-
Schon
im letzten Herbst konnte ich mich auf
einen Steingaisabschuss für dieses Jahr
freuen.
-
Im
Tombola, der Generalversammlung des
Hubertusvereins zog ich eine der zwei
Abschüsse.
-
Zudem
erhielt ich noch einen 2 Jährigen
Steinbock vom Kanton zugelost.
-
Am
03.09.11 wurde ich um 04.10 Uhr von dem
Schreihals auf dem Nachttisch geweckt,
wenn es auf die Jagd geht, steht man ja
sowieso noch leichter auf als sonst.
-
Nach einem
um diese Zeit wohl recht gediegenen
Frühstück, holten Zicco und ich meinen
Jagdkamerad Josi ab. Um 05.30 Uhr hatte
ich mit dem Wildhüter Ruppen den
Abholtermin vereinbart.
-
Gegen
05.50 Uhr erreichten wir das Ende der
Forststrasse unter der Bellalpe, ab
jetzt wurden die Schuhsohlen und Beine
strapaziert, wollten wir doch gegen
07.00 Uhr, oben beim Steinwild auf
Schussdistanz sein.
-
Das Ziel
wurde mit zügigem Schritt angegangen und
auch erreicht, bloss Steinwild, mein
Jagdwild war weit und breit keines im
Anblick.
-
Einzig
ein ansehnlicher Gamsbock äste am
Berghang.
-
Nach
kurzem verschnaufen, schlug Wildhüter
Ruppen vor, dass Josi und ich uns ca,
400 m weiter Oben auf einem Nollen
postieren sollten, er würde die
Bergflanke nach rechts ablaufen und uns
benachrichtigen wenn er passendes
Steinwild im Anblick habe.
-
So
trennten wir uns, kamen aber keine 100 M
weit, meldete sich bereits der Wildhüter
über uns stehe Steinwild, vorsichtig
immer in Deckung erklommen wir den
Steilhang, meine Beinmuskeln fingen an
zu brennen, aber wo ein Wille, da ein
Ziel.
-
Beim
grossen Felsen angekommen, suchten wir
die Flanke links von uns ab, hatten aber
kein Anblick mehr.
-
Schnell
band ich Zicco am Rucksack fest, denn
Josi hatte seinen bereits als Auflage
auf dem Felsen zurecht gelegt.
-
Eine
Bewegung in den Felsen, ein 2 ½
Jähriger Steinbock äugte zu uns
herunter, verschwand wieder um auf dem
nächsthöheren Felsvorsprung wieder
aufzutauchen. Nach drei Versuchen den
Bock mein eigen zu nennen, musste ich
wohl glücklicherweise einsehen dass um
den Bock herum mehr Ziel war als auf
Ihm.
-
Gesund,
jedoch ohne besonderer Eile zog er über
den Bergrücken in Sicherheit.
-
Kurze Zeit
später stand plötzlich wie dahingestellt
eine Alte jedoch starke Steingais 160 M
direkt über uns.
-
Beim
gewissenhaften Ansprechen durch das Rohr
meinte ich das Diese Melk sei, Wildhüter
Ruppen meldete sich, er hatte die
kapitale Gais ebenfalls im Anblick,
unterhalb der Steingais äste eine
Jährlingsgais, von einem Gitz war weit
und breit jedoch nichts zu sehen.
-
Der
Wildhüter meinte, wenn der Jährling zur
Gais säugen gehe, hätte ich diese frei
zum Abschuss.
-
Da die
Gais aber nach Oben zog kam der Jährling
auch nie nur annähernd in die Nähe des
Gesäuges, um jeden Meter der die Gais
hinauf stieg verkleinerte sich meine
Chance.
-
Wieder
hatte sich eine Möglichkeit in Luft
aufgelöst, aber lieber so als wirklich
eine melke Gais erlegt zu haben.
-
Noch immer
mit dem Schicksal hadernd konnte ich mit
meinem Glas eine weitere Gruppe
Steingaissen rechts von uns ausmachen,
schnell wurde Alles eingepackt, mit
neuer Hoffnung wurde die Gruppe
angepirscht.
-
Auf dem
Steingeröll gar kein leichtes
unterfangen, wurden doch immer wieder
Steine ins rollen gebracht. Beim
gewünschten Felsen angekommen, mussten
wir feststellen dass die Gaissen mit
ihren Gitz weiter nach rechts gezogen
sind.
