LANDESGESETZ  vom  17. Juli 1987, Nr. 14 (1), in geltender Fassung (2), welches „Bestimmungen über die Wildhege und die Jagdausübung“ beinhaltet

I.  ALLGEMEINER TEIL

 

Artikel 1  Zielsetzung
1. Dieses Gesetz regelt die Jagdausübung und deren Überwachung und umfasst den natürlichen und ausgewogenen Schutz, die Erhaltung und die Verbesserung eines angemessenen Wildbestandes sowie den Schutz der land- und forstwirtschaftlichen Kulturen vor Wild- und Jagdschäden im Interesse der Allgemeinheit und sorgt für deren Vergütung.

Artikel 2 - Wild

1. Unter Wild im Sinne dieses Gesetzes versteht man die in Südtirol ständig oder zeitweise freilebenden Säugetiere (Haar-wild) und Vögel (Federwild); dies gilt nicht für Maulwürfe, Ratten, Haus- (3) und Wühlmäuse.
2.) Das Wild ist unverfügbares Vermögen und wird vom Land verwaltet.
 

Artikel 3 - Hege

1. Unter Hege versteht man alle Maßnahmen für die Erhaltung und Verbesserung eines Wildbestandes, der den Äsungsbedingungen sowie den Erfordernissen der Land- und Forstwirtschaft angepasst ist.
2 Sie umfasst das Recht und die Pflicht, das Wild zu  betreuen,  seine  Entwicklung zu fördern, seine Lebensgrundlagen zu sichern und allen Störungen entgegenzuwirken.
3 Die Landesregierung gibt Untersuchungen in Auftrag und kann Maßnahmen ergreifen, die der Erhaltung, dem Schutz und der Wiederherstellung der natürlichen Lebensräume des Wildes dienen; dabei hält sie sich an die Richtlinien, die von der im folgenden Absatz genannten Wildbeobachtungsstelle des Landes Südtirol gegeben werden, um das Gleichgewicht jener Arten zu erhalten, die in Südtirol selten sind und ein besonderes Habitat benötigen.
4 Die Wildbeobachtungsstelle hat ihren Sitz bei der Landesverwaltung und ist ein beratendes Organ derselben, das für wissenschaftliche und technische Fragen zuständig ist. Sie gibt die Gutachten ab, die in Artikel 2 Absatz 3 des Regionalgesetzes  vom  30. April 1987, Nr. 3 (4), und Artikel  3 Absatz 2 des Landesgesetzes  vom  13. August 1973, Nr. 27 (5), vorgesehen sind. Die Zusammensetzung der Wildbeobachtungsstelle muss dem Sprachgruppenverhältnis der jeweils letzten amtlichen Volkszählung entsprechen, vorbehaltlich der Zugangsmöglichkeit für die ladinische Sprachgruppe
5 Die Wildbeobachtungsstelle besteht aus fünf Mitgliedern, die mit Beschluss der Landesregierung ernannt werden. Sie setzt sich zusammen aus:
  a) einem Vertreter des staatlichen Institutes für Wildbiologie;
  b) einem Landesbeamten, der mindestens in der siebten Funktionsebene eingestuft und dem Amt für Jagd und Fischerei zugeteilt ist;
  c) drei Fachleuten für Wildkunde oder Wildbiologie, welche vom zuständigen Landesrat  vorgeschlagen werden.
6

Die Mitglieder der Beobachtungsstelle bleiben für die gesamte Dauer der Legislaturperiode, in welcher die Ernennung erfolgt ist, im Amt und der Vorsitzende der Wildbeobachtungsstelle wird von der Landesregierung ernannt.

7 Sekretär der Beobachtungsstelle ist ein Landesbeamter.
   
 

Artikel 4 - Jagdbare Tiere und Jagdzeiten  (siehe auch)

1. Das Töten und Fangen jeder Art von Haarwild oder Federwild sind verboten. Ausgenommen sind folgende Wildarten, die in den unten angeführten Jagdzeiten erlegt werden dürfen:
a.) vom 1. Mai bis 15. Dezember jagdbare Tiere:
  1) Rehwild;
  2) Rotwild;
b.) vom 1. Juli bis 15. Dezember jagdbare Tiere:
  1) Fuchs;
c.)

vom 1. August bis 15. Dezember jagdbare Tiere:

  1) Gamswild;
d.)

vom 3. Sonntag im September bis 15. Dezember jagdbare Tiere:

  1) Feldhase;
e.) vom 1. Oktober bis 15. Dezember jagdbare Tiere:
  1) Schneehase;
  2) Alpenschneehuhn;
  3) Fasan;
  4) Ringeltaube;
  5) Stockente;
  6) Blässhuhn;
  7) Waldschnepfe;
  8) Amsel;
  9) Wacholderdrossel;
  10) Aaskrähe;
  11) Eichelhäher;
  12) Elster;
  13) Muffelwild;
  14) Damwild;
  15) Schwarzwild;
  16) Wildkaninchen;
  17) Wachtel;
  18) Knäckente;
  19) Krickente;
f.) vom 15. Oktober bis 15. Dezember jagdbare Tiere:
  1) Birkhahn;
  2) Steinhuhn;
   
2 Mit Dekret des zuständigen Landesrates, das aufgrund eines Gutachtens der Wildbeobachtungsstelle erlassen wird, können Abschusspläne für im vorausgehenden Absatz 1 nicht angeführte Tiere genehmigt werden, um die Jagd auf jene Arten auszudehnen, die durch übermäßige Vermehrung das ökologische Gleichgewicht, die Landwirtschaft, die Forstwirtschaft, die Fischereiwirtschaft, den Wildbestand oder die öffentliche Sicherheit oder Gesundheit gefährden; dabei sind die internationalen Abkommen oder in EG-Vorschriften vorgesehenen Schutzbestimmungen, die in staatliche Rechtsvorschriften über die Wildhege übernommen wurden, zu beachten.
   
3. In Südtirol ist die Jagdausübung, sofern es sich nicht um Schalenwild handelt, an nicht mehr als drei Tagen in der Woche von einer Stunde vor Sonnenaufgang bis eine Stunde nach Sonnenuntergang gestattet. Außer bei Schalenwild ist jede Jagd vorher auf dem Jagderlaubnisschein oder auf dem vom Revierverwalter zur Verfügung gestellten Kontrollkalender zu vermerken. 
   
4 Der für die Jagd zuständige Landesrat kann die Regulierung des Steinwildes bis zum Aufbau nachhaltig nutzbarer Bestände in jenen Revieren erlauben, wo der Bestand gesichert ist, sofern die Entnahme auf Alttiere sowie auf schwache und kranke Stücke beschränkt bleibt, die wegen ihrer körperlichen Konstitution populationsdynamisch keine Rolle mehr spielen oder eine Gefahr für den Bestand selbst darstellen.
   
5.   Nach Anhören der Wildbeobachtungsstelle bestimmt der für die Jagd zuständige Landesrat, welche der in Absatz 1 nicht angeführten Arten im Sinne von Artikel 9  der  EG-Richtlinie  79/409  vom 2. April 1979 (6) eventuell erlegt werden dürfen, und setzt dafür die Zeiten, Mittel und Vorrichtungen sowie die Art und Weise fest.
   

II. - JAGDSYSTEM

Artikel 5 - Jagdgebiete

1.  In Südtirol ist die Jagdausübung im Sinne von Artikel 11 nur Inhabern von Jagderlaubnisscheinen, in der Folge Jagdausübungsberechtigte genannt, für ein bestimmtes Gebiet gestattet; bei der Cervidenjagd ist außerdem eine Sonderbewilligung mit Angabe des Geschlechts, der Güte und der Altersklasse erforderlich (7). Zu diesem Zweck wird die gesamte Landesfläche in folgende Jagdgebiete unterteilt:
  a) Jagdreviere kraft Gesetzes,
  b) Eigenjagdreviere,
  c) Wildschutzgebiete,
  d) Schongebiete.
2. Die Aufteilung der Landesfläche laut Absatz 1, die Regelung der Jagdausübung und der Entnahmen laut Artikel 25 und 27 sowie die Kriterien für die Festlegung der Wildschäden und der entsprechenden Vergütungen und Schutzmaßnahmen laut Artikel 36 und folgende ersetzen in Südtirol die staatlichen Vorschriften über die Planung der Wildbewirtschaftung, die Gebietseinteilung und die Jägerdichte.
   
3. Bei Änderung oder Berichtigung der Anzahl, der Grenzen oder der Ausdehnung der Jagdreviere kraft Gesetzes im Sinne der Artikel 7 und 10 kann der Eigentümer oder Pächter eines Grundes im betreffenden Jagdrevier, wenn er auf diesem Grund die Jagdausübung verbieten will, innerhalb von dreißig Tagen ab der Veröffentlichung des entsprechenden Dekretes im Amtsblatt der Region beim für die Jagd zuständigen Landesrat ein begründetes Ansuchen einreichen, über das innerhalb von sechzig Tagen zu entscheiden ist.
   
4. Der Antrag im Sinne von Absatz 3 wird angenommen, sofern er nicht die Durchführung der Planung der Wildbewirtschaftung behindert oder falls die Jagdausübung nicht mit den Schutzkulturen oder jenen in Versuchsanlagen oder mit der wissenschaftlichen Forschung vereinbar ist oder falls die Gefahr eines Schadens oder einer Beeinträchtigung für die Tätigkeiten von bedeutendem wirtschaftlichen, sozialen oder Umweltinteresse gegeben ist.
   
5 Die Grundstücke, auf denen gemäß Absatz 3 Jagdverbot herrscht, werden vom Eigentümer oder Pächter durch Anbringung von Schildern gekennzeichnet. In diesen Gebieten darf niemand, auch nicht der Eigentümer oder Pächter, jagen, und eventuelle Wildschäden werden nicht vergütet.

Artikel 6 - Jagdreviere kraft Gesetzes

1. Es werden die im Anhang zu diesem Gesetz verzeichneten Jagdreviere kraft Gesetzes errichtet.
   
 

Artikel 7 - Unterteilung und Zusammenlegung von Jagdrevieren kraft Gesetzes

1. Um eine rationellere verwaltungs-technische Führung der Jagdreviere kraft Gesetzes zu gewährleisten und eine bessere Regelung der Jagdausübung sicherzustellen, kann der Landeshauptmann - aufgrund eines entsprechenden Beschlusses der Landesregierung und nach Anhören der Wildbeobachtungsstelle - mit Dekret Änderungen in Bezug auf die Anzahl und Ausdehnung der im Anhang zu diesem Gesetz  angeführten Jagdreviere  kraft Gesetzes vornehmen, um Grenz- oder Flächenberichtigungen durchzuführen (d. h. einzelne Jagdreviere kraft Gesetzes zu unterteilen, um zwei oder mehrere Jagdreviere kleineren Ausmaßes zu errichten, oder zwei oder mehrere Jagdreviere kraft Gesetzes zusammenzulegen).
   
2.

