Das „Tier des Jahres“ räumt auf: Altes Heu, Moos, Farn und trockenes Laub fliegen jetzt im hohen Bogen aus dem Bau. Der Winterschlaf ist beendet und der Dachs macht seinen Frühjahrs-Bauputz! „Er schiebt das alte Polstermaterial zusammen und schleudert es rückwärts aus dem Bau“, erläutert Eva Goris, Pressesprecherin der Deutschen Wildtier Stiftung. „Erdhaufen vor dem Dachsbau sind ein deutliches Zeichen für die saisonalen Aufräumarbeiten.“
Dachbaue
sind kunstvolle Erdarbeiten im
Untertagebau. Die Tiere planen
über mehrere Etagen, graben ein
Röhrensystem unter der Erde und
legen gepolsterte Wohnkessel an.
„Es gibt separate Ein- und
Ausgänge und sogar ein außen
liegendes Plumps-Klo, den
trichterförmigen Dachsabort“,
sagt die Pressesprecherin der
Deutschen Wildtier Stiftung.
„Dort setzen sie ihre Losung
ab.“ Es kommt häufig vor, dass
Dachse ihren Bau mit Fuchs oder
Kaninchen teilen. Diese Tiere
bewohnen allerdings getrennte
Bereiche. „Ärger unter Nachbarn
ist äußerst selten – im Bau
herrscht Burgfrieden“. Ein Dachs
gibt einen einmal bezogen Bau
nur sehr selten auf.
Zurzeit hat Familie Dachs Nachwuchs. „Drei bis fünf Jungdachse wurden bereits im Februar/März geboren“, sagt Eva Goris. „Sie waren bei der Geburt blind und hatten nur dünnes, weißes Haar.“ Zwei Monate muss der Nachwuchs im Bau gesäugt werden, bevor man Jungdachse draußen auf dem Bau spielen sehen kann.“ Obwohl Dachse nicht selten sind, begegnen Spaziergänger dem leicht griesgrämig wirkenden Tier nur gelegentlich. „Denn die Tiere sind dämmerungs- und nachtaktiv“, erklärt die Pressesprecherin der Deutschen Wildtier Stiftung. Jetzt im Frühjahr muss der Allesfresser – er futtert Mäuse und Maulwürfe, Würmer, Larven und Insekten, aber auch Vogeleier, Obst und Getreide – wieder ordentlich zulegen. Vor der Winterruhe hat er noch 15 bis 18 Kilogramm auf die Waage gebracht. „Im Winter hat der Dachs dann quasi im Schlaf abgenommen“. Im Frühjahr wiegen Dachse bis zu vier Kilogramm weniger als vor der Winterruhe im Herbst.
Pressebericht von Eva Goris, Pressesprecherin Deutsche Wildtier Stiftung