Bericht 91:   Die Goas van Hoechhörn

Es hat angefangen als wir 2008 zum "Sottlscharschtl" aufgestiegen sind um nach einer passenden Gamsgais Ausschau zu halten, und ich wusste das dort eine sein musste. Als wir, mein Begleiter Paul und ich, oben waren und einige Zeit die Felsen und "Kare" abglasten, konnten wir die Gais (in Begleitung eines schwachen Jahrlings )ausmachen. Doch für einen sicheren Schuss war sie viel zu weit entfernt. Nach einiger Zeit tat sie uns den Gefallen und zog näher. Nun wollte ich es probieren, ich legte die Büchse zurecht, stach ein und Buuums - Schuss daneben! Logisch die Goas auf und davon. Eine Woche später schoss ich dann eine andere 11 Jährige Gais, doch die andere mit ihrer guten Krucke konnte ich nicht vergessen. Von einem guten Freund habe ich dann erfahren,  dass die Jäger des angrenzenden Revieres auch diese Gamsgais schiessen wollten, sie hatten auch die Gelegenheit, aber hatten auch daneben geschossen.

Als der August nahte, fragte ich einen guten Kollegen ob er mich auf die Gamsgais begleitet, worauf er gleich zusagte. So stiegen wir am 2. August d.J.  wieder Richtung " Sottlscharschtl ". Oben angekommen, wurde erst einmal Kleidung gewechselt und dann begann das abglasen der Felswände des " Hoechhörns". Bald sahen wir eine Gais mit Kitz und an der anderen Talseite eine Geltgais mit ca. 10 Jahren, es war aber nicht die Gesuchte. Als ich widerum zur Gais mit Kitz schaute sah ich plötzlich eine Zweite Gais. Schnell das Spektiv zurecht gerückt und dann durchfuhr es mich eiskalt " Much, des ischse, die Gesuchte! " Sie hat also den letzten Winter überstanden. Sie war viel zu weit weg, zuerst 360m, dann 450m, und der Versuch sie anzupirschen war nicht möglich.  So stiegen wir unverrichteter Dinge wieder zurück ins Tal. Die Gewissheit das sie noch lebte und wieder kein Kitz führte,  lies mir keine Ruhe, so versuchten wir es zwei Tage später erneut . Am " Hoechhörns" angekommen, der Much:  "Dou öbm sein Gamsn und deina isch a dobei"! Tatsächlich, ein solches Glück, dachte ich mir! Wieder im gleichen Ort und wieder für den Abschuss zu weit weg. Wos tiomo? Probiermo neamo zuign zi kemm? Ich zweifelte stark das uns das gelingen würde. Aber ich vertraute dem Much und so pirschten wir uns langsam Richtung Felswände, zwischendurch immer wieder einen prüfenden Blick nach oben und endlich erreichten wir die schützende Wand. Nun stiegen wir vorsichtig immer in Deckung den Gamsen entgegen. Als wir an 280m rangekommen waren, sagte der Much:  Dou öbm seinse, ober höffentlich mocht ins des Böckl koan Hund inne? "Aber so war es dann auch! Der Bock ging flüchtig ab und die Gämsen sicherten zu uns runter. Jetzt ganz schnell den Rucksack nieder ,Büchse drauf aber ich brachte sie zuerst nicht ins Absehen, da es sehr steil nach oben ging und hinter mir steil nach unten. Plötzlich sprang  die Gesuchte auf einen Felsvorsprung, machte ein kurzes Haberl, ich fuhr mit dem Fadenkreuz tief hinters Blatt und während ich das Gewehr einstach, sah ich das Rudel  gegen den Horizont abzeichnen! Während die gesuchte Gais wieder abspringen wollte, krümme ich den Finger und lies die Kugel fliegen - fluuums- hallte der Schuss die Felswände empor!  Ich sah noch wie die Gais im Knall die Felswände runterrollte bis wir sie hinter den Felswänden verschwand. Ich wollte schon aufspringen, aber der Much schrie: "Bleib liegen"! Zuerst bedächtige Stille und dann Waidmonnsheil !!! De osche.
Nun stiegen wir ohne " Gebäck", do Much links, ich rechts die Felsvorsprünge empor. Dann sagte mein Begleiter:  "dou liegse,"  ich eile zu ihm und vor uns lag eine 16Jährige, 16kg schwere , kapitale Gais! " A Schare wie a Spielhuhnstoess". Endlich hatte ich sie, an die ich an so manchen langen Winterabenden gedacht hatte.

Dem hl. Hubertus und dem Much sei Dank- Waidmonnsdonk!!!

 

                                                                                                       Bericht und Foto: Peter Taferner Antholz

 

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