Jagdreviere kraft Gesetzes können nur unterteilt werden, wenn ihre Grundfläche mindestens 5000 ha beträgt. Die neu entstehenden Jagdreviere müssen eine Grundfläche von mindestens 2000 ha aufweisen.

3. Die bei Gebietszerlegungen neu festzusetzenden Jagdreviersgrenzen sind nach Möglichkeit auf Grund eindeutig feststehender Katastral-, Gemeinde- oder Ortsteilgrenzen oder anderer orographischer Anhaltspunkte und nach Kriterien festzulegen, die unter dem Gesichtspunkt der Jagd vernünftig sind.
4. Die in Absatz 1 vorgesehenen Maßnahmen werden im Amtsblatt der Region kundgemacht.
5. Wenn ein Jagdrevier unterteilt wird, gilt der Jagderlaubnisschein nur für jenes neu entstandene Jagdrevier, das in dem Teil des Gemeindegebietes liegt, in dem der Jagdausübungsberechtigte ansässig ist.
6. Jagdausübungsberechtigte, die im unterteilten Jagdrevier nicht ansässig sind, müssen der in Artikel 23 genannten Jägervereinigung (im folgenden Vereinigung genannt) schriftlich mitteilen, in welchem neugeschaffenen Jagdrevier sie die Jagd ausüben wollen. Falls die genannte Mitteilung nicht innerhalb von 45 Tagen - ab dem Tag der in Absatz 4 vorgesehenen Kundmachung - bei der Vereinigung eintrifft, teilt diese dem betroffenen Jagdausübungsberechtigten, unter Berücksichtigung der Wilddichte, der Anzahl der Jagdausübungsberechtigten und der vorhandenen Grundfläche, eines der neugeschaffenen Jagdreviere zu.
7. Werden zwei oder mehrere Jagdreviere zu einem einzigen Jagdrevier zusammengelegt, gelten die Jagderlaubnisscheine der Jagdausübungsberechtigten der zusammengelegten Jagdreviere für das gesamte Gebiet des neugebildeten Jagdreviers.
   
  Artikel 8 - Eigenjagdreviere
1. Eine bei Inkrafttreten dieses Gesetzes bereits erteilte behördliche Erlaubnis (Konzession) für Eigenjagdreviere kann - unabhängig vom Ausmaß der Grundfläche - von dem für die Jagd zuständigen Landesamt jeweils für einen Zeitraum von sechs Jahren erneuert werden, sofern das Eigenjagdrevier ordnungsgemäß verwaltet worden ist.
2. Dem Eigenjagdrevier können bei Erneuerung der Erlaubnis von ihm eingeschlossene fremde Grundstücke und im Sinne jagdtechnisch sinnvoller und im Gelände leicht erkennbarer Jagdgrenzen - mit Zustimmung des Grundeigentümers - auch angrenzende Grundflächen angegliedert oder von diesem abgetrennt und dadurch Flächenabrundungen bis zu höchstens 5 % vorgenommen werden. Das Eigenjagdrevier ist von den Grundeigentümern oder Pächtern nach den in der behördlichen Erlaubnis enthaltenen Auflagen zu führen. Insbesondere müssen ein ständiger und wirksamer Jagdschutz gewährleistet sein sowie die Grenzen mit geeigneten Hinweisschildern gekennzeichnet werden.
3. Eine Erneuerung der Eigenjagderlaubnis kann verweigert bzw. die Erlaubnis widerrufen werden, falls bei der Führung und Verwaltung einschlägige Rechtsvorschriften nicht eingehalten oder die Gebühren nicht innerhalb von 90 Tagen ab Aufforderung gezahlt wurden (8).
4. Der Widerruf wird durch das für die Jagd zuständige Landesamt mit Dekret verfügt. Die Grundfläche des Eigenjagdreviers wird bei Nichterneuerung oder bei Widerruf der Erlaubnis - gemäß den Angaben in der Anlage zu diesem Gesetz - dem oder den angrenzenden Jagdrevieren kraft Gesetzes angegliedert.
5. Die bei Inkrafttreten dieses Gesetzes bestehenden Eigenjagdreviere sind im Anhang zu diesem Gesetz unter Angabe der jeweiligen Bezeichnung und Fläche angeführt.
6. Eigenjagdreviere können vom Inhaber der Jagderlaubnis verpachtet werden. Die Pachtverträge werden nach ihrer Genehmigung durch das für die Jagd zuständige Landesamt rechtswirksam. 
7. Wird die Erneuerung der behördlichen Erlaubnis für ein Eigenjagdrevier von mehreren Grundeigentümern beantragt, muß ein Revierleiter ernannt werden, der gegenüber der Behörde allein verantwortlich ist. Inhaber einer Jagderlaubnis, die das Eigenjagdrevier weder selbst führen noch verpachten wollen, können ebenfalls einen Revierleiter namhaft machen. Die Bestellung des Revierleiters muss dem für die Jagd zuständigen Landesamt innerhalb von 30 Tagen schriftlich mitgeteilt werden.
   
 

Artikel 9 - Wildschutzgebiete

1. In Wildschutzgebieten ist die Jagd verboten. Der für die Jagd zuständige Landesrat kann, nach Anhören der Wildbeobachtungsstelle, aus wildbiologischen und hygienisch-gesundheitlichen Gründen sowie zur Einschränkung von Wildschäden an den land- und forstwirtschaftlichen Kulturen den Abschuss bestimmter Wildarten laut Artikel 4 Absätze 1 und 2 erlauben.
2. Wildschutzgebiete im Sinne dieses Gesetzes sind die aufgrund der Landesgesetze vom 25. Juli 1970, Nr. 16 (9), vom 13. August 1973, Nr. 27 (10), und vom 11. Juni 1975, Nr. 29 (11), geschützten Biotope. Entlang der von den Zugvögeln benutzten Routen weist die Landesregierung Wildschutzgebiete aus, die entsprechend den  ökologischen  Erfordernissen  zur Erhaltung und Pflege der natürlichen Lebensräume dieser Vögel beitragen sollen.
3. Die Liegenschaften der öffentlichen Hand, die zum Landesbetrieb für Forst- und Domänenverwaltung gehören, sind im Sinne des Landesgesetzes vom 17. Oktober 1981, Nr. 28 (12), Wildschutzgebiete, die auch bezüglich der Wildbewirtschaftung durch das erwähnte Gesetz geregelt sind.
   
  Artikel 10 - Schongebiete
1. Gebiete, die für bestimmte Wildarten günstige Äsungsbedingungen bieten oder als Wintereinstand besonders geeignet sind, können - nach Anhören der in Artikel 23 genannten Vereinigung sowie der betreffenden Grundeigentümer oder auch auf Antrag der Vereinigung bzw. der Revierleiter von Eigenjagdrevieren - mit Beschluss der Landesregierung zum Schongebiet erklärt werden.
2.  In Schongebieten ist es verboten zu jagen, das Wild zu beunruhigen oder ihm Schaden zuzufügen.
3. Der Stilfser-Joch-Nationalpark ist Schongebiet kraft Gesetzes. Wird die Abgrenzung des Nationalparks im Sinne von Artikel 3 des D.P.R. vom 22. März 1974, Nr. 279 (13), geändert, können mit dem in Artikel 7 vorgesehenen Verfahren neue Jagdreviere kraft Gesetzes errichtet und an den angrenzenden Jagdrevieren kraft Gesetzes Flächen- und Grenzänderungen durchgeführt werden.
   
 

III. JAGDAUSÜBUNG

   
  Artikel 11 - Jagdausübung
1. Unter Jagdausübung (in der Folge Jagd genannt) versteht man jede Tätigkeit, die unter Anwendung der in Artikel 14 genannten Waffen oder Fanggeräte auf das Erlegen oder Fangen von Wild  ausgerichtet ist.
2. Jede andere Art, Wild zu erlegen oder zu fangen, ist verboten, es sei denn, es geschieht durch Zufall oder höhere Gewalt.
3. Als Jagdausübender gilt ebenfalls, wer mit Waffen oder Vorrichtungen, die zum Fangen oder Erlegen von Wild bestimmt sind oder dies erleichtern, das Jagdgebiet durchstreift oder sich darin - in der Absicht, Wild zu erlegen oder zu fangen - aufhält.
4. Rechtmäßig erlegtes oder gefangenes Wild gehört demjenigen, der es erlegt oder einfängt.
5. Widerrechtlich erlegtes oder gefangenes jagdbares Wild gehört dem Verwalter des Jagdgebietes, dem es entnommen wurde; wer krankes oder verletztes Wild findet, muss dies dem Verwalter des zuständigen Jagdgebietes, der darüber verfügt, innerhalb von 24 Stunden melden. Nicht jagdbare Wildarten, die tot gefunden werden, sind entweder dem Naturkundemuseum Südtirol zu übergeben oder der gebietsmäßig zuständigen Dienststelle für Jagd- u. Fischereiaufsicht oder dem Bezirksjägermeister der Jägervereinigung, die mit der Verwaltung der Jagdreviere kraft Gesetzes beauftragt ist, zu melden; die betreffende Einrichtung stellt den Urspungsschein im Sinne von Artikel 22 Absatz 3 aus, sofern das für die Jagd zuständige Landesamt die Tierkadaver  nicht für Lehr- oder Dokumentationszwecke verlangt (14). Allfällige Trophäen von widerrechtlich erlegtem, gefangenem oder tot aufgefundenem Schalenwild müssen, falls sie für die Jägerprüfung oder für die Ausbildung der Jagdaufseher geeignet sind, auf Verlangen dem für Jagd zuständigen Landesamt übergeben werden (15)
6. Die Jagd darf nur ausüben, wer das 18. Lebensjahr vollendet hat, den entsprechenden Jagdgewehrschein besitzt und eine Jagdhaftpflichtversicherung sowie eine Unfallversicherung in Bezug auf die Jagdausübung gemäß den staatlichen Bestimmungen abgeschlossen hat. 
7. Während der Jagd müssen alle vorgeschriebenen Unterlagen mitgeführt und dem Jagdaufseher auf Verlangen vorgezeigt werden.
8. Im ersten Jahr nach der Ausstellung des ersten Jagdgewehrscheines darf der Jagdausübungsberechtigte nur in Begleitung eines anderen Jagdausübungsberechtigten, der seit mindestens drei Jahren einen gültigen Jagderlaubnisschein für das betreffende Jagdgebiet besitzt, die Jagd ausüben. Von dieser Bestimmung ausgenommen ist die Jagd auf Wild, das im Abschussplan gemäß Artikel 27 nicht aufgezählt ist.
9. Nicht als Jagdausübung gelten die genehmigte Nachsuche nach krankgeschossenem Wild und der Abschuss von (jagdbarem) Wild durch die mit dem Jagdschutz betrauten Personen laut Artikel 31 oder durch Jäger bei offensichtlicher Notwendigkeit.
   
