Hühnervögel  –  Rauhfuss- und Glattfusshühner 

Systematische Unterteilung der Ordnung Galliformes (Hühnervögel)

Familie:  Rahufusshühner (Tetraonidae)   

Familie:  Fasanenartige oder: Glattfusshühner (Phasianidae) 

Arten:                       

Arten:

Haselhuhn (Bonasa bonasia)

Rebhuhn (Perdix perdix)

Auerhuhn (Tetrao urogallus)

Wachtel (Coturnix coturnix)

Birkhuhn (Tetrao tetrix)

Steinhuhn (Alectoris graeca)

Alpenschneehuhn (Lagopus mutus)

Fasan (Jagdfasan) (Phasianus colchicus)

Es werden in jagdlichen Büchern oft ungebräuchliche, alte und überholte lateinische Artna­men aufrechterhalten, die nicht mehr aktuell sind. So wird z.B. bei H. Krebs, Vor und nach der Jägerprüfung, für das Haselhuhn Tetrastes bonasia und für das Birkhuhn Lyrurus tetrix aufgeführt. Diese lateinischen Artbezeichnungen sind durch die im Kasten aufgeführten la­teinischen Namen zu ersetzen.

Andere Familien der Ordnung Galliformes:

Numididae (Perlhühner, Afrika)

 

Megapodiidae (Grossfusshühner, Australien)

 

Cracidae (Hokkohühner, Südamerika)

 

Meleagrididae (Truthühner, Nordamerika)

Nomenklatur:

Männlich: Hahn / Weiblich: Henne / Unselbständige Junge: Küken.

Mischung aus Birkhuhn und Auerhuhn:

Rackelhuhn

Kette von Küken:

Gesperre / Fährten der Hühner: Geläuf

Losung:

Gestüber / Im Staub baden: Hudern

Birkhahn:

Spielhahn (Jägersprache) / Schneider: Birkhahn im ersten Lebensjahr

Kennzeichen der Rauhfusshühner:  
Es sind kleine bis grosse bodenlebende Vögel mit kräftigem, meist etwas gebogenem Schna­bel und grossen Lauf- bzw. Scharrfüssen mit vier Zehen. Die Flügel sind verhältnismässig kurz und gerundet mit abgebogenen Schwingenfedern. Die Küken sind ausgesprochene Nest­flüchter. Rauhfusshühnerküken werden mit drei bis vier kurzen Handschwingen geboren, die den Jungvögeln in den ersten Lebenstagen zu Flatterflügen verhelfen und dadurch die Flucht vor Fressfeinden ermöglichen. Diese werden dadurch stärker abgenutzt als die später nachwachsenden Schwingenfedern, was bei der Alterbestimmung von 1-jährigen Vögeln hilft. Im Winterkleid sind die Konturfedern mit einem Afterschaft ausgestattet, das ist eine kurze daunige Feder an der Innenseite des Schaftes mit sehr starker Isolationswirkung. 
Die Läufe und Füsse der Rauhfusshühner sind ganz oder bis mindestens zwei Drittel befie­dert. An den Zehen befinden sich bei einigen Arten Federn oder seitliche Längsreihen stift­förmiger Gebilde („Balzstifte“), die den Effekt von Schneeschuhen haben (vergleiche auch Füsse des Alpenschneehasen). Die Nasenöffnungen sind mit Federn bedeckt.
 Stark ausgebildete paarige Blinddärme sind verantwortlich für die Verdauung von stark ver­holzten Pflanzenzellen, die in der Nahrung der Rauhfusshühner häufig sind und von Pflan­zenfressern (inkl. Mensch) nicht verdaubar sind. Spezielle Bakterienkulturen übernehmen diese Verdauung in den Blinddärmen. Diese ergeben einen speziellen, dunklen, dickflüssigen und übelriechenden Kot. Mit dieser Anpassung an extreme Winterverhältnisse können Rauh­fusshühner auch aus dem letzten Rest an energiearmer Nahrung noch Nährstoffe und Energie gewinnen.
 Wie bei anderen Rauhfutter und Samen fressenden Vögeln ist der Muskelmagen stark aus­gebildet. Vögel besitzen einen Hornschnabel aber keine Zähne um die Nahrung zu zerkleinern. In den Muskelmagen werden zusätzlich kleine Steine („Gritt“) aufgenommen, die die äusserst hartschalige Nahrung zerreiben (Ersatz für Zähne).

