Bericht 97:  Gamsbockabschuss

In unserem Revier wurde mir heuer entweder ein Gamsjahrling, Gamsgais oder Gamsbock zugeteilt. Ich entschied mich für einen Gamsbockabschuss! 

Da ich in unserem Revier in einer Örtlichkeit schon öfters einen guten Gamsbock außer der Jagdzeit gesehen hatte, und dieser bis heute noch nicht erlegt werden konnte, versuchten mein Vater (Gamspirschführer) und ich, diesen Bock nachzustellen. Dieses Unterfangen stellte sich aber nicht als Einfach heraus. Schon einige male sind wir heuer in diese Örtlichkeit gefahren um den Bock ausfindig zu machen. Doch statt diesen alten Bock bekamen wir immer nur Jüngere im Anblick. Ich wollte auf keinen Fall einen jungen Gamsbock erlegen!
Am 05. Oktober dieses Jahres versuchten wir unser Glück erneut. Es war ein herrlicher Herbsttag, die Sonne schien und auch der Wind, der in letzter Zeit sehr heftig wehte, war nicht zu spüren.
Gegen 9.30 Uhr konnte mein Vater unter uns eine Gams ausmachen. Sofort erkannten wir, dass es ein reifer Bock war. Seine Gesichtszüge waren schon verwaschen und zudem hatte er eine gute Krucke mit einer weiten Auslage. Mein Vater gab ihn mir zum Abschuß frei. Da der Bock direkt unter uns in einer Gesteinsrinne stand, war der Abschuss nicht ganz einfach. Ich musste mich ziemlich weit über eine Felskante hinauslehnen um ihn ins Visier zu bekommen. Es gelang mir aber sehr gut und gleich darauf störte der Schuß meiner 270er die Ruhe. Noch im Zielfernrohr sah ich wie es den Bock überschlug und einige Meter hinunterstürzte.
Beim Bock angekommen, wurde unsere Altersschätzung bestätigt. Es war ein reifer Bock. Nach der ersten Versorgung, sprich, Bruchübergabe, ein kräftiges Händeschütteln mit einem Weidmannsheil , Foto machen und zuletzt das aufbrechen, machten wir uns zufrieden auf den Weg zurück zum Auto.
Nun wurde ordnungsgemäß die Meldung gemacht, und mit einigen Jagdkollegen ein Bier getrunken.
So ließen wir in aller Ruhe diesen wunderschönen Jagdtag ausklingen. Zuletzt noch einen Dank an meinen Vater und langjährigen Gamspirschführer Egidius Weithaler. 
                                                           

 

Bericht und Foto: Christian Weithaler 

 

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