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An
einem sonnigen August Abend gingen wir im Revier meines
Onkels auf die Pirsch. Alle anderen Jäger fuhren mit dem
Autos auf die Höhe und ich blieb in der Nähe der Jagdhütte.
Ich pirschte in Richtung meines Sitzes, den wir erst vor
zwei Wochen erneuert hatten. Kurz bevor ich zum Pirschsteig
kam, konnte ich eine kapitale Hirschfährte bemerken.
Ich repetierte eine Patrone in die Kammer meines 25-06 Rem.
Stutzens und pirschte leise den Steig entlang zu dem Sitz.
Dort angekommen richtete ich mich ein und wartete sehr
gespannt auf den anstehenden Ansitz.
Ich konnte drei Schneisen einsehen und vor dem Sitz war ein
sumpfiges Gebiet, welches vom Rotwild immer wieder zum
suhlen angenommen wird.
Gegen 18:30 schweifte mein Blick in die rechteste Schneise,
wo mir sofort ein großer roter Fleck auffiel. Ich nahm mein
Fernglas und konnte einen Hirsch mit einem kuren Geweih
erkennen. Doch plötzlich tauchte ein zweiter Hirsch in der
mittleren Schneise auf, und ich begann die Enden zu zählen.
Nach dem dritten Mal zählen kam ich immer auf das selbe
Ergebnis, es war ein starker Achtender! Ich nahm meinen
Stutzen, entsicherte meine Waffe und stach
schliesslich ein. Mit angeschlagener Waffe, wartete ich bis
der Hirsch Blatt steht. Der Hirsch schob sich langsam aus
der Kultur und als er das Blatt frei hatte brach mein
Schuss!
Der
Hirsch zeichnete und flüchtete. Ich war so aufgeregt, dass
ich nicht zum Anschuss ging, sondern sofort in die
Richtung meiner Mitjäger die ebenfalls in unmittelbarer Nähe
das Glück versuchten. Diese kamen mir aber schon nach 15
Minuten entgegen. Mein Onkel fragte mich was los sei? Ich
bekam aber kein verständliches Wort heraus! Mit Händen und
Füssen konnte ich ihm erklären, das ich einen Hirsch erlegt
hatte.
Wir gingen mit einen kleinen Münsterländer zum Anschuss.
Mein Onkel setzte den Hund an und verfolgte sofort die
Wundfährte, als dieser schon nach zirka 20 Meter Laut gab!
Mein Onkel rief mir zu:" WEIDMANNSHEIL!!!"
Das war für
mich die Erlösung, und ich eilte zum Hirschen! Es war ein
wirklich edler Berghirsch! Ein Achterhirsch mit langen
Gabeln!
Ich musste mich hinsetzen und einige Zeit verweilen, da ich
mein Glück nicht fassen konnte.
Der Hirsch war 13 Jahre alt und wog aufgebrochen ohne Haupt
131 Kilogramm.
Natürlich
wurde dieser alte Hirsch gebührend gefeiert!
Weidmannsheil und Weidmannsdank |