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Gegen 7.15 Uhr hatten
wir unseren Ausgangspunkt erreicht
und starteten zu Fuß weiter Richtung
„Kortscher Berg“. So langsam wurde
es Tag und wir suchten den vor uns
liegenden Talkessel nach Gamswild
ab. Es dauerte nicht lange und wir
hatten 3 Geißen mit ihren Kitzen
sowie 5 Steinböcke im Anblick. Nach
wenigen Minuten marschierten wir
wieder los, um ein etwas höher
gelegenes „Stuanmandl“ zu erreichen,
von wo aus man einen herrlichen
Rundblick zum Hoch Alt, Rappenspitze
und Rappenscharte hat. Auf dem Weg
dorthin sahen wir drei jüngere
Böcke, die sich aber nicht weiter
von uns stören ließen. Als wir unser
Ziel erreicht hatten, bot sich ein
atemberaubendes Bergpanorama - die
Sonne ließ die bereits verschneiten
Gipfel erleuchten – die Ruhe und die
Freiheit die man dort oben spürt
sind wohl einige der schönsten
Seiten der Jagd, da ist der
gewünschte Abschuss oft zweitrangig.
Wir setzten uns in die Sonne,
genossen die wärmenden Strahlen und
suchten nebenbei das Gebiet nach
Gamsen ab. Gegen 10 Uhr konnten wir
ein kleineres Rudel Gamsen hoch oben
unter dem Gipfel der Rappenspitze
ausmachen. Wir beschlossen ein Stück
weiter zu gehen um näher an die
Gamsen heranzukommen, denn auf
dieser großen Distanz konnte man
kein genaueres Ansprechen
durchführen. Nach einer guten halben
Stunde waren wir ca. 500 Meter
unterhalb der Gamsen und legten uns
hinter einem kleinen Hügel nieder,
um das kleine Rudel genauer
anzusprechen. Es waren einige Geißen
mit Kitzen sowie eine passende Geiß
für mich dabei – was bereits etwas
Hoffnung in mir aufkommen ließ. Da
aber Tagsüber die Luft Bergwärts
zieht, konnten wir nicht näher an
die Gamsen heranpirschen und mussten
somit abwarten und hoffen, dass die
Gamsen am späteren Nachmittag weiter
Talwärts ziehen würden. So genossen
wir zwischenzeitlich den
wohlverdienten Halbmittag. Gegen 13
Uhr stiegen die Gamsen bereits so
langsam aus den Wänden und zogen
nach und nach dem Talboden entgegen
– soweit verlief alles so wie wir es
erhofft hatten, aber die Luft machte
uns einen Strich durch die Rechnung.
Als das Rudel knappe 300 Meter
oberhalb von uns auf dem Boden war,
muss eine Geiß wohl Wind von uns
bekommen haben und nach einem Pfiff
hatten sich die Gamsen schnell
wieder in die Wände zurückgezogen.
Zu allem Überfluss mussten wir mit
ansehen, dass sie sogar über den
Bergrücken hinüber in einen anderen
kleineren Kessel wechselten. Das
passte wieder sehr gut zu meiner
heurigen Gamsjagd dachte ich mir
bereits, aber Herbert wollte nichts
unversucht lassen und so umgingen
wir den Bergrücken und hofften die
Gamsen auf der anderen Seite wieder
anzutreffen. Nach einer guten Stunde
Fußmarsch in teils sehr unwegsamen
Gelände hatten wir einen Teil des
Rudels im Anblick und zu unserer
Freude war auch die passende Geiß
dabei. Es war bereits gegen 16.45
Uhr und sehr viel Zeit hatten wir
nicht mehr, um nicht in der
Dunkelheit den Heimweg antreten zu
müssen. Da wir aber immer noch 280
Meter von der Geiß entfernt waren,
versuchten wir noch näher an die
Geiß heranzukommen, sollte es „meine
Geiß“ sein, so wird es uns gelingen
und sonst eben nicht, dachten wir
uns und pirschten sehr langsam und
vorsichtig durch das steile und
felsige Gelände weiter. Als wir nach
einigen Minuten den erhofften Felsen
erreicht hatten, ästen die Gamsen
knappe 140 Meter vor uns. Sofort sah
sich Herbert die auserwählte Geiß
noch einmal genauer an und nebenher
versuchte ich mir eine Auflage zu
richten. Etwas musste eine der
Gamsen aber bemerkt haben, denn
schnell kam Unruhe ins kleine Rudel
und die Gamsen zogen rasch
Bergwärts. Als sie kurz verhofften,
war die Geiß von einem Kitz verdeckt
und so konnte ich noch keinen Schuss
anbringen. Die Anspannung stieg mit
jeder Sekunde, denn die Gamsen zogen
weiter und einige waren bereits über
die nächste Felskante gewechselt.
Ich begleitete die Geiß mit dem
Fadenkreuz bei jedem Schritt und
hoffte, dass sie noch einmal
verharren würde, bevor auch sie über
die Felskante und somit aus unserem
Blickfeld verschwinden würde. Als ob
sie meine Gedanken lesen konnte,
verharrte sie genau auf der
Felskante, drehte sich leicht ab und
sah zu uns herunter. In dem Moment
riss sie die Kugel meiner BBF zu
Boden und sie verschwand hinter der
Felskante. Es dauerte einige
Sekunden bis sich das Jagdfieber ein
wenig legte. Schnell nahm ich das
Fernglas zur Hand und suchte die
Gamsen. Das Lächeln in Herberts
Gesicht lies Gutes erahnen und nach
einigen Minuten konnten wir die
restliche Gamsen weiter oben in den
Felsen erblicken, meine Geiß war
aber nicht mehr dabei. Schnell
packten wir unser Zeug zusammen und
Herbert ging voraus zum Anschuss,
während ich noch abwartete um die
Situation zu beobachten. Nach
wenigen Minuten war Herbert am
Anschuss und deutete mir an, dass
alles in Ordnung sei und ich
nachkommen könnte. Kurze Zeit später
stand ich überglücklich vor meiner
Geiß – nach einem kurzen Verweilen
am Stück wünschte mir Herbert ein
herzliches Weidmannsheil.
Anschließend konnten wir gemeinsam
11 Jahresringe von der guten, |
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weit ausgelegten
Krucke der Geiß abzählen. Ich glaube
man konnte mir die Freude über den
gelungenen Abschuss ansehen und nach
einigen Erinnerungsfotos erledigten
wir rasch die rote Arbeit und gegen
17.45 Uhr hatten wir allerhöchste
Zeit den Heimweg anzutreten.
Zumindest den gefährlicheren Teil
des Rückweges konnten wir noch bei
etwas Tageslicht zurücklegen, die
letzte Stunde leuchteten uns dann
die Stirnlampen den Weg aus. Endlich
kamen wir gegen 19.30 Uhr beim Auto
an, legten die Geiß mit einigen
Zirmästen in den Kofferraum und
fuhren glücklich nach Hause.
Anschließend hängten wir die Geiß in
die Kühlzelle und bei einem guten
und wohlverdienten Bier ließen wir
den Abend ausklingen.
Auf diesem Wege
möchte ich mich bei meinem Begleiter
Herbert noch einmal herzlich
bedanken. Weidmannsheil und
Weidmannsdank. |