|
Nicht
umsonst trägt diese Hütte diesen Namen! Denn trotz regem
Betrieb auf den Skipisten im Winter und Tausenden von
Wanderern im Sommer ist das Gebiet um die Hahnspielhütte
sowohl zur Hahnenbalz im Frühjahr, als auch den ganzen
Sommer und Herbst über ein beliebter Aufenthaltsort des
Birkwildes.
Da die
herbstliche Jagd auf den Spielhahn für mich an Schönheit
und Spannung durch nichts zu überbieten ist, zieht es
mich nach dem 15. Oktober jedes Jahr aufs Neue hinauf an
die Baumgrenze, um den schwarzen Rittern nachzustellen.
Ich habe die Erfahrung gemacht, daß man bei der
Hahnenjagd durch Ansitzen am richtigen Platz möglichst
gut gedeckt in einem Schirm und durch Lockrufe der Hähne
eher habhaft wird, als beim Angehen und Anpirschen. Vor
allem trifft dies in der meist weitläufigen und gut
einsehbaren Krummholzzone zu. Aus diesem Grund schaue
ich schon die Tage vor Jagdbeginn an den
vielversprechenden Plätzen vorbei, ob und wo der Ansitz
lohnt.
So war es
auch in diesem Jahr. Zuerst Beobachten, dann in
strategisch günstiger Position Ansitzen, und Warten bis
der Tag erwacht. Lange allerdings musste ich nicht
warten. Es war noch ziemlich dunkel, da hörte ich schon
das erste Rodeln und Fauchen. Angestrengt glaste ich den
gegenüber liegenden Hang ab, konnte aber nicht genau
herausfinden, woher die Musik kam. Ich lauschte in den
erwachenden Tag hinein und suchte mit meinem Fernglas
jeden Baum und das gesamte Gebiet über dem
Latschengürtel genauestens ab. Plötzlich sah ich auf dem
nächsten Rücken im Firmament einige schwarze Punkte die
sich bewegten. Es wurden immer mehr. Eigentlich glaubte
ich viel näher dran zu sein, aber die Entfernung
zwischen mir und dem begehrten Wild betrug ca 600 Meter.
Trotzdem war es ein herrlicher Anblick. Ich zählte 11
Stück, darunter zwei gute Hähne, die balzten wie im
Frühjahr, geringere Hähne, Hennen und Speiren
(Halbstarke). Schon befürchtete ich, dass bei so einem
starken Flug wohl meine ganzen Lockkünste nichts nutzen
würden. Gewiss waren sie zu sehr mit sich selbst
beschäftigt, so glaubte ich. Aber nach dem Motto, wer
nicht wagt hat schon verloren, begann ich zu „spotten“
und siehe da, keine 5 Minuten später flogen die ersten
Hähne in meine Richtung. Durch heftiges Locken machte
ich nun verstärkt auf mich aufmerksam und zwei von
ihnen, ein Hahn und eine Henne, fielen keine 50 Meter
vor mir ein. Während die Henne frei neben einer Latsche
saß, war der Hahn auf einem schneefreien Fleck hinter
einer Gruppe kleiner Lärchen angeflogen, sodaß ich ihn
nicht gleich sehen konnte. Es dauerte gar nicht lange
und er fing wieder an zu rodeln, ein kurzes „Tschu-chui!“
von mir genügte und er stolzierte mit gespreiztem Stoß
hinter den Lärchen hervor. Es war ein prächtiger Hahn
und eine Freude dieses Schauspiel zu beobachten. Ständig
war er in Bewegung, flatterte, hüpfte und rannte umher.
Schon längst verfolgte ich ihn durch das Zielfernrohr
meiner Bockbüchsflinte, musste ihn aber nochmals
anfauchen, um ihn kurz zum Verhoffen zu bringen. Der
Schuss zerriss die Stille und bannte den Hahn an den
Platz. Eine Weile noch blieb ich sitzen. In Gedanken
ließ ich alles Erlebte nochmals Revue passieren ehe ich
meinen Hahn in Besitz nahm, um ihm den letzten Bissen zu
reichen. Was für ein Jagderlebnis!!!
Weidmannsheil!
Bericht
und Fotos: Schwienbacher Christian, Revier Sexten
|