|

Schon am Donnerstagabend
konnte ich mir die Arbeitszeit für den
Freitag einteilen. So konnte ich bei
optimalen Ablauf kurz nach Mittag Feierabend
machen.
Wie es halt ist, wenn man das erste mal auf
Auslandjagd geht, standen für Josi und mich
viele Fragen offen.
Der Europäische Waffenpass hatten wir
bereits, der Deutsche Jagdpass wurde uns von
Stefan ebenfalls bestätigt.
Somit war also fast alles perfekt, wenn da
nicht ein paar Tage vor der Abreise nicht
der Bericht im Schweizerjäger gestanden
wäre. Ein Schweizerjäger der zu einem
Büchsenmacher nach Deutschland wollte,
sämtliche Papiere die dafür nötig waren bei
sich führte, wurde über zwei Stunden von
Deutschen Zöllnern wie ein Schwerverbrecher
samt Familie behandelt und festgehalten.
Unsere Deutschen Jagdpässe hatte ja unser
Gastgeber Stefan in Sippersfeld.
Dass wäre noch das Letzte was wir noch
gebrauchen könnten, wenn wir an der Grenze
wegen der Jagdscheine aufgehalten würden.
Nichts desto Trotz starteten wir um 14.30 in
Glis.
Die 513 km bis nach Sippersfeld- Gonbach
sollten in 6 Stunden zu schaffen sein.
Leider hielten uns mehrere Staus zurück, so
erreichten wir unser Hotel Monalisa in
Gonbach 2 Std später als angenommen.
Jetzt musste was in den Magen, Maria die
Wirtin brachte uns bereitwillig die
Speisekarte, was nach 22.00 Uhr nicht
selbstverständlich ist. Mit einem Bier wurde
unser Magen auf seine Arbeit vorbereitet.
Per SMS meldete ich mich bei Stefan an, doch
da kam keine Antwort zurück.
Ein stattlicher Mann betrat den Gastraum,
scheinbar gut bekannt beim Wirte Paar. Die
Wirtin stellte uns dem Gast, als Gastjäger
vom Stefan vor.
Gleich begann ein angeregtes Gespräch. Der
Mann stellte sich als Bürgermeister des
Ortes, sowie Revierbesitzers in der Nähe
vor. Jetzt meldete sich auch Stefan, gleich
vierfach mit demselben SMS, er komme uns um
04.00 Uhr früh vor der Monalisa abholen.
Der Bürgermeister meinte wenn wir wollten,
führe er uns zum Grillplatz, wo wir auch
sicher den Stefan antreffen würden.
Also nichts wie hin.
Auf der Hinfahrt sichteten wir nicht nur
Rehe, zu unserem Erstaunen passierten wir
ebenfalls 2 Pfingstfeste mitten um
Jagdgebiet.
Beim abbiegen in den Wald, kreuzten wir den
Weg mit so einem Festteilnehmer, Josi wollte
ihm den Vortritt lassen. Der gute Mann war
recht wacklig auf den Beinen und wollte uns
den ebenfalls lassen, Josi zögerte noch
anzufahren, da meldete sich der Wankende mit
gehörigem Zungenschlag 'fariwerschjetz'
beide mussten wir anfangen zu lachen. Wenn
das so weiter geht, meinte Josi!
Bald einmal empfing uns jetzt der Stefan,
auf gut deutsch brachte er uns bei, wie wir
bei Ihm bedient werden. Hier hat es zu
Trinken, Wein hätte es im Moment keinen
mehr, 15 Liter seien wohl ausgelaufen oder
so. Auf der andern Seite, zeigte er auf den
Grill, sei jederzeit etwas zum Essen bereit.
Beide schnappten wir uns ein Bier und
gesellten uns zu den andern am Grillfeuer.
Einige hatten da ebenfalls gehörig
Schlagseite der Wein hatte wohl einen andern
Einlauf gefunden.