Das Haselhuhn: Dieser „heimliche Zwerg“ ist durch sein Federkleid optimal getarnt und schwer in der reich strukturierten, unübersichtlichen Vegeation seines Lebensraumes zu entdecken. Es bewohnt Tannen-Buchen-Mischwälder, die in der Baum- und Strauchartenzusammensetzung und in den Altersklassen reich strukturiert sind. Es bevorzugt Waldtypen der Pionierwaldphase auf Windwürfen sowie ehemaligen Wald-Weide- und Rodungsflächen. Wichtig sind dabei Be­stände im Dickungs- und Stangenholzalter. Es kann von den Tallagen bis in eine Höhe von über 1000 Meter über Meer vorkommen. Für das Haselhuhn ungeeignet sind Kunstforste mit standortfremden Bestockungen, Monokul­turen und geschlossene Waldbestände in der Klimaxphase.

Aussehen: Geschlechter sind sich sehr ähnlich und sind fast gleich gross. Der Hahn zeichnet sich durch einen schwarzen, weissgesäumten Kehlfleck aus.

Nahrung: Knospen und Triebe von Mehlbeere, Vogelbeere, Weissdorn, Buche. Kätzchen von Haselsträuchern. Frischgrün verschiedener Pflanzen, Sämereien und Früchte von Waldbäu­men und -sträuchern. Keine Nadelholzäsung wie bei Auerhuhn oder Birkhuhn. Stellt sehr hohe Ansprüche an die Nahrunsgqualität.

Lebensweise: Monogam und territorial. Erste Abgrenzungen von Territorien und Paarbildung ab Spätherbst. Diese Paarbildung kann sich bis zur Balzzeit im April/Mai zeitweise wieder auflösen oder neubilden. Nach der Balzzeit und mit Beginn des Brütens wird die Paarbildung aufgelöst.

Bestand: Es existieren keine genauen Bestandszahlen, da Haselhühner sehr schwierig zu erfassen sind. In den meisten Gebieten der Alpen ist das Haselhuhn eher selten, in der Mehrzahl der Vorkommen ist es gefährdet.

Gefährdung und Schutz: Das Haselhuhn ist sehr stark abhängig von den Strukturen seines Biotops. Vermehrte Windwurf- und Durchforstungsflächen, die nicht systematisch bepflanzt werden, fördern diese Art. Eine zu starke „Pflege“ und die geschlossene Auffor­stung solcher Pionier- und Jungwaldflächen hemmen die Entwicklung von Haselhuhnbestän­den. Die kontrollierte Waldweide durch Grossvieh ist in der Regel förderlich für Hasel- und Auerhühner, weil damit die endgültige Schliessung der Altbestände verhindert und dauernd neue Pionierflächen geschaffen werden. Die Waldbauform des Plenterwaldes ist bei gleichzeitiger geringer Pflege und Aufforstung förderlich. Überhöhte Huftier-Wildbe­stände verhindern das genügende Aufkommen der natürlichen Waldverjüngung und wirken sich deshalb negativ auf Hasel- und Auerhühner aus.

Das Birkhuhn: Das Birkhuhn bewohnt die Zone um die obere Waldgrenze, wo der Lärchenwald übergeht in den Zwergstrauchgürtel. Ausserhalb der Alpen kann das Birkhuhn auch in Moorgebieten vor­kommen, wo Waldbestände sich nicht geschlossen entwickeln können. In den Alpen kommt das Birkhuhn nur im Gebirge aber nicht in Tallagen vor.

Aussehen: Starker Geschlechtsdimorphismus. Henne schwarzbraun und gelblich gebändert. Hahn fast schwarz mit weissen Zeichnungen und roten Hautsäcken über den Augen, die wäh­rend der Balz anschwellen (Balzrosen), sowie krumme Federn am Stoss.

 Foto: Jürgen Schiersmann

Nahrung: Der Hochgebirgswinter ist rauh und lang. Für alle Gebirgsbewohner gilt dann:

1.

Die knappe Nahrung, die im schneereichen Winter noch verfügbar ist, möglichst optimal   nutzen (Äsungsverhalten und Verdauung).

2. 

   Die ohnehin knappe Energie, die in den Hochgebirgspflanzen im Winter vorhanden ist,   sparsam verbrauchen (Kälteschutz, Energiesparen, Ruhen, Scheehöhlen).

