NEWSLETTER vom 3. November 2016

 

 

Jagdaufseher-Lehrgang ausgeschrieben

Ein halbes Dutzend Jagdaufseher-Stellen sind momentan nicht besetzt. Im Laufe eines Jahres werden noch einmal einige Aufseher das Pensionsalter erreichen. Das war Grund genug, einen neuen Lehrgang auszuschreiben. Diesmal ist der Zugang zum Kurs etwas genauer geregelt als in der Vergangenheit. Die Kandidaten müssen einen Test bestehen. Auch ein Zweisprachigkeitsnachweis wird verlangt. Auf diese Weise soll erreicht werden, dass die einzelnen Kursteilnehmer bereits vergleichbare Kenntnisse besitzen. Dies wiederum lässt erwarten, dass das Anforderungsprofil an die Berufsjäger gesteigert werden kann. Die genauen Zugangsvoraussetzungen sind hier zu finden: http://www.jagdverband.it/de/aktuelles/jagdaufseher-lehrgang-ausgeschrieben/44-403.html

 

Gamswildsymposium in Kufstein

Es war die erste Veranstaltung dieser Art, und gleich schon ein großer Erfolg. Auf Initiative des Tiroler Jägerverbandes unter Landesjägermeister DI Anton Larcher veranstalteten die drei Länder Tirol, Bayern und Südtirol eine Fachtagung. Sie stand unter Schirmherrschaft der FACE. An zwei Tagen wurde referiert und diskutiert. „Heimatwild Alpengams nachhaltig erhalten“ – das war das Thema der Tagung. Die Referenten kamen aus den Ländern Österreich, Deutschland, Italien und der Schweiz. Am zweiten Tag wurden Workshops gebildet. Jeder Interessierte konnte sich dazu anmelden.

Für die Verabschiedung eines Schlussdokumentes fehlte die Zeit. Die Workshop-Leiter sollen sich noch einmal treffen und die Ergebnisse zusammenfassen, schlug Landesjägermeister Toni Larcher am Ende vor.

Aus unserem Land nahmen an der Tagung teil: Landesrat Arnold Schuler, FACE-Präsident Dr. Michl Ebner, Dr. Andreas Agreiter, Gottfried Hopfgartner, Heinrich Aukenthaler, Dr. Benedikt Terzer, Karoline Wieland, Bernhard Überbacher, Peter Thun, Jonathan Pasqualini.

 

Digitale Abschuss-Datenbank bewährt sich

Es freut mich sehr, dass die Abschussdatenbank von mittlerweile gut 110 Revieren genutzt wird. Für das laufende Jahr sind bereits knapp 8.000 Einträge registriert worden. Wir versuchen, die Datenbank weiterzuentwickeln und zu verbessern. So wird es bald möglich sein, die Abschüsse und das Fallwild in einer Karte einzutragen – eine Neuerung, die von zahlreichen Revierleitern angeregt worden war.

Diese Kartierung soll in erster Linie den Revieren eine noch bessere Übersicht über die Jagdtätigkeit und die Verteilung der Abschüsse geben. Dabei wird es den Revieren freigestellt sein, ob sie dieses Angebot nutzen möchten oder nicht. Der Verortung der Abschüsse wird in Zukunft eine immer stärkere Bedeutung zukommen, das zeigen auch die Auflagen aus dem diesjährigen Sonderdekret zum Fuchsabschuss. Um den immer strenger werdenden Auflagen des ISPRA nachzukommen, ist es wichtig, über aussagekräftiges und digitalisiertes Datenmaterial zu verfügen.

Im Zuge des Gamssymposiums in Kufstein ist angeregt worden, über ein Interreg-Projekt unsere Daten und die unserer Nachbarländer auswerten zu lassen. In einigen Ländern des Alpenbogens werden die Abschüsse nur dürftig registriert. In Bayern und Tirol etwa wird das Alter der erlegten Gamsen nicht genau festgehalten, sondern lediglich die Klasse. Hier sind wir bereits ein gutes Stück voraus. Verbessern kann man sich aber immer, und ich rechne mit interessanten Ergebnissen, wenn erst einmal genaue Auswertungen unseres Datenmaterials vorliegen.

