BERICHT 60: Steinwild Jagd
Schon im letzten Herbst konnte ich mich auf einen Steingaisabschuss für dieses Jahr freuen.
Im Tombola, der Generalversammlung des Hubertusvereins zog ich eine der zwei Abschüsse.
Zudem erhielt ich noch einen 2 Jährigen Steinbock vom Kanton zugelost.
Am 03.09.11 wurde ich um 04.10 Uhr von dem Schreihals auf dem Nachttisch geweckt, wenn es auf die Jagd geht, steht man ja sowieso noch leichter auf als sonst.
Nach einem um diese Zeit wohl recht gediegenen Frühstück, holten Zicco und ich meinen Jagdkamerad Josi ab. Um 05.30 Uhr hatte ich mit dem Wildhüter Ruppen den Abholtermin  vereinbart.
Gegen 05.50 Uhr erreichten wir das Ende der Forststrasse unter der Bellalpe, ab jetzt wurden die Schuhsohlen und Beine strapaziert, wollten wir doch gegen 07.00 Uhr, oben beim Steinwild auf Schussdistanz sein.
Das Ziel wurde mit zügigem Schritt angegangen und auch erreicht, bloss Steinwild, mein Jagdwild war weit und breit keines im Anblick.
Einzig ein ansehnlicher Gamsbock äste am Berghang.
Nach kurzem verschnaufen, schlug Wildhüter Ruppen vor, dass Josi und ich uns ca, 400 m weiter Oben auf einem Nollen postieren sollten, er würde die Bergflanke nach rechts ablaufen und uns benachrichtigen wenn er passendes Steinwild im Anblick habe.
So trennten wir uns, kamen aber keine 100 M weit, meldete sich bereits der Wildhüter über uns stehe Steinwild, vorsichtig immer in Deckung erklommen wir den Steilhang, meine Beinmuskeln fingen an zu brennen, aber wo ein Wille, da ein Ziel.
Beim grossen Felsen angekommen, suchten wir die Flanke links von uns ab, hatten aber kein Anblick mehr.
Schnell band ich Zicco am Rucksack fest, denn Josi hatte seinen bereits als Auflage auf dem  Felsen zurecht gelegt.
Eine Bewegung in den Felsen, ein 2 ½  Jähriger Steinbock äugte zu uns herunter, verschwand wieder um auf dem nächsthöheren Felsvorsprung wieder aufzutauchen. Nach drei Versuchen den Bock mein eigen zu nennen, musste ich wohl glücklicherweise einsehen dass um den Bock herum mehr Ziel war als auf Ihm.
Gesund, jedoch ohne besonderer Eile zog er über den Bergrücken in Sicherheit.
Kurze Zeit später stand plötzlich wie dahingestellt eine Alte jedoch starke Steingais 160 M direkt über uns.
Beim gewissenhaften Ansprechen durch das Rohr meinte ich das Diese Melk sei, Wildhüter Ruppen meldete sich, er hatte die kapitale Gais ebenfalls im Anblick, unterhalb der Steingais äste eine Jährlingsgais, von einem Gitz war weit und breit jedoch nichts zu sehen.
Der Wildhüter meinte, wenn der Jährling zur Gais säugen gehe, hätte ich diese frei zum Abschuss.
Da die Gais aber nach Oben zog kam der Jährling auch nie nur annähernd in die Nähe des Gesäuges, um jeden Meter der die Gais hinauf stieg verkleinerte sich meine Chance.
Wieder hatte sich eine Möglichkeit in Luft aufgelöst, aber lieber so als wirklich eine melke Gais erlegt zu haben.
Noch immer mit dem Schicksal hadernd konnte ich mit meinem Glas eine weitere Gruppe Steingaissen rechts von uns ausmachen, schnell wurde Alles eingepackt, mit neuer Hoffnung wurde die Gruppe angepirscht.
Auf dem Steingeröll gar kein leichtes unterfangen, wurden doch immer wieder Steine ins rollen gebracht. Beim gewünschten Felsen angekommen, mussten wir feststellen dass die Gaissen mit ihren Gitz weiter nach rechts gezogen sind.
Die Gais die sich auf einem Felsen nieder getan hatte, wurde ebenfalls hoch und zog zu den Andern, Josi und ich waren sicher dass diese Gais nicht führend war, ich konnte jedoch nicht schiessen, zu nahe stand nun der Trupp beieinander.
