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Am
Sonntagabend nach der ersten Hochjagdwoche, war ich mit dem
Spiegel und Spektiv unterwegs. Ich musste nicht lange warten
trat auf der andern Talseite ein Gamsbock auf die Abendwaid, der
müsste wohl anzupirschen sein,
dachte ich zu mir, streifte aber mit dem Glas weiter im Hang
entlang. Ein Rotwild, schnell richtete ich mein Spektiv, ein
Achter mit recht hellen Gabelspitzen zupfte keine 50 M vom
Posten entfernt Erlenblätter ab. Zwischen
Bock und Hirsch konnte
ich im letzten Licht noch eine Gamsgeis erkennen.
Jetzt war es aber Zeit, unser Jagdkoch hatte sicher schon das
Nachtessen bereit, was er wohl heute auf den Tisch zaubert?
Auf halben Weg stieg noch Toni dazu, beide berichteten wir was
wir gesehen hatten. Den Gamsbock und die Geis hatte er
ebenfalls beobachten können. Bei der Hütte angekommen, steigerte
sich der Hunger noch, denn ein würziger Duft empfing uns beim
öffnen der Hüttentür, Schweinshaxen, Polenta und Gemüse wurde uns
vom Uli aufgetischt. Nach dem Essen wurde abgesprochen wo Jeder
am andern Morgen auf Jagd gehen wollte. Kollege Hans sollte
gemeinsam mit Sherpa Uli beim von mir gesichteten Achter
ansitzen, ich wollte den Gamsbock am Wanderweg angehen. Fünfuhr
in der Frühe war Tagwacht, nach der üblichen Morgentoilette,
wurde noch gemeinsam eine Tasse Kaffee genossen, mit einem
Waidmannsheil wurde von jedem sein Weg eingeschlagen. Nach
kurzer Autofahrt unterhalb des Dorfes, schulterte ich nun meinen
Rucksack und die Büchse, gemütlichen Schrittes hatte ich einen
Aufstieg von einer Stunde vor mir. War der Anfang des Weges
recht Steil, konnte ich nach der ersten Hälfte, den
Serpentinen Artigen Weg mit leichtem Anstieg geniessen. Als ich
an meinem Ziel den Rucksack abnahm vernahm ich ein warnen von
einer Gams, leider konnte ich bei dem noch schlechten Licht
nicht sicher ansprechen, keine Hundert
Meter ob mir bewegte sich
die Gams auf das Schutzgebiet zu. Als die Gams dann in diesem
war, konnte ich den Bock vom Vorabend erkennen. Zuspäht für
heute morgen. So verschob ich mich langsam pirschend in die
Richtung wo der Hans auf den Achter lauerte, jedoch ohne Erfolg,
der Hirsch wurde vorerst nicht mehr gesichtet.
Am Abend wollte ich wieder auf dem Posten auf den Bock ansitzen,
bereits um 17.30 Uhr war ich zur Stelle. Die Wanderer kehrten
jetzt langsam von Ihren Touren heim, niemand vermerkte mich gut
150 M unterhalb des Wanderweges, gegen 19.30 Uhr hoffte ich dass
dies das letzte Paar war das lauthals den Schnee vom letzten
Winter überquerte, noch während ein paar Minuten vernahm ich das
lustige Lachen der Beiden, die haben den herrlichen Tag am Berg
so recht genossen. Jetzt müsste aber bald einmal der Gamsbock
auftauchen dachte ich, mit meinem
Glas schaute ich immer wieder in den grünen Fleck oberhalb des
Schneefeldes, nichts.
Wie von Geisterhand hergestellt stand auf einmal eine Ricke
keine 10 m ob mir im Graben, auch von Ihr wurde ich nicht
vermerkt. Wieder ging mein Blick nach Oben, jetzt stand er da,
der Bock. Noch stand er im Schutzgebiet, schnell tauschte ich
das Glas mit dem R 93, durch das ZF bat ich den Bock, doch die
wenigen Schritte, ins Jagdgebiet zu gehen. Da war ja die Äsung
noch viel grüner und saftiger. Kurz sicherte er nach Unten, mit
2 Gängen
überquerte er den Bach und verhoffte kurz, im
allerletzten Licht krachte der Schuss, beim nächsten Blick durch
die Zielvorrichtung sah ich nur noch Läufe die durch die Luft
wirbelten. Schnell staute ich Alles in den Rucksack und stieg
zum Wanderweg auf, hier musste ich wieder vorbei kommen also liess ich den Rucksack hier zurück.
Nach ein paar Minuten fand ich den Gamsbock unter der
abgeschmolzenen Schneezunge.
Im Dunkeln konnte ich das Alter nicht feststellen, jedoch musste
der Bock an die 30 Kilo ausgenommen wiegen.
Schnell wurde den Jagdfreunden bescheid gegeben, waren wir doch
zum "Raclett" eingeladen. Nach Büro im Schein des Natels wurde die
Rotarbeit bei Finsternis erledigt. Gegen 21.15 Uhr erreichte
ich mein Auto. 30 Kg auch Bergabwärts drücken, als würde ich
schwerelos sein stieg ich ins Auto. Der Bock war 5 1/2 Jährig.
Bei den Freunden angekommen, rann als erstes ein Schluck Bier.
Ich hatte ja noch eine Stunde zu gut, "Raclett" einen guten
Weisswein und meine Erzählung von der erlebten Jagd auf den
Wanderwegbock, liessen den Abend im nu verrinnen.
Der Achter wurde am letzten Hochjagdabend von meinem Jagdfreund
Toni in Begleitung von seinem Sohn Julian im letzten Licht
erlegt.
Waidmannsdank
Bericht und Foto: Kari Schmid - |