Stefan erklärte uns dass die Südtiroler, auf
die ich mich schon die ganze Zeit freute,
die ganze Nacht ansitzen würden, morgen um
Neun Uhr aber im Monalisa zum Frühstück
verabredet seien.
Inzwischen war es bereits Mitternacht
geworden, also ab ins Monalisa, in 3Std
wollten wir ja vom Stefan abgeholt werden.
Schnell machten wir noch unsere Büchsen
einsatzbereit und dann ab in die Federn.
Um 03.40 Uhr meldete sich bereits mein
Handywecker, aus den Federn denn Stefan war
ja sicher gleich da.
Mit einen Waidmannsheil verliess ich den
Josi.
Stefan wollte mich erst auf den Alusitz
bringen und Josi anschliessend postieren.
Als Stefan mich aus dem Auto entliess meinte
er, in etwa 200 m würde ich leicht links die
Aluleiter vorfinden, der Sitz müsse herunter
geklappt werden, wenn ich oben wäre.
Mit Waidmannswunsch vom Stefan versuchte ich
lautlos den Waldweg entlang zu gehen.
Es war noch stockdunkel, die Leiter fand ich
aber mühelos.
Da ich zum ersten mal auf so einen Hochsitz
kletterte war ich schon froh dass mich
niemand beobachtete, ganz der Profi war da
schon nicht am Werk, nach einigem murksen
sass ich doch, irgendwie aber ungemütlich
irgendetwas drückte beim sitzen, ich hatte
das Sitzbrett verkehrt rum. Nochmals auf
stehen und das Brettwenden. Endlich sass ich
nach Wunsch, jetzt war es auch gemütlicher.
Langsam siegte das Licht übers Dunkle.
Ich musste nicht lange warten vernahm ich
rechts unter mir laute eines heranziehenden
Wildes, ich war nie zuvor auf Sauen Ansitz,
dieses Geräusch war aber wohl kaum von
Schwarzwild, eher konnte es Rehwild sein.
Noch im halbdunkeln erkannte ich einen
Altfuchs, gleich nahm ich ihn ins Visier,
sicher hätte ich ihn an vier Stellen erlegen
können, aber für einen Fuchs war ich sicher
nicht in die Pfalz gefahren.
Also liess ich ihn ziehen.
Keine 20 Min. später ein Geräusch von da wo
vorhin der Fuchs verschwand, wieder pochte
es in meiner Brust, der R 93 war gespannt.
Frau Dachs führte ihr Junges aus und
verschwand von wo vorhin Reineke angeschnürt
kam.
Dann war stille, ein Motorengeräusch
kündigte mir Stefan an der mich um 08.00 Uhr
abholte.
Stefan fuhr mit mir weiter um den Josi von
seinem Sitz zu holen.
Josi hatte ebenfalls Anblick, Meister Lampe
sei vor ihm aufgekreuzt, sonst habe Stille
geherrscht.
Stefan fuhr uns noch in seinem Revier herum,
Rehwild hatten wir auf der Fahrt genug im
Anblick, aber keine Böcke. So waren wir um
08.45 Uhr wieder im Hotel.
Jetzt war ich aber wirklich auf die
Südtiroler gespannt.
Josi und ich waren
schon am Frühstücktisch,
man weiss ja nie mit den
Südtirolern?! Als
wir uns bereits einen Vorsprung einverleibt
hatten, erschienen dann die Südtiroler.
Nach etwa 4 Jahren Internetbekanntschaft
wurde ich von unserm Walter mit einer
herzlichen Umarmung begrüsst, wurde als dann
an Christian weitergereicht, auf Ihn war ich
ganz schön gespannt, war er doch mein
grösster Gegner vor 3 Jahren beim
Wettbewerb, erst am 31. 12. konnte ich ihn
noch distanzieren.
