| Bericht 149: Die Wintergams |
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Ich wurde zur Gamsjagd in Unterkärnten eingeladen und nutzte diese Möglichkeit Mitte November. Mein Gastgeber teilte mir einen Bereich zu, wo sich die Gams um diese Zeit aufhalten müssten. Ich hatte auch noch die Möglichkeit Rehwild und Rotwild zu strecken, wenn es mir möglich wäre. Ich sah schon am Weg in meinen Pirschbezirk, eine Rehgeiß mit einem Geißkitz. Ich pirschte diese an, konnte aber nicht zum Schuss kommen. Anschließend setzte ich meine Fahrt weiter fort, diese wurde aber wieder unterbrochen, da ich ein einzelnes Kalb im lichten Stangenholz sah. Ich beschloss das Kalb anzupirschen, was mir auch gelang, aber das Kalb zog von mir immer schneller weg und so hatte ich keine Chance auf einen sicheren Schuss. Nach einigen Versuchen dem Kalb nachzupirschen, beschloss ich auf das Gamswild, auf das ich ja eigentlich eingeladen war mein Glück zu versuchen. Ich stellte mein Geländefahrzeug ab und begann meinen Pirschgang. Nach einigen Metern konnte ich auf der anderen Talseite drei Gams sehen und beschloss diese anzugehen. Bei meinen Versuch dort hin zugelangen machte ich ein Tier mit Kalb hoch. Ich musste eine dichte Jungkultur durchqueren, als ich schon fast am angrenzenden Bach angekommen war sah ich plötzlich vor mir einige Stücke Gamswild. Da ich Brillenträger bin musste ich zuerst einmal wieder klare Sicht in meine Gläser bringen, bevor ich überhaupt die Stücke ansprechen konnte! Nach einiger Zeit konnte ich endlich zwei Gamsgeißen und ein Kitz ansprechen. Plötzlich zog ein viertes Stück in eine Gasse, ein Jahrling! Ich richtete mich und machte mich zum Schuss bereit. Ich hatte meine Büchse schon entsichert und eingestochen und wollte gerade den Abzug betätigen, als plötzlich ein Hall eines Schusses eines Nachbarrevieres die Gams aufscheuchte und diese flüchteten. Ich sicherte sofort meine Büchse und wartete noch einige Zeit. Ich pirschte anschließend noch weiter, aber mit wenig Hoffnung auf einen Gamsabschuss. Ich pirschte noch zirka 100-200 Meter als ich auf einen Kahlschlag kam. Ich glaubte nicht mehr daran, dass ich noch Gams sehen würde, doch als ich bei einem Hochsitz war konnte ich von der Leiter aus plötzlich einige Gams sehen. Ich ging in Deckung und richtete mich ein. Es war ein ganzes Rudel Gamswild vor mir und ich musste erst einmal alle ansprechen. Plötzlich sah ich eine junge Geiß, die alleine und ein wenig abseits des Rudels stand. Ich richtete mich mit der Büchse ein und stellte mich auf den Schuss ein. Dieses mal wartete ich nicht so lange und nahm die Geiß in Visier. Die Entfernung waren optimale 120 Meter. Meine Büchse ließ einen lauten Knall erhallen und die Geiß zeichnete gut und flüchtete noch einige Meter und blieb dann verendet liegen. WEIDMANNSHEIL!!!!!!!!!!!!!!!! Dachte ich mir und sicherte meine erneut geladene Büchse. Die anderen Stücke wussten was jetzt passiert war und verblieben noch auf der Schlagfläche. Nach nur kurzer Zeit hatten sie sich wieder beruhigt und ich konnte eine Gamsbrunft erleben, ein Wahnsinn! Ein guter Gamsbock trieb die Geißen durch das Altholz und ich konnte Zeuge dieses Naturschauspieles sein. Als die Gams in den Wald eingezogen waren ging ich zu meiner erlegten Geiß und freute mich einen Wintergams erlegt zu haben. Ich hatte eine 2 jährige Gamsgeiß erlegt und freute mich über meinen Wintergamsabschuss. Wie heißt es so schön: „ Wenns an Gams hobm wüllst, muasst die aufi traun!“ Bis jetzt hat es noch nicht sehr anstrengend geklungen, doch die Bergung nahm zirka eineinhalb Stunden in Kauf, und somit wusste ich, ich hatte mir diese Geiß verdient. Eine besondere Freude hatte auch mein Gastgeber über die passende Jahrlingsgeiß. Ich möchte mich an dieser Stelle noch einmal herzlich für dieses einmalige Jagderlebnis bedanken.
Weidmannsheil und Weidmannsdank Bericht und Foto: Skalka Philipp, Kärnten |