Bericht 96:  Hirschabschuss im Revier Montan

Nach drei Jahren Pause durfte ich heuer wieder in unserem Jagdrevier die Jagd auf den T- Hirsch ausüben. Ich hatte das Glück in meinen ersten Jagdjahren einen starken Sechsender- und einen kapitalen Kronenzwölfer erlegen zu können. Aus diesem Grund, nahm ich mir auch heuer vor, einen starken, reifen T- Hirsch zu bejagen. Als ich am ersten September endlich den T-Hirsch bejagen durfte, verbrachte ich am Abend und in der Morgendämmerung  jede Stunde im Revier.  Sogar in der Mittagspause nahm ich mir Zeit den nah gelegene Wechsel zu kontrollieren. Ich wusste, dass noch kein starker Hirsch im Revier stand und so versuchte ich mein Glück bei Ansitzen in der Örtlichkeit „Bischafloss“. Dort hatte ich Kahlwild ausmachen können und so habe ich mir dort ein gemütliches Plätzchen an einem kleinen Felsvorsprung zu recht gemacht. Von hier aus konnte ich auf eine kleine Lichtung nahe der Einstände einsehen. Fast bei jedem Ansitz konnte ich dort Rotwild ansprechen, aber von einem T-Hirsch war keine Spur. Eines Abends als es bereits dunkel wurde, vernahm ich im dichten Jungwuchs die Stimme eines Hirschen. Er brummte vor sich hin und als ich ihm spottete, röhrte er zu mir hoch aber trat nicht aus dem Einstand. Dieses Spiel trieb er mit mir auch am nächsten Abend.

Am 22. September fuhr ich mit meinem Vater, der auch den Hirsch bejagen durfte ins Gebirge. Dieses mal will ich den Hirsch überlisten und so blieb ich unterhalb des Einstandes stehen und lies meinen Vater weiter fahren. Der Wind stand gut und so stieg ich auf der anderen Talseite auf. Schon nach einer Stunden Marsch, kniete ich im Hochwald neben einen Baum, genau in der Höhe wo ich den Hirschen immer röhren hörte. Meine Waffe  schussbereit auf den Oberschenkeln liegend, lauschte ich in die Richtung des Einstandes. Ich hatte sehr wenig offene Stellen in denen ich einsehen konnte. Als ich ein wenig auf die Seite rutschen wollte, hörte ich bereits nur  etwa 40 Schritte von mir entfernt den Hirsch röhren. Schnell nahm ich ein kurzes Plastik Rohr aus dem Rucksack und antwortete sehr verhalten. Nichts, erst als ich nach 10 min. Äste knickte und nochmals röhrte, hörte ich den Hirsch antworteten und konnte erkennen wie er sich in meine Richtung drehte. Kurz darauf röhrte er wieder und das schnelle krachen der Äste verriet mir, seinen Zorn und den schnellen Gang der auf mich zukam. So, jetzt hieß es cool bleiben.. aber das ist leichter gesagt als getan. Mein Puls raste, das Adrenalin schoss durch meine Adern und ich konnte nicht mehr klar denken. Soll ich auf den Baum klettern? Wird er mich sehen oder Wind bekommen? Soll ich die Waffe bereits in Anschlag nehmen? Ja, tausend Gedanken schossen durch meinen Kopf als ich schließlich nur 20 m vor mir den Hirsch genau auf mich zukommen sah. Noch mehrere Baumstämme versperrten mir die Sicht und plötzlich stand er auf 5-6 m etwas unterhalb von mir. Ich konnte bereits eine Stange    erkennen als der Hirsch erneut das Haupt hob und zu mir hoch röhrte. Gänsehaut am ganzen Körper und an schießen war nicht mehr zu denken!! Wuuuuuaooo ,war das ein Gefühl!!!! Wie klein wir Menschen doch sind, gegenüber diesen imposanten Tier!  Der Hirsch drehte plötzlich ab und zog nach unten. Als ich den Hirschen auf ca 20 Schritte Entfernung hatte konnte ich die Masse und die abnorme rechte Stange erkennen und sofort richtete ich mich auf nahm ihn ins Glas meiner Merkel und hustete. Der Hirsch verhoffte kurz und sah zu mir hoch. In diesem Augenblick drückte ich Ihm die Kugel halb spitz von hinten, genau hinters Blatt. Er zeichnete sehr gut und sprang ab. Ich war erschöpft, meine Hände fingen zu zittern an. Erst als ich mich nach einige Minuten beruhigte, konnte ich wieder klar denken. Es war inzwischen dunkel geworden ich wollte noch abwarten um sicher zu gehen, dass der Hirsch auch verendet ist. Inzwischen telefonierte ich mit dem benachrichtigte Jagdaufseher der schon in Kürze mit seinem Schweißhund und eine Bergungstruppe bei mir ankamen. Wir fanden den Hirsch nach 100m Todesflucht kurz oberhalb eines alten Waldweges und so gestaltete sich die Bergung  relativ einfach.

Ja die Freude war riesig und es wurde bis spät in die Nacht gefeiert gelacht und erzählt . Auch am darauf folgenden Abend ,ließen wir es uns nicht nehmen erneut auf den gelungenen Abschuss anzustoßen. Es erreichte uns auch die Mitteilung, dass auch der dritte und letzte Hirsch in diesem Jahr in unserem Revier zur Strecke gebracht wurde und so ging das Feiern von vorne los.

 

Weidmannsheil

 

 

Bericht und Foto: Christian Lindner,  Revier Montan   

 

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