BERICHT 21 : Schmaltierabschuß  bei den Rimpfhöfen

 

Die letzten Wochen war ich mit meinen Jagdkollegen des öfteren morgends in aller Hergottsfrühe am Schlanderser Sonnenberg unterwegs, um in den Wiesen der Bergbauernhöfe ein Stück Rotwild zu erlegen.

Da dieses Jahr die Vegetation aber schon sehr früh in die Höhe ging , war auch das meiste Rotwild schon in die Höheren Lagen hinaufgezogen. Es waren immer nur wenige Stücke in den Wiesen, und diese waren immer schon mit dem ersten Büchsenlicht verschwunden. Langsam aber sicher waren wir mit unserem Jägerlatein am Ende, den bis zum 20 Mai hatten wir in anderen Jagdjahren immer schon Weidmannsheil gehabt.

So trafen gegen Vier Uhr morgens alle ( immerhin 6 Jagdkameraden) bei mir ein um unsere Jagdstrategie zu besprechen, und bald darauf zogen wir in 2er Gruppen ins Revier.

Ich hatte mit Jungjäger Franz vereinbart nach Tappein zu fahren, doch als ich am Kreisverkehr ankam fiel mir auf einmal der Rimpfhof am Eingang des Gadriatales ein, wir hatten es dort zwar schon ein paar mal versucht, doch die Nebel hingen tief und ich versprach mir dadurch ein bisschen mehr Zeit um ein Stück Rotwild dort anzutreffen.

Also nix mit Tappein und auf nach Rimpf. Etwa einen Kilometer vor den Rimpfhöfen stellten wir das Auto ab, packten unsere Sachen zusammen und ich holte meinen treuen Jagdhund aus dem Kofferraum. Die kühle feuchte Morgenluft die aus dem Gadriatal in unser Gesicht blies war eine Wohltat nach den letzten schwülen Tagen. Als wir in Sichtweite der Höfe angelangten balzten die Drosseln schon wie verrückt, und in der ersten Morgendämmerung glasten wir die Wiesen ab. Da waren doch das letzte mal noch nicht so viele Holunderstauden???

Wir gingen langsam um jedes Geräusch zu vermeiden durch das feuchte Gras, und als wir am Tucker ankamen , ich konnte es kaum glauben waren tatsächlich noch 7 Stück Rotwild in der Wiese oberhalb des Hofes. Jetzt bloß keinen Fehler machen, das ansprechen des Wildes war noch sehr schwierig , aber nach einer Weile konnte ich ein Schmaltier sicher ansprechen und ich richtete mich zum Schuß her. Entsichern, stechen, schön Blatt draufhalten und schon hallte der Schuß durch die Morgenstille.

Das Schmaltier zeichnete gut, und nach ca. 20 Meter Flucht kollerte sie verendet durch die Wiese bis sie am Wildzaun hängen blieb.

Jetzt erst merkte ich wie mich das Jagdfieber schüttelte. Der erste Abschuß im Jagdjahr ist halt immer etwas ganz besonderes.

Nach der Roten Arbeit überreichte mir Franz den Erlegerbruch .

Ein schöner Morgen, denn es gibt nichts schöneres als wenn man einen guten Schuß anbringt und das Wild sofort verendet.

Als das Stück in unserer Zelle versorgt (44kg) war gingen wir mit unseren Jagdkollegen zusammen zum Frühstück und nachher alle zur Arbeit.

Am Abend gab es dann die wohlverdiente Leber, und natürlich das eine oder andere kühle Bier.

Weidmannsheil 

 

Waidmannsheil

                                                                                         Bericht und Fotos: Stephan Pfitscher, Revier Schlanders 

 

 

 

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