Bericht 141:  Rehjagd

 

Am Samstag, 07.11.2009 war ich mit meinem Jagdkollegen Claudio verabredet, denn er hatte noch einen Rotwildabschuss zu tätigen und deshalb wollten wir auf den „Schlanderser Sonnenberg“ Richtung „Tappein“ fahren und dort unser Glück versuchen. Wie ausgemacht wartete ich um Punkt 6 Uhr Morgens bei Claudio zu Hause, doch ich sah weder Licht in seiner Wohnung, noch war von ihm selbst etwas zu sehen. Ich wartete und als um 6.15 Uhr noch immer niemand erschienen war versuchte ich ihn anzurufen: schon bei seiner Stimme konnte ich erkennen dass er wohl verschlafen haben musste. Nichts, ich wartete weitere 10 Minuten und dann konnten wir endlich aufbrechen. Bereits als wir auf dem Weg nach Tappein waren, bestätigte sich meine Vermutung: erstens waren wir nun zu spät und zweitens würden nun bereits alle Hochsitze usw. besetzt sein, denn im Herbst ist an den Wochenenden recht viel Jagdbetrieb in unserem Revier. So war es dann auch, als wir auf „Tappein“ ankamen, standen bereits 3 Autos und somit blieb uns nichts anderes übrig als wieder zurück ins Tal zu fahren. Leicht verärgert über die Situation überlegte ich was wir nun tun könnten. Schlussendlich entschieden wir uns nach Vezzan zu fahren und dort in den „Vezzanerleiten – Ratitsch“ ein wenig nach Rehwild Ausschau zu halten. Als wir gegen 7.30 Uhr dort ankamen suchten wir die Leiten nach Rehwild ab und zu unser großen Verwunderung hatten wir plötzlich 6 Stück Rotwild im Anblick: 2 Tiere mit ihren Kälbern und 2 Trophäenhirsche. Langsam versuchten wir uns näher an die Stücke heranzupirschen, was uns aber leider aufgrund mangelnder Deckung nicht gelang. Wir kamen bis auf 320 Meter an die Stücke heran, doch um einen vernünftigen Schuss abzugeben war die Distanz somit zu groß. Leider mussten wir nun mit ansehen wie sich die Stück in den nahen Wald zurückzogen. Wir warteten noch einige Minuten ab und wollten dann bereits zurück zu unserem Auto gehen, als ich etwa gut 200 Meter neben uns 4 Rehe im Anblick hatte. Schnell konnte ich mit dem Spektiv eine Geiß mit ihren 2 Kitzen und eine Trophäenbock ansprechen. Da wir ein Kitz als sehr schwach ansprechen konnten, versuchten wir näher an die Rehe heranzukommen. Dies gelang uns dann auch und auf einer Distanz von ca. 110 Meter richtete ich mir eine Auflage für meine Bockbüchse und wir warteten gespannt ob die Rehe wieder aus den Hecken austreten würden. Es vergingen einige Minuten als wir die Geiß aus den Hecken austreten sahen, ich richtet mich sofort in diese Richtung: es folgten die beiden Kitze, dass stärkere konnte ich im Zielfernrohr als starkes Bockkitz bestätigen, dass bereits die Ansätze für sein Erstlingsgeweih geschoben hatte und dass schwächere sprach ich als Geißkitz an. Als es schön Blatt zu mir stand spannte ich und wenige Augenblicke später durchbrach der Hall des Schusses die morgendliche Stille. Bereits im Zielfernrohr konnte ich sehen wie das Geißkitz im Feuer lag und wenige Meter den Abhang herunterrollte. Ich wartete einige Minuten ab, bis sich die restliche Rehe in den angrenzenden Wald zurückgezogen hatten. Dann ging ich zum Anschuss, der aber in dieser Hecken- und Sträucherlandschaft nicht so einfach zu finden war. Aber mein Begleiter Claudio konnte mir den Anschuss genau anzeigen und so fand ich das Geißkitz bald unter einer Hecke liegend. Ich brach das Kitz auf und ging zurück zu meinem Jagdkollegen. Er wünschte mir ein Weidmannsheil und anschließen fuhren wir zurück ins Dorf. Dort erledigten wir die restlichen Arbeiten und danach fuhr ich zufrieden über den guten Abschuss (das Geißkitz brachte nur 7 kg auf die Waage) nach Hause.

 

Weidmannsheil

                                                                                      Bericht und Foto:  Höllrigl Martin – Jagdrevier Schlanders

 

nach oben