NEWSLETTER vom 5. November 2015

 

Natura-2000-Gebiete und Jagd

Ende Oktober fand am Ritten eine gut besuchte internationale Tagung zum Thema Natura-2000-Gebiete und Jagd statt. Eines der Hauptreferate bei der Tagung hielt der Generalsekretär des Zusammenschlusses der europäischen Jagdverbände (FACE) Filippo Segato. Er unterstrich, dass nicht die EU die einschränkenden Bestimmungen erlässt, sondern dass die Einzelstaaten die europäischen Richtlinien recht unterschiedlich und manchmal einschränkend umsetzen. Ein Extrembeispiel ist Holland, wo in den Natura-2000-Gebieten nicht gejagt werden darf.

Die Jagd ist jedenfalls in den Natura-2000-Gebieten von der EU her nicht verboten. Allerdings müssen für besonders gefährdete Arten auch besondere Schutzmaßnahmen ergriffen werden. Das Treffen am Ritten wurde von den Delegationen der Jagdverbände des Alpenraums auch dazu genutzt, den neuen Präsidenten der FACE Michl Ebner in seinem Amt zu beglückwünschen.

 

Waffenpass-Angelegenheit: Achtung auf Fristen

In den letzten Wochen haben sich vermehrt Jäger bei uns gemeldet, die von der Quästur die Mitteilung erhalten haben, dass ihr Waffenpass voraussichtlich nicht verlängert wird. Wer eine derartige Mitteilung erhält, sollte unbedingt von seinem Recht, einen Schriftsatz zu hinterlegen, Gebrauch machen. Betroffene Jäger erhalten in der Geschäftsstelle des Südtiroler Jagdverbandes (Sachbearbeiter ist Benedikt Terzer) eine Hilfestellung beim Verfassen des Schriftsatzes.

Achtung: Die Frist für das Einreichen des Schriftsatzes beträgt lediglich 10 Tage ab Erhalt der Mitteilung der Quästur.

 

Sonderdekrete Murmeltiere – Einlassung

Bekanntlich wurde auch in diesem Jahr der behördlich angeordnete Abschuss von Murmeltieren von der Liga gegen Tierversuche (LAV) vor dem Verwaltungsgericht angefochten. Heuer war neben dem Gutachten der Wildbeobachtungsstelle auch das Gutachten des höchsten staatlichen Forschungsinstituts in Jagd- und Umweltfragen (ISPRA) eingeholt worden. Obwohl auch das ISPRA in seinem Gutachten die Bestandsverträglichkeit der Murmeltierentnahmen bescheinigt und der geplanten Entnahme zugestimmt hatte, gab das Verwaltungsgericht Bozen dem Antrag des LAV auf Aussetzung des Dekrets statt. Deshalb blieb das Dekret des Landesrates für Forstwirtschaft zur Entnahme von Murmeltieren nur gut eine Woche in Kraft.

Als Südtiroler Jagdverband haben wir uns in das Verfahren vor dem Verwaltungsgericht Bozen eingelassen, um das Gericht von der Rechtmäßigkeit des Dekretes zur Entnahme der Murmeltiere zu überzeugen. Unser Ziel lautet, mehr Rechtssicherheit in unserem Umgang mit den Wildtieren zu erreichen und die Maßnahmen des zuständigen Landesrates Arnold Schuler im Interesse der Landwirtschaft und Jagd zu unterstützen. Der Termin der Gerichtsverhandlung wird demnächst bekanntgegeben.

 

Digitale Datenbank aktiv

Die von der Geschäftsstelle eingerichtete digitale Datenbank für die Abschuss- und Fallwildlisten ist seit einiger Zeit aktiv. Ziel ist es, die rund 15.000 Schalenwildabschüsse und die rund 700 Hühnervogelabschüsse digital festzuhalten, damit sie auch schnell ausgewertet werden können. Bis Ende Oktober 2015 waren mehr als 5000 Datensätze aus dem heurigen Jagdjahr eingetragen und abrufbar, darunter auch 550 Stück Fallwild oder Fälle von Straßenunfällen.

 

Wildunfälle besorgniserregend

Von Jänner 2012 bis Ende Dezember 2014 wurden in Südtirol fast 2400 Wildunfälle auf Straßen registriert.

