Da
ich erst im Juni meinen Waffenpass und die
Jagdkarte, nach bestandener Jägerprüfung im Mai
erhielt, war ich bei der Abschussplanung nicht
eingeteilt. Deswegen durfte ich Rotwild und
Niederwild jagen. Also beschloss ich, mich auf den
T-Hirsch zu konzentrieren. Schon seit einiger Zeit
begab ich mich fast jeden Tag in den Wald um nach
Rotwild Ausschau zu halten und fand auch zahlreiche
Fährten. Der Anblick eines Stückes blieb mir jedoch
immer verwehrt. Bald e
ntschloss
ich mich in der Nähe der Suhle bei einem gutem
Wechsel anzusitzen und zu warten. Mein Begleiter
Stefan, der mich auch öfters begleitete, meinte
auch, dass dies ein gut gewählter Platz sei. Nach
drei Tagen ergebnislosen ansitzen, ohne auch nur ein
Stück Schalenwild zu sehen, es war der 02.10.09,
sagte ich zu meinem Begleiter Norbert: "Giamr amol
zin Voglboden oi schaugn ob man eppas schpiert" er
antwortete: "hel war net a schlechte Idee". Darauf
gingen wir die Straße entlang zum "Voglboden",
fanden jedoch keine frischen Fährten. Als wir am
"Vogelboden" (eine Mähwiese mitten im Wald oberhalb
von Steckholz) ankamen, meinte Norbert zu mir: "woasch
wos, heint bleib mr amol do"! Ich antwortete: "jo
sel kenn mr genua, vielleicht hobmers glück".
Daraufhin gingen wir zum Bodensitz wo ich mich mit
Norbert´s Tikka 270 WSM schussbereit machte und
warteten. Nach ca. 3 Stunden ansitzen kam ein Reh
ins Feld gezogen, mindesten schon mal etwas. Es war
ca.19:25 als mein Begleiter Norbert zu mir sagte "osta
do kimb heint nicht mehr, meg mr lei gian" ich
antwortete "iatz wort mr no 10min. bises niamr zi
schiessn tuat". Es dauerte dann vielleicht 3 min bis
ich hoch im Feld den Hirsch erblickte, darauf sagte
ich zu Norbert: "iatz kimper", er sagt: "wos
denn" ich zu ihm "jo dr Hirsch". Als wir ihn beide
sahen, musste ich schnell die Büchse in die andere
Richtung ausrichten. Als dies geschehen war, konnte
ich ihn nicht mehr sehen. Darauf sagte ich zu
Norbert: "iatz ischer weck", er flüsterte zu mir:"do
oubm steat er jo". Mitten im Feld auf 60m stand er
Blatt und äste. Jetzt musste ich schnell r
eagieren,
entsicherte, stach ein und gab sofort einem Schuss
ab. Der Hirsch startet wie eine Rakete, daraufhin
repetierte ich sofort nochmals, konnte aber nicht
folgen. Am Ende des Feldes riss der Hirsch einen
Zaun nieder und nach dem Lärm vom brechendem Holz
war es wieder still. Norbert meinte: "den hosche
gfahlt" ich sagte "hel gibs jo net, wenn in schiane
drein kob hon". Darauf ging Norbert mit einem Stock
ins Feld und ich zeigte ihm den Anschuss. Dort
steckte er den Stock ins Gras und ich folgte der
Fahrte. Verzweifelt suchten wir nach Schweiß. Dann
ein kleiner Tropfen auf einem Grashalm einige Meter
vom Stock entfernt. Wir waren beide sichtlich
erleichtert und folgten der Schweißspur. Am
zerstörtem Zaun angekommen hörte die Spur auf, ich
leuchtete mit meiner Lampe den Zaun entlang hinunter
und da lag er, mein Hirsch, ein 12ender(130kg). Ich
sagte gleich zu Norbert: "schaug do untn ba den
Bamstock lig er", als er in sah, schlug er mir auf
die Schulter, reichte mir die Hand und sagte: "Waidmonnsheil".
Gleich darauf kamen auch schon die Jagdkameraden die
vom Schuss aufmerksam wurden um zu helfen und ein
Waidmannsheil zu wünschen.