Bericht 91:  Ein gelungener Hirschabschuss

An einem sonnigen August Abend gingen wir im Revier meines Onkels auf die Pirsch. Alle anderen Jäger fuhren mit dem Autos auf die Höhe und ich blieb in der Nähe der Jagdhütte. Ich pirschte in Richtung meines Sitzes, den wir erst vor zwei Wochen erneuert hatten. Kurz bevor ich zum Pirschsteig kam,  konnte ich eine kapitale Hirschfährte bemerken. Ich repetierte eine Patrone in die Kammer meines 25-06 Rem. Stutzens und pirschte leise den Steig entlang zu dem Sitz. Dort angekommen richtete ich mich ein und wartete sehr gespannt auf den anstehenden Ansitz.
Ich konnte drei Schneisen einsehen und vor dem Sitz war ein sumpfiges Gebiet, welches vom Rotwild immer wieder zum suhlen angenommen wird.
Gegen 18:30 schweifte mein Blick in die rechteste Schneise, wo mir sofort ein großer roter Fleck auffiel. Ich nahm mein Fernglas und konnte einen Hirsch mit einem kuren Geweih erkennen. Doch plötzlich tauchte ein zweiter Hirsch in der mittleren Schneise auf, und ich begann die Enden zu zählen. Nach dem dritten Mal zählen kam ich immer auf das selbe Ergebnis, es war ein starker Achtender! Ich nahm meinen Stutzen,  entsicherte meine Waffe und stach schliesslich ein. Mit angeschlagener Waffe, wartete ich bis der Hirsch Blatt steht. Der Hirsch schob sich langsam aus der Kultur und als er das Blatt frei hatte brach mein Schuss!
Der Hirsch zeichnete und flüchtete. Ich war so aufgeregt, dass ich nicht zum Anschuss ging, sondern sofort in die  Richtung meiner Mitjäger die ebenfalls in unmittelbarer Nähe das Glück versuchten. Diese kamen mir aber schon nach 15 Minuten entgegen. Mein Onkel fragte mich was los sei? Ich bekam aber kein verständliches Wort heraus! Mit Händen und Füssen konnte ich ihm erklären, das ich einen Hirsch erlegt hatte.
Wir gingen mit einen kleinen Münsterländer zum Anschuss. Mein Onkel setzte den Hund an und verfolgte sofort die Wundfährte, als dieser schon nach zirka 20 Meter Laut gab! Mein Onkel rief mir zu:" WEIDMANNSHEIL!!!"

Das war für mich die Erlösung, und ich eilte zum Hirschen! Es war ein wirklich edler Berghirsch! Ein Achterhirsch mit langen Gabeln!
Ich musste mich hinsetzen und einige Zeit verweilen, da ich mein Glück nicht fassen konnte.
Der Hirsch war 13 Jahre alt und wog aufgebrochen ohne Haupt 131 Kilogramm.
 

Natürlich wurde dieser alte Hirsch gebührend gefeiert!

Weidmannsheil und Weidmannsdank

 

Bericht und Foto: Philipp Skalka     

 

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