Hauptnahrung im Winter sind Triebe von Heidelbeeren sowie Knospen und Blätter der Alpen­rosen und Triebe der Lärche. Ersatznahrung sind Knospen und Nadeln von Legföhren und Fichten sowie Kätzchen und Knospen der Grünerle.
Im Sommer und Herbst besteht durch die frische Vegetation ein reiches Nahrungsangebot, das in der Zusammensetzung und der Nahrungsqualität weit über das Angebot der Winternahrung hinausgeht.
 Eine Fütterung von Rauhfusshühnern ist wegen der hohen Ansprüche an die Nahrungszu­sammensetzung nicht möglich und vor allem nicht verhältnismässig. Ausserdem sind neben dem Futter noch weitere Faktoren für ihr Überleben wichtig.

Lebensweise: Polygam und nicht territorial. Während der Balzzeit im April und Mai behaup­ten einzelne Hähne bestimmte Segmente der Balzarena (ähnlich einer aufgeschnittenen Torte) wie ein eigenes Balz-Territorium. Ansonsten sind Birkhühner nicht territorial. Die Hennen bauen ihre Nester in ausgepolsterte Mulden am Boden, meist an einem liegenden Baumstamm, einem Stein oder etwas ähnlichem. Die Jungen werden ohne Mithilfe des Hah­nes aufgezogen und werden im Laufe des Herbst selbständig.

 Schneehöhlen: Um möglichst viel Energie sparen zu können und Raubtieren zu entgehen, graben sich Birkhühner und Schneehühner während der Nachtzeit und während der Mittags­zeit in Schneehöhlen ein. Morgens bei Tagesanbruch verlassen sie diese Höhlen, um den Kropf mit Nahrung zu füllen. Am späteren Morgen graben sie sich mit den Füssen voran im pulverigen Schnee ein, und versinken bis ca. ½ Meter tief im Schnee. Dort graben sie einen ungefähr halbmeterlangen Tunnel, den sie hinter sich verschliessen. In diesem „Iglu“ ver­dauen sie die aufgenommene Nahrung und hinterlassen ein Häufchen Kot. Dasselbe wieder­holt sich am Nachmittag.
 Messungen haben gezeigt, dass auch bei extrem tiefen Minusgraden (Nordostsibirien mit -40 bis - 50°C Aussentemperatur und starken Winden) in der Schneehöhle die Temperatur nicht unter -1 bis -4°C absinkt. Auch bei völlig gefrorener und mit einer Eisschicht überzogenen Pflanzennahrung können die Birkhühner und Schneehühner ihre Energiebilanz auf diese Weise aufrecht erhalten. Genügend unberührter Pulverschnee und Vermeidung jeglicher Stö­rung ist allerdings Voraussetzung hierzu (Variantenskifahren in Birkhuhngebieten).

 Bestandserfassung: Durch flächendeckende Stichtagzählungen können balzende, rufende Birkhähne mit sehr guter Genauigkeit gezählt werden. Die Hennen sind schwer zu erfassen und werden nicht in die Zählungen mitein­bezogen. Der Bestand an Hähnen müsste bei über 5 Stück pro Quadratkilometer Birkhuhnlebensraum liegen, um von einem gesicherten Bestand reden zu können. Starke Bestände weisen Stückzahlen von 8 und mehr Hähnen pro Quadratkilometer auf. Die Zählungen müssen auch ausserhalb der bekannten Balzplätze, also flächendeckend durchgeführt werden, weil je nach Gebiet ein Teil der Hähne nicht regelmässig am Balzplatz erscheint. In Liechtenstein macht dies mehr als 50% der erfassten Hähne aus. Hier hat es sich bewährt, ortskundige Zählpersonen in einem schachbrettartigen Raster von rund 400 Meter Abstand zu postieren. Die Beobachtungen werden auf einer Karte 1:25000 eingetragen, und fliegende Hähne mit Flugrichtung und genauer Uhrzeit erfasst. Alle Zählpersonen müssen gleichzeitig vor Ort sein und auch gleichzeitig die Zählung beenden (Dauer ca. 1,5 Stunden). Mehrjährige wiederholte Zählungen mit exakt gleicher Zählmethode geben Auskunft über Bestandesentwicklungen. Die gesamte Zählfläche sollte mehr als 5-6 Quadratkilometer ausmachen.

