NEWSLETTER vom 5. Jänner 2017

  

Hegeschauen Termine

Bezirk                               Termin                   Offizieller Teil, Tag und Uhrzeit            Ort

Bozen              11. und 12. März          Samstag, 11. März          19 Uhr          Steinegg, Vereinshaus

Oberpustertal    18. und 19. März          Sonntag, 19. März          10 Uhr          Welsberg, Paul Troger-Haus

Vinschgau         18. und 19. März          Samstag, 18. März         18 Uhr          Schlanders, Kulturhaus

Bruneck            25. und 26. März          Sonntag, 26. März          10 Uhr          Percha, Vereinshaus

Unterland          25. und 26. März          Samstag, 25. März          19 Uhr          Altrei, Vereinshaus

Meran               1. und 2. April             Sonntag, 2. April             10 Uhr          Algund, Peter-Thalguter-Haus

Sterzing            1. und 2. April             Samstag, 1. April             19 Uhr          Wiesen, Festhalle

Brixen               8. und 9. April             Samstag, 8. April             19 Uhr          Barbian, Vereinshaus

 

Steinbock, Murmeltier, Steinmarder, Dachs – Wie geht’s weiter?

Die neue Durchführungsbestimmung zum Autonomiestatut ist in der Gazzetta Ufficiale Nr. 303 vom 29.12.2016 veröffentlicht worden und tritt am 13. Jänner 2017 in Kraft. Die Bestimmung ermöglicht es unserem Land, Wildarten, die auf Staatsebene nicht jagdbar sind, in Südtirol als jagdbar zu erklären. Das wird nicht in einem Wurf, sondern nur Stück für Stück möglich sein. Denn es sind einige wichtige Voraussetzungen zu schaffen und Gutachten einzuholen. Bei einem ersten Treffen mit den Verantwortlichen des Amtes für Jagd und Fischerei sind einige Etappenziele abgesteckt worden:

Der Steinbock erfreut sich in unserem Land guter Bestände. Es soll angestrebt werden, dass in den gefestigten Kolonien Stücke bejagt werden können. Gleichzeitig sollen aus diesen Kolonien Stücke eingefangen und in geeigneten Lebensräumen Südtirols ausgewildert werden, um neue Kolonien zu schaffen. Darauf wird das staatliche Institut ISPRA erwartungsgemäß bestehen, da in seinem Leitfaden für eine Bewirtschaftung von Schalenwildbeständen großer Wert darauf gelegt wird. Im selben Dokument sind weitere Bedingungen für eine Bejagung angeführt. Wir hoffen auf nicht allzu rigorose Auflagen von Seiten des ISPRA.

Steinbockkolonien, die in Grenzgebiet zur Schweiz und zu Österreich bestehen, sollen in besserer Abstimmung mit den betreffenden Ländern geschützt und jagdlich genutzt werden.

Murmeltiere sind bevorzugt in jenen Gebieten zu bejagen, wo sie Schäden anrichten. In einigen besonderen Fällen wird es angezeigt sein, die Murmeltiere von den Schadgebieten zu entfernen und zu vergrämen. Grundsätzlich soll die jagdliche Entnahme in tieferen Lagen erfolgen.

Zu Dachs und Steinmarder werden Untersuchungen über Dichte und Verbreitung dieser beiden Wildarten zu machen sein, denn ohne entsprechendes Zahlenmaterial ist kaum ein positives Gutachten des ISPRA zu erwarten.

Die Voraussetzungen, welche die Durchführungsbestimmung nennt, sind beachtlich und lauten zusammengefasst: Damit der Landeshauptmann eine Art, die auf staatlicher Ebene als nicht jagdbar eingestuft ist, in Südtirol als jagdbar erklären kann, muss zunächst die höhere Anstalt für Umweltschutz und Forschung in Rom (ISPRA) ein entsprechendes Gutachten abgeben. Überdies ist das Einvernehmen mit dem Umweltministerium zu suchen und das Landwirtschaftsministerium anzuhören.

Sobald diese Schritte erfolgt sind, kann der Landeshauptmann die Maßnahme vollziehen und die Wildart für einen begrenzten Zeitraum für jagdbar erklären. Dabei muss unter anderem Folgendes präzise festgelegt werden: die Anzahl der Tiere, die erlegt werden dürfen, die Jagdzeiten, die Gebiete, auf denen die Entnahme stattfinden kann, der Modus der Entnahme und einiges mehr.

Unabdingbare Voraussetzung dafür, dass eine Art als jagdbar eingestuft werden kann ist, dass sie sich in einem günstigen Erhaltungszustand gemäß FFH-Richtlinie der EU befindet.

  

Achtung auf Wildkrankheiten

Bei den Wildkrankheiten gibt es immer wieder Neuigkeiten, die Sorge bereiten.

 

Fuchsbandwurm im Wipptal

In den Revieren Ridnaun und Brenner ist kürzlich bei zwei zur Untersuchung eingesandten Füchsen der Fuchsbandwurm festgestellt worden. Der Parasit ist auch für den Menschen gefährlich. Bandwurmeier werden über den Kot befallener Füchse ausgeschieden. Falls sie über die Nahrung (zum Beispiel Beeren) oder über die Luft aufgenommen werden, entwickeln sich daraus im menschlichen Körper Finnen, die lange Zeit unentdeckt bleiben können. Wenn die Zysten aber immer größer und schließlich bemerkt werden, dann ist es für eine Behandlung oft schon zu spät. Aufklärung und weitere Untersuchungen erlegter oder tot aufgefundener Füchse werden notwendig sein. Der Fuchsbandwurm war in der Vergangenheit bereits in den Revieren Graun, Mühlbach, St. Lorenzen und Prags festgestellt worden.