  Artikel 12 - Jägerprüfung
1. Der Jagdbefähigungsnachweis, der nach den einschlägigen staatlichen Bestimmungen für die Ausstellung des ersten Jagdgewehrscheins und für die Erneuerung desselben im Falle eines endgültigen Entzuges erforderlich ist, wird vom Amt für Jagd und Fischerei jenen Personen ausgestellt, die das 18. Lebensjahr vollendet und die Jägerprüfung bestanden haben.
2. Der in Absatz 1 genannte Jagdbefähigungsnachweis wird ferner jenen Personen ausgestellt, die außerhalb Südtirols eine gleichwertige Prüfung bestanden haben und in einer Zusatzprüfung ausreichende Kenntnisse über die in Südtirol geltenden Jagdgesetze sowie über die einer Abschussplanung unterliegenden Wildarten nachweisen können. 
3. Die Jägerprüfung sowie die in Absatz 2 vorgesehene Zusatzprüfung werden von einer Kommission abgenommen, die von der Landesregierung auf Vorschlag des zuständigen Landesrates für die Dauer von fünf Jahren ernannt wird. Sie setzt sich zusammen aus:
  a) einem Beamten der achten Funktionsebene als Vorsitzendem; 
  b) drei Fachleuten für Jagdwesen;
  c) zwei Fachleuten für Wildkunde.
4.

Die Zusammensetzung der Kommission muss dem Sprachgruppenverhältnis der jeweils letzten amtlichen Volkszählung entsprechen, vorbehaltlich der Zugangsmöglichkeit für die ladinische Sprachgruppe. 

5. Sekretär der Kommission ist ein Beamter des Amtes für Jagd und Fischerei. 
6. Die Kommission ist beschlussfähig, wenn wenigstens vier Mitglieder und zwar der Vorsitzende sowie drei weitere Mitglieder anwesend sind. Bei Abwesenheit des Vorsitzenden wird dessen Amt vom ältesten Mitglied übernommen.
7. Abweichend von Absatz 6 ist die Kommission bei der Schießübung, die für die Zulassung zum mündlichen Teil zu bestehen ist, beschlussfähig, wenn der Vorsitzende oder sein Stellvertreter und ein Kommissionsmitglied anwesend sind.
8. Prüfungsgegenstände sind:
  a) die heimischen Wildarten, ihr Lebensraum und ihre wichtigsten Krankheiten;
  b) Grundkenntnisse über die Rechtsvorschriften im Bereich der Jagd;
  c) Grundkenntnisse über die Jagdwaffen und -munition sowie deren Gebrauch;
  d) allgemeine Grundkenntnisse über Naturschutz und über den Schutz land- und     forstwirtschaftlicher Kulturen sowie über das Jagdhundewesen und das jagdliche Brauchtum.
9. Nähere Bestimmungen über die Prüfung werden mit Dekret des Landesrates für Landwirtschaft und Forstwesen festgelegt.
   
 

Artikel 13 - Jagdausweis

1. Der Jagdausweis wird für eine etwaige Jagd außerhalb Südtirol von dem für die Jagd zuständigen Landesamt unentgeltlich ausgestellt (16)
2. Im Jagdausweis laut Absatz 1 ist die gewählte Jagdart angegeben; für Inhaber von Jagderlaubnisscheinen für ein Revier in Südtirol entspricht die Jagdart der Gebirgsjagd.
   
 

Artikel 14 - Jagdwaffen und Fanggeräte

1. In den Jagdgebieten Südtirols können folgende Schusswaffen und Munitionsarten für Jagdzwecke benützt und mitgeführt werden:
  a) alle Doppel- und Bockdoppelflinten (Schrotgewehre) mit einer Laufweite nicht größer als Kaliber 12,
  b) alle Büchsen (Kugelgewehre) einschließlich der Repetierbüchse ab Kaliber 5,6 mm; die dazugehörigen Patronen müssen  eine  Hülsenlänge  von  mindestens 40 mm haben,
  c) kombinierte Gewehre, und zwar zwei- und dreiläufige Gewehre mit einem oder zwei Schrotläufen mit einer Laufweite nicht größer als Kaliber 12 sowie einem oder zwei Kugelläufen ab Kaliber 5,6 mm und einer Hülsenlänge von mindestens 40 mm.
2. Die Verwendung von Prügel- oder Kastenfallen und von Abzugeisen kann - unter Beachtung allfälliger von dem für die Jagd zuständigen Landesrat festgesetzter Zeiten und Auflagen - für die Jagd auf Raubwild ebenfalls erlaubt werden. 
3. Der Jagdausübungsberechtigte ist ermächtigt, während der Jagd außer den erlaubten Schusswaffen und Jagdhunden Jagdmesser und -stichwaffen mitzuführen.
4. Omissis.
   
  Artikel 15 - Verbote
1.  Es ist verboten:
  a) in öffentlichen Gärten, öffentlichen und privaten Parkanlagen und auf Sportplätzen zu jagen;
  b) im Bereich staatlicher Verteidigungsanlagen sowie dort zu jagen, wo das Verbot von der Militärbehörde verhängt wird (gegen dieses Verbot ist kein Einspruch möglich) oder wo nationale Gedenkstätten errichtet sind. Alle diese Gebiete müssen deutlich durch Begrenzungstafeln gekennzeichnet sein;
  c) im Umkreis von 100 m von Wohnbauten und Produktionsstätten sowie von Eisenbahnlinien und öffentlichen Straßen und Wegen (mit Ausnahme von Güter- und Forstwegen) zu jagen (17);
  d) Nester und Gelege von Federwild absichtlich zu zerstören und Eier zu entnehmen. Außerdem ist es untersagt, Jungwild zu berühren und zu halten, außer um die Tiere vor dem sicheren Tod zu bewahren. Im letzteren Fall muß innerhalb von 24 Stunden der Verwalter des zuständigen Jagdgebietes verständigt werden, der von Fall zu Fall entscheidet und die getroffene Maßnahme dem Amt für Jagd und Fischerei mitteilt. Ist eine spätere Auswilderung nicht möglich und kann das gefundene Wild für Lehrzwecke verwendet werden, muss es dem Amt für Jagd und Fischerei auf Verlangen ausgehändigt werden; 
  e) Lockvögel oder mechanisch bzw. elektrisch betriebene akustische Lockmittel (mit oder ohne Tonverstärkung) zu verwenden;
  f) bei Übungs- und Wettschießen oder sportlichen Veranstaltungen lebende Vögel als Ziele zu verwenden;
  g) mit Flinten auf Schalenwild sowie mit Büchsen mit einem kleineren Kaliber als 6,5 mm auf Rotwild zu schießen; diese Verbote gelten nicht für den erforderlichen Fangschuss;
  h) Wild zu vergiften;
 

i) Schlingen und Fallen - mit Ausnahme der in Artikel 14 Absatz 2 angeführten Fanggeräte - aufzustellen;

 

j) künstliche Lichtquellen zum Erlegen oder Fangen von Wild zu verwenden;

  k) bei der Jagd und insbesondere beim Aufstöbern von Wild Funksprechgeräte zu verwenden;
 

l) Brackenjagd auf Schalenwild zu betreiben;

  m) Weidevieh durch die Jagd, insbesondere jener mit Hunden, oder durch Treibjagden zu gefährden;
  n) auf der Jagd Gase, Explosivstoffe, Strom oder Betäubungs- und Lähmungsmittel zu verwenden;
  o) Vögel zu fangen
  p) Luft- oder Gasdruckwaffen sowie Repetier- oder Selbstladeflinten zu verwenden, sofern die Schusszahl der letzteren nicht durch eine geeignete Vorrichtung auf zwei Schuss reduziert ist; 
  q) in Gehegen - ausgenommen sind die von Artikel 19 Absatz 7 vorgesehenen Fälle - sowie auf Grundstücken zu jagen, die von einer Mauer, einem Gitterzaun oder einer anderen wirksamen Einfriedung mit einer Mindesthöhe von 1,20 m oder von ganzjährig vorhandenen Gewässern von wenigstens 1,50 m Tiefe und 3 m Breite umgeben sind. Dieses Verbot gilt nicht für land- und forstwirtschaftlich genutzte Grundflächen, die eingezäunt worden sind, um Wildschäden zu vermeiden. Die bestehenden oder noch abzugrenzenden geschlossenen Grundstücke müssen dem Amt für Jagd und Fischerei gemeldet werden. Die Eigentümer oder Pächter geschlossener Grundstücke müssen auf ihre Kosten die nötigen Grenztafeln anbringen;
  r) auf landwirtschaftlich genutzten Flächen vor und während der Ernte zu jagen, wenn dadurch Schäden entstehen könnten;
  s) mit Faustfeuerwaffen, Randfeuerpatronen, Flintenlaufgeschossen und schallgedämpften Schusswaffen zu jagen;
   t) von Kraft-, Wasser- oder Luftfahrzeugen aus zu jagen.
2.  Es ist weiters jeder dazu verpflichtet, die von den einschlägigen Rechtsvorschriften des Staates vorgeschriebenen Verbote zu befolgen, die die Benützung und das Tragen von Schusswaffen und Munition betreffen.
3. Der für die Jagd zuständige Landesrat ist ermächtigt, in bestimmten Fällen namentlich zu nennenden Personen den Einsatz der unter Buchstabe k) erwähnten Mittel sowie - nach Anhören der Wildbeobachtungsstelle und ausschließlich für wissenschaftliche Zwecke - Instituten oder qualifiziertem Personal den Vogelfang und das Einsammeln von Eiern zu gestatten.
   
 

Artikel 16 - Jägernotweg und Wildfolge

1. Falls die Jagdausübungsberechtigten ein Jagdrevier nur auf einem unzumutbar langen oder beschwerlichen Umweg erreichen können, kann ihnen das Durchqueren eines fremden Jagdreviers über einen Jägernotweg gestattet werden. Ebenso kann die Nachsuche nach krankgeschossenem Wild über die Grenzen des Jagdreviers hinaus bei Bedarf erlaubt werden. Die Einzelheiten über die Benützung eines Jägernotweges  sowie die Fälle der erlaubten Wildfolge werden mit Durchführungsverordnung festgelegt.
   
 

Artikel 17 - Verhaltensweise im Jagdgebiet

1. Nicht jagdausübungsberechtigten Personen ist das Ankirren (Anlocken des Wildes durch das Auslegen von Futtermitteln) und das Berühren von Jungwild sowie jede vorsätzliche Beunruhigung und Verfolgung von Wild verboten.
2. Wird auf einer öffentlichen Straße überwechselndes Wild durch ein Fahrzeug - ohne Vorsatz des Lenkers - getötet, so ist dieser verpflichtet, den Vorfall dem Verwalter des betreffenden Jagdgebietes, dem Jagdaufseher oder den Organen der Forstpolizei innerhalb von 24 Stunden zu melden. In diesem Fall gehört das Wildbret dem Lenker des Unfallfahrzeuges; Trophäen des Schalenwildes, die sich für Lehrzwecke eignen, sind auf Verlangen dem Amt für Jagd und Fischerei auszuhändigen.
3. Hochsitze und -stände dürfen nur mit Genehmigung des Grundeigentümers errichtet werden. Unbefugten ist das Besteigen der genannten Vorrichtungen verboten.
   
