RICHTIGSTELLUNG: Schiesswütige Jungjäger

 
Liebe Jägerinnen und Jäger
 
Der Artikel in der Südtiroler Tageszeitung "Schiesswütige Jungjäger" hat ziemlich für Aufregung besorgt,  darum möchte ich auch ein Schreiben veröffentlichen, welches mir der Direktor des Südtiroler Jagdverbandes, Herr Heinrich Aukenthaler zugeschickt hat:
 
Hallo Walter,
 
der Bericht in der neuen Südtiroler Tageszeitung über schießwütige Jungjäger ist wieder einmal ein trauriger Beweis dafür, wie schädlich negative Schlagzeilen für die gesamte Jägerschaft sind. Ich wurde kurz vor Veröffentlichung des Artikels von einer Journalistin angerufen. Sie sagte mir sinngemäß, sie hätte Klagen von verschiedenen Jägern gehört, dass die Jungjäger alles kurz und klein schießen, ohne auf die Gebote der jagdlichen Einschränkungen zu achten.
 
Ich habe daraufhin in einem längeren Telefongespräch versucht darauf hinzuweisen, dass man nur das wenige Negative sieht, das viele Positive nicht, aber dass es natürlich auch negative Beispiele gibt.
 
Dabei erinnerte ich an einen „Spiegel“-Artikel, den ich vor gut einem Jahr gelesen hatte, („Ballerei am Himmel“), und gemeint, dass ein solches Brüsten mit möglichst vielen Abschüssen von Krähenvögeln an einem bestimmten Tag, wobei die Ergebnisse in Echtzeit über Internet ausgetauscht wurden, für die gesamte Jägerschaft schädlich sei.
 
Was die Journalistin daraus gemacht hat, siehst Du ja. Auch weil ich nicht verstanden hatte, dass eine Interviewform geplant war, habe ich leider keine vorherige Lesemöglichkeit angefordert.
Es tut mir leid, dass wieder einmal die Jagd insgesamt durch eine schlechte Schlagzeile ins schiefe Licht gerückt wird, ganz zu schweigen von den inhaltlichen Mängeln, etwa, wenn ich als Präsident des Jagdverbandes bezeichnet werde usw.
 
Die Jungjäger sind unsere Zukunft. Wir weisen immer wieder mit Stolz darauf hin, dass wir so viel jägerischen Nachwuchs haben, ja wir stellen dabei eine Ausnahme in ganz Italien und ganz Europa dar. Natürlich gäbe es Dinge zu verbessern, etwa in Zusammenhang mit der Jägerprüfung. Eine um wichtige Themen erweiterte Prüfung könnte nicht schaden, und auch eine schriftliche Prüfungsabnahme, wie sie zum Beispiel bei der Fischerprüfung üblich ist, sollte meines Erachtens diskutiert werden. Ich habe das vor Jahren schon einmal gefordert, aber einen negativen Bescheid erhalten.
 
Heuer bieten wir zum ersten Mal in der Forst- und Jagdschule Latemar Fortbildungstage für Jungjäger an. Das Programm ist attraktiv, die Einladungen dazu werden an alle Personen verschickt, die im letzten Jahr die Jägerprüfung bestanden haben. Ich hoffe, dass der Kurs gut angenommen wird und nicht wie andere gut gemeinte Kurse, die wir in der Vergangenheit angeboten haben, mangels Anmeldungen abgesagt werden muss.
 
Ich glaube, wir haben alle zusammen die gleichen Interessen und sollen versuchen, diese in Zukunft gemeinsam und konstruktiv zu fördern. Wir werden sicher noch Gelegenheit dazu haben.
Ich grüße Dich mit einem freundlichen Weidmannsheil
 
Heinrich Aukenthaler

                                                                      

 
 

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