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Die
letzten Wochen war ich mit meinen
Jagdkollegen des öfteren morgends in aller
Hergottsfrühe am Schlanderser Sonnenberg
unterwegs, um in den Wiesen der
Bergbauernhöfe ein Stück Rotwild zu erlegen.
Da dieses Jahr
die Vegetation aber schon sehr früh in die
Höhe ging , war auch das meiste Rotwild
schon in die Höheren Lagen hinaufgezogen. Es
waren immer nur wenige Stücke in den Wiesen,
und diese waren immer schon mit dem ersten
Büchsenlicht verschwunden. Langsam aber
sicher waren wir mit unserem Jägerlatein am
Ende, den bis zum 20 Mai hatten wir in
anderen Jagdjahren immer schon Weidmannsheil
gehabt.
So trafen
gegen Vier Uhr morgens alle ( immerhin 6
Jagdkameraden) bei mir ein um unsere
Jagdstrategie zu besprechen, und bald darauf
zogen wir in 2er Gruppen ins Revier.
Ich hatte mit
Jungjäger Franz vereinbart nach Tappein zu
fahren, doch als ich am Kreisverkehr ankam
fiel mir auf einmal der Rimpfhof am Eingang
des Gadriatales ein, wir hatten es dort zwar
schon ein paar mal versucht, doch die Nebel
hingen tief und ich versprach mir dadurch
ein bisschen mehr Zeit um ein Stück Rotwild
dort anzutreffen.
Also nix mit
Tappein und auf nach Rimpf. Etwa einen
Kilometer vor den Rimpfhöfen stellten wir
das Auto ab, packten unsere Sachen zusammen
und ich holte meinen treuen Jagdhund aus dem
Kofferraum. Die kühle feuchte Morgenluft die
aus dem Gadriatal in unser Gesicht blies war
eine Wohltat nach den letzten schwülen
Tagen. Als wir in Sichtweite der Höfe
angelangten balzten die Drosseln schon wie
verrückt, und in der ersten Morgendämmerung
glasten wir die Wiesen ab. Da waren doch das
letzte mal noch nicht so viele
Holunderstauden???
Wir gingen
langsam um jedes Geräusch zu vermeiden durch
das feuchte Gras, und als wir am Tucker
ankamen , ich konnte es kaum glauben waren
tatsächlich noch 7 Stück Rotwild in der
Wiese oberhalb des Hofes. Jetzt bloß keinen
Fehler machen, das ansprechen des Wildes war
noch sehr schwierig , aber nach einer Weile
konnte ich ein Schmaltier sicher ansprechen
und ich richtete mich zum Schuß her.
Entsichern, stechen, schön Blatt draufhalten
und schon hallte der Schuß durch die
Morgenstille.
Das Schmaltier
zeichnete gut, und nach ca. 20 Meter Flucht
kollerte sie verendet durch die Wiese bis
sie am Wildzaun hängen blieb.
Jetzt erst
merkte ich wie mich das Jagdfieber
schüttelte. Der erste Abschuß im Jagdjahr
ist halt immer etwas ganz besonderes.
Nach der Roten
Arbeit überreichte mir Franz den
Erlegerbruch .
Ein schöner
Morgen, denn es gibt nichts schöneres als
wenn man einen guten Schuß anbringt und das
Wild sofort verendet.
Als das Stück
in unserer Zelle versorgt (44kg) war gingen
wir mit unseren Jagdkollegen zusammen zum
Frühstück und nachher alle zur Arbeit.
Am Abend gab
es dann die wohlverdiente Leber, und
natürlich das eine oder andere kühle Bier.
Weidmannsheil
Waidmannsheil
Bericht und Fotos:
Stephan Pfitscher, Revier Schlanders |