Jagderlebnis 2017

Stelldichein mit einem Unbekannten

Meine Bemühungen einen Knopfbock den ich die letzten Apriltage immer wieder in Anblick hatte im Mai zu kriegen scheiterten kläglich. War er in den genannten Tagen immer mit einem Sechser und einer hochbeschlagenen Gaiß unterwegs wartete ich dann im Mai bei meinen unzähligen Ansitzen jedes Mal vergeblich auf den Knopfer.

Es verging keine Woche im Mai wo ich nicht zwei bis dreimal im Revier war um nach dem Gesuchten zu sehen, vergeblich als hätte er nie existiert. Zwischenzeitlich konnte ich ein Schmalreh erlegen worüber sich ein Bekannter freute in dessen Gefriertruhe das gute Stück landete.

Um den Knopfer zu kriegen vernachlässigte ich längere Zeit den etwa 1,5 ha großen neu aufgeforsteten Schlag im Revier. Bis in die letzten Maitage war ich immer noch auf der Suche nach dem Jährling als ich mich entschloss ihm seine Ruhe zu lassen und mich um den neu aufgeforsteten Schlag zu kümmern.

Das Wetter spielte in hervorragender Weise mit als ich mich am vorletzten Maitag am Ansitz im Schlag einrichtete. Ich hätte mit mehr Anblick gerechnet aber alles was sich mir bot war ein Hase, mehr war nicht drin, bis ich schon ans nach Hause gehen dachte schließlich war es beinahe 21 Uhr. Nachdem aber die Lichtverhältnisse noch mehr als ausreichend waren blieb ich noch weil Fuchs kann ja immer kommen. Und statt des Fuchses stand da plötzlich ein Sechser auf etwa 90m den ich nicht kannte. Da die Schonzeit erst übermorgen endete nahm ich mit Zeit den etwa 3-4 jährigen genau anzusprechen und hoffte das er sich am ersten Juli wieder ein Stelldichein gibt. Den letzten Tag im Mai ließ ich ihm seine Ruhe und blieb dem Revier fern um ihn nicht zu vergrämen und so begab ich mich am ersten Tag der Schusszeit voller Erwartung zum Ansitz. Gegen 18 Uhr war ich am kleinen Bodensitz eingetroffen und hatte mich dort eingerichtet um beim Ausziehen des Bockes bereit zu sein.

Eine Menge Singvögel vertrieben mir mit ihrem Gesang die Wartezeit als er plötzlich um halb acht mitten im Schlag stand und ich ihn nur mehr ins Absehen bringen brauchte. Ab und zu zupfte er an den jungen Bäumchen deren Triebe durch die Schutzgitter gewachsen waren die die jungen Setzlinge schützen sollten.

Viel Schaden richtete er nicht mehr den nach einem nochmaligen kurzen Ansprechen riss ihn das 10gr Geschoss meiner Mannlicher von den Läufen. Ein braver Sechser lag am Anschuss als ich dort ankam.

Waidmann´s Heil   

Bericht und Fotos: Hermann Großalber