NEWSLETTER vom 23. Februar 2016

 

Jagd und Autonomie

Unsere Bemühungen um mehr Autonomie in der Jagd gehen weiter. Die in der Zwölferkommission ausgehandelten Durchführungsbestimmungen zum Autonomiestatut sind aber noch nicht unter Dach und Fach. Der Text muss noch durch den Ministerrat, um dann vom Staatspräsidenten erlassen werden zu können. Ganz offensichtlich haben sich jagd- und autonomiefeindliche Kräfte formiert, um die endgültige Verabschiedung zu verhindern. Unsere zuständigen Landespolitiker und die Parlamentarier in Rom sind aber zuversichtlich, dass die neuen Durchführungsbestimmungen zum Autonomiestatut, die Jagd betreffend, zu einem guten Abschluss kommen.

 

Neuausrichtung Nationalpark

Wie in der Presse bereits zu lesen war, hat die Landesregierung beschlossen, den Nationalpark Stilfser Joch über ein eigenes Amt zu verwalten. Das Amt soll 23 Mitarbeiter umfassen, der Sitz des Amtes bleibt weiterhin in Glurns.
Was den technischen Teil betrifft, berät eine Arbeitsgruppe zurzeit über die künftige strategische Ausrichtung des Parks. Verschiedenste Modelle wurden bereits beleuchtet. Ich vertrete die Südtiroler Jägerschaft bei dieser Arbeitsgruppe. Bereits bei der ersten Zusammenkunft sind die Besonderheiten des Nationalparks Stilfser Joch hervorgestrichen worden. Eine dieser Besonderheiten ist der Siedlungsraum, welcher innerhalb der Parkgrenzen liegt. Ein Ziel der künftigen Ausrichtung des Parks muss sein, die Zustimmung zum Park bei der ansässigen Bevölkerung zu verbessern. Das kann auch über gesteigerte Wertschöpfungsmöglichkeiten innerhalb der Parkgrenzen erreicht werden. Auch eine Zonierung im Sinne internationaler Richtlinien ist bereits andiskutiert worden. Dies würde die Akzeptanz bei der im Park ansässigen Bevölkerung und vor allem bei den Grundbesitzern sicher steigern.

 

Natura 2000-Gebiete: Landesregierung schließt Ausweisung ab

Mit der Flora-Fauna-Habitat Richtlinie der EU vom Mai 1992 wurden die Mitgliedsstaaten verpflichtet, Natura 2000-Schutzgebiete für den Schutz von Arten und Lebensräumen von gemeinschaftlicher Bedeutung auszuweisen. Laut FFH- Richtlinie mussten die Mitgliedsstaaten, bzw. in unserem Fall das Land Südtirol, zunächst geeignete Flächen als Gebiete von Gemeinschaftlicher Bedeutung (GGB) einstufen. Dies ist in Südtirol bereits vor der Jahrtausendwende geschehen. Eigentlich hätten die als Gebiete von Gemeinschaftlicher Bedeutung (GGB) ausgewiesenen Flächen innerhalb von sechs Jahren in so genannte Besondere Schutzgebiete (BSG) umgewandelt werden müssen. Weil staatsweit in mehreren Gebieten diese Zeitspanne erheblich überschritten worden ist, hat die EU- Kommission ein Vertragsverletzungsverfahren eröffnet. Auch Südtirol war in der Umwandlung säumig, weshalb die Landesregierung vor wenigen Tagen das hierfür vorgesehene Umwandlungsverfahren eingeleitet hat. Das Dekret der Landesregierung Nr. 39/2016 sieht vor, dass 35 Gebiete Gemeinschaftlicher Bedeutung (GGB) in Besondere Schutzgebiete (BSG) umgewandelt werden. Das Dekret der Landesregierung sowie die Liste der relevanten Gebiete ist unter folgendem Link abrufbar:

http://www.provinz.bz.it/natur-raum/download/Beschlusse_2016-39_GGB-BSG.pdf

 

Trophäenschauen

Die Trophäenschauen stehen vor der Tür. Zu Eurer Erinnerung nochmals die Daten.