-
Die
Gais die sich auf einem Felsen nieder
getan hatte, wurde ebenfalls hoch und
zog zu den Andern, Josi und ich waren
sicher dass diese Gais nicht führend
war, ich konnte jedoch nicht schiessen,
zu nahe stand nun der Trupp beieinander.
-
Nach einem
Moment des Sichern zog die Führgais
wieder in unsere Richtung, für kurze
Zeitlang wussten wir nun nicht mehr
welche Gais es war, nach und nach löste
sich aber die Gruppe wieder auf. Die
Schiessbare zog hinter der Führgais in
unsere Richtung., noch einmal hatten wir
die Möglichkeit durch das Rohr
festzustellen dass es die Rechte sei.
Auf 150 M konnte ich der nun beruhigten
Steingais die Kugel antragen. Das Stück
lag im Feuer.
-
Mit einem
Freudesschrei wünschte mir Josi
Waidmannsheil.
-
Nun konnte
ich Zicco, der geduldig neben uns
gewartet hatte, endlich schnallen. Nach
kurzem Abwarten ging ich nun mit meinem
vierbeinigem Freund zum verendeten
Stück. Die Kugel sass wie gewünscht ca.
5 cm hinter Blatt.
-
Meine
Freude war gross ab dem gelungenen
Abschuss, Zicco zeigte diese ebenfalls
indem er an dem Stück zu rütteln begann.
-
Josi der
unsere Sachen bereits weiter nach unten
geschafft hatte, kam mir zu Hilfe um das
Stück zu bergen.
-
Wildhüter
Ruppen gesellte sich nun wieder zu uns,
nach seiner Büroarbeit wünschte er uns
Waidmannsheil.
-
Das Stück
war 8 Jährig, wog Ausgenommen 33.800 Kg
die Schläuche messen 21.5 cm die Auslage
19.cm.
-
Der Letzte
Bissen konnte dem Stück erst weiter
unten verabreicht werden, denn ausser
Steinen und dem kurzen Berggras konnte
nichts geeignetes gefunden werden.
-
Mit einem
herzlichen Waidmannsdank verabschiedeten
wir uns von meinem Jagdkollegen Josi,
der wie abgesprochen das erlegte Stück
abtransportierte.
-
500 Meter
unter uns waren inzwischen wie
verabredet drei weitere Jagdfreunde
eingetroffen, die beim Transport nach
unten mithelfen wollten.
-
Josi wurde
durch Niederjagdkamerad Marc ersetzt,
ich wollte ja noch den Bock jagen.
-
Mit
Wildhüter Ruppen stiegen wir nun bis auf
den Bergkamm hinauf.
-
Ausser
Stein und Tal hatten wir nichts im
Anblick, aber bei so einem Postkarten
Wetter war es schon Belohnung genug hier
Oben zu stehen. Auf der einen Seite das
Rhonetal, auf dem Hochplateau vor uns
die Bellalp. Auf der andern Seite die
steil abfallenden Hänge ins Gredetschtal.
-
Wieder
trennten wir uns vom Wildhüter, er
wollte auf die Bergspitze um von da aus
nach dem gewünschten Steinbock Ausschau
zuhalten.
-
Die
Störung hatte bald einmal Erfolg, drei
Steingaissen mit Ihrem Nachwuchs und
eine Geltgais kletterten den Wechsel
herunter, der Bock war leider nicht
dabei.
-
Marc und
ich stiegen in der Hoffnung einen jungen
Bock in Anblick zu bekommen langsam
pirschend hinunter ins Gredetschtal,
hatten aber ausser ein paar Gams und
eines Fuchses der auf Murmeljagd war
keinen Anblick mehr.
-
Müde aber
Glücklich, heil einen Erfolgreichen
Jagdtag erlebt zu haben, verabschiedete
ich mich mit Waidmannsdank von Marc und
Wildhüter Ruppen der uns beim Eingang
ins Gredetschtal um 18.00 Uhr abholte.
-
Von
Kollege Josi wurde ich noch informiert,
dass sie wie abgemacht die Gais beim
Metzger abgegeben hätten.
-
Rene
wollte noch wissen ob noch was gelaufen
sei, lud mich dann zum Nachtessen bei
sich zu Hause ein. Priska, seine Frau
zauberte auf die Schnelle Schnitzel,
Nudeln und Kroketten auf den Tisch, ein
herzliches Waidmannsdank.
-
-
Waidmannsdank meinen Jagdkollegen Josi,
Marc , Polo und Rene und natürlich
unserm Wildhüter Ruppen.
Bericht und Fotos:
Kari
Schmid |