NEWSLETTER vom 11. Dezember 2015

 

Nationalpark Stilfser Joch: Verwaltung geht an Land über

Am vergangenen 3. Dezember hat der Ministerrat in Rom eine Durchführungsbestimmung zum Autonomiestatut verabschiedet, die es Südtirol künftig ermöglicht, seinen Flächenanteil am Nationalpark Stilfser Joch eigenständig zu verwalten. Der seit Langem angestrebten autonomen Verwaltung des eigenen Flächenanteils waren jahrelange zähe Verhandlungen vorausgegangen.

Bisher hatte sich das Land lediglich an den Führungskosten des Nationalparks beteiligt, ohne aber selbst über dessen Geschicke entscheiden zu können. Mit dem Übergang der Verwaltung an die Länder Südtirol und Trentino sowie an die Region Lombardei soll sich dies nun ändern. Grünes Licht kommt indes auch aus der Lombardei: Am 10. Dezember hat die Region Lombardei das Regionalgesetz zur Übernahme der Verwaltung des eigenen Flächenanteils angenommen.

Damit die neue Durchführungsbestimmung zum Autonomiestatut in Kraft treten kann, muss sie noch vom Staatspräsidenten in Form eines gesetzesvertretenden Dekrets erlassen und im Amtsblatt der Republik kundgemacht werden. 

 

Südtiroler Jagdverband und FACE: NEIN zu Verschärfung der EU-Feuerwaffenrichtlinie

Die Europäische Kommission peilt als Antwort auf die Terroranschläge vom vergangenen 13. November in Paris eine Verschärfung der EU-Feuerwaffenrichtlinie an. Der Vorschlag der EU-Kommission vom 18. November 2015 sieht eine Reihe von Einschränkungen und Verboten vor, die sich allesamt auf die Legalwaffenbesitzer auswirken; unter anderem sollen bestimmte Waffen verboten und die private Veräußerung legal erworbener Feuerwaffen unter Einsatz von Fernkommunikationsmitteln untersagt werden.

Der Südtiroler Jagdverband und die europäische Dachorganisation aller Jagdverbände (FACE) haben in Schreiben an die EU-Kommission und an EU-Parlamentarier darauf hingewiesen, dass die Verschärfung der EU-Feuerwaffenrichtlinie keineswegs dem Terrorismus sowie dem illegalen Handel mit Waffen Einhalt gebietet. Im Gegenteil, die geplanten Verschärfungen bestrafen in erster Linie unbescholtene Bürger, zumal Terroristen ohnehin keine Möglichkeit haben, rechtmäßig Feuerwaffen zu erwerben. Die Erfahrung zeigt, dass Terroristen ausschließlich Waffen verwenden, die sie auf den Schwarzmärkten in- und außerhalb der EU erwerben. Strengere Auflagen für unbescholtene Waffenbesitzer gehen somit eindeutig in die falsche Richtung. 

 

Jungjäger – Über die Jagd nachdenken

Ein neuer Weg wurde bei der schlichten Feier für Jungjäger am 9. Dezember eingeschlagen. Die Jagdbehörde bot den Absolventinnen und Absolventen der Jägerprüfung einen Vortrag an, den der Wildbiologe und Jagdkenner Paolo Molinari in der Forstschule Latemar hielt.

Molinari forderte in seinem einstündigen Referat von der Jägerschaft ein Überdenken herkömmlicher Einstellungen und von den Jungjägern eine klare Haltung: „Im Mittelpunkt der Jagd sollen Ziele wie Erhaltung der Lebensräume und der Wildbestände stehen. Die Jagd ohne Ehrfurcht vor dem Lebewesen, ohne ethisch korrekte Einstellung, ist nicht zukunftsfähig“, meinte der Wildbiologe. Seine Aussagen verdienen es, verbreitet zu werden. Das werden wir über die Jägerzeitung tun.

Auch Landesrat Arnold Schuler ergriff das Wort: „Die Jagdausübung ist Verantwortung und Auftrag, Jäger sind Naturexperten und Naturschützer und Partner der Land- und Forstwirtschaft. Dies gilt es nach außen zu vermitteln, um eine positive Stimmung der Jagd gegenüber zu erzeugen.“

  

Amtsdirektorenposten ausgeschrieben

Der Wettbewerb für die Besetzung des Direktorenpostens im Amt für Jagd und Fischerei ist im Oktober ausgeschrieben worden. Bis Ende der Ausschreibungsfrist am 25. November sind ein gutes Dutzend Bewerbungen bei der Landesverwaltung eingegangen. 

 

Buch über jagdliche Autonomie

Demnächst erscheint ein Buch über die Südtiroler Autonomie im Bereich der Jagd. Das Buch stellt ein Novum dar, wird doch erstmals die Gesetzgebungskompetenz Südtirols im Jagdsektor in juridischer Hinsicht aufgearbeitet.

Der Jurist Benedikt Terzer stellt auf über 180 Seiten alle wesentlichen Inhalte der Südtiroler Jagdautonomie dar. Auf die verfassungsrechtlichen und unionsrechtlichen Grundlagen aufbauend, werden zentrale Aspekte der Jagdautonomie, wie etwa die Festlegung der jagdbaren Arten und der Jagdzeiten sowie die Regulierung der Wildtierfauna behandelt.

Der Autor erklärt unter anderem, weshalb das Land Südtirol zum Beispiel die seltene Feldlerche für jagdbar erklären dürfte, während Arten, die zahlreich vorkommen, wie Murmeltier oder Steinmarder, nicht bejagt werden dürfen. Ein rechtsvergleichender Teil sowie Ausblicke in die Zukunft runden die Neuerscheinung ab.

Das Buch erscheint im Athesia- Verlag und richtet sich in erster Linie an interessierte Bürger, Jäger, Studierende und Rechtsanwender. Eine offizielle Vorstellung wird im Jänner erfolgen. 

 

Wintersporttag

Den Landeswintersporttag 2016 veranstaltet das Revier Welschnofen. Der Bewerb findet am 23. Jänner 2016 auf dem Karerpass statt. Die Details werden noch bekannt gegeben und sind im Laufe der nächsten Woche unter wintersport.jagdverband.it abrufbar.

 

 

Jägerbiathlon

Der Jägerbiathlon in Ridnaun findet am 30. Januar 2016 statt. Näheres unter www.jaegerbiathlon.it  

 

Weihnachtsgrüße

Liebe Revierleiter, Leserinnen und Leser, die Weihnachtszeit ist nicht mehr weit. Ich wünsche Euch schöne und friedliche Feiertage, danke Euch für alles, was Ihr für Wild, Jagd und für unsere Gemeinschaft jahrein, jahraus leistet und

 

grüße Euch herzlich mit Weidmannsheil

 

Berthold Marx – Landesjägermeister

 

Diesen Newsletter erhalten alle Revierleiter und ferner alle Interessierten, die darum angefragt haben.

  BITTE SCHICKEN SIE MIR DAS RUNDSCHREIBEN DES  SÜDTIROLER JAGDVERBANDES