 

FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis)

Die von Zecken übertragene Gehirnhautentzündung ist nun so stark verbreitet, dass eine gesundheitsbehördliche Empfehlung zur Impfung ausgegeben wurde, allerdings nur für Personen, die im betroffenen Gebiet (Unterland, Überetsch und Gemeinde Bozen) öfters im Wald unterwegs sind.

Die Arbeitgeber von Berufskategorien, die als Risikogruppe gelten, sind aufgefordert worden, ihre Angestellten entsprechend zu belehren und zur vorbeugenden Impfung aufzufordern.

Wir haben dies für die im genannten Gebiet tätigen Jagdaufseher bereits gemacht. Das Rundschreiben des territorialen Gesundheitsdienstes des Südtiroler Sanitätsbetriebs finden Sie auf unserer Website zum Download: http://www.jagdverband.it/de/aktuelles/newsletter-vom-5-j%C3%A4nner-2017/44-428.html

 

CWD (Chronic Wasting Disease)

Über diese neue Wildkrankheit haben wir bereits in der letzten Jägerzeitung kurz berichtet. Das Gesundheitsministerium hat einen Überwachungsplan der „Chronic Wasting Disease“ (Chronische Auszehrungserkrankung) angeordnet. Dieser Plan sieht vor, dass bis Ende Jänner 2017 Rotwild-Hirnproben gesammelt und untersucht werden. Der Amtsdirektor Dr. Luigi Spagnolli hat die hauptberuflichen Jagdaufseher ersucht, Proben von Rotwild zu entnehmen. Dr. Spagnolli schreibt: „Dabei soll wie folgt vorgegangen werden: Die Proben (Kopf ausschließlich von Unfallwild und Hegeabschüssen aufgrund offensichtlicher Krankheit) werden nach Rücksprache mit dem Amtstierarzt des Gebietes bei der vereinbarten Sammelstelle abgegeben; eine zwischenzeitliche Lagerung in gekühltem Zustand ist möglich, nicht aber tiefgefroren.
Für Fragen stehen die Tierärztliche Dienst und das Amt für Jagd und Fischerei zur Verfügung“.

  

Satzungsänderung

Die von der Generalversammlung der Revierleiter am 29.11.2016 beschlossene Satzungsänderung eröffnet die Möglichkeit, die Tätigkeit der gesamten im Südtiroler Jagdverband zusammengeschlossenen Jägerschaft, also auch die Aktivitäten der einzelnen Reviere, als „das Gemeinwesen fördernd“ einzustufen. Die Folge davon sind unter anderem steuerliche Erleichterungen und Absicherungen. Darüber wird in der nächsten Jägerzeitung näher berichtet, mit welcher auch die geänderte Satzung in Papierform den einzelnen Mitgliedern zugesandt wird. Einstweilen finden Sie den Text auf unserer Homepage: http://www.jagdverband.it/de/service/downloads/37-0.html

 

Wntersportveranstaltungen

Am 28. Jänner 2017 findet der 18. Jägerbiathlon in Ridnaun statt. Weitere Infos finden Sie hier: http://www.jagdverband.it/de/aktuelles/revierveranstaltungen-und-sport-2017/54-406.html

Weitere Sportveranstaltungen:

04. Februar 2017           34. Jägerrodeln in Jaufental (www.jagd-jaufental.org)

18. Februar 2017           Wintersporttag der Südtiroler Jägerinnen und Jäger in Mals (für Infos: www.jagdverband.it)

 

 

Versicherungen 2017

Die Prämien für die Versicherungspolizzen 2017 sind unverändert und lauten wie folgt:

                                                       NORMAL                       SILVER                         GOLD

Versicherung ohne Hund                    64,00 €                         76,00 €                        101,00 €

Versicherung mit Hund                          ----                          91,00 €                        122,00 €

Versicherung für Jagdaufseher              ----                            84,00 €                        120,00 €

 

Räudereport

Ein Seuchenjahr im wahrsten Sinne des Wortes musste in den Revieren Luttach-Weißenbach, Sand, Mühlwald und Lappach hingenommen werden. Die Gamsräude befiel dort die Bestände mit unerbittlicher Härte. Im Spätherbst wurde fast täglich ein Räudefall bekannt. Die Meldungen der Jagdaufseher lassen bereits einen ersten Überblick zu. Allein in den Jagdrevieren Sand, Luttach, Mühlwald und Lappach wurden im vergangen Jahr ca. 80 Räudefälle bekannt. Hinzu kommen vier räudige Stück Steinwild. Mittlerweile hat die Seuche auch die Gamsbestände in den Pfunderer Bergen erfasst. Aus den Revieren Pfunders, Mühlbach und Terenten meldeten die Jagdaufseher erste Krankheitsfälle.

Auch aus dem Gadertal wurden vermehrt Räudefälle gemeldet. Ein kompletter Überblick wird baldmöglichst veröffentlicht.

 

Ich wünsche allen Beziehern der Newsletter ein erfolgreiches neues Jahr und Weidmannsheil

  

Berthold Marx – Landesjägermeister