Nachdem ich seine Berichte und Fotos immer
gespannt verfolgte, hatte ich auch Ihn in
den Armen. Über seine Schulter hinweg
erblickte ich nun den 3. Südtirolerin,
Rosemarie, da musste ich den Christian schon
beiseite schieben, um ebenfalls Sie zu
begrüssen.
Josi wurde ebenfalls vorgestellt.
Jetzt hielt die Drei aber nichts mehr vom
Frühstück fern.
Josi und ich waren froh, schon einen
Vorsprung zu haben. Die Drei schlugen aber
zu! Bald einmal waren die aufgetischten
Platten lehrgefegt.
Jetzt wurde von der letzten Nacht berichtet,
waren die Drei die letzte Nacht auf ihrem
Ansitz. Leider hatten auch Sie nichts
schiessbares im Anblick. So wurde noch eine
Weile über Vergangenes berichtet und
erzählt. Gegen 10.00 Uhr zogen wir und uns
die Zimmer zurück um noch eine Stunde zu
schlafen.
Um 12.15 war dann auf dem Grillplatz das
Mittagessen angesagt. Das Grillgut brutzelte
bereits auf dem Hängegrill, immer in
Bewegung wurde das Fleisch schön
gleichmässig gegart. Mit einer Flasche
Paulaner liess es sich auch leichter warten.
Die Scheibe für das Wettschiessen war
bereits aufgestellt, ich konnte nicht
wiederstehen mit dem Luftgewehr zu
schiessen. Welch ein Abzug, da konnte eine
Ewigkeit daran gezogen werden bis der Schuss
sich löste, aber zumindest wusste ich wohin
ich halten musste.
Nach einer fantastischen Grillade wurde das
Schiessen eröffnet. Da sich keiner so recht
traute, begann ich den Wettkampf. 1
Probeschuss sowie je ein Schuss in die Fünf
Schwarzen auf der Scheibe angestrichen
stehend waren die Regeln.
Schon beim Probeschuss ging mir nach halben
Abzugsweg die Luft aus, so versuchte ich den
Abzug in dieser Position zu halten um nach
frischer Luft zu schnappen, was anscheinend
gut war. Josi schoss gleich nach mir und
auch er hatte ein gutes Resultat. Ich
glaubte das er besser geschossen hätte als
ich.
Stefan war bereits wieder am verteilen der
Ansitzposten. Nebenbei war immer was los,
mal wurde ein Witz erzählt, das Jägerlatein
kam ebenfalls nicht zu kurz, es war bis
dahin einfach ein rundum gemütliches
Jagdfest.
Josi und ich hatten unsere Ansitze zugeteilt
erhalten, zwischen uns war der Christian
postiert.
Gegen 16.00 Uhr suchten wir nochmals die
Bettfedern, wollten wir doch die Nacht auf
dem Ansitz bleiben.
Um 19.00 Uhr wurde mir von Josi mein Ansitz
gezeigt. Da er am Nachmittag mit Stefan
unterwegs war, kannte er meinen Ansitz. Für
die Nacht gerüstet bezog ich eine halbe Std
später die Kanzel.
Ich war noch keine 15 Min. still, trat ein
Schmalreh links von mir aus dem Laubwald,
wenig später sicherte unweit des Schmalrehs
eine Ricke. Nach einer Weile trat sie aus
und fing an zu äsen, die Entfernung bis zum
Laubwald konnte ich auf 75 M messen, musste
der Wind also stimmen.
In mitten dieses Wildackers konnte ich eine
weitere Bewegung wahrnehmen, mit meinem Glas
konnte ich zwei Rehkitze erkennen, welch ein
Anblick. Die Zwei überwanden das doch hohe
Wildgras mit Leichtigkeit, mal Unten durch
um dann denn nächsten Grasbusch zu
überspringen, mein Glas war die nächsten 10
Min. An die Kitze gebunden.
Das Schmalreh hatte sich unweit des
Schauspiels der Kitze nieder getan.
