BERICHT-06:  DIE „LOSUNWÜRDIGEN“ BÖCKE….  

 

Hegeschau 2016 in Margreidso weit so gut.  Spannende Verlosung, die  Erwartung, doch einen von den acht  Abschüssen zu ergattern, erzeugte Stille im großen Saal. Und siehe da, EIN!! Gewinner ist zugegen, aus dem Nachbar Revier Kurtatsch. Nicht-Jäger, aber jagdlich interessiert so scheint es. Soweit, so gut. Nun hieß es abwarten, bis sich die übrigen Gewinner melden. Kein leichtes Unterfangen, es bedurfte doch einigen Recherchen, bis jedes einzelne Los mit dem dazugehörigen Gewinner ausfindig gemacht werden konnte!

Schließlich einigten wir uns auf einen Termin für die Bock Jagd in der Emilia Romagna, auch der Ansitz auf Schwarzwild musste geplant werden, sprich Vollmond Zeit wäre ideal! So starteten wir- Thomas, Peter, Martin, Michael und meine Wenigkeit Richtung Apennin, ein langgezogenes Seitental, teils bewaldet, teils Buschwerk, langgedehnte Wiesen und Felder sowie Obst- und Rebanlagen. Eine erwähnenswerte Besonderheit, das gesamte Gebiet ohne Empfangsmöglichkeit für Handys!!! Auch das gibt es noch auf dieser Welt!!   Bewusst wählte ich einen Freitag als Ankunftstag. Wie allgemein bekannt - „silenzio venatorio“ im übrigen Italien. So nutzten wir den ersten Abend zur Ausschau und einer kleinen „Bestandsaufnahme“ im knapp 1.000 Ha kleinen Revier. Unsere Wege waren hierfür gar nicht so weit. In S. Andrea- ein Revierteil mit ausgedehnten Wiesen und Weizenfeldern, unterbrochen von kleinen Waldstreifen wurden wir auch schon fündig. Neun Stücke konnten wir ansprechen, davon fünf Böcke. Auch die Spuren vom Schwarzwild waren recht vielversprechend. Auf dem Rückweg zu unserer Unterkunft, mittlerweile schon finster- konnten wir im Mondlicht weitere Stücke in den frisch gemähten Wiesen ansprechen. Nach einem reichhaltigen Abendessen besprachen wir unsere Aufteilung für den bevorstehenden Morgen. Um 3.45Uhr klingelte mein Wecker, von den Herren jedoch war kein Laut zu vernehmen! Also, ein radikaler Weckdienst war angesagt!! Und ab ins Revier!! In Kleingruppen auf unsere Posten! Aus der Ferne war auch schon bald ein Schuss zu vernehmen. Fragend sahen Martin und ich uns an.  Haben die anderen etwa schon Waidmannsheil? Wäre doch für mich als Begleiterin der Truppe  sehr wünschenswert gewesen.  Da wir ja keinen Empfang hatten, mussten wir unsere Neugier zwangsweise unterdrücken! Währenddessen trat aber auch bei uns das erste Stück aus. Ein Bock, DER Bock vom Vorabend, den wir uns vorgenommen hatten. Eine ziemliche Weile äste er vor uns in der Wiese, konnten wir ihn gut beobachten und bestaunen. Schließlich einigten sich unsere Blicke. Am Baum angestrichen lies ich meine 270WSM fliegen. Zwei Läufe in der Luft sah ich noch kurz im Glas, aber sonst  absolute Stille.   Wir beschlossen nicht gleich an das Wild anzutreten. Wollten wir doch einen weiteren Austritt eines Stückes nicht vertun. So spähten wir eine geraume Weile in alle Richtungen, ein Feldhase, zwei Fasanen und wohl auch Rehe traten aus. Jedoch waren es weibliche Stücke. So machten wir uns doch an den Bock in der Wiese. Ein passables Stück, keine aufregende Trophäe, aber gediegen für diese Gegend. Die rote Arbeit verrichtet machten wir uns auf den Weg zum vereinbarten Treffpunkt mit den Anderen. Dort angekommen -fragende Gesichter!  Keiner der Jagdfreunde ist zu Schuss gekommen. Es hat anscheinend einfach nie gepasst!! ? Im restlichen Italien ist die Hochstand Kultur, wie wir sie in unseren Revieren vorfinden und pflegen, nicht so gegeben. Wohl findet man einige provisorisch gezimmerte Sitze, fernab jedoch mit den unsrigen Hochständen zu vergleichen. Daher ist es unabdingbar auch frei zu schießen, bzw. mit einer selbst erdachten Auflage, oder eben ganz einfach angestrichen. Wir bringen meinen Bock in den Kühlraum und genehmigen uns ein ordentliches Frühstück. Den restlichen Tag verbringen wir als einfache Touristen in einem nahe gelegenen Dorf. Der Abend sollte vielversprechend werden!

