BERICHT 45: Gamsbockabschuss mit Marschmusik begleitet…

Der 15. August- Feiertag, regnerisch. Heute wird sicher nicht geerntet- zumindest keine Äpfel. Also rein in die grüne Kluft, Rucksack und Utensilien ins Auto und ab geht’s in Richtung Fennberg. Nebelschwaden… na ja. Wird sich wohl ab und zu lichten. Auf den vereinbarten Hochstand angekommen regnet es immer wieder leicht, die Nebelschwaden kommen und ziehen wieder ab. 2 Rehgeißen mit Kitz – aber sonst nicht viel los. Gegen 11.30 Uhr beschließen mein Begleiter und ich erst Mal ein warmes Mittagessen einzunehmen. Gesagt getan. Gegen 14.00 Uhr reißt  der Himmel verdächtig auf. Also wieder raus, wir teilen  uns dieses Mal  auf. Es dauert nicht lange, dass mich ein SMS erreicht: Gams an der Salzstelle im „Latze Tal“. Na dann nix wie hin. Wir machen uns zu Recht zum sicheren Ansprechen. Da ertönen unter uns Stimmen und Gelächter vom nahe gelegenen Klettersteig herauf. Und tatsächlich kam eine Gruppe Kletterer des Weges, eine „wahrhaft bunte“ Mischung…. Und die Gams am Salz: WEG!  Wir grüßen die an uns vorbeiziehende Menschenmenge freundlich, werden wohl ein wenig abschätzend betrachtet. Wahrscheinlich haben unsere Gesichtsausdrücke uns wohl verraten???!!! Was solls? Auch gut. Ziehen wir halt weiter an einen weniger besuchten Ort. Knapp 18.00 Uhr dort angekommen packe ich erst Mal eine Marende aus, schnitzle an meinem Speck herum und sah nebenbei in die Runde. Mein Begleiter“ So, nun kannst du nicht sagen, ich hätte dir heute keinen Gams gezeigt. Da drüben steht er.“  Ich glase in die besagte Richtung, sehe das Tier, aber auch die Entfernung und die Felsspalten ringsherum. 374 m gemessen. Na gut. Schöner Anblick, gesunde Erscheinung, hoch auf, aber… Ich begann gemütlich weiter zu essen. „Jo hosch du lei as Fressen in Kopf? Richtesch di net bold her?“…. So die mahnenden Worte meines Begleiters. UPPPS! Ich war immer noch beeindruckt von der Entfernung und vor Allem das Bergen des Stückes gab mir zu denken. Immerhin war es schon bald 19.00 Uhr. Da kam plötzlich Bewegung in das Tier. Tänzelte und sprang und fegte den gegenüberliegenden Hang auf und ab, verschwand hinter ein paar Föhren und kam auf 273m immer heran. Mein Begleiter wurde schon sichtlich nervöser. Musste  bisher  immer  schmunzeln über derlei Verhalten. Aber dieses Mal hörte ich mich nur noch zischen: „ Ruhe!!! Raus aus dem Stand!“ Als Linksschützin brauchte ich sowieso mehr Platz, und das auffällige Getue mit Spektiv und Fernrohr lies den Hochstand wackeln. Der Gamsbock schaute unentwegt zu uns herüber, als ob er beim Überlegen wär. Das hat mich dann auch bewogen abzudrücken. Und da lag er im Feuer, rudelte ein Stück den Abhang herunter. Oh Schreck, der fliegt jetzt in die Felsenspalte!! Aber nein. So. Erst Mal ein, zwei … Versöhnungsschnapslen, eine Zigarette, mit dem Blick ständig auf das Stück gerichtet. Vom Schuss alarmiert, die Stelle ist sehr ausgesetzt, Margreid und Kurtinig liegt unter unseren Füssen- begannen unsere Handys zu vibrieren. Gut so. Bergeaktion auch gesichert. Der Obmann der Kurtiniger Musikkapelle Daniel Pedrotti – ein guter Jagd Kamerad und Freund - hat in einer Konzertpause den Schuss vernommen. Auf die freudige Nachricht hin hat sich die Kapelle bereit erklärt einen Marsch zu unseren Ehren zu spielen.                             Gegen 20.00 Uhr konnte ich dann den Gamsbock in den Händen halten, Brüche wurden ausgetauscht,  meine immense Freude geteilt. Unseren Schätzungen zufolge ist das Tier 3-4 Jahre alt, wiegt aufgebrochen 27 kg. Das alles ist aber nun relativ.  Der Bock hängt in der Kühlzelle und wurde würdig gefeiert.

Margareth Morandell

Der Begleiter und Revierleiter Bernhard mit der glücklichen Erlegerin

Meinem Begleiter Bernhard ein herzlicher Dank für die Geduld und Toleranz…!! Den Kameraden gebührt ebenso ein inniger Dank für die Bergeaktion. Waidmannsheil allen, die mit mir die Freude teilen!!

 

                                                                                                                        Bericht und Fotos: Margareth Morandell

 

 

 

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