Der Einfluss der Jagd: Die Bejagung des Birkhahns ist nicht schuld am massiven Bestandsrückgang dieser Hüh­nerart in den meisten Gebieten der Alpen. Allerdings wirkt sich die Bejagung negativ aus, wenn der Bestand bereits auf einem tiefen Niveau angelangt ist. Durch Jäger werden am Balzplatz in der Regel grosse, gut befiederte und dominante Hähne erlegt. Diese dominanten Hähne werden von den Hennen bevorzugt für die Paarung ausgewählt. Jüngere, wenig erfahrene Hähne werden von den Hen­nen gemieden. Die Hennen sind aber nur sehr kurze Zeit befruchtungsfähig (1-2 Tage). Wird der dominante Hahn geschossen, unterbleibt zumindest für einen Teil der Hennen die Be­fruchtung und damit der Nachwuchs.
 Als Schutzmassnahme für gebirgsbewohnende Rauhfusshühner wird immer wieder die nötige Ruhe in den Vordergrund gestellt. Gerade die Jagd am Balzplatz ist eine massive Störung, die durch Jäger verursacht wird und deshalb die Glaubwürdigkeit der Jagd in der Öffentlichkeit untergräbt.
 Es gibt keinen einzigen ökologischen oder hegerischen Grund einen Birkhahn zu schiessen. Das immer wieder gehörte Argument, dass dominante Hähne vom Balzplatz genommen wer­den müssen, damit mehrere andere, auch jüngere Hähne zur Kopulation kommen können, ist absolut lächerlich und widerspricht allen wildbiologischen Erkenntnissen.

 Es ist grundsätzlich sehr fragwürdig, ob überhaupt eine Bejagung während der Balzzeit der Vögel oder der Brunftzeit der Huftiere anständig, weidmännisch oder sinnvoll ist. Ein positives Qualitätszeichen für den Jäger ist es sicher nicht.

Aus diesen Gründen ist es ein Ziel, die Jagd auf Birkhähne, vor allem während der Balz- oder Paarungszeit, abzuschaffen, wenn rückgängige Bestände verzeichnet werden.

 Gefährdung und Schutz: Die Hauptgefährdungsursachen von Birkhuhnbeständen liegen in folgenden Bereichen:

1.   Nahrungsmangel im Winter. Durch eine zu starke Beweidung gewisser Alpflächen in Gebieten, wo gute Birkhuhnnahrung wachsen würde, werden die wichtigsten Winter-Nah­rungspflanzen Heidelbeere und Alpenrose durch das Vieh zurückgedrängt. Dadurch ent­steht in der schneereichen Zeit ein Nahrungsmangel, weil zu wenige oder gar keine Zwergsträucher mehr aus dem Schnee herausragen. Abzäunung und Verzicht auf Bewei­dung von solchen Gebieten ist notwendig. Zusätzlich zum Weidedruck des Viehs auf die Zwergsträucher kommt noch der Weidedruck der wildlebenden Huftiere.

2.   Zerstörung von Pulverschneeflächen. Werden Birkhühner im Winter gestört und dadurch zu vermehrter Bewegung gezwungen, verlieren die Vögel mehr Energie, als sie während der kurzen Hellzeit der Wintertage wieder aufnehmen können. Die Zerstörung unberührter Pulverschneeflächen verhindert das Eingraben in Schneehöhlen. Kerngebiete für Birkhuhn-Winterräume müssen vor Befahrung und vor Pistenplanierung geschützt werden.
3.  Es muss weiterhin darauf geachtet werden, dass an Balzplätzen keine zu grosse Störung durch Jäger, Beobachter und Fotografen verursacht wird. Gebiete, wo Hennen bevorzugt ihre Nester bauen und die Jungen aufziehen, sollen vor Wanderern, Touristen und vor ne­gativen Einflüssen der Waldwirtschaft verschont werden.
 Raubtiere wie Fuchs, Marder, Steinadler und Habicht können einen stark geschwächten Be­stand von Rauhfusshühnern zusätzlich gefährden. Diese Einflüsse sind aber natürlicher Art und können nicht vollständig ausgeschaltet werden. Vor allem Fuchs und Marder müssen aber in Birkhuhngebieten scharf bejagt werden, wenn sich herausstellt, dass deren Bestände stark sind. In Gebieten, wo die Lebensbedingungen für Rauhfusshühner gut sind und sich ein star­ker Bestand behaupten kann, sind die Raubtiere in der Regel kein Problem.

Das Alpenschneehuhn: Als rein alpiner und hochalpiner Gebirgsbewohner ist diese Rauhfusshühnerart am wenigsten gefährdet. Das Schneehuhn lebt von der Baumgrenze an aufwärts im Extremfall bis 3000 Meter über Meer.

