Bericht 116:  Erster Hirschabschuss eines Jungjägers

 

Da ich erst im Juni meinen Waffenpass und die Jagdkarte, nach bestandener Jägerprüfung im Mai erhielt, war ich bei der Abschussplanung nicht eingeteilt. Deswegen durfte ich Rotwild und Niederwild jagen. Also beschloss ich, mich auf den T-Hirsch zu konzentrieren. Schon seit einiger Zeit begab ich mich fast jeden Tag in den Wald um nach Rotwild Ausschau zu halten und fand auch zahlreiche Fährten. Der Anblick eines Stückes blieb mir jedoch immer verwehrt. Bald entschloss ich mich in der Nähe der Suhle bei einem gutem Wechsel anzusitzen und zu warten. Mein Begleiter Stefan, der mich auch öfters begleitete, meinte auch, dass dies ein gut gewählter Platz sei. Nach drei Tagen ergebnislosen ansitzen, ohne auch nur ein Stück Schalenwild zu sehen, es war der 02.10.09, sagte ich zu meinem Begleiter Norbert: "Giamr amol zin Voglboden oi schaugn ob man eppas schpiert" er antwortete: "hel war net a schlechte Idee". Darauf gingen wir die Straße entlang zum "Voglboden", fanden jedoch keine frischen Fährten. Als wir am "Vogelboden" (eine Mähwiese mitten im Wald oberhalb von Steckholz) ankamen, meinte Norbert zu mir: "woasch wos, heint bleib mr amol do"! Ich antwortete: "jo sel kenn mr genua, vielleicht hobmers glück". Daraufhin gingen wir zum Bodensitz wo ich mich mit Norbert´s Tikka 270 WSM schussbereit machte und warteten. Nach ca. 3 Stunden ansitzen kam ein Reh ins Feld gezogen, mindesten schon mal etwas. Es war ca.19:25 als mein Begleiter Norbert zu mir sagte "osta do kimb heint nicht mehr, meg mr lei gian" ich antwortete "iatz wort mr no 10min. bises niamr zi schiessn tuat". Es dauerte dann vielleicht 3 min bis ich hoch im Feld den Hirsch erblickte, darauf sagte ich zu Norbert: "iatz kimper",  er sagt: "wos denn" ich zu ihm "jo dr Hirsch". Als wir ihn beide sahen, musste ich schnell die Büchse in die andere Richtung ausrichten. Als dies geschehen war, konnte ich ihn nicht mehr sehen. Darauf sagte ich zu Norbert: "iatz ischer weck", er flüsterte zu mir:"do oubm steat er jo". Mitten im Feld auf 60m stand er Blatt und äste. Jetzt musste ich schnell reagieren, entsicherte, stach ein und gab sofort einem Schuss ab. Der Hirsch startet wie eine Rakete, daraufhin repetierte ich sofort nochmals, konnte aber nicht folgen. Am Ende des Feldes riss der Hirsch einen Zaun nieder und nach dem Lärm vom brechendem Holz war es wieder still. Norbert meinte: "den hosche gfahlt" ich sagte "hel gibs jo net, wenn in schiane drein kob hon". Darauf ging Norbert mit einem Stock ins Feld und ich zeigte ihm den Anschuss. Dort steckte er den Stock ins Gras und ich folgte der Fahrte. Verzweifelt suchten wir nach Schweiß. Dann ein kleiner Tropfen auf einem Grashalm einige Meter vom Stock entfernt. Wir waren beide sichtlich erleichtert und folgten der Schweißspur. Am zerstörtem Zaun angekommen hörte die Spur auf, ich leuchtete mit meiner Lampe den Zaun entlang hinunter und da lag er, mein Hirsch, ein 12ender(130kg). Ich sagte gleich zu Norbert: "schaug do untn ba den Bamstock lig er", als er in sah, schlug er mir auf die Schulter, reichte mir die Hand und sagte: "Waidmonnsheil". Gleich darauf kamen auch schon die Jagdkameraden die vom Schuss  aufmerksam wurden um zu helfen und ein Waidmannsheil zu wünschen.

Dieses erste Jagderlebnis werde ich wohl nie vergessen und mein Begleiter auch nicht.

Noch ein kräftiges Dankeschön allen die geholfen haben und vor allem Norbert und Stefan die mich immer wieder begleiteten und mit Mut zusprachen.

Waidmannsheil und Waidmannsdank!

                                                                                         Bericht: Braunhofer Philipp und Fotos:  Norbert Lanthaler

 

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