Bericht 92:   Abnormer Rehbock im Jagdrevier Latsch erlegt

Im Juli, beim Fuchsjagern hatte ich zwei bis dreimal einen recht interessanten etwas abnormen Rehbock beobachtet der sofort mein Interesse weckte. Nachdem ich dieses Jahr auf den Trophäenbock zugeteilt war, wollte ich versuchen im August diesen Bock zu erlegen. Ich blieb an ihm dran, doch wie so oft war kurz vor der Bockjagd im August „mein“ Bock wie vom Erdboden verschluckt. Mein Ansitz am 1. August blieb vergebens und auch am 2. August bekam ich den Bock nicht zu sehen, bis gegen 14 Uhr mein Jagdkollege Reinhart mir mit einer SMS mitteilte dass er soeben seinen Rehbock erlegt hatte. Ich beschloss früher als geplant meinen Ansitz zu beenden um mir den Bock anzuschauen und mit Reinhart ein wenig seinen Abschuss zu feiern. Bei Reinhart angekommen erzählte er mir sofort, dass er auf dem Heimweg den Bock gesehen habe, dem wahrscheinlich die letzten Tage mein Ansitz galt.  Sofort war mir klar, dass es sich um besagten Bock handelte und so verabredeten wir uns für den nächsten Tag um gemeinsam unser Glück auf den „Abnormen“ zu versuchen.

Am nächsten Morgen, es war der 3. August, zeigte mir Reinhart die Stelle wo er den Bock gesehen hatte und wir setzten uns an. Wir mussten nicht lange warten da hörten wir schon in unmittelbarer Nähe reges treiben. Kurze Zeit später sauste bereits der Abnorme, einen schwächeren Bock verfolgend, vor uns über die Lichtung. Wir hatten Not den Bock anzusprechen so schnell war er auch schon wieder verschwunden. Dieses „Schauspiel“ wiederholte sich in den nächsten Stunden einige Male. An einen Schuss war nicht zu denken.

Doch dann tauchte der Bock plötzlich mit der Gais auf der Lichtung auf. Sofort brachte ich meine Steyer in Anschlag doch zu spät, der Bock war der Gais folgend, bereits übergewechselt. Es dauerte keine Minute bis sich die Gais erneut auf der Lichtung zeigte. Kurz dahinter der Bock. Ein Blick genügte und ich erkannte „meinen“ Bock wieder, es war der Abnorme und der sollte es sein. Der Bock stand keine Sekunde still. Er trieb die Gais in den Wald und wieder auf die Lichtung, in den Wald und erneut auf die Lichtung. Ich griff in die Trickkiste und mit dem Ruf des Eichelhähers, einem Trick den mir ein alter, erfahrener Jäger einmal beigebracht hatte und mit dem man fast jedes Wild zum verhoffen bringt, brachte ich Bock und Gais auf der Lichtung zum verhoffen. Nachdem ich mit dem Fadenkreuz meiner Steyer 7x64 auf dem Blatt des Bockes war, brach auch schon der Schuss. Der Bock fiel im Feuer und nach 2 kurzen Schlägen mit den Läufen war es ruhig. Reinhart, der neben mir das Geschehen verfolgte klopfte mir, mit einem Grinsen im Gesicht, auf die Schulter. „Weidmannsheil, Armin… des isch schnell gongan.“

Wir diskutierten noch ein wenig über den Ablauf der Jagd und wie schnell es doch oft gehen kann und begaben uns kurz darauf zum Anschuss. Ein starker, abnormer Bock, gut geperlt mit starken Rosen lag auf der Strecke. Die Freude über diesen gelungenen Abschuss war groß. Wir erledigten die rote Arbeit und machten uns auf den Weg zur Kühlzelle, wo wir schon von einigen Jagdkameraden erwartet wurden.

 

Weidmannsheil

                                                                                               Bericht und Foto: Armin Raffeiner, Jagdrevier Latsch

 

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