Es
hat angefangen als wir 2008 zum "Sottlscharschtl"
aufgestiegen sind um nach einer passenden Gamsgais Ausschau
zu halten, und ich wusste das dort eine sein musste. Als
wir, mein Begleiter Paul und ich, oben waren und einige Zeit
die Felsen und "Kare" abglasten, konnten wir die Gais (in
Begleitung eines schwachen Jahrlings )ausmachen. Doch für
einen sicheren Schuss war sie viel zu weit entfernt. Nach
einiger Zeit tat sie uns den
Gefallen und zog näher. Nun
wollte ich es probieren, ich legte die Büchse zurecht, stach
ein und Buuums - Schuss daneben! Logisch die Goas auf und
davon. Eine Woche später schoss ich dann eine andere 11
Jährige Gais, doch die andere mit ihrer guten Krucke konnte
ich nicht vergessen. Von einem guten Freund habe ich dann
erfahren, dass die Jäger des angrenzenden Revieres
auch diese Gamsgais schiessen wollten, sie hatten auch die
Gelegenheit, aber hatten auch daneben geschossen.
-
Als der August nahte,
fragte ich einen guten Kollegen ob er mich auf die
Gamsgais begleitet, worauf er gleich zusagte. So stiegen
wir am 2. August d.J. wieder Richtung "
Sottlscharschtl ". Oben angekommen, wurde erst einmal
Kleidung gewechselt und dann begann das abglasen der
Felswände des " Hoechhörns". Bald sahen wir eine Gais
mit Kitz und an der anderen Talseite eine Geltgais mit
ca. 10 Jahren, es war aber nicht die Gesuchte. Als ich
widerum zur Gais mit Kitz schaute sah ich plötzlich eine
Zweite Gais. Schnell das Spektiv zurecht gerückt und
dann durchfuhr es mich eiskalt " Much, des ischse, die
Gesuchte! " Sie hat also den letzten Winter überstanden.
Sie war viel zu weit weg, zuerst 360m, dann 450m, und
der Versuch sie anzupirschen war nicht möglich. So
stiegen wir unverrichteter Dinge wieder zurück ins Tal. Die
Gewissheit das sie noch lebte und wieder kein Kitz
führte, lies mir keine Ruhe, so versuchten wir es
zwei Tage später erneut . Am " Hoechhörns" angekommen,
der Much: "Dou öbm sein Gamsn und deina isch a
dobei"! Tatsächlich, ein solches Glück, dachte ich mir!
Wieder im gleichen Ort und wieder für den Abschuss zu
weit weg. Wos tiomo? Probiermo neamo zuign zi kemm? Ich
zweifelte stark das uns das gelingen würde. Aber ich
vertraute dem Much und so pirschten wir uns langsam
Richtung Felswände, zwischendurch immer wieder einen
prüfenden
Blick nach oben und endlich erreichten wir die
schützende Wand. Nun stiegen wir vorsichtig immer in
Deckung den Gamsen entgegen. Als wir an 280m rangekommen
waren, sagte der Much: Dou öbm seinse, ober
höffentlich mocht ins des Böckl koan Hund inne? "Aber so
war es dann auch! Der Bock ging flüchtig ab und die
Gämsen sicherten zu uns runter. Jetzt ganz schnell den
Rucksack nieder ,Büchse drauf aber ich brachte sie
zuerst nicht ins Absehen, da es sehr steil nach oben
ging und hinter mir steil nach unten. Plötzlich sprang
die Gesuchte auf einen Felsvorsprung, machte ein kurzes
Haberl, ich fuhr mit dem Fadenkreuz tief hinters Blatt
und während ich das Gewehr einstach, sah ich das Rudel
gegen den Horizont abzeichnen! Während die gesuchte Gais
wieder abspringen wollte, krümme ich den Finger und lies
die Kugel fliegen - fluuums- hallte der Schuss die
Felswände empor! Ich sah noch wie die Gais im
Knall die Felswände runterrollte bis wir sie hinter den
Felswänden verschwand. Ich wollte schon aufspringen,
aber der Much schrie: "Bleib liegen"! Zuerst bedächtige
Stille und dann Waidmonnsheil !!! De osche.
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Nun stiegen wir ohne "
Gebäck", do Much links, ich rechts die Felsvorsprünge
empor. Dann sagte mein Begleiter: "dou liegse,"
ich eile zu ihm und vor uns lag eine 16Jährige, 16kg
schwere , kapitale Gais! " A Schare wie a
Spielhuhnstoess". Endlich hatte ich sie, an die ich an
so manchen langen Winterabenden gedacht hatte.
Dem hl. Hubertus und dem Much
sei Dank- Waidmonnsdonk!!!
Bericht und Foto: Peter Taferner Antholz |