Ein Schuss war in der nähe gefallen, Josi
war es wohl nicht gewesen, Seinen Weaterby
hätte ich erkannt. So musste Christian der
Schütze gewesen sein.
Wenig später erreichte mich eine SMS von
Josi, Schmalreh vor mir was tun.
Meine Antwort; auf Bock warten oder Stefan
fragen.
Die Ricke mit ihren Kitzen äste in völliger
Sicherheit direkt unter mir, um sie zu sehen
musste ich vom Sitz aufstehen.
Wenig später hallte das grollen des
Weaterbys durch die kleine Bodensenke, Bock
tot, schrieb mir Josi, erreiche Stefan
nicht. Gerade wollte ich dem Stefan eine SMS
schicken, sprang das Schmalreh auf und
sicherte in Richtung Wald.
Um nu war ich hellwach, ich war mir sicher
jetzt war etwas im Anzug, Augenblicke später
hatte ich mein erstes Schwarzwild im
Anblick. Auf etwas über 200 M war für mich
als Neuling auf Schwarzwild die Stärke der
Sau schwer auszumachen, im ZF nahm ich die
Verfolgung der Sau auf, als sie vor dem
Weizenfeld verhoffte, stand ihr ein zweites
Schwarzwild zu. Ich war mir ganz und gar
nicht sicher was ich tun sollte, eine
weitere Bewegung hinter den Zwei
verhoffenden Schwarzwild liess mich den
Finger vom Abzug nehmen, die Frischlinge
drängten jetzt nach. Als wohl alle die
Böschung erklommen hatten, tauchten sie
regelrecht ins türkisgrüne
Weizenfeld ein.
Jetzt konnte ich auch die Grösse der Bache
schätzen, als Einzige konnte ich sie im
hohen Weizen verfolgen. Ihr schwarzer Grind
mit den grossen Tellern überragte das
Türkisgrün.
Jetzt hatte ich Zeit dem Stefan eine SMS zu
senden. Denn Josi hatte ja keine Verbindung
zu ihm. Zum Waidmannsheil von Josi fügte ich
hinzu, dass 2 Bachen mit Frischlingen ins
Weizenfeld eingezogen wären.
Im nu meldete sich Stefan, er wollte wissen
wo die Sauen jetzt seien. Ich konnte ihm
melden dass ich die grosse Bache auf 180 M
vor mir hätte. Stefan meinte ich solle mich
bereit machen, er wolle versuchen mit Hilfe
eines Jägers diese auf mich zu zutreiben.
Dies würde jedoch noch einen Moment dauern,
ich solle Sie dann einweisen. Die Wartezeit
nützte ich um endlich dem Josi Waidmannsheil
zu wünschen, er habe einen braven Sechser
erlegen können.
Schon bog Stefans Jeep auf den Flurweg ab.
Per Handy wies ich ihn an wo die Bache
stand. Ein Jäger erschien in der Radspur,
die Bache bewegte sich in derselben auf mich
zu. Blieb der Jäger stehen verhoffte
ebenfalls die Bache, hinter Ihr die
Frischlinge. Auf der Böschung zur Wildwiese
verhoffte sie abermals. Auf 150 M, die würde
wie mit dem Schussapparat geschossen
umfallen. Dann sprang sie los, ich hoffte
dass die Frischlinge sich ebenso verhalten
würden. Den Gefallen taten sie mir aber
nicht, wie im Seriefeuer fegten sie aus dem
Weizen über die Böschung hinein uns hohe
Wiesenkraut. Wenn ich schon keine Chance
hatte eines dieser Wieselflinken Unterkraut
Flitzer zu erlegen, wollte ich Ihnen
zumindest einen gewaltigen Schrecken
einjagen, zweimal schoss ich hintereinander
in ihre Richtung, dann war der Spuck vorbei.
