In
unserem Revier wurde mir heuer entweder ein Gamsjahrling,
Gamsgais oder Gamsbock zugeteilt. Ich entschied mich für
einen Gamsbockabschuss!
Da ich in
unserem Revier in einer Örtlichkeit schon öfters einen guten
Gamsbock außer der Jagdzeit gesehen hatte, und dieser bis
heute noch nicht erlegt werden konnte, versuchten mein Vater
(Gamspirschführer) und ich, diesen Bock nachzustellen.
Dieses Unterfangen stellte sich aber nicht als Einfach
heraus. Schon einige male sind wir heuer in diese
Örtlichkeit gefahren um den Bock ausfindig zu machen. Doch
statt diesen alten Bock bekamen wir immer nur Jüngere im
Anblick. Ich wollte auf keinen Fall einen jungen Gamsbock
erlegen!
Am 05. Oktober dieses Jahres versuchten wir unser Glück
erneut. Es war ein herrlicher Herbsttag, die Sonne schien
und auch der Wind, der in letzter Zeit sehr heftig wehte,
war nicht zu spüren.
Gegen 9.30 Uhr konnte mein Vater unter uns eine Gams
ausmachen. Sofort erkannten wir, dass es ein reifer Bock
war. Seine Gesichtszüge waren schon verwaschen und zudem
hatte er eine gute Krucke mit einer weiten Auslage. Mein
Vater gab ihn mir zum Abschuß frei. Da der Bock direkt unter
uns in einer Gesteinsrinne stand, war der Abschuss nicht
ganz einfach. Ich musste mich ziemlich weit über eine
Felskante hinauslehnen um ihn ins Visier zu bekommen. Es
gelang mir aber sehr gut und gleich darauf störte der Schuß
meiner 270er die Ruhe. Noch im Zielfernrohr sah ich wie es
den Bock überschlug und einige Meter hinunterstürzte.
Beim Bock angekommen, wurde unsere Altersschätzung
bestätigt. Es war ein reifer Bock. Nach der ersten
Versorgung, sprich, Bruchübergabe, ein kräftiges
Händeschütteln mit einem Weidmannsheil , Foto machen und
zuletzt das aufbrechen, machten wir uns zufrieden auf den
Weg zurück zum Auto.
Nun wurde ordnungsgemäß die Meldung gemacht, und mit einigen
Jagdkollegen ein Bier getrunken.
So ließen wir in aller Ruhe diesen wunderschönen Jagdtag
ausklingen. Zuletzt noch einen Dank an meinen Vater und
langjährigen Gamspirschführer Egidius Weithaler.