| Bericht 95: "Der 10 Minuten Bock" |
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Leider war es mir heuer im Sommer aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich unser Pachtrevier, die "Zollner Alm" nahe der italienischen Grenze, zu bejagen. Gegen den 20. September erhält dieses Revier erfahrungsgemäß, wegen der einsetzenden Hirschbrunft einen besonderen Reiz. Daher war es wieder eine besondere Freude auf die 1700 m hoch gelegene sogenannte „Roserhütte“ aufzufahren und dort ein paar Urlaubsjagdtage zu konsumieren. Mein Jagdkollege Günther begleitete mich und wir machten es uns nach dem dortigen Eintreffen bei einer guten Tasse Kaffee gemütlich. Vorerst war unsere Jagdfreude etwas getrübt da der Almweg zu diesem Zeitpunkt saniert wurde und zwei Baumaschinen im gesamten Almbereich enorme Unruhe produzierten. Trotzdem gaben wir die gute Hoffnung nicht auf und ich ließ es mir nicht nehmen, gegen 17.00 Uhr meinen Lieblingssitz aufzusuchen. Von dort aus konnte ich einen steilen relativ freiflächigen Graben in Richtung Norden einsehen. Vom dort gelegenen Bodensitz hatte ich schon viele gute Anblicke und einige brauchbare Weidmannsheil bekommen. Mein Freund Günther wählte den sogenannten Steinsitz, dieser befand sich nur wenige Minuten von mir entfernt. Von dort aus hatte er einen sehr weitläufigen Ausblick in Richtung Süden. Kaum war ich bei meinem Sitz angekommen, es vergingen knapp 10 Minuten, entdeckte ich in der Deckung einer "Grünerle" einen rotbraunen Fleck. Dann ging alles sehr schnell, ansprechen, guter Rehbock, Entfernung gemessen, -166m-, Gedanken ordnen, der passt!Jetzt steht er frei, Schuss, gut abgekommen, er zeichnet, den hat`s eindeutig! Gemeinsam begab ich mich mit Günther zum verendeten Rehbock. Sein neidloses und herzliches Weidmannsheil erwiderte ich mit einem mehr als zufriedenen Weidmannsdank und freute mich ehrlich über die Ernte eines gut ausgelegten und reifen Bergbockes. Nach der anstrengenden Bergung wurde natürlich noch der ein oder andere Durstlöscher konsumiert.
Bericht und Foto: Joachim Fankhauser |