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Bild: Der Schütze Werner mit dem kapitalen
Gamsabschuss und Hündin "Sina" |
s war der 27.
September – ein frischer Morgen. Mein Bruder Werner und ich
hatten uns zur Gamsjagd verabredet. Ich war schon am Vorabend zu
unserer Jagdhütte am Kondlkopf - am Hausberg von Uttenheim-
aufgebrochen, wo Werner gegen 5 Uhr nachkam.
Bereits vor
mehreren Wochen hatten wir eine Gamsgais ausgemacht, die wir bis
zu diesem Zeitpunkt nicht mehr beobachten konnten. An diesen
Morgen sollte das Glück aber auf unserer Seite sein...........
Wir brachen
um 6 Uhr von der Jagdhütte Richtung „Kondlkopf“ auf, wo wir dann
abseits eines Rudel Gämsen eine alleinstehende Gämse beobachten
konnten. Nach genaueren Hinschauen erkannten wir die verlorenen
gegangene Gais. Wir pirschten uns auf ca. 160 m an. Ich sprach
sie kurz an und erkannte sie sofort an der abgebrochenen
„Kruke“. Ich schätzte sie auf ca. 12 – 15 Jahre. Sie stand spitz
auf einen Felsvorsprung. Da Nebel aufzog beschlossen wir sofort
zu schießen. Werner legte an und schoß, doch die Kugel verfehlte
ihr Ziel! Mein Bruder war tief enttäuscht. „ Was nun“, fragten
wir uns. Nach kurzer Überlegung, schlug ich vor, das Gamsrudl zu
umgehen und später noch mal unser Glück zu versuchen. Beim
Umgehen des „Kondlkopfes“ konnten wir von Weitem das gesamte
Gamsrudel mit unserer Gais sehen. Nun kam uns der Nebel zu Gute.
Wir konnten uns unbemerkt näher heranpirschen. Die Gams stand
210 m vor uns. Ich sagte zu Werner: „Jetzt muss der Schuss aber
genau passen, sonst fällt die sie ins benachbarte
Eigenjagdrevier! Sollte sie dort abstürzen, bleibt von ihr nicht
mehr viel übrig.“ Werner legte sich sein Gewehr zurecht,
überlegte noch kurz und schoß.
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Nach dem Schuß konnten wir nichts mehr sehen. Wir
wußten nicht, ob sie getroffen und wenn ja,
hoffentlich nicht abgestürtzt. Wir warteten einen
Moment und gingen dann in Richtung der Stelle wo sie
stand. Mein Hund Sina lief voraus und von Weiten
hörten wir sie lautstark die Gams verweisen. Ich
rief zu Werner: „Beeil dich, sie liegt dort oben!“
Bei ihr angekommen, konnten wir nicht glauben was
wir sahen. EIN KAPITALER ABSCHUSS!
Wir
sahen uns an und dachten beide, mit Tränen in den
Augen, an unseren Vater Toni, der 3 Wochen vorher
nach längerer schwerer Krankheit, gestorben war. Die
Jagd war sein Leben und wir verbrachten so viele
Stunden beim gemeinsamen Jagen. Wie gerne hätte er
noch diese Gamgais geschossen, |
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Bild: Elmar Niederbrunner- Bruder vom Werner und
Pirschführer mit Hündin "Sina" |
- doch es
war ihm nicht vergönnt. Wir beschlossen
diesen Abschuss unserem Vater zu widmen.
- Mit der
Gais stiegen wir zur Jagdhütte hinunter, wo
wir uns erstmal hinsetzten und sie genauer
anschauten. Immer und immer wieder zählten
wir die Jahresringe und kamen zum Ergebnis,
dass sie unglaubliche 18 Jahre alt sein
mußte. Voller Stolz und Freude telefonierten
mit unseren Familien und verabredeten uns im
Dorf unten. Mit großem Erstaunen wurden wir
mit unserem Abschuss in Empfang genommen.
Keiner der Anwesenden konnte sich erinnern,
dass in den letzten 25 Jahren in diesem
Gebiet eine solch kapitale Gais abgeschossen
wurde. Miteinander tranken wir auf diesen
Jagderfolg und ein wunderschönes Erlebnis.
Bericht und Fotos:
Elmar und Werner Niederbrunner |
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