Bericht 106:  Murmeljagd im Tirolerland

 

September 2008: Ich hab mein Auto bereits mit dem notwendigsten beladen das ich für eine Murmeljagd im Tuxertal benötige. Wir wollen das Wochenende dort auf einer Jagdhütte verbringen. „Wollen“. Es ist Donnerstag Nachmittag als mein Handy klingelt, am anderen Ende ist Lois unser Pirschführer aus Lanersbach. Mit Bedauern teilt er mir mit das aus unserer Murmeljagd nichts wird weil in der Nacht mehr als 30cm Schnee gefallen waren. Somit war die Murmeljagd für dieses Jahr erledigt.

Meine Urlaubsplanung für das heurige Jahr gestaltete ich so, dass ich das Tuxertal schon im Mai besuchte um den Jagdausflug so zu organisieren damit im Herbst alles klappte. Am zweiten Septemberwochenende ging´s dann los, wobei ich die Tage vorher immer hoffte keinen Anruf mit einer Absage wie im Vorjahr zu erhalten. Für 8 Personen hatte ich die Hütte bestellt, darunter

3 Nichtjäger 4 Trinkfeste Jäger und ICH. Nach einer gemütlichen am Freitag ins Tirolerland treffen wir uns Nachmittag bei der Jagdhütte im Tuxertal auf ca. 1650m Seehöhe.

Nachdem wir unsere Verpflegung und unser Gepäck verstaut hatten machten meine Mitjägerin Greti und ich uns daran eine Scheibe für einen für einen Probeschuss aufzustellen. Nach Begutachtung der Treffer durch unseren Pirschführer Lois stand einer erfolgreichen Jagd nichts mehr im Wege. Die herrschende Wetterlage stimmte uns auch für den folgenden Tag zuversichtlich und mit diesem Gedanken machten wir uns ans Abendessen. Auf der Speisekarte stand Reh in Sauce mit Semmelknödel das meine Frau schon einen Tag vorher zubereitet hatte, dazu einige Flaschen guten Rotwein. Um 05:45 Uhr ist aufstehen angesagt weshalb ich und meine Mitjägerin Greti selbstverständlich getrennt zu Bett gehen um morgens ausgeschlafen zu sein. Mein Schlaf gleicht dem eines „Murmeltiers“ bis um 00:30 Uhr mein Handy Sturm läutet.

Warum mich um diese Zeit meine Nachbarin anruft ist mir anfangs rätselhaft, nachdem ich mir aber den Schlaf aus den Augen habe bekomme ich mit was zu Hause los ist.

Nach Wolkenbruchartigen Regenfällen ist das Bächlein das an meinem Garten vorbeifließt  zu einem reißenden Bach angeschwollen und der Wasserstand innerhalb von  eineinhalb Stunden um 2m gestiegen. Garten, Keller, Garage und meine kleine Holzhütte in der ich Maschinen zur

Holzbearbeitung stehen hatte  waren teilweise bis zu einem halben Meter unter Wasser. Meine Tochter in Tränen aufgelöst erhielt natürlich Hilfe von der örtlichen Feuerwehr. Ich konnte sowieso nicht helfen ich war nun mal im Tuxertal zum Murmeljagern und dort blieb ich auch. So gut es ging versuchte ich nun die restlichen Stunden noch Schlaf zu finden.

Um 07:00 Uhr waren wir dann bei unserem Pirschführer Lois von wo aus wir etwa eine halbe Stunde ins Revier zu fahren hatten. Auf etwa 1900m ließen wir unsere Autos stehen und von da an ging es zu Fuß auf ca. 2200m auf ein Plateau wo uns unglücklicherweise der Gamshüter einholte. Fast eine Stunde mussten wir dort ausharren bevor es wieder aufhellte und  wir unserem Pirschführer in einen felsigen Teil des Almbodens folgten wo wir  hinter einen mannshohen Felsen Deckung fanden. Von da aus hatten wir Blick auf einen viel versprechenden

Bau.

Greti war als erste dran, sie war noch nie auf Murmeljagd. Ihren Rucksack hatte sie auf einen passenden Felsen platziert und ihre Büchse darauf eingerichtet. Es dauerte keine Viertelstunde als ein kapitales Murmel vorsichtig den Bau verlies das von Lois auch zum Abschuss freigegeben wurde. Während Greti das Mankei ins Visier nahm beobachteten Lois und ich das Geschehen durch unsere Gläser. Etwa 3m oberhalb des Eingangs zum Bau stand jetzt das Murmel das sich mittlerweile zu einem Kegel aufgerichtet hatte. Trotz eines präzisen Schusses den Greti anbringen konnte kullert das Murmel über die oberhalb des Eingangs liegende Steinplatte direkt in  den Bau. Was wir im selben Augenblick befürchteten ist dann auch eingetreten, trotz unserer einstündigen Grabarbeiten mussten wir Greti´s Mankerl dort lassen wo es war.

Wir haben  jetzt das Revier gewechselt, in dem sich auch das Wetter zum besseren gewendet hat und wir ohne Nebel jagen konnten. Von einer abgelegenen Almhütte stiegen wir wieder auf etwa 1900m auf während Greti in der Nähe der Hütte zurück blieb. Während Lois längst an jener Stelle war von der aus ich meinen Abschuss tätigen konnte mühte ich mich das letzte steile Stück zu jenen Felsvorsprung  bei den Lois bereits auf mich wartete. Jetzt erst einmal durchatmen während ich mir meinen Rucksack als Auflage zurecht richte. Fast eine Viertelstunde brauche ich bis sich mein Puls einigermaßen beruhigt hat um überhaupt schießen zu können. Ich beobachtete den Bau nur mehr durch das Zielfernrohr als plötzlich das Mankei wie aus dem Nichts auftauchte und Lois es mir zu Abschuss freigab. Etwa 4kg brachte die Katze auf die Waage.

Ein unvergessliches Erlebnis in den Tiroler Bergen.

 

Waidmann´s Dank unserem Pirschführer dem Schlosser Lois

                                                                     

SIEHE FOTOARCHIV

 

                                                                                                   

Bericht und Foto:  Bericht u. Foto: Hermann Großalber OÖ:

            

 

nach oben