Peter entschied sich für einen nächtlichen Ansitz auf Schwarzwild, Martin, Michael und Thomas`s Augen waren bockverhangen! Und ich war auch recht zuversichtlich. Michael bemängelte wiederum den Umstand von einer mangelnden Sitzvorrichtung. Folglich zog er zusammen mit Thomas, einigen Drahtfetzen, Seilstücken und Brettchen vorzeitig zu einem der Posten. Mit meinem Glas konnte ich aus sicherer Entfernung erspähen, wie sich die Beiden als Hochstandzimmerer erwiesen, nur der besprochene GUTE Bock war bei einem eventuellen Austritt aus ihrer Position- so nicht einsehbar! Na gut, des Jägers Glück…… Martin und ich hingegen machten uns wiederum in die besagte Wiesengegend. Das Wetter verhieß nichts Gutes, schwarze Gewitterwolken zogen auf, ein unbändiger Windsturm fegte uns sobald von unserem Ansitz. Wir sahen wohl einige Rehe, jedoch nur für kurze Momente jeweils. Zu wenig jedenfalls für ein ordentliches Ansprechen oder gar Schießen. Unsere Hoffnung verlagerte sich auf den darauffolgenden Morgen. So ein Hitzegewitter hat es doch in sich, besonders am Morgen danach! Am Treffpunkt angelangt fehlte jedoch Peter, unser Wildschweinjäger. Sollte heißen, er harrte aus. Hoffentlich waren die vereinbarten Lichtzeichen (mangels Handy Empfang, wie zu unserer Großväter Zeiten!) zu vernehmen. Michael und Martin hatten sehr wohl Anblick, ich konnte aber nicht genau eruieren, warum kein Schuss gefallen ist. Ihr Posten wäre eigentlich optimal bestückt gewesen…  Kannte ich Michael doch als erfahrenen, zuverlässigen Jäger...? Am Stützpunkt angekommen, Abendessen. Kurzzeitig machte ich mir doch Sorgen um Peter, alleine da draußen in der Pampa. So ließ ich auch seinen Standort nicht aus den Augen, bis gegen 22.30 Uhr schwache Lichtzeichen zu vernehmen waren. Sollte heißen, er will abgeholt werden. Mit Beute?... Also hinaus ins triefend nasse Revier, bewaffnet mit Bringseilen und Scheinwerfern. Sein Keuchen verriet uns alles! Schleppte er doch ein 59 kg schweres Keilerchen uns entgegen! Zusammen bargen wir das gute Stück den restlichen Weg bis in den Kühlraum.  Natürlich musste dieses unerwartete Waidmannsheil beweint und begossen werden! Jedoch wollten wir für den bevorstehenden Morgen gerüstet sein. Gesagt, getan: 3.45 Uhr Aufbruch. Ein wunderschöner Morgen leuchtete uns von den Hügeln entgegen. Klarer Himmel, vielversprechende Naturschauspiele. Und Martin´s Bock! Sein allererster Abschuss. Die Freude war groß, die Aufregung noch größer! Sehr gekonnt und weidmännisch erledigte er SEINE rote Arbeit!  Nach einer Weile verharrend, inmitten dieses erwachenden Tages machten wir uns auf den Weg zum Treffpunkt, optimistisch der Botschaft von Michael und Thomas. Hatten wir trotz unserer Aufregung doch einen Schuss vernommen. Beim Zusammentreffen wiederum fragende Gesichter. Sie hatten sehr wohl wiederum regen Anblick. Nach eingehender Befragung, Beratung… war es doch der letzte Ausgang, am Abend wollten wir doch schon wieder zu Hause sein…. Kurzum, so meinte Thomas: „ Für 60 gekaufte Lose müsste es schon ein ordentlicher Bock sein…!“

   Auch der Gewinner unseres Hauptpreises

..... eine Jagdreise nach Ungarn mit Abschuss von zwei Trophäenböcken, kostenloser Aufenthalt und Begleitung

konnte in der zweiten Julihälfte mit Erfolg eingelöst werden. Mein Jagdvermittler in Ungarn hat mir abermals ein großes Kompliment für unsere sehr kompetenten Jäger/innen – welche in den letzten Jahren seine Gäste sein durften- ausgesprochen. 

 

Waidmannsheil Luis!!

 

In diesem Sinne möchte ich mich – auch im Namen des Jagdrevieres Margreid- beim Webmaster Walter Prader  sehr herzlich für seine Unterstützung bedanken! 

 

                                                                              Bericht und Fotos: Margareth Morandell, Revier Margreid