Aussehen:Schneehühner wechseln dreimal im Jahr ihr Gefieder. Die Schwanzfedern sind ganzjährig schwarz, die Arm- und Handschwingen weiss. Die Konturfedern, vor allem im Rücken-, Hals-, Kopf- und Brustbereich, werden im Frühjahr grünlich-braun, Ende Sommer graubraun und Ende Herbst weiss gemausert. Damit ergibt sich eine jahreszeitlich angepasste Tarnfärbung, die der Vegetation oder dem schneereichen Untergrund entspricht.

Foto Peter Schild

 Der Geschlechtsdimor­phismus ist sehr gering. Hahn und Henne untzerscheiden sich äusserlich durch die schwarze Augenbinde des Hahns, die bei der Henne fehlt. Die Zehen sind bei beiden Geschlechtern bis an die Krallen dicht befiedert. Dieser Schneeschuheffekt (vgl. Schneehase) wird bei den anderen Rauhfusshühnerarten durch die Balzstifte erreicht.

Nahrung: Auch bei den schneehühnern ist der winterliche Engpass das Nadelöhr, an dem sich Leben oder Sterben entscheidet. Die Winternahrung umfasst:

 - Heidelbeere (Triebe sind immergrün, Blätter fallen im Herbst ab);

- Preiselbeere (Blätter, immergrün);

- Alpenrosen (Knospen und Blätter);

- Verschiedene Gebirgsweiden (Knospen / Kätzchen von Schweizerweide, Zwergweide, ...);

- Verschiedene andere Zwergsträucher und Kräuter, Moose und Flechten.

 Sobald die alpine Vegetation wieder grünt, steht den Schneehühnern ein üppiges Nahrunsgan­gebot zur Verfügung. Küken fressen in den ersten Tagen und Wochen vor allem Insekten und Larven (hoher Vitamin- und Eiweissgehalt).

 Lebensweise: Monogam und territorial. Schneehahnreviere grenzen meist unmittelbar anein­ander. Hennen wandern von Territorium zu Territorium und bleiben bei demjenigen Hahn, der ihnen anscheinend am meisten zusagt. Mit Ende der Paarungszeit werden die Territorien nicht mehr besetzt. Die Hähne wandern mit zurückweichender Schneedecke im Sommer in höhere Lagen. Die Hennen folgen im Laufe des Sommers und Herbstes mit den Küken und bilden zusammen mit den Hähnen im Spätherbst grössere Schwärme. Mit Einbruch des Winters wer­den die Gebiete der Frühjahrsterritorien wieder eingenommen.

 Schneehöhlen: Siehe bei Birkhuhn

 Bestand und Gefährdung: Der Bestand der Schneehühner wird ähnlich erfasst wie beim Birkwild. Der Bestand in den Alpen scheint nicht gefährdet zu sein. Weil diese Hühnerart in Höhen lebt, wo die menschliche Nutzung relativ gering ist, kann sich ein natürli­cher Bestand halten.

Das Auerhuhn 
Lebensraum: Auerhühner („Urhuhn“) sind Waldhühner der tieferen bis subalpinen Lagen, die sehr hohe Ansprüche an die Struktur und den Inhalt ihrer Lebensräume haben. Sie benötigen grossflä­chig zusammenhängende Waldbestände, die reichhaltig strukturiert sind, und mosaikartig verteilt verschiedene Waldtypen aufweisen. Alte, lockere Wald­bestände müssen sich mit jüngeren Beständen und halboffenen und offenen Schneisen abwech­seln. Die Kraut- und Strauchschicht muss naturnah vielfältig sein. Weisstannenverjüngung ist notwendig als Winternahrung. Waldbestände mit einer auerhuhntauglichen Zusammensetzung sind im Alpenraum kaum mehr anzu­treffen.

Foto: Raiffeisenkalender

 Beschreibung: Der fast truthahngrosse Auerhahn ist dunkelgrau bis schwarz, mit weissem Schnabel, roten „Rosen“ über den Augen und weissen Flecken am Flügelbug. Seine Flügelspannweite misst etwa 1 Meter und sein Gewicht liegt zwischen 3 und 5 Kilogramm. Die Flügelspannweite der Henne beträgt rund 80 cm, ihr Gewicht ist etwa halb so gross wie das des Hahns. Sie ist ganz anders gefärbt (Geschlechtsdimorphismus) als der Hahn. Die rost- bis graubraune Sprenke­lung ergibt ein vorzügliches Tarnkleid. Eine starke Gefahr für Verwechslung besteht mit der Birkhenne. Die Unterschiede liegen in der Grösse, dem rostfarbenen Brustschild der Auer­henne und einem längeren Schwanz, der bei der Birkhenne zusätzlich noch nach innen gegabelt ist.

