BERICHT 37: Kahlwildabschuss bei der Gamsjagd!

 

Am Montag, 1. August war ich mit meinem Jagdkollegen und Gamsbegleiter Herbert für die Gamsjagd verabredet. So starteten wir frühmorgens ins Schlandrauntal und stiegen noch in im Finstern ins Gamsgebiet auf. Mit Tagesanbruch hatten wir unser Ziel  Mastaun erreicht und suchten die Berghänge nach Gämsen ab. Einen jüngeren Gamsbock und etwas später hoch oben unter der Berglspitze eine Geiß mit Kitz waren unsere gesamte Ausbeute. Da kein passender Abschuss dabei war (ich habe heuer eine Geiß zum Abschuss frei), zogen wir weiter Richtung Mastaunjoch. Ein weiterer junger Bock war das einzigste was wir ausmachen konnten, das Gamsrudel das wir einige Tage zuvor gesichtet hatten, musste wohl weiter zum Kortschersee oder über das „Schartl“ nach Mallonder gewechselt sein. So stiegen wir voller Hoffnung übers „Schartl“  auf und es eröffnete uns ein traumhafter Blick ins Mallonder und zu unserer Freude konnten wir das Rudel ausfindig machen. An die 25 Gämsen hatten sich am Rande einer Felswand niedergetan. Mein Begleiter Herbert sprach die Gämsen nach und nach an und uns viel eine dunklere Geiß mit einer guten Krucke auf, die auch vom alter her ein guter Abschuss sein müsste. Jetzt hieß es herauszufinden ob die Geiß noch ein Kitz führte oder nicht. Dies war kein leichtes Unterfangen, denn wir waren doch knappe 500 Meter von den Gämsen entfernt und hatten keine Möglichkeit näher an die Gämsen heranzukommen, denn dazu hätten wir den Talboden überqueren müssen und dass hätten die Gämsen sicher nicht geduldet. Das nächste Problem war, dass sich die Kitze zusammengestellt hatten und es somit schwierig war die Kitze den Geißen zuzuordnen. So beschlossen wir erst einmal einen ordentlichen Halbmittag zu genießen und nebenbei die Gämsen weiter zu beobachten. Mittlerweile war es bereits 12 Uhr Mittags, die Geißen, Kitze und einige Jährlinge hatten sich in die Felswände zurückgezogen und suchten dort den kühlen Schatten auf. Auch wir beschlossen ein kurzes „Rasterle“ zu machen mit der Hoffnung verbunden, dass die Gämsen gegen Abend wieder aus den Wänden aussteigen und auf den Talböden ziehen würden. Gegen 16 Uhr kam plötzlich Bewegung ins Rudel, nach und nach stiegen die Gämsen aus der Wand und begannen Talwärts zu ziehen. Unsere ganze Aufmerksamkeit richtete sich auf die „auserwählte“ Geiß, die weit ab vor dem Rudel auf den Talboden zog. Weit und breit war kein Kitz in ihrer Nähe, die Hoffnung dass die Geiß nicht mehr führend war stieg von Minute zu Minute. Wir hatten auch schon besprochen wie wir versuchen würden die Gämsen anzugehen um auf eine vernünftige Schussdistanz heranzukommen, denn noch waren wir immer gute 400 Meter entfernt. Sollten wir auf Schussdistanz herankommen, so meinte Herbert würde man die Geiß auch genauer ansprechen können und sollte sie führend sein würde man auch das Gesäuge sehen. Doch plötzlich sahen wir ein Kitz das sich der Geiß näherte. Wir vermuteten bereits, dass es wohl ihr Kitz sein würde und so war es dann auch. Das Kitz gesellte sich zur Geiß und wir konnten beobachten wie das Kitz zu säugen begann. Als sich ein wenig später die Geiß wieder Bergwärts drehte konnten wir auch das Gesäuge erkennen. Ein wenig enttäuscht besprachen wir kurz die Lage und sahen uns noch einmal die restlichen Geißen an. Es waren auch zwei junge Geißen (2-3 Jährig) dabei, allerdings waren beide in einem sehr guten Zustand und somit kam ein Abschuss für uns nicht in Frage. Gegen 18 Uhr beschlossen wir die Gämsen in Ruhe zu lassen und wieder Talwärts zu gehen. Nach einer knappen halben Stunde hatten wir die Waldgrenze erreicht und zu unserer Überraschung konnten wir bereits 3 Stück Rotwild oberhalb der Waldgrenze beobachten. Es waren 2 Tiere und ein Jährlingshirsch dabei. Nach kurzer Besprechung beschlossen wir, das Rotwild anzupirschen. Dies gelang uns bis auf knappe 100 Meter. Während ich mir eine Auflage für das Gewehr richtete, sprach Herbert die Tiere noch einmal an und flüsterte mir zu, dass das schwächere der Beiden nicht führend sei. Somit wusste ich was ich zu tun hatte. Auf meiner eher provisorischen Auflage visierte ich das Stück an und als ich halbwegs ruhig auf dem Blatt war lies ich den Schuss brechen. Das Stück warf es zu Boden, es wurde aber wieder hoch und verschwand in einer Bodensenke. Wir sahen uns beide verwundert an, beschlossen einige Minuten abzuwarten. Nach einer viertel Stunde gingen wir zum Anschuss, dort sahen wir einige Schweißspritzer und so folgten wir der Richtung in die das Tier flüchtete. Nach knappen 100 Metern sahen wir das verendete Tier in der Bodensenke liegen. Erleichtert näherten wir uns dem Stück und begutachteten des Schuss. Durch die eher schlechte Auflage saß der Schuss ziemlich weit hinter dem Blatt und wir wunderten uns, dass das Stück mit diesem Schuss überhaupt verendete. Über eine Nachsuche hätten wir uns nicht beschweren können. Aber Gott sei dank war alles in Ordnung und so wünschte mir Herbert ein Weidmannsheil und anschließend erledigten wir die rote Arbeit und kehrten dann zu unserem Auto zurück. Wir fuhren in die Kühlzelle und erledigten dort die restlichen anfallenden Arbeiten. Mit einem kühlen Bier stießen wir auf unseren Jagderfolg an und freuten uns über den Abschuss. Auch wenn wir auf Gamsjagd waren und nicht mit einem Rotwildabschuss gerechnet hatten, fuhren wir am späteren Abend glücklich nach Hause.

Ich hoffe, dass ich euch bald auch von einer spannenden und erfolgreichen Gamsjagd erzählen kann.

 

Weidmannsheil

 

                                                                                                Bericht und Foto: Höllrigl Martin – Revier Schlanders

 

 

 

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