 

IV. WILDHALTUNG UND WILDHANDEL

   
 

Artikel 18 - Wildfang und -Verwendung

1. Der für die Jagd zuständige Landesrat kann - nach Einholen des Gutachtens der Wildbeobachtungsstelle - zu Forschungszwecken qualifiziertem Personal wissenschaftlicher Institute und Laboratorien, zoologischer Gärten und Naturparke sowie dem Amt für Jagd und Fischerei auf einen begründeten Antrag hin die Erlaubnis erteilen, bestimmte Exemplare von Säugetieren unter Beachtung der auferlegten Bedingungen zu fangen und zu verwenden.
2. Wer beringte Vögel einfängt, auffindet oder tötet, ist verpflichtet, dies unverzüglich dem staatlichen Institut für Wildbiologie oder im Gemeindeamt, auf dessen Gebiet sich der Vorfall zugetragen hat, zu melden; das Gemeindeamt wiederum hat das obengenannte Institut zu informieren (18).
   
  Artikel 19 - Gehege
1. Gehege im Sinne dieses Gesetzes sind eingefriedete Grundflächen, auf denen Wild für Forschungs- oder Hegezwecke, für Ernährungszwecke oder für eine spätere Auswilderung gehalten wird.
2. Gehege müssen gegen benachbarte Grundstücke derart abgeschlossen sein, dass das Wild mit Ausnahme des Federwildes weder ein- noch auswechseln kann. Im Gehege dürfen nur solche Wildarten gehalten werden, für die das Gehege den entsprechenden Biotop aufweist sowie ausreichende natürliche Äsungsmöglichkeiten und künstliche Fütterungsmöglichkeiten bietet.
3. Die Errichtung von Gehegen bedarf der Bewilligung des für die Jagd zuständigen Landesamtes, das unter Berücksichtigung der Wildart sowie der Größe und Beschaffenheit des Geheges im einzelnen festlegt, welches und wieviel Wild im Gehege gehalten werden darf, sofern dadurch die Jagd in den angrenzenden Jagdrevieren nicht wesentlich beeinträchtigt wird.
4. Die Bewilligung ist zu widerrufen, wenn eine der  Voraussetzungen nach Absatz 2 und 3   nicht mehr zutrifft.
5. Die Inhaber einer Bewilligung zur Anlage und Führung eines Geheges sind verpflichtet, ein vom Amt für Jagd und Fischerei vidimiertes Eingangs- und Ausgangsregister zu führen, in welchem jeder Zu- und Abgang von Wild sowie dessen Herkunft vermerkt werden müssen. Außerdem kann das in Artikel 31 genannte Jagdschutzpersonal im Ein- und Ausgangsregister Einsicht nehmen und Kontrollen im Gehege durchführen.
6. In den Gehegen ist die Jagd im Sinne von Artikel 15 Absatz 1 Buchstabe q) verboten. In größeren Gehegen dürfen Abschüsse, die eventuell aus hygienisch-gesundheitlichen oder sozialbiologischen Gründen erforderlich sind, nur von Jagdaufsehern oder, in Anwesenheit des Jagdaufsehers des angrenzenden Jagdgebietes, vom Inhaber der in Absatz 3 genannten Bewilligung vorgenommen werden. In Gehegen, wo Wild zu Ernährungszwecken gehalten wird, gelten das Einfangen und das anschließende Töten der Tiere nicht als Jagdausübung.
   6-bis. Für die Errichtung und Führung von Pflegezentren für die heimische Vogelwelt seitens Personen, die dazu im Sinne von Absatz 3 ermächtigt sind und eine besondere Kenntnis auf diesem Sachbereich besitzen, kann die Landesregierung Beiträge bis zu 90 Prozent der zur Finanzierung zugelassenen Ausgaben gewähren (19).
7. Omissis.
   
  Artikel 19-bis  Haltung von Vögeln zu Zier- und Liebhaberzwecken
1. Der Direktor des für die Jagd zuständigen Landesamtes kann bewilligen, dass einheimische Vögel der Familien der Finken, Ammern und Weber sowie exotische Vögel zu Zier- und Liebhaberzwecken gefangengehalten, ausgestellt und vermarktet werden. Die Bewilligung kann besondere Vorschriften enthalten und Kontrollen, auch durch Beringung der Tiere vorsehen.
2. Die Kriterien für die Ausstellung der Bewilligung laut Absatz 1 und für deren eventuellen Widerruf sowie die entsprechenden Vorgangsweisen werden von der Landesregierung festgelegt, die auch bestimmt, innerhalb welcher Frist Personen, die Vögel laut Absatz 1 besitzen, diese Tiere beim für die Jagd zuständigen Landesamt zu melden haben. Der Beschluss der Landesregierung ist im Amtsblatt der Region zu veröffentlichen (20).
   
 

Artikel 20 - Handel mit Wild

1. Der Handel mit totem Haarwild ist nur erlaubt, wenn dessen Herkunft nachgewiesen werden kann.
2. Die Jagdausübungsberechtigten können rechtmäßig erlegtes Wild veräußern, wenn die Herkunft des Wildes durch einen vom Verwalter des betreffenden Jagdgebietes ausgestellten Wildursprungsschein nachgewiesen wird. Der Wildursprungsschein ist am Wild zu befestigen, um jederzeit eine Überprüfung zu ermöglichen. Der Käufer muss den Ursprungsschein mindestens sechs Monate lang aufbewahren und bei Kontrollen dem Jagdschutzpersonal vorzeigen.
3. Die Landesregierung kann Vorschriften darüber erlassen, wie die Kontrolle des Wildhandels zu erfolgen hat.
4. Die Herkunft von Wild aus Gebieten außerhalb Südtirols muss anhand von Rechnungen oder sonstigen Unterlagen nachgewiesen werden.
   
 

Artikel 21 - Aussetzen von Wild

1. Lebendes Wild darf, sofern es zu den in Südtirol bereits vorhandenen Wildarten gehört, nur zum Zweck der Bestandsaufstockung ausgesetzt werden; für die Aussetzung ist die Genehmigung des Direktors des für die Jagd zuständigen Landesamtes einzuholen.
2. Ohne ausdrückliche Genehmigung ist es verboten, Wild, das nicht zur einheimischen Fauna gehört, nach Südtirol einzuführen: dies gilt nicht für Tiere für zoologische Gärten, Zirkusse und Tierschauen oder für solche, die traditionell zur Zucht oder zum Verkauf für Zier- und Liebhaberzwecke dienen. Die Genehmigung wird von der Wildbeobachtungsstelle unter Beachtung der veterinär- und gesundheitspolizeilichen Bestimmungen erteilt.
   
 

Artikel 22 - Ausstopfen von Wild; Gerben von Fellen

1. Wer hauptberuflich oder auch als Freizeitbeschäftigung die Tätigkeit eines Präparators oder Gerbers ausübt, muss eine von der Südtiroler Landesregierung ausgestellte Bewilligung besitzen.
2. Voraussetzung für die Gewährung der in Absatz 1 genannten Bewilligung ist die schriftliche Erklärung des Gesuchstellers, Besichtigungen und Kontrollen durch das in Artikel 31 erwähnte Jagdschutzpersonal in den Präparier- und Aufbewahrungsräumen sowie der dazugehörenden Geräte zu gestatten.
3. Jedes tote Wild, einschließlich der nicht jagdbaren Arten, Decken und Bälge sowie Trophäen, die zum Gerben oder zum Ausstopfen entgegengenommen werden, muss mit dem in Artikel 20 vorgesehenen Wildursprungsschein versehen sein. Für die Arten, welche dem Naturkundemuseum oder dem für die Jagd zuständigen Landesamt übergeben werden, ersetzt die entsprechende Eintragung im Eingangsregister den Ursprungschein.
4. Die Präparatoren und Gerber sind verpflichtet, das vom Amt für Jagd und Fischerei vidimierte Wildhandelsbuch (Eingangs- und Ausgangsregister) zu führen, in welchem jeder Zu- und Abgang von Wild (oder Teilen davon) vermerkt werden muss. Dem in Artikel 31 genannten Jagdschutzpersonal ist die Einsicht in die Register jederzeit gestattet.
5. Jeder Präparator und Gerber ist angehalten, bei der Übernahme von Wild, dessen Herkunft unklar ist und nicht nachgewiesen werden kann, sofort einen Jagdaufseher oder die Organe der Forstpolizei zu verständigen und den Auftrag abzulehnen.
6. Wer die in Absatz 1 beschriebene Tätigkeit bereits ausübt, ist verpflichtet, innerhalb von 90 Tagen ab Inkrafttreten dieses Gesetzes beim Amt für Jagd und Fischerei ein Ansuchen um Ausstellung der Bewilligung einzureichen und eine Liste jener Wildtiere bzw. Teile davon beizulegen, die er zum Zeitpunkt der Vorlage des Ansuchens (in einer Kühlvorrichtung, einem anderen Behälter oder in einem Arbeitsraum) verwahrt.
   
 

V. VERWALTUNG DER JAGDREVIERE KRAFT GESETZES

   
 

Artikel 23 - Verwaltung der Jagdreviere kraft Gesetzes

1. Die Verwaltung der Jagdreviere kraft Gesetzes kann mit Dekret des Landeshauptmanns aufgrund eines entsprechenden Beschlusses der Landesregierung - zugunsten der eingeschriebenen und nicht eingeschriebenen Jagdausübungsberechtigten - der in Südtirol am stärksten vertretenen Jägervereinigung (im folgenden Vereinigung genannt) anvertraut werden. Die beauftragte Vereinigung nimmt bei der Verwaltung der Jagdreviere die Mitarbeit allfälliger anderer Jägervereinigungen in Anspruch, die mindestens 15 % der in Südtirol ansässigen Jagdausübungsberechtigten vertreten und die sich im Verhältnis zur Zahl der Mitglieder an den Verwaltungsspesen beteiligen.
2. Voraussetzung für die Übertragung der Verwaltung der Jagdreviere kraft Gesetzes sowie für die Mitarbeit bei deren Verwaltung ist, dass die mit einer öffentlichen Urkunde gegründeten Vereinigungen mit Beschluss der Landesregierung als Jägervereinigungen auf Landesebene anerkannt worden sind (21).
3. Die Übertragung der Verwaltung der Jagdreviere kraft Gesetzes kann der Vereinigung wegen Nachlässigkeit bei der Führung oder aufgrund einer Übertretung der im Sachbereich der Jagd geltenden Bestimmungen entzogen werden. Dieser Entzug wird mit Dekret des Landeshauptmanns aufgrund eines entsprechenden Beschlusses der Landesregierung verfügt.
4. Die Landesregierung kann der Vereinigung für die Ausübung der ihr übertragenen Aufgaben und Befugnisse Zuschüsse bis zu 70 % der Ausgaben gewähren. Auf Antrag der betroffenen Vereinigung können 50 % des Zuschusses als Vorschuss gezahlt werden, sobald die entsprechende Maßnahme rechtskräftig ist.
5. Die Durchführung der gemäß Absatz 1 der Vereinigung übertragenen Aufgaben wird als Tätigkeit im öffentlichen Interesse anerkannt.
6. Die Richtlinien für die Verwaltung der Jagdreviere kraft Gesetzes werden mit Durchführungsverordnung erlassen.
   