Um ganz sicher zu gehen dass nicht doch ein
angeschweisster Frischling da war, wurde für
07.00 Uhr eine Nachsuchegespann angesagt.
Als es dunkel wurde holte
ich Josi ab. Beide wollten wir am Morgen
nochmals auf Ansitz gehen. Noch hatten wir
Lust auf ein Bier, also hinauf zum
Grillplatz, den Bock von Josi ertrinken.
Bald einmal war es wieder nach 24. Uhr also
ab ins Monalisa in die Federn. Um 03.45
wurde ich vom Handy aus dem Schlaf gerissen.
Josi liess ich weiterschlafen.
Wie abgemacht ging ich den Ansitz von
gestern Abend von der Waldseite an, um
nicht vorhandenes Wild zu vergrämen.
Vor 4.30 Uhr war ich bereits auf dem Ansitz
eingerichtet. Bei Tagesanbruch hatte ich
wieder das Schmalreh links von mir,
ansonsten keine Bewegung. Um 07.00 Uhr
erlöste mich das Nachsuche Gespann. ich
kletterte vom Ansitz runter, Wolfgang stand
mit seinem Schweisshund bereits unweit vom
Ort der Einschüsse, dass ich zu 97 Prozent
nicht getroffen hätte wusste Wolfgang.
Ich
war aber froh dass eine Nachsuche gemacht
wurde, die meine Vermutung bestätigte. Nach
einer Strecke von 700 M. konnte die
Nachsuche abgebrochen werden, der Hund hatte
keine Wundfährte. Nochmals setzte Ihn
Wolfgang beim Einschuss Ort an, mit dem
selben Ergebnis. Ich bedankte mich bei dem
Nachsuchegespann. Ich sagte noch Josi
Bescheid, dass nichts gefunden wurde und
dass wir uns im Zimmer treffen wollten, um
wie gehabt, vor den Südtirolern am
Frühstückstisch zu sein. Wenn man gesehen
hat was die Drei einfuhren war man da gut
beraten wieder einen kleinen Vorsprung zu
haben!!!!!!!!!!!!!
In der letzten Nacht hatte ja Linde
doppeltes Waidmannsheil; einen Jährlingsbock
und eine Sau. (siehe sein Bericht) was uns
besonders freute auch Rosemarie hatte mit
einer erlegten Sau Waidmannsheil(siehe
ebenfalls Ihr Bericht)
Beiden konnten wir Waidmannsheil wünschen.
Standen nur noch Walter und ich als
Schneider da.
Walter hatte die helle Freude an einem Raser
der ihm den Bock vergrämt hatte, am liebsten
hätte er diesem den Gurgel zugedreht, aber
zwischendurch wurde von den Dreien wieder
eingepackt!!!!!!
Das Frühstück ging dann in eine Bierrunde
über. Bis am Mittag
wurde vor allem über
Erlebtes und die Jagdunterschiede von der
Jagd im Südtirol und unserer Patentjagd im
Wallis berichtet. Linde kam langsam aber
sicher in Fahrt, in allem Ernst berichtete
er, als Josi und ich geschossen hätten, wäre
er fast vor Schreck vom Ansitz gefallen und
sicherheitshalber hätte er den Kopf
eingezogen, als das Wuuuuummmm losgegangen
sei.
Wenn wir das Mittagessen nicht verpassen
wollten mussten wir jetzt aber packen gehen,
denn Josi und ich wollten am spähten
Nachmittag zurück in die Schweiz. Unsere
Sachen waren schnell im Bus verstaut. Josi
erledigte die Bezahlung des Hotels, ich ging
noch schnell duschen.
Auf dem Grillplatz war nun einiges los.
Hunde liefen herum, der junge KLM hat es mir
angetan, ich musste ihn mal einwenig
knuddeln. Dabei bemerkte ich an ihm
angedockte Zecken, zusammen mit seinem Herrn
wurden diese entfernt. Linde schleppte Bier
an, auf dem Grill brutzelten leckere
Wildstücke. Die letzten Schützen
absolvierten ihren Wettkampf. Eine friedlich
lockere Stimmung herrschte.
