Bericht 100: Gamsabschuss im Schwarzbach

Heuer war es soweit. Mein Jagdkollege und guter Freund Markus verhalf und organisierte mir heuer die Jagd auf einen Gamsjahrling im Jagdrevier St. Johann/ Ahrntal.

Den ersten Anlauf versuchten wir am 8.August.Unser Ziel war das Gebiet Schwarzbach, ein uriges Tal zwischen Weißenbach und St. Johann.  Am besagten Tag gingen wir leider leer nach Hause, obwohl wir reichlich Anblick von Gamsen hatten , doch es war kein passendes Stück dabei, das ich hätte erlegen sollen.

Den zweiten Anlauf beschlossen wir dann am 29.September.

Um fünf Uhr früh startete ich von zu Hause und auf halben Weg stieg ich bei Gamspirschführer Oswald und Hubert ins Auto zu .Weiter nach St. Johann, wo Markus schon auf uns wartete. Als es hell wurde waren wir bereits im Gebiet Schwarzbach und konnten schon nach ca. fünfzehn Minuten Aufstieg die ersten Gamsen beobachten.

Wie auch beim letzten Mal meinte das Wetter es nicht gut mit uns. Vom Tal herauf Nebel, für fünf bis zehn Minuten wurde es wieder klar und dann wieder Nebel. Diesmal kam auch noch zeitweise Regen dazu.

Beim beobachten der Gamsen stellte Oswald fest, dass ein Bockjahrling dabei wäre, der aber schon über den Grat ins nächste „Tallile“ hinüberwechselte und somit für uns nicht mehr sichtbar war. Nun mussten wir warten bis auch die anderen Gamsen nachwechselten, bevor wir weitergehen konnten, um keine Unruhe ins Rudel zu bringen. Als wir weitergehen konnten und am Grat angekommen waren, sahen wir die vorher gesehenen Gamsen nicht mehr, da Sie vielleicht höher in den Steinmauern standen oder sich dort nieder getan hatten. Dafür konnten wir jetzt einige hundert Meter voraussehen und am Ende davon stand eine Gruppe von zwanzig Gamsen, wovon nach genauem Ansprechen alles Geißen mit Kitzen war. Nun war guter Rat teuer, aber Oswald meinte, zuerst mal vor Ort zu bleiben und abzuwarten, vielleicht tauche ja noch ein Jahrling auf.

Indes begann es stärker zu regnen und wir suchten Unterschlupf bei einigen Zirmbäume. Als der Regen ein wenig nachgab beschloss Oswald und ich zuerst mal alleine weiterzupirschen, aber bereits nach einiger Zeit mussten wir erneut unter großen Steinen Schutz vor dem Regen suchen. Und so lagen wir vor uns hin und wussten nicht wie es bei diesem Wetter weitergehen soll. Als der Regen wiederum ein bisschen nachließ, wurde schnell der Hang vor uns abgeglast und in den Steinmauern stand plötzlich ein Gamsbock, der auch zur Gruppe gehörte , wo der Bockjahrling dabeistand, aber dabei blieb es auch. Oswald versuchte ein Stück höher zu gelangen, während ich mich wieder in mein unbequemes Lager einfand, als kurz darauf Steinschlag zu hören war. Ich kroch schnell wieder heraus um den Hang abzuglasen.. Was war geschehen. Als Oswald hinaufging machte er die restlichen Gamsen hoch, die sich unter den Steinen nieder getan hatten, darunter auch der Bockjahrling. Mein Blick schweifte zu Oswald hin und dieser gab mir zu verstehen schnell zu schießen, denn die Gamsen gingen flüchtig von uns ab.  Es ist leichter gesagt wie getan bei diesem Regen den Gesuchten ins Glas zu bringen und als ich Ihn endlich anvisiert hatte und er breit stand, Klack. Hab ich doch glatt vergessen dass ich „Unterladen“ hatte. Schnell geladen und als der Jahrling ein zweites Mal breit stand, das zweite Missgeschick, das wie folgt ablief. Jahrling anvisiert, eingestochen und als ich abdrücken wollte, rutschte ich auf den nassen Steinen nach vorne hin weg und der Schuss ging unterhalb in die Steine rein. Nach dem Schuss lief der Jahrling etwas höher in meine Richtung zurück und so richtete ich mich für den zweiten Schuss her. Auf ca.200 Meter stand er halbspitz zu mir und dies sollte meine Chance sein. Ich fuhr in die Mitte hinein und auf den Schuss hin sackte der Jahrling tödlich getroffen in sich zusammen. Ich musste erst mal verschnaufen als Oswald schon mit einem Freudigen Weidmannsheil auf mich zukam. Wir stiegen zum erlegten Jahrling hinauf und begannen gleich mit der Roten Arbeit, da es wie aus Kübeln regnete und keine Wetterbesserung in Sicht war. In der Zwischenzeit kamen Markus und Hubert nach. Wir machten noch einige Fotos und beschlossen zurück zum Auto zu gehen, da wir nur so trieften vor lauter Nässe. Am Auto angelangt wechselten wir die durchnässte Kleidung und fuhren zum Berggasthof „Stallila“ wo über den gesamten Ablauf der Jagd noch lange fachgesimpelt und ausgiebig auf meinen Bochjahrling angestoßen wurde.

Ich möchte mich nochmals beim Jagdkollegen Markus, beim Fachkundigen Gamsbegleiter Oswald und bei Hubert ganz herzlich bedanken, für dieses wunderbare Jagderlebnis im Jagdrevier St. Johann im Ahrntal

 

Weidmannsheil und Weidmannsdank

Markus

                                                                                           Bericht: Markus Agostini  und Fotos: Markus Kaiser 

 

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