 

Artikel 24 - Gesetzmäßigkeitskontrolle

1. Die Vereinigung kann - unter Beachtung dieses Gesetzes - für sämtliche Jagdreviere kraft Gesetzes Richtlinien über die Jagd sowie darüber erlassen, wem das Wildbret von rechtmäßig erlegtem Schalenwild gehört. Diese Richtlinien unterliegen der Gesetzmäßigkeitskontrolle durch die Landesregierung. Maßnahmen, welche die Abschussrichtlinien, die Einschreibegebühr sowie den von Nicht- Mitgliedern der Vereinigung zu entrichtenden Jahresbeitrag betreffen, unterliegen außerdem der Sachkontrolle.
2. Omissis.
3.  Die Vereinigung teilt die Maßnahme - schriftlich und in doppelter Ausfertigung - dem Amt für Jagd und Fischerei mittels Einschreibebrief mit. Die Landesregierung muss die Kontrolle nach Absatz 1 innerhalb von 30 Tagen ab Erhalt der Mitteilung durchführen. Nach Ablauf dieser Frist gilt die Maßnahme als mit Sichtvermerk versehen, sofern die Landesregierung nicht allfällige Änderungen mitgeteilt oder die Maßnahme zurückgewiesen hat.
4. Die Vorschriften, die sich aus den genannten Richtlinien ergeben oder darin enthalten sind, müssen im Mitteilungsblatt der Vereinigung, die im Sinne von Artikel 23 mit der Verwaltung der Jagdreviere kraft Gesetzes betraut ist, veröffentlicht werden.
   
 

Artikel 25 - Jagderlaubnisscheine

1. Um in den Jagdrevieren kraft Gesetzes die Jagd ausüben zu dürfen, ist der Besitz einer der folgenden an die Person gebundenen Jagderlaubnisscheine erforderlich:
  a) Jahreskarte;
 

b) Gastkarte;

  c) Tages- oder Wochenkarte.
2. Anrecht auf die Jahres- oder Gastkarte hat, wer gemäß Artikel 11 Absatz 6 die Voraussetzungen besitzt und im Gebiet des entsprechenden Jagdreviers kraft Gesetzes ansässig oder Eigentümer einer in diesem Jagdrevier liegenden Mindestkultureinheit bzw. einer Wald- oder Almfläche von mindestens 50 ha ist. Die Mindestdauer der für die Erlangung einer Jahres- bzw. Gastkarte erforderlichen Ansässigkeit sowie Ausstellung und Widerruf der Jagderlaubnisscheine für die Jagdreviere kraft Gesetzes werden mit Durchführungsverordnung geregelt.
3. Für die Jagd in den Eigenjagdrevieren ist - soweit es sich nicht um den Revierleiter handelt - ein Jagderlaubnisschein erforderlich, der vom Revierleiter auf den vom Amt für Jagd und Fischerei zur Verfügung gestellten Vordrucken ausgestellt werden muss.
4.  Die Jagderlaubnisscheine sind nicht übertragbar.
5.  Der auch nur zeitweilige Verlust einer der in Artikel 11 Absatz 6 angeführten Voraussetzungen bewirkt den Verlust der Jahres- oder Gastkarte.
   
 

Artikel 26 - Omissis.

   
 

Artikel 27 - Abschussplan und Trophäenschau

1. Schalenwild, Rauhfußhühner und das Steinhuhn sowie gegebenenfalls andere im Jagdkalender angeführte Wildarten dürfen nur im Rahmen eines Abschussplanes gejagt werden.
2. Der Abschussplan ist so zu erstellen, dass ein der Größe und den Äsungsverhältnissen des Jagdgebietes angemessener Wildbestand erreicht und erhalten werden kann; dabei sind der richtige Altersaufbau und das natürliche Geschlechterverhältnis der betreffenden Wildbestände sowie die Belange der Land- und Forstwirtschaft zu berücksichtigen. 
3. Die Einhaltung des Abschussplanes und der gemäß Artikel 24 erlassenen Vorschriften wird jährlich bei den Trophäenschauen (Hegeschauen) überprüft; dabei sind sämtliche Trophäen des Schalenwildes, das im Vorjahr in den Jagdrevieren kraft Gesetzes und in den Eigenjagden erlegt worden ist, vorzuzeigen.
   
 

VI. JAGDBEHÖRDEN

   
 

Artikel 28  Omissis.

   
 

Artikel 29 - Kontrolle über die Wildtiere

1. Der für die Jagd zuständige Landesrat kann die Jagd auf bestimmte in Artikel 4 genannte Wildarten für festgesetzte Zeiten verbieten oder einschränken, wenn wichtige mit dem Wildbestand zusammenhängende Gründe oder besondere jahreszeitlich, klimatisch, durch Krankheiten oder Naturkatastrophen bedingte Umstände dies erfordern.
2. Der für die Jagd zuständige Landesrat kann jederzeit das Fangen oder Erlegen der in Artikel 4 Absätze 1 und 2 angeführten jagdbaren Wildarten erlauben, wenn dies aus gesundheitspolizeilichen oder Sicherheitsgründen, zum Schutz der land- und forstwirtschaftlichen Kulturen, der Fischerei und der Viehwirtschaft oder zur Bestandssicherung erforderlich ist; in der Erlaubnis sind die Mittel, die Zeiten und die Vorgangsweise, auch abweichend von Artikel 15 Absatz 1 Buchstabe j), anzugeben.
   
 

Artikel 30 - Amt für Jagd und Fischerei

1. Das Amt für Jagd und Fischerei, welches mit Landesgesetz vom 21. Mai 1981, Nr. 11 (22), geschaffen worden ist, nimmt - außer den in demselben Gesetz sowie in anderen Artikeln dieses Gesetzes aufgezählten - folgende Aufgaben und Befugnisse wahr:
  a) Kontrolle über die Führung und Verwaltung der Eigenjagdreviere;
 

b) Überwachung des Jagdschutzes;

 

c) Erledigung der Arbeiten im Rahmen des Sekretariats der Wildbeobachtungsstelle;

 

d) Omissis;

 

e) Zusammenarbeit mit dem Landestierarzt bei der Bekämpfung von Wildkrankheiten.

   
 

VII. JAGD- UND WILDSCHUTZ  (siehe auch Jagdaufsicht)   

   
 

Artikel 31 - Jagdschutz

1. Der Jagdschutz und im besonderen die Aufsicht über die Einhaltung der einschlägigen Vorschriften obliegt den hauptberuflichen und freiwilligen Jagdaufsehern der Landesregierung (23), der Vereinigung sowie der Eigenjagdverwalter, sofern ihnen im Sinne der Bestimmungen über die öffentliche Sicherheit die Eigenschaft eines vereidigten Aufsehers zuerkannt ist; die Aufsicht obliegt ferner den Organen der Forstpolizei sowie den Offizieren und Beamten der Gerichtspolizei.
2. In den Jagdrevieren kraft Gesetzes hat die Vereinigung direkt oder über geeignetes Personal der Reviere für einen wirksamen Jagdschutz zu sorgen und auf jeden Fall für je 10.000 ha Jagdfläche die Bestellung mindestens eines hauptberuflichen Jagdaufsehers zu gewährleisten. Unter Beachtung dieser Auflage kann ein gemeinsamer Jagdaufseher für mehrere Jagdreviere bestellt werden, sofern ein regelmäßiger, dauernder und ausreichender Jagdschutz gewährleistet ist. Auf jeden Fall ist die Begründung und Auflösung von Dienstverhältnissen von Jagdaufsehern, die in einem oder mehreren zusammengeschlossenen Revieren angestellt werden sollen bzw. sind, von der Jägervereinigung zu genehmigen.
3. Der zuständige Landesrat kann für einzelne Jagdreviere Ausnahmen von den in Absatz 2 genannten Bestimmungen unter der Bedingung erlauben, daß der Jagdschutz trotzdem gewährleistet ist und die von einem hauptberuflichen Jagdaufseher zu überwachende Fläche das in Absatz 2 angegebene Ausmaß nicht um mehr als 20 % übersteigt.
4. Falls in einem Jagdrevier für einen Zeitraum von 12 Monaten kein ordnungsgemäßer Jagdschutz gewährleistet ist, hat das Amt für Jagd und Fischerei die ausgestellten Jagderlaubnisscheine nach vorheriger Warnung der Vereinigung zu widerrufen. Gegen die Verfügung des Amtes für Jagd und Fischerei kann bei der Landesregierung innerhalb von 30 Tagen Einspruch erhoben werden. In solchen Fällen werden Abschüsse von jagdbaren Tieren, die aus wildbiologischen Gründen bzw. im Sinne einer angemessenen Wildhege oder zum Schutz land- oder forstwirtschaftlicher Kulturen notwendig sind, von den vom Amt für Jagd und Fischerei beauftragten Jagdaufsehern vorgenommen.
  4-bis. Sofern nicht schwerwiegende Gründe bestehen, verfügt das für Jagd zuständige Landesamt auf dieselbe Art und Weise, wie sie in Absatz 4 vorgesehen ist, den Widerruf der ausgestellten Jagderlaubnisscheine, auch wenn festgestellt wird, dass in einem Jahrzehnt mehr als einmal für die Dauer von drei bis zu zwölf Monaten der Jagdschutz, wie er von Absatz 2 vorgeschrieben ist, unterbrochen wird. In diesem Zusammenhang gilt die fehlende Aufsicht als nicht unterbrochen, wenn ein Jagdaufseher für einen Zeitraum angestellt wird, der weniger als zwölf Monate andauert. Gegen die Verfügung des Direktors des für Jagd zuständigen Landesamtes kann der Betroffene innerhalb von 30 Tagen ab Mitteilung bei der Landesregierung Einspruch erheben; in diesem Fall finden die Bestimmungen des dritten Satzes von Absatz 4 Anwendung (24).
5. Die hauptberuflichen Jagdaufseher, die im Sinne von Absatz 1 mit der Aufsicht über die Einhaltung der Jagdvorschriften betraut werden, sind bei der Wahrnehmung der Aufgaben laut Artikel 28 des Gesetzes vom 11. Februar 1992, Nr. 157 (25), einfache Amtsträger der Gerichtspolizei.
   
