BERICHT 57: Mein erster Rehbock Abschuß im Revier Schlanders

Nach drei Jahren Wartezeit war es am 13 August soweit, ich konnte das erste Mal auf den Rehbock Weidwerken.

Voller Vorfreude war ich schon das ganze Frühjahr im Revier um 2 Böcke zu bestätigen die ich noch vom letzten Jahr kannte. Einer der beiden war unauffindbar, den 2 jedoch konnte ich des öffteren im und um seinen Einstand beobachten. Auch mein  Jagdkamerad Michl war an dem Bock interessiert, hatte sich jedoch eine andere Strategie ausgedacht, und so trafen wir uns am Abend vor der Bockjagd am um abzusprechen wer wo auf den Bock ansitzen würde. Wir einigten uns , und so war nur mehr eine Nacht zu überstehen.

Am frühen Samstagmorgen fuhr ich mit meinem Freund und Jagdkamerad Hans Peter zur Örtlichkeit "Geierboden" um von da aus den halbstündigen Aufstieg zum hergerichteten Blattstand zu meistern. Ohne Worte und so still wie möglich richteten wir uns ein und warteten auf den herannahenden Morgen. Mit dem ersten Büchsenlicht blattete ich die erste Serie Fiplaute sehnsüchtig in den Föhrenwald. Nach einer viertel Stunde ohne Bewegung, nur ein Schwarzspecht suchte über unseren Köpfen unentwegt nach etwas Essbarem, wollte ich gerade wieder anfangen zu Blatten, da krachte nicht weit von uns ein Schuss durch den dunstigen Wald zu uns herunter.

Weidmannsheil dem Michl dachten wir uns beide und freuten uns den guten Bock endlich aus der Nähe betrachten zu können. Nachdem ich noch einen braven Sechser zum zustehen gebracht hatte, an einen Schuss im Unterholz aber nicht zu denken war,  brachen wir unsere Morgenpirsch ab

In der Kühlzelle angekommen mussten wir feststellen das der gute Bock zwar erlegt war , aber leider nicht vom Michl.

Ich ging nach Hause zur Arbeit um am Nachmittag so schnell wie möglich wieder ins Revier zu kommen.

Mein zweiter“ Favorit“ steckte in einem dichten Föhren und Lärchenwald, und ich wollte mich an einem vorab hergerichtetem Platz einrichten und mein Glück mit dem Blatter versuchen. Auf dem Weg zum Tucker, keine 200 Meter vom Auto entfernt, sah ich schon einen roten Fleck durch die Kranewitter. Zu meiner Verwunderung stand in der Dickung der angestrebte Bock und sicherte auch schon zu mir herunter. Nach kurzem Überlegen strich ich die Büchse am Bergstecken an und fipte zweimal kurz zum Bock hinauf.

Daraufhin zog er mir genau in die einzige freie Stelle und ich ließ die Kugel fliegen.

Zu meinem Entsetzen sprang der Bock jedoch ab und ich stand ganz schön blöd da.

Nach kurzer Zeit kam unser Revieraufseher den ich verständigt hatte, und wir suchten gemeinsam den Anschuß ab. Nach kurzer Zeit fand Hans die Einschussstelle an einem Stein und ich dankte Diana das ich den Bock gefehlt und nicht angeschweißt hatte. Wir trennten uns wieder und ich pirschte so still wie möglich zum „Patscher Kreuz“, wo ich den Bock in seinem Einstand vermutete. Und siehe da um 7 Uhr Abends sah ich den Bock wieder auf ca. 50 Meter, aber an einen sicheren Schuss war nicht zu denken, und ich hatte für Heute ehrlich gesagt die Hosen voll.

Die darauf folgenden 5 Tage war ich jede freie Minute unterwegs um den Bock noch einmal vor die Büchse zu kriegen, konnte ihn aber nirgends mehr finden. Ich hatte schon abgeschlossen mit der Bockjagd, da rief mich Lukas an der am nächsten Tag zum Gamsjagern auf die Kortscher Schaferhütte wollte und fragte mich ob ich ihn nicht in der Früh bis zur Korscher Alm fahren könnte.

Schnell war die Zeit ausgemacht und am nächsten Morgen fuhren wir ums Tagen ins "Schlandrauntal". Wir konnten einige Stücke Kahlwild ansprechen, aber von einem Rehbock war nichts zu sehen. An der Alm angelangt packten wir unsere Sachen und gingen langsam und alle 10 Meter den Zirmwald abglasend Richtung "Bachknött". Keine 5 Minuten waren wir unterwegs, da raunte Lukas mir zu „ Steff a Bock“. Das Glas zur Hand sah ich sofort das der Bock Weiße Enden und ein Stück über Lauscher auf hatte. Dann ging alles schnell, nur die Entfernung machte mich etwas Stutzig. 238 Meter auf einen Rehbock ist nicht ohne!

Mit einem guten Blattschuß verendete der Bock im Büchsenknall und wir freuten uns beide Riesig über den gelungenen Abschuss.

Die Bockjagd hat mir wieder einmal gezeigt das man halt auch eine gehörige Portion Glück braucht um zum Erfolg zu kommen.

Am selben Tag wurde der Bock von einer kleinen Gruppe unserer Jagdhornbläser verblasen und wir machten uns einen geselligen Abend. Auf diesem Weg möchte ich mich noch mal bei den Bläsern bedanken .

Ich wünsche allen weiterhin ein kräftiges

Weidmannsheil!!

 

Bericht und Fotos: Stephan Pfitscher, Revier Schlanders

                                                                                 

 

 

 

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