| BERICHT 01: Endlich wieder Fuchsjagern |
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Mitte September war es als ich meinen letzten Fuchs erlegt habe. Zu diesem Zeitpunkt freute ich mich schon wieder auf die Wintermonate in denen ich mich ganz der Fuchsjagd widmen könnte, ja könnte, wäre da nicht mein Kuraufenthalt. Schon im November fieberte ich jenen Nächten entgegen in denen der zunehmende Mond den Ansitz auf die Rotjacken wieder spannend machte. Doch die Wettervorhersage versprach nichts Gutes und so spielten sich die zahlreichen Ansitze auf den Fuchs nur in meiner Fantasie ab. Schnee blieb nämlich Mangelware in unserer Gegend und so blieb es bis kurz vor Weihnachten. Man muss es eben nehmen wie es kommt. Und auch im Dezember war Fuchspassen für mich tabu, es gab für mich die nächsten drei Wochen angenehmeres zu tun. Drei Wochen Kuraufenthalt waren angesagt und das war mit Sicherheit wohltuender als in der Kälte auf Füchse anzusitzen. Mitte Dezember war dann Kurende und auch der Mond war schon wieder eine Zeit lang im Abnehmen weswegen ich meine nächsten Ansitze auf Jänner verschieben musste. Schnee war bis jetzt immer noch Mangelware, nur ab und zu fiel das für mich wertvolle Weiß vom Himmel, meisten blieben aber die Wiesen in einem trostlosen Braun. Doch mit zunehmenden Mond jetzt im Jänner hatte auch Petrus Einsehen und schickte zumindest im Revier soviel Schnee das eine leuchtend weiße Landschaft entstanden war und ich meine nächtlichen Ansitze am Fuchspass wieder abhalten konnte. Jetzt war ich jeden Abend im Revier in einer geschlossenen Bodenkanzel um nach dem roten Brüdern Ausschau zu halten. Viele Stunden hab ich in den ersten Jännernächten im Revier verbracht und die Rotjacken stellten meine Ausdauer wieder ordentlich auf die Probe. Auch vom Ranzgeschehen war nichts zu merken, kein Bellen war zu hören und so brach ich viele meiner Nachtansitze erfolglos ab. Aufgeben kam aber für mich nicht in Frage und so zog es mich einen Tag nach dem Dreikönigstag wieder hinauf ins Revier.
Wie schon so oft in solch einsamen Nächten vertrieb mir auch heute wieder ein Hase die Wartezeit der aber plötzlich auf seltsame Weise verschwunden war. Eine ganze Weile vertrieb ich mir mit allen möglichen Dingen die Zeit, ließ die Bockjagd im Juli mit Walter und Christian Revue passieren als der vermeintliche Hase wieder da war. Und dann wurde es hektisch als der Hase beim Blick durchs Fernglas plötzlich zum Fuchs wurde und ich meinen Repetierer erst richten musste. Nachdem er sich aber sehr intensiv mit einem Mausloch beschäftigte hat er meine Bewegungen nicht wahr genommen, und ich wartete nur mehr das er sich breitstellt. Heute wollte ich meinen Repetierer testen den ich im Herbst gegen meine Bockbüchsflinte getauscht hatte. Eine Weile sah ich ihm zu wie er den Maulwurfshügel bearbeitete und als er endlich breit stand ließ ich fliegen, er verendete am Anschuss. Ich war froh wieder einen kleinen Teil zur Hege unseres Niederwildbestandes beigetragen zu haben, auch wenn es kalt und windig ist sitze ich oft lieber in solchen Mondnächten bei Schnee auf den Fuchs als im Sommer auf Reh. Man sieht in solchen Nächten oft mehr als man zu erwarten vermag.
Waidmann´s Heil
Bericht und Fotos: Hermann Großalber
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