Hegeabschuss

 

Für den heutigen Abend hatte ich wieder einmal den Bodensitz neben dem ehemaligen Bohrfeld gewählt. Vielleicht bekomme ich ja den Knopfbock den ich seit Anfang Mai vermisse nach langer Zeit wieder einmal in Anblick. Die Vegetation auf dieser Wiese ist geradezu ein Anziehungspunkt für die Rehe, saftiges Grün war dort seit der letzten Mahd am wachsen.

Mittlerweile hatte ich mich fertig am Ansitz eingerichtet und warte gespannt was heute wohl kommen mag. Büchse, Kamera und Spektiv liegen bereit und so warte ich als erstes auf den Gabler der dort seine Kreise zieht und vielleicht ein weiteres Stück zum ausziehen bewegen kann. An der steilen Böschung zur ehemaligen Station sah ich plötzlich ein Stück Rehwild bei der Äsung, konnte aber nicht erkennen ob es sich um Gaiß oder Bock handelt weil der Bewuchs dort stellenweise bis zu einem Meter hoch war.

Schlechte Karten für mich, so musste ich warten bis sich das Stück seine Äsung an einer weniger bewachsenen Stelle suchte. Endlich nach einer gefühlten Viertelstunde stand das vermeintliche "Schmalreh" endlich frei, um ganz sicher zu sein wollte ich noch einen Blick zwischen die Hinterläufe machen. Vom äußeren Erscheinungsbild war ich mir sicher das es sich um ein Schmalreh handelte. Wieder verging eine Ewigkeit bis sie sich endlich von hinten zeigte und ich Gewissheit hatte eine Schmale vor mir zu haben. Der Blick von hinten zeigte aber noch mehr, extremer Durchfall musste die Gaiß geplagt haben die Spuren an den Hinterläufen waren nicht zu übersehen. Und nicht nur das, auch den Gesamtzustand  empfand ich mittlerweile als eher abgekommen das sich schlussendlich auch bestätigte. Um das Gescheide das ich später untersuchen wollte nicht zu zerstören entschied ich mich das Stück mit einem Trägerschuss zu erlegen.

Auf ca. 90m trug ich schließlich dem Schmalreh die Kugel an, sie blieb am Anschuss in der steilen Böschung. Stark abgemagert brachte das Stück nur mehr 10kg auf die Waage. "Und da Knopfbock laft olm nu um"

 

 

Waidmann´s Heil                                                                Bericht u. Foto: Hermann Großalber