  

Satzungsänderung nimmt Fahrt auf

Seit Jahren wird überlegt, wie die Satzung des Südtiroler Jagdverbandes verbessert werden könnte. Drei wesentliche Ziele sollen damit erreicht werden:

-         Die Eintragung des Vereins als Vereinigung zur Förderung des Gemeinwesens

-         Die statutarische Absicherung von Reviergemeinschaften

-         Eine Erneuerung des Wahlmodus

Die Arbeiten zur Statutenerneuerung hatten bereits in der letzten Verwaltungsperiode begonnen. Dabei holten wir uns fachlichen Rat bei Personen, die sich im Vereinsrecht auskennen. Jetzt werden die Vorschläge, die im Laufe der Jahre immer wieder im Landesjagdausschuss behandelt wurden, den Revierleitern der einzelnen Bezirke vorgestellt und gleichzeitig werden Vorschläge und Anregungen eingeholt. Auf diese Weise sollen mehrheitsfähige Vorschläge gefunden werden, die dann auch von der Generalversammlung der Revierleiter genehmigt werden.

Oberstes Ziel, das habe ich schon ganz am Anfang meines Auftrages gesagt, ist es, den Revieren mehr Sicherheit zu geben.

  

Wald und Wild in der Schule

„Auf den Spuren der Tiere in Südtirol“, unter diesem Titel fand in Weißenstein eine Projektwoche für Grundschüler statt. Der Verein der Jagdhundefreunde bietet schon seit Jahren solche Wochen an. Heuer hatte sich die Grundschule Aldein angemeldet. Die Schüler wurden jeweils an Vormittagen von verschiedenen Personen geführt, und zum Schluss erhielt dann jede Schülerin/jeder Schüler ein Diplom ausgehändigt.

Dem Präsidenten der Jagdhundefreunde-Vereinigung Diego Penner sei an dieser Stelle gedankt. Als Referenten/Gruppenbegleiter wirkten mit: Bruno Ruedl, Luciano Scacchetti, Heinrich Aukenthaler, Benedikt Terzer, Lorenz Heinisch, Wilhelm Franzelin, Herbert Gurndin, Lena Schober, Lothar Gerstgrasser.

 

 

Hoher Wert der Jagd in Europa

In Europa gibt es sieben Millionen Jäger. Erhebungen zum Konsumverhalten der europäischen Jäger haben ergeben, dass jährlich ca. 16 Milliarden Euro in Umlauf gebracht werden. Diese Summe enthält Spesen für Jagdlizenzen, Pachten, Ausrüstung sowie für Gewehre und Munition oder Fahrtspesen. Diese Zahlen präsentierte der Dachverband der Europäischen Jagdverbände FACE Ende September bei einer Konferenz am Europäischen Parlament.

Eine vorsichtige Schätzung, wie FACE Präsident Michl Ebner meint. Zunächst werden diesbezügliche Daten in den einzelnen Ländern nicht einheitlich erfasst. Spätestens dann, wenn man jene Leistungen berücksichtigt, die die Jägerschaft europaweit zu Gunsten der Wildlebensräume, der Wildschadensvorbeugung und des Wildbestands-Monitorings erbringt, ist der Wirtschaftsfaktor Jagd wesentlich höher zu bewerten, ist Ebner überzeugt. Er drängt daher die Europäische Kommission, das europäische Zentralamt EUROSTAT mit der regelmäßigen Erfassung der wirtschaftlichen Bedeutung der Jagd als EU-Indikator für nachhaltige Nutzung im Sinne der Biodiversitätskonvention zu beauftragen.

 

Lawinenseminar in Sterzing

Am Samstag, 19. November mit Beginn um 19 Uhr findet in Sterzing ein Lawinenseminar statt. Es wird vom Bergrettungsdienst Sterzing organisiert. Das Seminar ist für alle interessant, die abseits der gesicherten Pisten unterwegs sind. Damit sind auch die Jäger angesprochen. Nähere Angaben zum Seminar sind unter www.jagdverband.it/de/aktuelles/sterzinger-lawinenseminar/54-408.html  oder www.bergrettung-sterzing.org/lawinenseminar2016.html zu finden.

 

Ein schöner Herbst war uns bisher beschieden. Möge auch der November allen Leserinnen und Lesern der Newsletter Freude an der Natur bringen.

 

Das wünscht mit einem herzlichen

 

Weidmannsheil

 

Berthold Marx – Landesjägermeister