BERICHT 18 : Schmalreh erlegt

Den ganzen Mai über war ich hinter einem Knopfbock her den ich schon im April regelmäßig in Anblick hatte. Die ersten beiden Maiwochen ließ ich noch vorbei gehen um mir dann ein besseres Bild vom Allgemeinzustand im Sommerkleid des Bockes zu machen. In den nächsten Wochen wollte ich den Bock noch genauer ansprechen um mich über die Erlegung des Jährlings zu entscheiden.

Fast jeden Tag war ich nun am gleichen Ansitz und  wartete auf den Knöpfler, und fast jeden Tag an dem ich da war war ich allein, keine Spur vom Gesuchten. Nun wollte ich mich nicht mehr länger um den Jährling kümmern und hielt jetzt von meiner neuen Bodenkanzel die sich mehr im Zentrum meines Revierteils befindet Ausschau ob sich dort passende Jährlinge oder Schmalrehe aufhielten. Es war mittlerweile Anfang Juni geworden als ich wider einmal auf dem Heimweg aus dem Revier war. Auf meiner Heimfahrt traf ich unsere Noch – Jungjägerin Regina die sich mit einer Bitte an mich wandte. Nachdem sie eine zweite Ausbildung angefangen hatte und deshalb jede Menge zu lernen hatte bat sie mich nach einem Schmalreh zu sehen das starken Durchfall hatte und etwas abgekommen schien.

Ich tat ihr den Gefallen und richtete mich schon am nächsten Abend  in ihrem Ansitz ein. Es war gegen 17 Uhr als das Schmalreh flüchtig über die Wiese vor dem Ansitz absprang und ich mir außer vom verschmutzten Spiegel kein Bild über den Zustand der Gais machen konnte. In der nächsten halben Stunde tat sich nichts abgesehen davon das ein paar lästige Wespen immer wieder versuchten mich zu ärgern, dass änderte sich aber schlagartig als die Schmale wieder auszog. Ab da nahm ich keine Notiz mehr von den lästigen Biestern und konzentrierte mich auf die Gais. Beim Blick durch mein Spektiv sah ich ein eher schwaches Stück das ständig schnäuzte da es vermutlich von Rachenbremsenlarven geplagt wurde. Im Hüfthohen Gras war an eine Schussabgabe vorerst nicht zu denken und ich musste für einen passenden Augenblick fast eine Stunde warten bis sie in einen Teil der Wiese zog in dem das Gras wesentlich kürzer und nicht so dicht stand.

Auf den Treffer eine Handbreit hinter dem Blatt flüchtete sie noch etwa 10m und blieb dann im satten Grün der Wiese verendet liegen. Die Gais wog etwas über 11Kg und war genau das Richtige für einen Gönner unseres kleinen Revierteils. Und Regina konnte sich in den nächsten Tagen weiter ihrer Lernunterlagen widmen.

   

Waidmann´s Heil                                                  

 

                                                                                         Bericht und  Foto: Hermann Großalber, OÖ

                                                                                                                        

 

 

 

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