 

Artikel 32 - Aufgaben und Befugnisse der Jagdaufseher

   
1. Die mit dem Jagdschutz beauftragten Personen können in Ausübung ihres Dienstes jede Person, die im Besitz jagdtauglicher Waffen oder Geräte oder von lebendem oder totem Wild oder beim Jagen bzw. in Jagdbereitschaft angetroffen wird, anhalten und ihre Identität überprüfen und sie auffordern, den Gewehrschein, den Jagderlaubnisschein und die Jagdhaftpflichtversicherungspolizze vorzuweisen (26).
2. Wird ein in Artikel 4 Absatz 3, Artikel 11 Absatz 6, Artikel 14 Absatz 1 und Artikel 15 Absatz 1, Buchstaben a), b), c), i), j), n), o), p) und q) genanntes Verbot übertreten und wird eine entsprechende Vorhaltung gemacht, ist das Jagdschutzpersonal befugt, Wild, Waffen und Jagdmittel - mit Ausnahme des Hundes - im Verwaltungswege zu beschlagnahmen und in den von Artikel 5 sowie Artikel 15 Buchstaben d), e), f), h) und l) vorgesehenen Fällen nur das Wild zu beschlagnahmen; dabei ist eine Niederschrift zu verfassen, von der eine Kopie dem Übertreter sofort zu übergeben oder, sollte dies nicht möglich sein, innerhalb von 30 Tagen zuzustellen ist (27).
3.  Befindet sich unter den beschlagnahmten Sachen lebendes Wild, sorgen die Jagdaufseher unverzüglich für dessen Freilassung an Ort und Stelle.
4.  Das beschlagnahmte tote jagdbare Wild wird dem Verwalter des Jagdgebietes, dem es entnommen worden ist, zum Verkauf übergeben; dieser kann erst ab dem Zeitpunkt, in dem eine Übertretung endgültig festgestellt ist, den erzielten Preis als teilweisen Schadenersatz einziehen. Beschlagnahmte nicht jagdbare Tiere werden dem Amt für Jagd und Fischerei übergeben, das von Fall zu Fall über deren Verwendung entscheidet. Wird keine Übertretung festgestellt, so wird der Erlös des verkauften Wildes dem Erleger rückerstattet.
5. Sofern die Jagdaufseher Kenntnis von einer Übertretung dieses Gesetzes haben oder auch nur ein diesbezüglicher begründeter Verdacht besteht, haben sie die Vereinigung oder das Amt für Jagd und Fischerei unverzüglich zu benachrichtigen.
6. Den hauptberuflichen Jagdaufsehern ist die Jagd in ihrem Tätigkeitsbereich untersagt, sofern sie nicht eine entsprechende Bewilligung von der ihnen vorgesetzten Stelle erhalten (28).
7. Die hauptberuflichen Jagdaufseher üben in der Regel den Dienst innerhalb des ihnen zugeteilten Gebietes aus.
8. Die hauptberuflichen Jagdaufseher sind ermächtigt, schwerkrankes Wild, einer Infektions- oder parasitären Krankheit verdächtigtes sowie schwerverletztes jagdbares Wild jederzeit zu erlegen, um dessen Leiden zu verkürzen und die Ausbreitung ansteckender Krankheit zu verhindern (29). Die hauptberuflichen Jagdaufseher und die mit einer schriftlichen Vollmacht des für die Jagd zuständigen Landesrates ausgestatteten freiwilligen Aufseher der Eigenjagdreviere sowie die Organe der Forstpolizei, welche den Jagdgewehrschein besitzen, sind weiters ermächtigt, - in der in Artikel 4 angegebenen Zeit - zu jeder Tages- und Nachtzeit Raubwild zu fangen oder zu erlegen.
   
 

Artikel 33 - Bestellung zum hauptberuflichen Jagdaufseher

1.  Zu hauptberuflichen Jagdaufsehern dürfen nur Personen bestellt werden, die:
   
 

a) italienische Staatsbürger sind und ein Abschlusszeugnis der Pflichtschule besitzen;

 

b) das 18. Lebensjahr vollendet haben;

  c) geistig und körperlich für die mit der Ausübung des Jagdschutzes verbundenen Aufgaben geeignet und verläßlich sind; 
 

d) die Jäger- und Jagdaufseherprüfung bestanden haben.

   
 

Artikel 34 - Jagdaufseherprüfung

1. Die Jagdaufseherprüfung wird von einer von der Landesregierung für die Dauer von fünf Jahren gebildeten Kommission abgenommen. Diese setzt sich zusammen aus:
 

a) dem Direktor des Amtes für Jagd und Fischerei als Vorsitzendem;

  b) zwei Fachleuten für Jagdwesen, die auf Vorschlag des zuständigen Landesrates ernannt werden;
  c) einem Sachverständigen für Forstwirtschaft;
 

d) einem Vertreter der Vereinigung.

2. Die Zusammensetzung der in Absatz 1 genannten Kommission muss dem Sprachgruppenverhältnis im Landtag (30) angepasst sein. Den Mitgliedern steht außer der normalen Außendienstvergütung die von Artikel 1 des Landesgesetzes  vom  26. August 1961, Nr. 10, in geltender Fassung (31), vorgesehene Vergütung zu, vorbehaltlich der Zugangsmöglichkeit für die ladinische Sprachgruppe. 
3. Den Prüfungsstoff und die Jagdaufseherprüfung betreffende Einzelheiten werden in der Durchführungsverordnung zu diesem Gesetz geregelt.
4. Voraussetzung für die Zulassung zur Jagdaufseherprüfung ist die erfolgreiche Teilnahme an einem sechsmonatigen einschlägigen Schulungskurs. Ebenfalls zur Prüfung zugelassen wird, wer einen Ausbildungskurs für angehende Forstwachen abgeschlossen hat und den Jagdgewehrschein besitzt.
5. Die Landesregierung kann Schulungskurse für Jagdaufseher selbst durchführen oder geeignete Vereinigungen, Körperschaften oder Anstalten mit der Abhaltung dieser Kurse beauftragen.
6.  Hauptberufliche Jagdaufseher, die bei Inkrafttreten dieses Gesetzes bei der Landesverwaltung, bei der Sektion Bozen des italienischen Jagdverbandes oder in einem Jagdrevier seit mindestens drei Jahren Dienst leisten, sind von der Ablegung der Jagdaufseherprüfung befreit, sofern sie innerhalb von sechs Monaten ab Inkrafttreten dieses Gesetzes beim Amt für Jagd und Fischerei die entsprechende Bescheinigung beantragen.
   
 

Artikel 34-bis  Freiwillige Jagdaufseher

1.  Die Bezeichnung „Freiwillige Jagdaufseher“ darf nur Bürgern verliehen werden, die nach den Gesetzen über die öffentliche Sicherheit eine Eignungsbescheinigung haben, welche bei Bestehen einer Prüfung vor der Kommission laut Artikel 34 Absatz 1 ausgestellt wird.
   
 

Artikel 35 - Wildschutz vor Hunden

1.  Hunde dürfen im Jagdgebiet nur unter bestmöglicher Beaufsichtigung mitgeführt werden. Wer gegen diese Bestimmungen verstößt, wird mit einer Geldbuße im Sinne von Artikel 39 Buchstabe h) bestraft.
2. Die Verwalter von Jagdrevieren weisen für das Abrichten von Jagdhunden zu Zeiten, während derer die Jagd geschlossen ist, begrenzte Flächen aus.
3. Die von der Landesverwaltung abhängigen Jagdaufseher und die Angehörigen des Landesforstkorps, welche den Jagdgewehrschein besitzen, sind ermächtigt, außerhalb der näheren Umgebung von Wohnsiedlungen streunende Hunde zu erlegen, die von ansteckenden Krankheiten befallen oder jedenfalls für die menschliche Gesundheit, für die Haustiere auf der Weide oder für das Wild gefährlich erscheinen.
   
 

VIII.WILD- UND JAGDSCHADEN

   
 

Artikel 36 - Wild- und Jagdschaden

1.  Der Wildschaden umfasst den innerhalb des Jagdgebietes vom Wild an den land- und forstwirtschaftlichen Kulturen verursachten Schaden. Ein Wildschaden am Wald im Sinne dieses Gesetzes liegt vor, wenn die Einwirkungen des Wildes durch Verbiss, Fegen oder Schälen:
  a) in den Beständen Blößen verursachen oder auf größerer Fläche die gesunde Bestandsentwicklung unmöglich machen oder wesentlich verschlechtern;
 

b) den Erfolg von Aufforstungen von über fünfundzwanzig Prozent gefährden;

   c) Naturverjüngungen nicht in der nötigen Individuenzahl und im erforderlichen Holzartenmischungsverhältnis aufkommen lassen, welche beide von der Forstbehörde für jede Waldgesellschaft festgelegt werden.
2. Der Jagdschaden umfasst allen Schaden, der während der Jagd, der Überwachungstätigkeit oder dem Jagdschutzdienst und den damit zusammenhängenden Tätigkeiten von den im Sinne dieses Gesetzes dazu ermächtigten Personen, von den Aufsehern und den Jagdhunden an land- und forstwirtschaftlichen Kulturen sowie an Haustieren verursacht wird.
3. Die Verwalter von Jagdrevieren kraft Gesetzes und der Eigenjagdreviere haben den von jagdbaren Tieren an landwirtschaftlichen Kulturen und in Privatwäldern verursachten Schaden zu ersetzen. Der Schaden, der bei der Jagd verursacht wird, ist vom Verursacher zu vergüten. Die Vergütung für Schäden an forstwirtschaftlichen Kulturen laut Absatz 1 Buchstaben a), b) und c) kann nur dann verlangt werden, wenn weniger als 85 % des im Abschussplan vorgesehenen Schalenwildes erlegt wurden, und wenn der Schadensfall nicht mehr als fünf Jahre vor dem entsprechenden Ansuchen zurückliegt und von der Forstbehörde anerkannt wurde. Handelt es sich um einen sich wiederholenden Schaden, kann das Vergütungsansuchen alle fünf Jahre eingereicht werden.
4. Sofern dies nicht bereits geschehen ist, können die Vertreter der Jagdreviere und die Vertreter der Grundeigentümer eine Vereinbarung treffen, in der das Verfahren für die Feststellung des Ausmaßes der Wildschäden sowie die Frist für die Feststellung und die entsprechende Vergütung festzulegen sind. Das Ausmaß eventueller anderer Wildschäden wird von den Ämtern des Assessorates für Land- und Forstwirtschaft geschätzt.
5. Wenn die Vereinigung oder deren Organe den in Absatz 4 festgestellten Wildschaden nicht innerhalb von 30 Tagen vergüten, kann der für die Jagd zuständige Landesrat die für das betreffende Jagdrevier ausgestellten Jagderlaubnisscheine widerrufen und geeignete Personen mit der Durchführung der erforderlichen Abschüsse beauftragen (32).
   
 

Artikel 37 - Schadenersatz durch die Landesregierung

1. Die Landesregierung kann den Eigentümern oder Pächtern für die an land- oder forstwirtschaftlichen Kulturen oder an Viehbeständen durch Wild verursachten Schäden eine Vergütung zahlen, wenn der Wildschaden:
  a) auf Grundflächen, auf denen die Jagd im Sinne der Artikel 9, 10 und 15 verboten oder eingeschränkt ist, oder in den an diese unmittelbar angrenzenden Gebieten festgestellt werden;
 

b) von nicht jagdbaren Arten verursacht wird.