 Gefährdung: Ähnlich wie die Birkhühner leben die Auerhühner polygam und sind ausserhalb der Balzarena nicht territorial. In den Alpen und den meisten Gebieten Westeuropas ist diese Hühnerart hochgradig bedroht. Frühere Randvorkommen sind erloschen, Hauptvorkommen sind vielfach zu Randvorkommen geworden.
 Möglichkeiten für Schutzmassnahmen liegen vor allem im naturnahen Waldbau, bzw. in der Schaffung von grossflächigen Waldreservaten mit den erforderlichen Strukturen. Störungen durch Wanderer und Forstarbeiter sowie die Zerschneidung von Auerhuhnkerngebieten durch Waldstrassen und -wege sind zu vermeiden.

Weiterführende Literatur ist zahlreich zu finden unter: www.vogelwarte .ch

 Kennzeichen der Glattfusshühner

 

Artenreiche Familie, die sehr nahe verwandt ist mit den Rauhfusshühnern. An den Läufen und an den Nasenöffnungen befinden sich keine Federn.

 Das Rebhuhn: In Liechtenstein ausgestorben, in der Schweiz nur noch in einer sehr kleinen Population vorhanden. Es liebt offenes Ackerland der Ebenen, verzichtet auch auf dauernde Deckung und bevorzugt ein mildes Jahresklima. Das Rebhuhn benötigt eine kleinparzellige, reich strukturierte Landwirtschaft. Das Rebhuhn ist jagdbar in Liechtenstein aber ganzjährig geschont.

 Die Wachtel: Die kleinste einheimische Hühnerart ist etwa so gross wie ein Star. Sie bewohnt offene Feld- und Wiesenflächen mit hoher, deckunggebender Krautschicht und bevorzugt tiefgründige und feuchte Böden. Ganz trockene oder baumbestandene Flächen werden gemie­den. In Liechtenstein kommt die Wachtel im Ruggeller und Schellenberger Riet vor. Sie er­nähren sich hauptsächlich von Sämereien und weniger von grünen Pflanzen als das Rebhuhn. Die Wachtel ist in Liechtenstein eine jagdbare Tierart mit ganzjähriger Schonung.

 Das Steinhuhn: Diese Hühnerart ist seit Anfang der Sechziger Jahre in unserem Land nicht mehr nachgewiesen. In den letzten Jahren zeigte sich in der Schweiz aber eine spürbare Ten­denz der Wiederausbreitung. Auf der Bündner Seite des Falknis leben die nächsten Steinhüh­ner zu unserem Land. Eine Wiederbesiedelung Liechtensteins scheint noch eine Frage der Zeit zu sein.
Steinhühner lieben steile, steinige Berghänge, möglichst südexponiert, mit trockener Gras- und Zwergstrauchvegetation und können auch in sehr stark aufgelockerten Bergwäldern vor­kommen. Im Winter kann das Steinhuhn in tiefere Lagen abwandern.
 Steinhühner ernähren sich hauptsächlich von Gras, Kräutern und Zwergsträuchern. Sie führen eine monogame Saison- oder Dauerehe.

 

Der Fasan: Eine aus Asien eingeführte Tierart, die seit vielen Jahrzehnten bei uns brütet und deshalb auch als „einheimische Vogelart“ bezeichnet werden kann. Berüchtigt wurden die künstlichen Aufzuchten und Aussetzungen von den Sechziger bis in die Achtziger Jahre, wo Fasane am Vortag von Treibjagden freigelassen wurden. Der Unsinn solcher Aktionen wurde weitgehend erkannt.
 Der Fasan liebt offene Landschaften mit ausreichender Deckung (vor allem im Winter als Wind- und Schneeschutz). Er bevorzugt Agrarlandschaften mit Hecken, Feldgehölzen, Schilfbeständen oder nahegelegenen lichten Wäldern. Die Nahrung ist überwiegend pflanzlich und entsprechend dem Angebot in den Tieflagen sehr vielseitig.

Dieser Bericht, wurde uns freundlicherweise vom Wildbiologen Herrn Michael Fasel,     - FL-9490 Vaduz,  zur Verfügung gestellt

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