 

Für 2014 lauten die Zahlen wie folgt:

 

Wildunfälle 2014

Reh

Rotwild

gesamt

Bezirk Bozen

187

5

192

Bezirk Brixen

145

11

156

Bezirk Bruneck

100

7

107

Bezirk Meran

67

19

86

Bezirk Oberpustertal

60

11

71

Bezirk Sterzing

51

12

63

Bezirk Unterland

37

2

39

Bezirk Vinschgau

39

23

62

Gesamt

686

90

776

 

Zusammen mit einigen Gemeinden sind wir bemüht, bessere Vorbeugemaßnahmen gegen Wildunfälle umzusetzen. Erste Gespräche haben bereits stattgefunden.

  

Analyse Hirschbestand

Ein Ziel der Abschussplanung und -umsetzung ist es, möglich naturnah zusammengesetzte Bestände zu erreichen. Das fordern die Wildbiologen, das ist auch den Jägerinnen und Jägern recht. Dass mit einem hohen Jagddruck der Altersdurchschnitt sinkt, liegt auf der Hand. Besonders beim Rotwild sollte laut Meinung von Fachleuten erreicht werden, dass genügend alte Hirsche im Bestand sind. Einer Auswertung der Abschussergebnisse der vergangenen zehn Jahre zufolge finden sich die meisten älteren Hirsche im Mittelvinschgau zwischen den Jagdrevieren Laas und Schnals. Hier sind auch die Rotwilddichten am höchsten. Im Mittelvinschgau sind vier von zehn erlegten Trophäenhirschen älter als sieben Jahre und jeder zehnte ist älter als zehn Jahre.

Im Landesdurchschnitt gibt es bei den Hirschen folgende Altersklassenverteilung:

Jährlingshirsche

34 %

Zweijährige Hirsche

12 %

Drei-bis vierjährige Hirsche

24 %

Fünf-bis sechsjährige Hirsche

16 %

Sieben- bis neunjährige Hirsche

11 %

Zehn- und mehrjährige Hirsche

  3 %

Insgesamt wurden 2014 1062 Hirsche erlegt.

 

Personal: Umstrukturierung

Mit Jahresende geht ein weiterer Verbandsjagdaufseher in Pension, dessen Stelle nicht nachbesetzt werden wird. Bereits bei der letzten Pensionierung eines Verbandsjagdaufsehers im Juni 2013 ist dies so gehandhabt worden. Das Zuständigkeitsgebiet wurde von anderen Verbandsjagdaufsehern übernommen.

Im Gegenzug und um den allgemeinen Erfordernissen entsprechen zu können, haben wir, wie bereits angekündigt, den Juristen Benedikt Terzer als Direktionsassistenten angestellt. Er kümmert sich vor allem um rechtliche Angelegenheiten. Terzer ist vom Studium her Experte für Autonomiebestimmungen und juridische Verwaltungsfragen.

 

Rekurse um Rekurse

Derzeit kann von einer regelrechten Rekursflut gesprochen werden. Neben Rekursen von außerhalb nehmen auch die Rekurse aus den eigenen Reihen zu. Unsere Geschäftsstelle wird sich für die Wahrung der Interessen der Reviere sowie der eigenen Mitglieder einsetzen.

 

Ergebnisse Jägerprüfung

Den theoretischen Teil der Jägerprüfung bestanden bei der Herbstsession 69 von 102 angetretenen Kandidatinnen und Kandidaten. Damit lag die Erfolgsquote bei 67 %. Im Frühjahr 2015 hatten 72 % den Prüfungsteil Theorie geschafft. Verglichen mit den letzten Jahren scheint die Jägerprüfung etwas schwieriger geworden zu sein, zumindest was den theoretischen Teil betrifft. Im Jahr 2010 und 2011 kamen bei der Theorie jeweils 80 % durch, im Jahr 2012 84 %, und im Jahr 2013 86 %.

Die neue Kommission ist seit dem Frühjahr 2014 eingesetzt.

Die nächsten Schießprüfungen finden ab 24. November statt.

 

 

Liebe Bezieher der Newsletter, ich danke Euch für Euren Einsatz für unser Wild, für unsere Jagd, und grüße Euch mit einem herzlichen

 

Mit Weidmannsheil

Berthold Marx - Landesjägermeister

 n.

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