| Bericht 137: Fuchs Nummer 5 |
|
Es ist der 27. Oktober, das Wetter nasskalt und nebelig als ich morgens von der Arbeit nach Hause fuhr. Und so wie es aussah dürfte sich der heutige Tag ausnahmslos grau in grau gestalten. Eigentlich wollte ich vormittags einen Pirschgang tätigen, der fiel aber wegen des miesen Wetters buchstäblich ins Wasser. Auch die Arbeit die im Garten noch auf mich wartete musste ich auf einen anderen Tag verschieben. Also PC starten um zu sehen welche Nachrichten eingegangen sind, ein paar e-Mails schreiben das Jagdportal besuchen wobei sich nun auch die Müdigkeit nach dem Nachtdienst bemerkbar machte. Schweren Herzen nahm ich mir nun ein paar Stunden Zeit für etwas erholsamen Schlaf. Das sich das Wetter am Nachmittag während meiner Ruhezeit zum besseren wendete hab ich natürlich nicht mitbekommen.
Noch während ich mich einrichtete zogen die ersten Rehe vertraut vom einen Waldstück über die Wiesen um im nächsten wieder zu verschwinden. Mittlerweile tummelten sich auch eine Hand voll Hasen auf dem nassen Grün das immer besser vom hoch stehenden Mond ausgeleuchtet wurde. Die Langohren behielt ich nun besonders genau im Auge, waren sie doch immer die ersten die mich aufmerksam machten wenn was nicht stimmte. Mögen jetzt zwanzig Minuten vergangen sein als einer der Hasen den Forstweg überquerte und nach etwa fünfzehn Metern wie angewurzelt verhoffte, kehrt machte und hochflüchtig im nächsten Einstand verschwand. Ich konzentrierte mich jetzt wieder auf den Pass zwischen Wald und Scheune, in diese Richtung wollte das Langohr ja hin. An den beiden Obstbäumen neben der Scheune sah ich plötzlich einen Schatten den ich anfangs für eine Dachs hielt der sich über das Fallobst hermachte. Durch mein Fernglas entpuppte sich der Schatten jedoch als Fuchs der bereits wieder Richtung Waldrand zog. Während ich das Glas mit meiner Büchse tauschte begann ich leise zu mauserln was den Rotrock dazu bewegte seine Richtung zu ändern und zielstrebig auf meine Kanzel zuschnürte. Etwa auf 80 Meter ließ ich ihn herankommen als der Schuss meiner BBF brach. Obwohl meine 222er kaum Mündungsfeuer erzeugt konnte ich kein Zeichnen erkennen. Im ersten Augenblick dachte ich daneben geschossen zu haben. Immer wieder glaste ich die Gegend um den Anschuss ab konnte aber keinen verendeten Fuchs entdecken. Erst als ich nach dem abbaumen am Anschuss Schweiß und auch etwas Schnitthaar fand war mir leichter. Trotz intensiver Suche konnte ich den Rotrock auf der kurz gemähten Wiese und am angrenzenden Waldrand nicht finden, schließlich fuhr ich mit einem etwas unguten Gefühl nach Hause weil mein Jagdkamerad mit Hund an diesem Abend auch nicht erreichbar war. Am nächsten Morgen gegen halb Acht stand ich schon wieder am Anschuss und konnte nach kurzer Suche mit einem Grinsen im Gesicht „Nummer 5“ etwa 15 Meter vom Waldrand entfernt finden.
Waidmann´s Heil Bericht und Foto: Hermann Großalber Oberösterreich |