Der Besitz einer, für jede Wildart passenden Büchse oder Flinte, muss für jeden Jäger selbstverständlich sein.

Ein gute Ausrüstung, ein Rucksack, trittsicheres Schuhwerk, ein gutes Fernglas und ein Spektiv gehören ebenfalls dazu. Auch ein Erste Hilfe Paket gehört in jeden Rucksack.

Ein Handy kann für Notfälle mitgeführt werden. Es ist besonders im Gebirge vorteilhaft, bei angeschweißten Wild sofort einen Hundeführer oder beim Abschuss von schwerem Wildtieren sofort Hilfe zur Bergung rufen zu können.

Mit der Waffe fängt es an

Beginnen wir mit dem Handwerkszeug: Voraussetzung für das saubere Erlegen von Wild ist das hundertprozentige Vertrauen zur Waffe. Das Kontroll- beziehungsweise Einschießen der Büchse vor Beginn der Bockjagd ist für die meisten von uns selbstverständlich geworden, aber das war es dann häufig auch schon für den Rest des Jagdjahres. Doch, wenn wir ehrlich sind, das reicht nicht. Kaum einer von uns erlegt so viel Wild, dass er ausreichend Routine bei allen Jagdarten hat.
Es sollte daher selbstverständlich sein, dass zumindest bei unerklärbaren schlechten Schüssen oder Fehlschüssen die Waffe auf ihre Treffpunktlage hin kontrolliert wird.

 Wie gesagt, schießen hat auch etwas mit Psychologie zu tun, und das Vertrauen zur Waffe darf keinesfalls gestört sein.
Darüber hinaus sollte jeder von uns einige Male im Jahr die üblichen DJV-Disziplinen mit seiner „Alltagswaffe“ schießen, und diejenigen, die Drückjagd-Gelegenheiten haben, sollten einige Packungen Patronen mit ihrer Drückjagdwaffe auf den laufenden Keiler, besser noch im Schießkino „verbrauchen“. Man weiß dann ziemlich genau, was man sich im Jagdbetrieb zutrauen kann und wann man besser „den Finger gerade lässt“.  

Bei uns wird zweifellos das meiste Schalenwild von Stand- oder Hochsitzen aus erlegt. Pirsch und Drückjagd sind für viele die Ausnahme. Nun sind ja bekanntlich längst nicht alle Stand- und Hochsitze von der Konstruktion her gleich, und es ergeben sich ständig andere Anschlag-Situationen. Daher hat es sich bewährt, besonders bei unbekannten Sitzen, gleich nach Besteigen Anschlag-Übungen in alle Schussrichtungen zu machen. Wenn es dann ernst wird, weiß man sofort, wie man sich einrichten muss, um ruhig zu schießen. Eventuelle Auflagehilfen für den Ellenbogen oder ähnliches liegen dann rechtzeitig parat und können eingerichtet werden, ohne dass es klappert oder die Anschlaghilfe gar herunter fällt. Man mag das als Pedanterie auslegen, aber diese Anschlag-Übungen helfen, wenn Wild überraschend anwechselt. An oder auf großen Flächen oder an langen Schneisen, verschätzen sich besonders (allein gelassene) Jagdgäste oft in der Entfernung. Mit unseren großen Optiken wird dann manchmal unverantwortlich weit geschossen, was zu Fehl- oder Krankschüssen führt. An Schneisen helfen Markierungspflöcke in 100, 150 und 200 Meter Entfernung, solche Fehleinschätzungen zu vermeiden. Auf großen Freiflächen kann man dem Jagdgast auch anhand markanter Geländepunkte Schätzungshilfen geben. Auch wenn ich allzu viel Technik auf der Jagd nicht besonders liebe, aber in fremden Revieren, bei der Berg- und der Auslandsjagd hat sich mittlerweile ein Laser-Entfernungsmesser gut bewährt. Besagte Pflöcke oder Markierungspunkte im Gelände helfen selbstverständlich auch bei der späteren Suche nach einem eventuellen Anschuss. Die heutige Optik und Präzision der Gewehre verführt zum weiten Schießen. Selbstverständlich muss sich jeder seine eigenen Grenzen selbst stecken. Wenn wir unsere Büchsen, wie heute üblich, auf 100  Meter mit rund vier Zentimeter Hochschusseinschießen, ist ein Treffen auf rund 200 Meter ohne große Haltepunktveränderung mit den meisten Kalibern möglich. Im Normalfall sollte man es meines Erachtens aber bei geringem Schalenwild bei 150 Meter gut sein lassen, und 200 Meter Schuss-Entfernung dürfte für die meisten, auch bei starkem Hochwild, die obere Grenze darstellen. Ich weiß, dass teilweise im Hochgebirge weiter geschossen wird. Aber zum einen ist die vorrangige Anschlagart im Hochgebirge, liegend aufgelegt, eine sehr sichere Anschlagart, und zum anderen lassen es die Geländestrukturen dort manchmal nicht anders zu. Die Bergjäger trainieren außerdem die weiten Schüsse auch sehr intensiv und kennen in der Regel ihre eigenen und die Leistungen ihrer Waffen.

Misst man aber im Hochgebirge mit dem Entfernungsmesser die geschätzten Entfernungen nach, erlebt man oft Überraschungen 

Als Schweißhundführer kann ich feststellen, dass die meisten Nachsuchen schlicht durch zu riskantes Schießen verursacht werden. Wer sich an eine vernünftige Entfernung hält und das Wild nur breit stehend beschießt, wird kaum Nachsuchen verursachen. Experimente wie Träger- und Tellerschüsse oder solche auf spitz stehendes Wild, verursachen Probleme.

Bericht: Deutsche Jagdzeitung   

1.Foto oben:  Bild von Luis Haller Jagdrevier Algund

 

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