2.  Die Anträge auf Vergütung müssen zeitgerecht und jedenfalls innerhalb von zwei Monaten nach Entdeckung des Schadens beim Amt für Jagd und Fischerei eingereicht werden; dabei muss die voraussichtliche Erntezeit angegeben werden (33).
3. Das Ausmaß des Schadens wird von den zuständigen Landesdienststellen festgestellt.
4. Abweichend von Artikel 36 Absatz 3 kann die Landesregierung Schäden vergüten, die trotz der Vorbeugungsmaßnahmen der Verwalter der betreffenden Jagdreviere von Vögeln, Hasen oder Raubwild verursacht werden.
5.  Omissis.
   
 

Artikel 38 - Wildschadenverhütung

1. Die Landesregierung kann für die Verwirklichung von Einrichtungen zur Wildschadenverhütung, deren Leistungsfähigkeit von den zuständigen Landesdienststellen festgestellt wird, verlorene Zuschüsse von höchstens 70 % der als zulässig anerkannten Ausgaben gewähren. Die entsprechenden Anträge sind beim Amt für Jagd und Fischerei einzureichen.
2.  Ein Zuschuss in derselben Höhe kann auf Antrag auch öffentlichen und privaten Körperschaften und Anstalten, den Verwaltern von Jagdrevieren kraft Gesetzes und wie immer benannten landwirtschaftlichen Vereinigungen gewährt werden.
3. Die Instandhaltung von Zäunen, die zur Wildschadenverhütung an landwirtschaftlichen Kulturen errichtet worden sind oder zu diesem Zweck in Zukunft errichtet werden, ist durch eine zwischen den Vertretern der Jagdreviere und jenen der Grundeigentümer abzuschließende Vereinbarung zu regeln. Falls innerhalb eines Jahres ab Inkrafttreten dieses Gesetzes keine Einigung zustande kommt, erlässt die Landesregierung - nach Anhören der Vertreter der Grundeigentümer sowie der Vereinigung - Bestimmungen über die Instandhaltung von Wildzäunen, die für alle Betroffenen verbindlich sind.
4.  Entstehen infolge Nichtbeachtung des Abschussplanes Wildschäden am Wald, kann der zuständige Landesrat der Vereinigung bzw. dem Verwalter des Eigenjagdrevieres eine Reduzierung des Schalenwildbestandes vorschreiben und dafür eine Frist festsetzen. 
5. Kommt die Vereinigung bzw. der Verwalter des Eigenjagdrevieres der in Absatz 4 genannten Anordnung innerhalb der gesetzten Frist nicht nach, kann der zuständige Landesrat direkt die Durchführung der Abschüsse anordnen. Die Trophäen und der Erlös aus dem Wildbretverkauf sind, abzüglich der entstandenen Kosten, der Vereinigung bzw. dem Verwalter des Eigenjagdreviers zu überlassen.
   
 

IX. VERWALTUNGSSTRAFEN

   
 

Artikel 39 - Geldbußen

1. Bei Übertretung dieses Gesetzes werden, unabhängig von den strafrechtlichen Bestimmungen und dem Schadenersatz, folgende Geldbußen verhängt:
  a) wer den Jagdgewehrschein, den Jagdhaftpflichtversicherungsnachweis oder den Jagderlaubnisschein bei der Jagd nicht mit sich führt, hat eine Geldbuße von 50.000 Lire zu zahlen. Keine Geldbuße ist zu zahlen, wenn die in diesem Absatz genannten Unterlagen innerhalb von 24 Stunden nach Kontrolle vorgezeigt werden;
  b) wer die Jagd ausübt und den entsprechenden Jagdgewehrschein nicht erworben oder die vorgesehene Jagdhaftpflichtversicherung gemäß Artikel 11 Absatz 6 nicht abgeschlossen hat, wird mit einer Geldbuße von 150.000 bis 900.000 Lire und im Wiederholungsfall von 300.000 bis 2.250.000 Lire bestraft;
  c) wer gegen die Bestimmungen der Artikel 4 Absatz 3 sowie Artikel 15 Buchstaben a), b), c) und q) dieses Gesetzes verstößt, wird mit einer Geldbuße von 150.000 bis 1.050.000 Lire, im Wiederholungsfall von 300.000 bis 2.250.000 Lire und bei wiederholter Rückfälligkeit von 450.000 bis 3.750.000 Lire bestraft (27),
  d) wer gegen die Bestimmungen der Artikel 14 und 15 Buchstaben e), g), h, i), j), k), l), n) und p) verstößt, oder - mit Ausnahme der unter Buchstabe e) dieses Artikels aufgezählten Arten - nicht jagdbare Tiere erlegt, wird mit einer Geldbuße von 50.000 bis 1.050.000 Lire, im Wiederholungsfall von 150.000 bis 2.250.000 Lire und bei wiederholter Rückfälligkeit von 300.000 bis 4.500.000 Lire belegt;
  e) wer gegen die Bestimmungen von Artikel 15 Buchstabe o) verstößt oder einen Adler, Uhu, Storch, Kranich, Flamingo, Schwan, Wolf oder Bären erlegt, wird mit einer Geldbuße von 150.000 bis 4.500.000 Lire belegt;
  f) wer gegen die Bestimmungen von Artikel 5 verstößt, wird mit einer Geldbuße von 150.000 bis 750.000 Lire bestraft;
  g) wer gegen die Bestimmungen von Artikel 19 Absätze 2, 3 und 6, Artikel 20, Artikel 21 oder Artikel 22 verstößt, wird mit einer Geldbuße von 300.000 bis 3.000.000 Lire belegt;
  h) wer gegen die Durchführungsverordnung oder gegen Bestimmungen dieses Gesetzes verstößt, die in diesem Artikel nicht ausdrücklich angeführt sind, wird mit einer Geldbuße von 50.000 bis 750.000 Lire bestraft;
  i) wer den in Artikel 27 genannten Abschussplan für Schalenwild oder die in diesem enthaltenen Vorschriften nicht einhält, wird mit einer Geldbuße von 225.000 bis 30.000.000 Lire bestraft, wobei das Ausmaß bis zur doppelten Höhe jenes Schadens bemessen wird, welcher in dem entsprechenden Zeitraum von der im genannten Abschussplan berücksichtigten Wildart verursacht und von den zuständigen Landesdienststellen festgestellt worden ist. Keine Geldbuße wird verhängt, wenn über 85 % der im Abschussplan für Schalenwild festgelegten Stückzahl erlegt worden sind, oder wenn kein Schaden durch Schalenwild amtlich festgestellt wird.
  1-bis. Die in Absatz 1 genannten Geldbußen werden nicht bei solchen Übertretungen angewandt, für die im Sinne von Artikel 30 des Gesetzes vom 11. Februar 1992, Nr. 157 (34); strafrechtliche Sanktionen vorgesehen sind, sofern diese nicht unter Amnestie fallen.
2. Bei den in Absatz 1 Buchstaben b), c), d) und e) genannten Verstößen wird dem Übertreter gemäß den einschlägigen staatlichen Bestimmungen weiters vorübergehend der Jagdgewehrschein entzogen bzw. verweigert oder widerrufen.
3.  Das Mindest- und das Höchstmaß sowie die fixen Beträge der von diesem Gesetz vorgesehenen Geldbußen können mit Dekret des Landeshauptmanns aufgrund eines entsprechenden Beschlusses der Landesregierung im Ausmaß von höchstens 100 % den Änderungen der Verbraucherpreise für Familien von Arbeitern und Angestellten angepasst werden, wie sie vom Zentralinstitut für Statistik nach Inkrafttreten dieses Gesetzes erhoben werden.
   
  Artikel 40 - Verhängung von Verwaltungsstrafen
1.  Die in diesem Gesetz genannten Verwaltungsstrafen werden unter Einhaltung des vom Landesgesetz vom 7. Jänner 1977, Nr. 9, in geltender Fassung, vorgesehenen Verfahrens vom Direktor des Amtes für Jagd und Fischerei verhängt; dieser macht dem Polizeipräsidenten der Provinz, in der der Übertreter seinen Wohnsitz hat, die Mitteilung laut Artikel 32 Absatz 5 des Gesetzes  vom 11. Februar 1992, Nr. 157 (35).
2. Mit der Verhängung von Geldbußen wird auch gleichzeitig die Einziehung der verbotenen und beschlagnahmten Jagdmittel und Fanggeräte - mit Ausnahme der Schusswaffen - verfügt und über die Verwendung des beschlagnahmten Wildes bzw. des durch Verkauf des Wildes oder der Jagdtrophäen erzielten Geldbetrages endgültig entschieden.
3. Absatz 2 ist auch auf die beschlagnahmten und gemäß Artikel 14 verbotenen Waffen anzuwenden, sofern diese Waffen nicht der jeweils zuständigen Gerichtsbehörde wegen Zusammentreffens strafbarer Handlungen übergeben werden müssen.
4.  Beschlagnahmte und gemäß Artikel 14 erlaubte Jagdwaffen werden nach Zahlung der geforderten Geldbuße dem Eigentümer zurückgegeben, sofern nicht der endgültige Entzug oder die endgültige Verweigerung des Gewehrscheins vorgeschlagen wird oder die Waffen nicht der jeweils zuständigen Gerichtsbehörde wegen Zusammentreffens von Straftaten übergeben werden müssen.
5. Unter Beachtung der einschlägigen Polizeibestimmungen können die eingezogenen Waffen für Lehrzwecke verwendet werden.
6. Absatz 5 ist auch auf andere beschlagnahmte Jagdmittel und Fanggeräte anzuwenden.
   
 

Artikel 40-bis  Entzug der Jahres- oder Gastkarte

1. Bei Jagdausübung mit verbotenen Mitteln oder ohne Gewehrschein, ohne den vorgeschriebenen Versicherungsschutz oder ohne Jagderlaubnisschein oder während der allgemeinen bzw. Tagesschonzeit oder in Verbotszonen, bei Abschuss von nicht jagdbaren Arten sowie - auf Vorschlag der Jägervereinigung, welcher die Verwaltung der Jagdreviere kraft Gesetzes übertragen ist - bei anderen Übertretungen verfügt der Direktor des für die Jagd zuständigen Landesamtes den Entzug der Jahres- oder Gastkarte bzw. Jagderlaubnisscheines für die Eigenjagdreviere für einen Zeitraum von drei Monaten bis zu drei Jahren unter Berücksichtigung der Schwere der Übertretungen. Der Entzug läuft für die Jäger ab Beginn der Jagdsaison, welche auf jene folgt, in welcher das Verwaltungs- oder Strafverfahren abgeschlossen worden ist. 
2. Die in Absatz 1 genannten Maßnahmen werden sogleich der Jägervereinigung, welcher die Verwaltung der Jagdreviere kraft Gesetzes übertragen ist, oder dem Revierleiter der Eigenjagd mitgeteilt, welche die Durchführung veranlassen.
3. Bei Übertretungen des Landesgesetzes vom 17. Juli 1987, Nr. 14, welche vor Inkrafttreten des Landesgesetzes vom 28. November 1996, Nr. 23, stattgefunden haben und in Bezug auf die noch keine Disziplinarmaßnahmen im Sinne des abgeschafften Artikels 26 desselben Landesgesetzes vom 17. Juli 1987, Nr. 14, vorgenommen worden sind, kann der Direktor des für die Jagd zuständigen Landesamtes den von Absatz 1 vorgesehenen Entzug der Jahres- oder Gastkarte verfügen (36).
   
