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Sogenannte
,,Hauthörner'' treten selten, am häufigsten beim Gamswild an
verschiedenen Körperstellen,
wie Träger, Läufe, oder Haupt auf. Sie entstehen vermutlich entweder
aus embryonal versprengten
Hornanlagen oder als Folge mechanischer Reize, auf welche die Haut
mit der Bildung von Hornzellen
reagieren kann. Endgültige Erklärungen für die Ursache(n) dieser
seltenen Hautveränderungen, die auch bei
anderen
Tierarten auftreten können, sind noch ausständig.
Im Jahre 2004 wurde ein Haupt einer zweijährigen Rehgeiß mit einem
nahezu 10cm langen, geweihähnlichen Anhangsgebilde der Haut
vorgestellt, bei dem es sich nach dem Befund der feingeweblichen
(histologischen)
Untersuchung um ein Hauthorn handelte. Durch das Eigengewicht dieses
Hauthornes dürfte es in der Folge zur Stielbildung und in weiterer
Folge zu Verletzungen und entzündlichen Veränderungen durch
Anstreifen in der Umgebung gekommen sein.
Hauthörner, die bei Gämsen immer wieder beschrieben werden, waren
bei Rehen in der einschlägigen Literatur
nicht beschrieben. Sie entstehen vermutlich auch aufgrund
mechanischer Reize, auf welche die Haut mit der Bildung von
Hornzellen reagieren kann. Hauthörner beim Gamswild können so groß
werden, dass sie sogar eine Behinderung darstellen. Nach NERL wurde
auch beobachtet, dass nach leichten Streifschüssen sich an der
getroffenen Hautstelle ein Hauthorn bildete. Ein Zusammenhang ist im
Sinne eines ,,mechanischen Reizes'' durchaus denkbar.
Hauthörner bestehen meist aus Bindegewebe ohne knöcherne Einlage,
können rund 20cm lang werden, sind hohl
und unterliegen dem gleichen jahreszeitlichen Wachstumsrhythmus wie
die Krucken.
Im Jahr 1956 wurde in Tirol ein Gams mit einem sehr großen Hauthorn
in der Schultergegend erlegt, welches an der Basis einen Durchmesser
von 23cm aufwies und 11cm hoch war.
Diese Gamsgeiß wurde am 31.Oktober 2009 im Nationalpark Hohe Tauern,
Seebachtal, Revierteil Pleschischg, erlegt und zeigt im Bereich des
Widerristes ein etwa 5cm langes Hauthorn.
Bericht und Fotos: Manfred L. |