Bericht 104:  Jagd auf den röhrenden Hirsch in Ungarn

 

Im Revier Kastelruth beginnt die Hirschjagd erst am 15. September, darum beschloss ich noch vorher einmal die Hirschjagd in Ungarn zu erleben. So fuhr ich am Montag nach Vesprem.

Das Revier kenne ich schon seit Jahren, und deshalb bin ich mit den ungarischen Berufsjägern gut befreundet. Ich schätze sie sehr, da sie für mich wahre Profis in Sachen Jagd sind. Und wie man so schön sagt, man kann von jedem etwas lernen.

Die Spannung war groß, wie würde es etwa sein auf  die Könige der Wälder zu jagen.

Mir wurde schon von vielen Jägern berichtet, wenn man wirklich mal ein Jagderlebnis erleben will, dann sollte man das bei der Hirschbrunft in Ungarn erleben. Und wenn ich gerade an das Röhren der letzten Tage zurückdenke stehen mir immer noch die Haare zu Berge. Ein Wahnsinn, was sich da abgespielt hatte.

Und  was für Typen einem da im Wald  beim Pirschen so begegnen, oder der Brunftgeruch an den Sulen, so intensiv das einem die Augen triefen. Wirklich schwer zu beschreiben, dass muss man erlebt haben.

Wer mich kennt weis, dass die Jagd für mich  mehr zählt als die Trophäe, und es macht richtigen Spass, mit den Hirschen der Goldmedaillenklasse nur zu spielen.

Besonders das Anpirschen und das Röhren von meinem Begleiter  Joschi imponierte mir sehr. Und als er es auch noch schaffte, einen Hirsch der uns schon seit 2 Stunden  von einem kleinen Wald aus immer wieder antwortete zum Zustehen zu bringen, war alles aus. Ein Wahnsinn, wie der auf uns zu ging ,Stolz und ohne Furcht. Sogar mir hat am 2.Tag ein Hirsch geantwortet, vielleicht auch nur aus Mitleid, den mein Begleiter

Joschi meinte es klag mehr als wäre er beim Verenden. Ja ja dachte ich, es ist noch  kein Meister vom Himmel gefallen. Trotz allem, für mich war das schon ein kleiner Erfolg.  Am 3.Tag war dann  ein Hirsch auf einem kleinen Hügel, der meinen Geldbeutel nicht sprengen würde, wo wir am Anfang meinten, mit diesem Hirsch haben wir nicht lange   Arbeit, begann die Pirsch meines Lebens. Immer wenn wir einige Hundert Meter aufgeholt hatten  überraschte er uns aufs Neue und machte uns einen Strich durch die Rechnung. An diesem Tag machten wir wirklich Km Hügeln rauf und Hügel runter um Maisfelder herum und durch Wälder.Ich wollte schon aufgeben als Joschi ihn in Mitten auf einem frisch abgeernteten Maisfeld   sah. Wir krochen auf allen Vieren in seine Richtung und Joschi beschäftigte ihn mit seinem Röhren, so dass er von dort aus immer Antwort gab  und  wir  auf Schussdistanz kamen.

Dann gab er mir den Hirsch zum Abschuss frei. Mit meiner 300 Weatherbay  brach er im Feuer zusammen.

Es ist  kein kapitaler Hirsch aber ein guter Abschuss, ein braver Hirsch wie Joschi ihn bezeichnete.

 

 Weidmanns Heil

 

                            Bericht und Fotos: Tobias Burgauner, Revier Kastelruth

 

 

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