Bericht 134:  Spielhahnjagd im Revier Mals.
Auch heuer versuchte ich die Jagd auf den kleinen Hahn, also beschloss ich es am Freitag im „Malser Orgles“ zu versuchen.
Eine halbe Stunde vor Anbruch der Dämmerung bezog ich nach einer Stunde Aufstieg zum  „Malser Orgles“ den Erdsitz  unter der Spitzigen Lun  dem Hausberg der Marktgemeinde Mals. Noch in halber Finsternis, ehe der Tag noch zu grauen anfing, konnte ich den balzenden Hahn hören. Nun als es heller wurde sichte ich den balzenden Hahn ca. 250 m von mir entfernt. Doch so schnell ich ihn erblickt hatte, verzog er sich wieder in die Latschen und ich sah ihn einige Sekunden später in Richtung "Spitziger Lun" davonreiten. Da einige Stück Rotwild im Zirmwald unter mir einzogen und Rehe aufschreckten, begannen diese mit lautem Schrecken die Stille im „Orgles„ zu unterbrechen. Gegen halb neun Uhr, als es im „Orgles“ wieder still geworden war verriet sich der bis zu dieser Zeit versteckte Hahn wieder durch ein  „Grugeln’. Daraufhin versuchte ich den Hahn mit einem beherzten  „Tschju, huischschd!“ zu locken. Ein leises Sausen huschte durch die graue Luft  und der Hahn flog auf ca.  200 m ein. Ich versuchte sofort den Hahn ins Fadenkreuz zu bekommen, beschloss aber es sein zu lassen. Der Hahn verabschiedete sich wieder aus der kleinen Lichtung unter dem Zirm. Es vergingen einige Minuten und ich bereute es nicht wenigsten versucht zu haben auf den Hahn einen tödlichen Schuss anzubringen. Ich begann wieder  mit einem kräftigen  „Tschju, huischschd!“ neue Hitze in das Geschehe zu bringen, um den Hahn näher zu locken. Laut blasend sprang der Hahn unter dem Zirm heraus, und getrieben vor Eifersucht flatterte er einige Meter näher und  nun stand der Hahn „Brettlbroat“.  Da kracht der Schuss und der Sänger verstummte. Als ich dann nach solch einem Morgen, mit dem frisch erbeuteten Hahn auf dem Rucksack über den flachen, von kleinen Zirmbäumen bewachsenen Pirschsteig niederstieg, dankte ich im Stillen in einer so wundervollen Bergwelt, eine so schöne Jagd, in einem der schönsten Reviere Südtirols ausüben zu dürfen. 
Weidmannsheil!

                                                                                                            Bericht und Foto:  Moriggl Rainer, Revier Mals

 

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