Bezirk

Termin

Offizieller Teil

Ort

Meran

Sa 5. und So 6. März

So 6. März – 10 Uhr

Algund, Peter-Thalguter-Haus

Bozen

Sa 5. und So 6. März

Sa 5. März – 19 Uhr

Jenesien, Mehrzwecksaal

Sterzing

Sa 12. und So 13. März

Sa 12. März – 19 Uhr

Wiesen, Festhalle

Oberpustertal

Sa 19. und So 20. März

So 20. März – 10 Uhr

Innichen, Josef-Resch-Haus

Vinschgau

Sa 19. und So 20. März

Sa 19. März – 18 Uhr

Schlanders, Kulturhaus

Bruneck

Sa 2. und So 3. April

So 3. April –  10 Uhr

Percha, Vereinshaus

Unterland

Sa 2. und So 3. April

Sa 2. April

Margreid, Vereinshaus

Brixen

Sa 9. Und So 10. April

Sa 9. April – 19 Uhr

Feldthurns, Schloss Feldthurns

 

In einigen Bezirken werden mit Sicherheit neue Akzente gesetzt. In Sterzing will Bezirksjägermeister Franz Plattner die Bemühungen der Jägerschaft um die Hühnervögel und das Steinwild hervorheben.

In Bruneck wird unser Mitarbeiter Benedikt Terzer über die Jagd und Autonomie reden, im Vinschgau wird ein Film über die Wildtiere im Nationalpark angeboten, und auch in den anderen Bezirken wird es an Bemühungen um eine interessante Veranstaltung nicht fehlen.

Der neue FACE-Präsident Dr. Michl Ebner hat angekündigt, dass er bei der einen oder anderen Hegeschau anwesend sein wird und dabei über aktuelle jagdliche Entwicklungen auf europäischer Ebene berichten wird.

 

Versicherungsleistungen wichtig

Ein großer Schritt ist dem italienischen Jagdverband FIDC in Zusammenhang mit der Erhöhung der Versicherungsleistungen gelungen. Bei der Goldpolizze sind die maximalen Garantiesummen für die Haftpflicht von € 3.000.000 auf € 5.000.000 angehoben worden, ohne Limitierung pro Person. Es sind in früheren Jahren bereits Fälle bekannt geworden, wo die damals gültigen Garantiesummen nicht genügten. Und in diesem Fall wird dann auf das Eigentum des Unfallverursachers zurückgegriffen. Das muss nach Möglichkeit verhindert werden. Deshalb empfehle ich unseren Jägerinnen und Jägern, sich bei der Wahl der Versicherung nicht nach den niedrigen Prämien zu orientieren, sondern nach der bestmöglichen Absicherung. Es sei an dieser Stelle auch darauf hingewiesen, dass man über die Versicherung Ariscom Mitglied des italienischen Jagdverbandes wird, welcher die Interessenvertretung der Jägerinnen und Jäger in unserem Sinne garantiert. Es gibt nämlich Kräfte, die Jagd mehr und mehr zu privatisieren, was nie und nimmer Ziel und Absicht unseres sozialen Jagdsystems sein kann.

 

Übernahme Jagdaufsicht

Mehrere Reviere haben ihren Wunsch bekräftigt, die Jagdaufseher über die Verbandszentrale anstellen und besolden zu lassen. Die Vorbereitungen sind im Gange. Es wird sicherlich also einige Pilotprojekte geben, und wir werden sehen, wie das Ganze funktioniert. Mein Wunsch wäre es, auf diese Weise einerseits für die Reviere mehr Sicherheit und eine Arbeits- und Kostenerleichterung zu erwirken, zum anderen die Jagdaufseher zu motivieren und ihnen die bessere Möglichkeit zur gegenseitigen Unterstützung und Zusammenarbeit zu bieten.

 

Rechtsfragen nehmen zu

Dass wir in einer neuen Zeit leben, ist uns allen bewusst. Ich jedenfalls verspüre es ganz deutlich, dass unsere Leute mehr Rechtssicherheit haben wollen und auch vieles, was bislang wie selbstverständlich galt, infrage stellen. Wir sind im Büro täglich mit Anfragen zu Rechtsangelegenheiten befasst. Unser neuer Mitarbeiter, Jurist Dr. Benedikt Terzer, kommt in der Beantwortung der Anliegen kaum nach, und ich sehe, dass seine Einstellung unbedingt notwendig war. Es gilt, Zweifelsfälle zu klären oder Klärungen herbeizuführen. Und das hilft uns dann für die Zukunft in ähnlich gelagerten Fällen.

 

Sonstige Termine

25. bis 28. Februar 2016     Messe „Die Hohe Jagd und Fischerei“, Messezentrum Salzburg

5. März 2016                    6. Internationaler Jägerinnen Alpin-Biathlon, Kitzbühel

1. bis 3. April 2016             Messe „Caccia, Pesca, Ambiente“, Riva del Garda

 

                    

Liebe Bezieher der Newsletter, ich danke Euch für Euren Einsatz für unser Wild, für unsere Jagd, und grüße Euch mit einem herzlichen

 

Weidmannsheil

 

Berthold Marx – Landesjägermeister