Linde unterhielt uns gekonnt mit einigen
Witzen, wieder
kamen unsere Kanonen als
Unterhaltung in den Einsatz, die
Gästeschar
bog sich vor lachen.
Stefan fing mit der Rangverkündigung an, von
hinten her wurde jeder Schütze/in mit einer
humorvollen Bemerkung aufgerufen.
Josi der neben Stefan sass, zeigte auf mich
als nur noch drei Standblätter auflagen. Ein
weiterer Gast wurde aufgerufen, dann Josi,
somit hatte ich das Wettschiessen gewonnen.
Stolz nahm ich die Ehrenscheibe mit
aufgemahltem Luchs und Reh entgegen. Nach
Siegerfotos liess ich es mir nicht nehmen
noch ein Foto mit Rosemarie und Linde zu
machen.
Den Briefumschlag hielt ich noch ungeöffnet
in der Hand, Stefan und Josi bekräftigten
mich diesen zu öffnen. Als ich ein Gutschein
zum Abschuss eines Rehbockes A Klasse oder
Schwarzwild mit Wildbrett in der Hand hielt,
war ich sprachlos.
Da Josi ebenfalls ein Abschuss von Rehbock
oder Schwarzwild erhalten hatte, war mir
klar dass wir so oder so nochmals beim
Stefan auf die Jagd konnten.
Mit freudigem Waidmannsdank, bedankte ich
mich bei unserm Gastgeber Stefan.
Hierauf wurde natürlich noch ein Bier
gekippt. Stefan setzte sich zu mir, mit
nicht glücklicher Miene fragte er mich ob
wir nicht bis morgen Montag bleiben könnten,
zum einen wollte er mich nicht als Schneider
ziehen lassen und zum andern wollte er am
Montagmorgen die Strecke legen.
Da Josi am Montag noch was vor hätte, müsse
er dies mit ihm besprechen, also hielt sich
Stefan an Josi.
Nach einer Weile meinte Josi zu mir, dass er
jetzt wohl ein Bier verdient hätte.
Begeistert holte ich gleich drei, Linde war
ja ebenfalls bei uns.
Somit konnte Stefan uns
ebenfalls einteilen. Wir mussten uns
natürlich noch bei unseren Partnerinnen
abmelden und im Monalisa wieder anmelden.
Mir machte die schon von Zuhause mit
gebrachte Erkältung immer mehr zu schaffen,
die Schachtel Algifor war beinahe
aufgebraucht, aber die Pastillen halfen
immer wieder dass der Husten im Rahmen
blieb.
Stefan führte Christian und mich zu unsern
Ansitzen. Ich stellte den Bus etwa 10 Min.
vom Ansitz an ein Weizenfeld.
Ausser einem Schmalreh das bis an den Ansitz
äste, hatte ich wider kein Anblick. Bei
völliger Dunkelheit holte ich Josi von
seinem Ansitz und fuhren dann zurück ins
Monalisa.
Mit Stefan wurde ausgemacht das er mich um
04.00 Uhr abholen würde.
Schnell war es wieder Vier Uhr, als ich das
Zimmer verliess, war Stefan
ebenfalls schon
da.
Ich sah es Ihm an, er wollte mir unbedingt
zu einem Abschuss verhelfen. So meinte ich
zu Ihm dass er sich wegen mir keine Sorgen
zu machen bräuchte, denn es war ganz sicher
nicht das erste und letzte mal das ich Leer
ausgehen könnte.
Wichtig war für mich, wir hatten ein Super
Jagdwochenende, viele neue Bekanntschaften
und ein Gastgeber Paar dass an nichts
mangeln liess.
Stefan setzte mich in einem Art Kesselrand
ab, die Kanzel war nach einigen Schritten
erreicht.
