Nach
drei Jahren Pause durfte ich heuer wieder in unserem
Jagdrevier die Jagd auf den T- Hirsch ausüben. Ich hatte das
Glück in meinen ersten Jagdjahren einen starken Sechsender-
und einen kapitalen Kronenzwölfer erlegen zu können. Aus diesem Grund,
nahm ich mir auch heuer vor, einen starken, reifen T- Hirsch
zu bejagen. Als ich am ersten September endlich den T-Hirsch
bejagen durfte, verbrachte ich am Abend und in der
Morgendämmerung jede Stunde im Revier. Sogar in der
Mittagspause nahm ich mir Zeit den nah gelegene Wechsel zu
kontrollieren. Ich wusste, dass noch kein starker Hirsch im
Revier stand und so versuchte ich mein Glück bei Ansitzen in
der Örtlichkeit „Bischafloss“. Dort hatte ich Kahlwild
ausmachen können und so habe ich mir dort ein gemütliches
Plätzchen an einem kleinen Felsvorsprung zu recht gemacht.
Von hier aus konnte ich auf eine kleine Lichtung nahe der
Einstände einsehen. Fast bei jedem Ansitz konnte ich dort
Rotwild ansprechen, aber von einem T-Hirsch war keine Spur.
Eines Abends als es bereits dunkel wurde, vernahm ich im
dichten Jungwuchs die Stimme eines Hirschen. Er brummte vor
sich hin und als ich ihm spottete, röhrte er zu mir hoch
aber trat nicht aus dem Einstand. Dieses Spiel trieb er mit
mir auch am nächsten Abend.
Am 22.
September fuhr ich mit meinem Vater, der auch den Hirsch
bejagen durfte ins Gebirge. Dieses mal will ich den Hirsch
überlisten und so blieb ich unterhalb des Einstandes stehen
und lies meinen Vater weiter fahren. Der Wind stand gut und
so stieg ich auf der anderen Talseite auf. Schon nach einer
Stunden Marsch, kniete ich im Hochwald neben einen Baum,
genau in der Höhe wo ich den Hirschen immer röhren hörte.
Meine Waffe schussbereit auf den Oberschenkeln liegend,
lauschte ich in die Richtung des Einstandes. Ich hatte sehr
wenig offene Stellen in denen ich einsehen konnte. Als ich
ein wenig auf die Seite rutschen wollte, hörte ich bereits
nur etwa 40 Schritte von mir entfernt den Hirsch
röhren. Schnell nahm ich ein kurzes Plastik Rohr aus dem
Rucksack und antwortete sehr verhalten. Nichts, erst als ich
nach 10 min. Äste knickte und nochmals röhrte, hörte ich den
Hirsch antworteten und konnte erkennen wie er sich in meine
Richtung drehte. Kurz darauf röhrte er wieder und das
schnelle krachen der Äste verriet mir, seinen Zorn und
den schnellen Gang der auf mich zukam. So, jetzt hieß es cool
bleiben.. aber das ist leichter gesagt als getan. Mein Puls
raste, das Adrenalin schoss durch meine Adern und ich konnte
nicht mehr klar denken. Soll ich auf den Baum klettern? Wird
er mich sehen oder Wind bekommen?
Soll ich die Waffe bereits
in Anschlag nehmen? Ja, tausend Gedanken schossen durch
meinen Kopf als ich schließlich nur 20 m vor mir den Hirsch
genau auf mich zukommen sah. Noch mehrere Baumstämme
versperrten mir die Sicht und plötzlich stand er auf 5-6 m
etwas unterhalb von mir. Ich konnte bereits eine Stange
erkennen als der Hirsch erneut das Haupt hob und zu mir hoch
röhrte. Gänsehaut am ganzen Körper und an schießen war nicht
mehr zu denken!! Wuuuuuaooo ,war das ein Gefühl!!!! Wie
klein wir Menschen doch sind, gegenüber diesen imposanten
Tier! Der Hirsch drehte plötzlich ab und zog nach unten.
Als ich den Hirschen auf ca 20 Schritte Entfernung hatte
konnte ich die Masse und die abnorme rechte Stange erkennen
und sofort richtete ich mich auf nahm ihn ins Glas meiner
Merkel und hustete. Der Hirsch verhoffte kurz und
sah zu mir hoch. In diesem Augenblick drückte ich Ihm die Kugel halb spitz von
hinten, genau hinters Blatt. Er zeichnete sehr gut und
sprang ab. Ich war erschöpft, meine Hände fingen zu zittern an.
Erst als ich mich nach einige Minuten beruhigte, konnte ich
wieder klar denken. Es war inzwischen dunkel geworden ich
wollte noch abwarten um sicher zu gehen, dass der Hirsch auch
verendet ist. Inzwischen telefonierte ich mit dem
benachrichtigte Jagdaufseher der schon in Kürze mit seinem
Schweißhund und eine Bergungstruppe bei mir ankamen. Wir
fanden den Hirsch nach 100m Todesflucht kurz oberhalb eines
alten Waldweges und so gestaltete sich die Bergung
relativ einfach.
Ja die Freude
war riesig und es wurde bis spät in die Nacht gefeiert
gelacht und erzählt . Auch am darauf folgenden Abend ,ließen
wir es uns nicht nehmen erneut auf den gelungenen Abschuss
anzustoßen. Es erreichte uns auch die Mitteilung, dass auch
der dritte und letzte Hirsch in diesem Jahr in unserem
Revier zur Strecke gebracht wurde und so ging das Feiern von
vorne los.
Weidmannsheil