und so unternahm ich große Reviergänge im Fußmarsch. So etwas hatte ich aber nicht erwartet. In der Zone von 400-700 Meereshöhe steht jetzt Rehwild ohne Ende. Auch das Rotwild, welche bereits Rudel gebildet haben, stehen in den Obst- und Weinbauanlagen. Selbst der Wildzaun ist kein Hindernis und Sie nutzen jeden Schlupf um in die Obstanlagen zu kommen. Dort graben sie unter den Bäumen nach Gras und den einzelnen Äpfeln die noch am Boden liegen. Meine Sorge galt den Flurschäden, aber als ich unsere- und auch die Anlagen vom Nachbar sah, konnte ich kaum Wildschäden feststellen. Ich musste feststellen, dass das Rotwild zur Zeit keine Schälschäden angerichtet hat. Lediglich nur das Rehwild macht sich an den Fruchtknospen vom nächsten Jahr zu schaffen.

Der Mond stand gut und so ging ich in den letzten Mondnächten hinter unserem Hof auf die Veranda, um Ausschau nach Wild bei den Obstanlagen zu halten. Rehe und Kahlwild standen dort regelmäßig und das Rudel Hirsche hat jede Scheu verloren und wagt sich bis wenige Meter an die Hofstelle.

Noch mehr Schneefall wäre somit eine sehr große Belastung für das Wild und auch für uns Bauern, denn die Schäden in den Ertragsanlagen würden unvermeidbar bleiben.

Bericht und Fotos: Christian Lindner

 

 

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