Bald war ich eingerichtet. Wenig später
konnte ich bereits ein Reh im Weizenfeld
ausmachen. Mit dem Distanzmesser nahm ich
eine Ricke ins Visier, 795 M. war die
Distanz. Nicht unweit von ihr, jagten sich
zwei Schmalrehe abwechselnd auf mich zu. Die
Ricke zog ebenfalls nach, bis Sie auf einer
Distanz von 250 M standen. Irgendetwas liess
die Rehe sichern, da ein dunkler Fleck im
türkis Weizen, Meister Lampe richtete sich
in Osterhasen Manier auf. Links von mir war
schon kurz nach Tagesanbruch ein noch graues
Schmalreh ausgetreten, ein zweiter Hase
kreuzte seinen Weg, vertraut äste das Reh
weiter.
Wie mit Stefan vereinbart rief ich ihn an,
als sich bis 06.30 weder Bock noch
Schwarzwild blicken liessen.
Er fragte mich gleich ob ein Schmalreh auf
Schussdistanz sei.
Das graue Schmalreh stand jetzt auf 130 M,
Stefan gab mir das Reh zum Abschuss frei.
Da das Schmalreh ideal stand, konnte ich
anlegen, schon löste sich der Schuss, im ZF
sah ich wie das Stück wie erschlagen nieder
fiel.
Auf der schmalen Auflage muss es mir durch
den Rückstoss wohl den Lauf nach oben
gedrückt haben. Denn ich war mit dem Absehen
leicht hinter Blatt gewesen als der Schuss
brach.
Da sich am Anschussort nichts mehr regte,
begann ich mein Magazin zu entlehren, eine
Patrone liess ich jedoch drin.
Ich war noch nicht vom Hochsitz, erschien
Stefan auch schon. Neugierig fragt er, liegt
es.
Ich konnte bejahen, mit der R 93 auf dem
Rücken stapfte ich zum Anschussort.
Das Stück lag, wie vermutet war der Treffer
hoch.
Drum auch dieses Schusszeichen.
Die Rotarbeit erledigt, überreichte mir
Stefan den Bruch. Ein Stück davon spendete
ich für den letzten Bissen.
Auf dem Rückweg setzte mich Stefan an einem
Waldweg ab, so hatte ich die Gelegenheit bis
zum Dorfrand Pirschend mein Glück nochmals
herauszufordern.
Hatte aber keinen Anblick mehr.
Wie abgemacht wurde heute das Frühstück
bereits um 08.00 aufgetischt, wie gewohnt
hatten Josi und ich wieder einen kleinen
Vorsprung, wenig später erschienen dann die
Südtiroler angeführt vom strahlenden Walter,
gestern Abend hat es gepasst der Bock wurde
Ihm von niemanden vergrämt.
So erarbeitete Beute macht einem doppelt
Freude.
Mit unserm Waidmannsheil machte er sich über
den köstlich aufgetischten Frühstückstisch.
Als Josi von meinem Waidmannsheil berichtete
kam wieder mal der Spruch; Kari, was hast du
getun!
Lachend wurde weiter gegessen, keiner musste
als Schneider heimreisen.
Um 09.00 Uhr wurde bei Christian im Hof die
Strecke gelegt.
Unser Gastgeber zeigte sich zufrieden, lagen
dich 2 Stück Schwarzwild sowie 8 Rehe.
Mit einigen Fotos der stolzen Waidmännern/frau,
wurde langsam aber sicher an die Heimreise
gedacht. Das Wildbrett wurde verladen,
anschliessend von den neu entstandenen
Freunden abschied genommen.
Die Heimreise verlief reibungslos und ohne
Staus.
Den lieben Gastgeber Paar Sylvi und
Stefan sowie seinen Jägern ein riesiges
Dankeschön und Waidmannsheil!!!!!!!!!!!
Den Südtirolern, auf dass wir noch öfters in
der selben Runde sitzen
können!!!!!!!!
Waidmannsheil von Josi
und Kari.
Bericht und Fotos:
Kari Schmid |