BERICHT 89: Jagen mit einem Olympiasieger

Spätherbst ist die Zeit der Treibjagden und so ist es auch in unserer Region. In der einen oder anderen Nachbargemeinde werden solche Gesellschaftsjagden abgehalten.

Jetzt Mitte November war ich wieder bei Jagdfreunden mit denen ich schon vor einigen Jahren zur Murmeljagd im Großglocknergebiet war zu einer solchen Treibjagd eingeladen.

Am Abend davor war ich noch am Fuchsansitz weil das Licht hervorragend war, wegen meiner falsch gewählten Kleidung zwang mich Väterchen Frost zu einem vorzeitigen Abbruch was mich nicht weiter störte, konnte ich doch für nächsten Morgen zur Treibjagd ausschlafen. Zeitig in der Früh spielte wie jeden Morgen der Wecker seine Sinfonie und das Aufstehen fiel mir wie immer zur Jagd nicht schwer.

Meine sieben Sachen hatte ich schnell zusammen und so konnte ich nachdem ich mein Auto vom Eis befreit hatte Richtung Aschach starten. Eine klare Mondnacht ließ die Temperaturen auf -4 Grad sinken weswegen auch die Wiesen mit einer dicken Reifschicht überzogen waren. Eine knappe halbe Stunde hatte ich zu fahren bis ich mich mit Jagdkamerad Thomas traf der mich dann zum vereinbarten Treffpunkt führte. Mittlerweile kannte ich doch schon einige der teilnehmenden Jäger aus dieser Gemeinde da ich nun schon seit 4 Jahren immer dabei war. Immer noch trafen Jäger ein die zur Jagd eingeladen waren, auch ein großgewachsener Waidmann war unter ihnen. Bei der Begrüßung wollte mir nicht einfallen wem ich da gegenüberstand obwohl ich das Gesicht hundertmal kannte. Erst als man sich unterhielt fiel mir der Tiroler Dialekt auf und dann stellte ich mir diesen Jäger in einem Schianzug vor und plötzlich dämmerte es mir das ich mich hier mit einem Olympiasieger unterhielt. Leonhard Stock war jener Jäger der auch an der Treibjagd teilnahm.

Nun war aber Jagen angesagt, aber bevor es los ging wärmten wir uns noch bei heißen Tee mit etwas Zusatz und Kuchen auf bevor der erst Trieb angeblasen wurde. Die Sonne ließ noch etwas auf sich warten und so war es in den schattigen Lagen noch ziemlich kalt und der zeitweise eisige Wind ließ die Finger starr werden. Knapp 40 Büchsen nahmen an der Jagd teil und jeder war gespannt was wohl am Abend auf der Strecke liegen würde.

Meinen Beitrag mit einem Hasen leistete ich beim letzten Trieb vor dem Mittagessen von dem wir gestärkt gegen 14 Uhr den nächsten Trieb starteten. Unserem Olympiasieger war auch am Nachmittag kein Anlauf gegönnt und so ging er leer aus, blieb aber nicht der einzige ohne Waidmann´s Heil.

Nachdem wir den letzten Trieb absolviert hatten ging es noch zum Steyrfluss zur Entenjagd die aber dann wegen Einbruch der Dunkelheit frühzeitig abgeblasen werden musste. Wir konnten dann 21 Hasen 1Fasan und 1Schnepfe zur Strecke legen. Der Schüsseltrieb fand wie jedes Jahr im Anschluss beim Kirchenwirt in Aschach statt.

 

Auf diesem Weg ein Waidmann´s Dank für die Einladung zu dieser bei traumhaften Herbstwetter stattgefundenen Treibjagd.

 

Waidmann´s Heil                                          

 

 

                                                                                                                    Bericht und Fotos: Hermann Großalber 

 

 

 

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