|
BERICHT 15:
Überraschung im
Gredetschtal |
-
Nachdem
ich am Samstagmorgen mein
Einzelwettschiessen mit zufriedenem
Resultat abgeschlossen hatte, stärkte
ich mich noch mit einer Grillade die vom
Vereinskollegen anlässlich seiner
Neuwagen Ausstellung offeriert wurde.
-
Am frühen
Nachmittag lockte mich das Gredetsch,
Zicco brauchte ich ebenfalls nicht zu
überreden, freudig sprang er in den
Jeep, wusste wohl schon was in den
nächsten Stunden abgehen sollte.
-
Nach
kurzer Fahrt erreichten wir den Waldrand
ob Birgisch, die Suone führte bereits
Wasser, begeistert tummelte sich der
Terrier im kühlen Wasser der Oberschta,
wie die Wasserleitung genannt wird.
-
Bei diesem
warmen Frühlingswetter hatte ich außer
mein Fernglas, einer dünnen Jacke und
einer Taschenlampe nichts dabei.
-
Da
die Suone durch vier mehr oder weniger
mannshohe Tunnels führte, einer davon
noch mit einer Krümmung, war die
Taschenlampe recht hilfreich, um den
-
stockdunkeln Tunnel ohne Beulen am
Kopf zu passieren.
-
Zicco
spulte seine Meter ab, um diese
Tageszeit war auch kein Rehwild in der
Nähe so konnte er frei herumtollen.
-
Vor der
Brücke im äusseren Sentum musste er aber
an die Leine, es war Murmeltierwetter,
schon hallten die ersten Warnpfiffe
durchs Tal.
-
Außer den
Lawinen hatte es bis weit ins Tal hinein
kein Schnee mehr. So suchte ich mit dem
Glas die steilen Hänge nach Gams-und
Fahlwild ab, hatte aber um diese
Tageszeit kein Anblick.
-
So hielt
ich auf und neben den
Lawinenniedergängen Ausschau nach
Fallwild.
-
Vor
einigen Tagen konnte ich aus Sicherer
Entfernung die Lawinenniedergänge
mitverfolgen, vom Abbruch auf 2800 m
donnerten die Schneemassen in 20 Sek.
-
bis in den
Talgrund 1600 m herunter.
-
Welch ein
Schauspiel, denn alle paar Minuten
lösten sich mit einem donnernden Knall
die nächsten Schneemassen, um dann
grollend den Weg ins Tal zu bahnen.
-
Nebenbei
konnte ich einer Gruppe Steinböcken bei
Ihrer Siesta zusehen, als ich abermals
durch mein Fernglas zu den Dösenden
schaute, liess eine ohrenbetäubende
Explosion mein Puls schneller schlagen,
eine Flanke von 500 M war in Bewegung
geraten, im staunen dachte ich,
hofendlich war kein Wild hinein geraten,
denn Rettung gab es da wohl keine mehr.
-
Inzwischen
hatte sich die Sonne im engen Tal
verabschiedet, ebenfalls die
Murmeltiere. So konnte ich Zicco wieder
von der Leine lassen, gleich begann er
die Bauten zu inspizieren, vergebens,
die Nager hatten bereits ihr
Nachtquartier bezogen.
-
Hoch am
Berg kamen nun vermehrt Gämsen in
Anblick.
-
Bis zur
ersten Hütte im Tal wollte ich noch
gehen, Fallwild hatte ich bis anhin
keines feststellen können, die hatten
sich wohl im rechten Moment aus der
Gefahrenzone begeben.
-
Schon eine
ganze Weile hatte ich einen Erlenstock
im Glas, immer wieder wurde mein Blick
von dem Stock auf der Lawine angezogen.
-
-
Da ich
mein Spektiv heute nicht dabei hatte
stieg ich den Berghang neben dem
Lawinenkegel hinauf, zuviel Weiss war im
Wurzelstock für mein Empfinden.
-
Als ich
dann nahe genug war, erkannte ich durchs
Glas Gefieder das vom Wind hin und her
gezupft wurde.
-
Mein
staunen war riesig, ein Jungadler lag
auf dem betonharten Schnee.
-
Ausser
einer Flügelfeder die ein Meter unter
dem Vogel lag und einer gebrochenen
Feder eines Flügels war der Adler
unversehrt.
-
Die
Augen waren ausgetrocknet, der Vogel
musste also schon am letzten Samstag in
den Luftruck der herab donnernden
Schneemassen geraten sein.
-
- Kein
alltäglicher Fund, im Moment wusste ich
meine Gefühle nicht einzuschätzen.
-
Vorsichtig versuchte ich den Körper zu
bergen, die Kühlung auf der Lawine hat
den Vogel nicht verwesen lassen.
-
Verwundert hat mich nur dass der Fuchs
von dieser Tafel noch nichts mitbekommen
hat.
- Nach
einer Weile kam doch Freude auf, der
Adler war ja Tod und wird in Zukunft in
meinem Jagdzimmer stehen, was ja auch
nicht in jedem Jagdzimmer der Fall ist.
-
Ordnungsgemäss
meldete ich den Adler dem Wildhüter und
kann den Adler nun zum präparieren
bringen.
-
-
-
Waidmannsheil
Bericht und Fotos:
Kari Schmid
|
|
|
|