Nach einem Moment des Sichern zog die Führgais wieder in unsere Richtung, für kurze Zeitlang wussten wir nun nicht mehr welche Gais es war, nach und nach löste sich aber die Gruppe wieder auf. Die Schiessbare zog hinter der Führgais in unsere Richtung., noch einmal hatten wir die Möglichkeit durch das Rohr festzustellen dass es die Rechte sei. Auf 150 M konnte ich der nun beruhigten Steingais die Kugel antragen. Das Stück lag im Feuer.
 Mit einem Freudesschrei  wünschte mir Josi Waidmannsheil.
Nun konnte ich Zicco, der geduldig neben uns gewartet hatte, endlich schnallen. Nach kurzem Abwarten ging ich nun mit meinem vierbeinigem Freund zum verendeten Stück. Die Kugel sass wie gewünscht ca. 5 cm hinter Blatt.
Meine Freude war gross ab dem gelungenen Abschuss, Zicco zeigte diese ebenfalls indem er an dem Stück zu rütteln begann.
Josi der unsere Sachen bereits weiter nach unten geschafft hatte, kam mir zu Hilfe um das Stück zu bergen.
Wildhüter Ruppen gesellte sich nun wieder zu uns, nach seiner Büroarbeit wünschte er uns Waidmannsheil.
Das Stück war 8 Jährig, wog Ausgenommen 33.800 Kg die Schläuche messen 21.5 cm die Auslage 19.cm.
Der Letzte Bissen konnte dem Stück erst weiter unten verabreicht werden, denn ausser Steinen und dem kurzen Berggras konnte nichts geeignetes gefunden werden.
Mit einem herzlichen Waidmannsdank verabschiedeten wir uns von meinem Jagdkollegen Josi, der wie abgesprochen das erlegte Stück abtransportierte.
500 Meter unter uns waren inzwischen wie verabredet drei weitere Jagdfreunde eingetroffen, die beim Transport nach unten mithelfen wollten.
Josi wurde durch Niederjagdkamerad Marc ersetzt, ich wollte ja noch den Bock jagen.
Mit Wildhüter Ruppen stiegen wir nun bis auf den Bergkamm hinauf.
Ausser Stein und Tal hatten wir nichts im Anblick, aber bei so einem Postkarten Wetter war es schon Belohnung genug hier Oben zu stehen. Auf der einen Seite das Rhonetal, auf dem Hochplateau vor uns die Bellalp. Auf der andern  Seite die steil abfallenden Hänge ins Gredetschtal.
Wieder trennten wir uns vom Wildhüter, er wollte auf die Bergspitze um von da aus nach dem  gewünschten Steinbock Ausschau zuhalten.
Die Störung hatte bald einmal Erfolg, drei Steingaissen mit Ihrem Nachwuchs und eine Geltgais kletterten den Wechsel herunter, der Bock war leider nicht dabei.
Marc und ich stiegen in der Hoffnung einen jungen Bock in Anblick zu bekommen langsam pirschend hinunter ins Gredetschtal, hatten aber ausser ein paar Gams und eines Fuchses der auf  Murmeljagd war keinen Anblick mehr.
Müde aber Glücklich, heil einen Erfolgreichen Jagdtag erlebt zu haben, verabschiedete ich mich mit Waidmannsdank von Marc und Wildhüter Ruppen der uns beim Eingang ins Gredetschtal um 18.00 Uhr abholte.
Von Kollege Josi wurde ich noch informiert, dass sie wie abgemacht die Gais beim Metzger abgegeben hätten.
Rene wollte noch wissen ob noch was gelaufen sei, lud mich dann zum Nachtessen bei sich zu Hause ein. Priska, seine Frau zauberte auf die Schnelle Schnitzel, Nudeln und Kroketten auf den Tisch, ein herzliches Waidmannsdank.
 
Waidmannsdank meinen Jagdkollegen Josi, Marc , Polo und Rene und natürlich unserm Wildhüter Ruppen.

 

                                                                                                                          Bericht und Fotos: Kari Schmid

 

 

 

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