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Meine
Überraschung war groß, als ich
letzte Woche zur Spielhahnzählung
eingeladen wurde. Am Freitag kam ich
sehr spät nach Hause und richtete
noch in aller Eile meinen Rucksack
her, da in der langen Jagdpause ja
so einiges daraus entfernt wurde,
was während der Jagdzeit
selbstverständlich mitgeschleppt
wird. Fotoapparat, Fernglas, Spektiv
und natürlich genügend warme
Kleidung.
Den
Wecker auf 3 Uhr gestellt kam ich um
Mitternacht endlich ins Bett. Aus
den Federn, ein schnelles Frühstück
uns los ging's. Als wir aus dem Auto
stiegen suchte ich schon mal
vergebens nach der Taschenlampe:
nix! Gut, ich stampfte hinter den
Männern her, das Problem begann erst
als wir uns trennten und ich in der
Dunkelheit alleine dastand. Nach
einiger Zeit gewöhnten sich meine
Augen an die Finsternis und ich kam
mehr schlecht als Recht voran.
Einige Male kam ich dem Erdboden
sehr nahe und ich schmunzelte vor
mich hin : Wer nix im Hirn hat
fliegt halt auf die Schnauze. Ohne
Probleme fand ich den Platz wo ich
ansitzen wollte, schön versteckt
hinter einem Steintucker. Ich packte
meine Habselligkeiten aus und was
war nicht dabei, natürlich das
Fernglas. Gut daß ich in die Ferne
besser sehe wie in der Nähe. Ha
ha!!!! Ich war mit meinen
Vorbereitungen fertig und schon
hörte ich ein Geräusch in der Nähe
und mein Hund den ich angeleint
neben mir hatte, wollte starten. Da
ich kaum glaubte daß es schon ein
Spielhahn ist, es war noch fast
dunkel, beruhigte ich ihn und wir
warteten. Es war aber ein Spielhahn
und hörte ein leises Zischen ganz in
meiner Nähe. Im Morgengrauen sah ich
dann vor mir etwas, aber es könnte
ebenso gut ein kleiner Zirbenbaum
sein. Ich fixierte die Stelle und
schon bald bewegte sich das etwas.
Ich hätte mich wegen meiner
Schusseligkeit ohrfeigen können. Der
Hahn hob ab und landete keine 30
Meter vor mir auf einem Schneefleck,
wo er mit lautem Grodeln seine
Morgenbalz begann. Hinter mir hörte
ich noch einen Hahn und schon bald
flog auch er ganz in meiner Nähe an
und mit gefächertem Spiel führten
beide ihren Tanz auf. Wunderschön,
mit Fernglas noch schöner. Den
Fotoapparat hatte ich griffbereit
und es war nun hell genug und ich
freute mich jetzt schon auf die
schönen Bilder die ich dem Bericht
beilegen konnte, aber das alles nur,
wenn der Akku voll ist, was bei
meinem nicht der Fall war. Na ja ,
so genoss ich das Bild vor mir für
mich ganz alleine. Ich hörte nun
auch von der anderen Talseite einen
Hahn, den ich gleich im Spektiv
suchte und auch ausmachen konnte, da
ich den Balzplatz von früheren
Jahren her kannte und wusste wo ich
suchen mußte. Inzwischen hat sich
einer der Hähne wieder hinter den
Hügel verzogen, aber ein Hahn saß
bis halb 7 vor mir und ich konnte
ihn gut beobachten. Ein
wunderschönes Erlebnis in aller
Hergottsfrüh, daß ich wenn auch mit
kleinen Hindernissen sehr genossen
habe. |