 

X. FINANZIERUNG, ÜBERGANGS- UND SCHLUSSBESTIMMUNGEN

   
 

Artikel 41 - Finanzierung

1. Für die von den Artikeln 3, 28 und 34 Absatz 5 vorgesehenen Ausgaben werden die in Kap. 71500 des Ausgabenvoranschlages für das Jahr 1987 bereitgestellten Mittel verwendet.
2. Für die Gewährung der in Artikel 23 vorgesehenen Zuschüsse werden die in Kap. 71501 des Ausgabenvoranschlages für das Jahr 1987 bereitgestellten Mittel verwendet.
3. Für die in den Artikeln 37 und 38 vorgesehenen Ausgaben werden die in Kap. 71215 des Ausgabenvoranschlages für das Jahr 1987 bereitgestellten Mittel verwendet, und zwar aufgrund der im Finanzgesetz für das Jahr 1987 enthaltenen Ausgabengenehmigung für die Durchführung des Landesgesetzes vom 8. November 1974, Nr. 21.
4. Die geschätzte Ausgabe von jährlich zwei Millionen Lire als Vergütung und Ausgabenrückerstattung an die Mitglieder des in Artikel 28 vorgesehenen Komitees und der in den Artikeln 12 und 34 vorgesehenen Prüfungskommissionen sowie der in Artikel 3 vorgesehenen Wildbeobachtungsstelle gehen zu Lasten des - ausreichend ausgestatteten - Kap. 12125 des Ausgabenvoranschlages für das Jahr 1987 und zu Lasten der entsprechenden Kapitel der nachfolgenden Haushalte.
5. Für die Jahre nach 1987 sind die in den Absätzen 1, 2 und 3 erwähnten Ausgabenbereitstellungen vom jährlichen Finanzgesetz im Sinne des Artikels 6 des Landesgesetzes  vom  26.  April  1980, Nr. 8, festzulegen.
   
 

Artikel 42 - Übergangsbestimmungen

1. Mit der Verwaltung der in Artikel 6 genannten Jagdreviere kraft Gesetzes bleibt bis zur Feststellung der in Südtirol am stärksten vertretenen Jägervereinigung und bis zur Übertragung der Verwaltung an diese Vereinigung für die Dauer von höchstens zwei Jahren die Landessektion Bozen des italienischen Jagdverbandes betraut.
2.  Mit Inkrafttreten dieses Gesetzes verfällt das von der Landesregierung gemäß Artikel 82 des vereinheitlichten Textes vom 5. Juni 1939, Nr. 1016, eingesetzte Landesjagdkomitee und endet dessen Finanzgebarung. Der etwaige Kassenstand sowie die Einnahme- und Ausgabenreste werden vom Landeshaushalt übernommen. Die beweglichen Güter gehen ins Vermögen des Landes Südtirol über.
3. Was die Übertragung des Vermögens des nach Absatz 2 aufgelösten Komitees angeht, ernennt die Landesregierung einen Liquidator, der seine Arbeit innerhalb des im Ernennungsbeschluss festgesetzten Zeitraumes - auf jeden Fall aber innerhalb von sechs Monaten - zu beenden hat.
   
 

Artikel 43 - Aufgehobene Bestimmungen

1.  Die Landesgesetze vom 3. Dezember 1972, Nr. 34,  vom  8. November 1974, Nr. 21, und vom 22. Mai 1978, Nr. 22, sowie jede andere in diesem Gesetz nicht ausdrücklich erwähnte einschlägige Gesetzes- und Durchführungsbestimmung, die mit diesem Gesetz nicht vereinbar sind, sind aufgehoben.
   
 

Artikel 44 - Dringlichkeitsklausel

1. Dieses Gesetz wird im Sinne von Artikel 55 des Sonderstatuts für die Region Trentino-Südtirol als dringend erklärt und tritt am Tage nach seiner Kundmachung im Amtsblatt der Region in Kraft. Jeder, den es angeht, ist verpflichtet, es als Landesgesetz zu befolgen und dafür zu sorgen, daß es befolgt wird.
   
 

(1) Kundgemacht im Amtsblatt der autonomen Region  Trentino-Südtirol   vom   28. Juli 1987, Nr. 34.

   
(2) Die Abänderungen zum Text des Landesgesetzes vom 17. Juli 1987, Nr. 14, (durch Artikel 6 des  Landesgesetzes  vom   28. November 1996, Nr. 23) sind in kursiver Schriftart wiedergegeben.
  Das Landesgesetz vom 28. November 1996, Nr.23, ist im Amtsblatt der autonomen Region Trentino-Südtirol vom 10. Dezember 1996, Nr. 55, kundgemacht.
(3) Die Hausmaus ist nur ein Vertreter der Langschwanzmäuse, von welchen in Südtirol noch die Zwerg-, die Wald-, die Gelbhals- und die Alpenmaus vorkommen. Die Schläfer oder Schlafmäuse bzw. Bilche (= Muscardinidae) d. h. Gartenschläfer, Siebenschläfer, Baumschläfer und Haselmaus hingegen gehören zum Wild
(4)  Das Regionalgesetz vom 30. April 1987, Nr. 3, in geltender Fassung, beinhaltet: „Wieder-anlegung, Wiederherstellung und Ergänzung des Grundbuchs“.
 

Artikel 2 Absatz 3 des genannten Regionalgesetzes Nr. 3/1987 lautet, wie folgt:

   
 

„Artikel 2

3. Falls mit der Änderung das Gebiet eines Jagdreviers von Rechts wegen geändert wird, müssen dem im Absatz 1 vorgesehenen Beschluss des Gemeinderates die in die Zuständigkeit der Provinz fallenden Akte im Sinne des Landesgesetzes der Provinz Trient vom 9. Dezember 1978, Nr. 56, und der nachfolgenden Änderungen und Ergänzungen und des Landesgesetzes der Provinz Bozen vom 3. Dezember 1972, Nr. 34, und der nachfolgenden Änderungen und Ergänzungen beigelegt werden“.
 

(Das Landesgesetz vom 3. Dezember 1972, Nr. 34, ist durch den Artikel 43 des Landesgesetzes vom 17. Juli 1987, Nr. 14, aufgehoben worden).

(5) Das   Landesgesetz  vom  13.  August  1973, Nr. 27, in geltender Fassung, beinhaltet: „Vorschriften zum Schutze der Fauna“.
 

Artikel 3 Absatz 2 des genannten Landesgesetzes Nr. 27/1973 lautet, wie folgt:

   
 

„Artikel 3

 

Besondere Maßnahmen zur Bestandsregulation der Arten

2. Um bestimmte im kgl. Dekret vom 5.6.1939, Nr. 1016, und in den nachfolgenden Abänderungen genannte Tierarten und in Zusammenhang damit Gebiete, die aufgrund ihrer Merkmale unter besonderem Landschafts- und Umweltschutz stehen, besser zu schützen, kann der Präsident des Landesausschusses, nach Anhören des Landesjagdkomitees, nach Art. 23 des kgl. Dekretes vom 5.6.1939, Nr. 1016, und den nachfolgenden Abänderungen die Jagdausübung in begrenzten Gebieten und für festzulegende Zeiträume beschränken oder verbieten“.
(6) Die EG-Richtlinie 79/409 vom 2. April 1979 über: „Die Erhaltung der wildlebenden Vogelarten“.
 

Artikel 9 der genannten EG-Richtlinie 79/409 vom 2. April 1979 lautet wie folgt:

 

„Artikel 9

1. Die Mitgliedstaaten können, sofern es keine andere zufriedenstellende Lösung gibt, aus den nachstehenden Gründen von den Artikeln 5, 6 ,7 und 8 abweichen:
a)  - im Interesse der Volksgesundheit und der öffentlichen Sicherheit,

- im Interesse der Sicherheit der Luftfahrt,

- zur Abwendung erheblicher Schäden an Kulturen, Viehbeständen, Wäldern,    Fischereigebieten und Gewässern,

- zum Schutz der Pflanzen- und Tierwelt;

b) zu Forschungs- und Unterrichtszwecken, zur Aufstockung der Bestände, zur Wiederansiedlung und zur Aufzucht im Zusammenhang mit diesen Maßnahmen;
c) um unter streng überwachten Bedingungen selektiv den Fang, die Haltung oder jede andere vernünftige Nutzung bestimmter Vogelarten in geringen Mengen zu ermöglichen.
2. In den abweichenden Bestimmungen ist anzugeben:
  - für welche Vogelarten die Abweichungen gelten,
  - die zugelassenen Fang- oder Tötungsmittel, Einrichtungen und -methoden,
  - die Art der Risiken und die zeitlichen und örtlichen Umstände, unter denen diese    Abweichungen getroffen werden können,
  - die Stelle, die befugt ist, zu erklären, daß die erforderlichen Voraussetzungen gegeben sind, und zu beschließen, welche Mittel, Einrichtungen und Methoden in welchem Rahmen von wem angewandt werden können,
  welche Kontrollen vorzunehmen sind
3. Die Mitgliedstaaten übermitteln der Kommission jährlich einen Bericht über die Anwendung dieses Artikels.
4. Die Kommission achtet anhand der ihr vorliegenden Informationen, insbesondere der Informationen, die ihr nach Absatz 3 mitgeteilt werden, ständig darauf, daß die Auswirkungen dieser Abweichungen mit dieser Richtlinie vereinbar sind. Sie trifft entsprechende Maßnahmen“.
 (7) Der im Artikel 1 des Gesetzes Nr. 689/81 verankerte Legalitätsgrundsatz bedingt, dass eine Nicht-Einhaltung der - im Jagderlaubnisschein oder in der Sonderbewilligung angegebenen - Zusatzauflagen nicht der Jagdausübung ohne Erlaubnisschein bzw. Sonderbewilligung gleichgesetzt werden kann.
(8) Die Konzessionsgebühr wurde durch Artikel 7-bis des Landesgesetzes vom 13. März 1995, Nr. 5, in geltender Fassung, außer Kraft gesetzt.
(9) Das Landegesetz vom 25. Juli 1970, Nr. 16, in geltender Fassung beinhaltet: „Landschaftsschutz“.
(10)

Das  Landesgesetz   vom  13.  August  1973, Nr. 27, in geltender Fassung, beinhaltet: „Vorschriften zum Schutz der Fauna“.

(11) Das Landesgesetz vom 11. Juni 1975, Nr. 29, in geltender Fassung, beinhaltet: „Bestimmungen zum Schutz der stehenden Gewässer“.
(12) Das   Landesgesetz  vom 17. Oktober 1981, Nr. 28, in geltender Fassung, beinhaltet: „Ordnung des Landesbetriebes für Forst- und Domänenverwaltung in der autonomen Provinz Bozen“.
(13) Das D.P.R. vom 22. März 1974, Nr. 279, in geltender Fassung, beinhaltet: „Durchführungsbestimmungen zum Sonderstatut für die Region Trentino-Südtirol betreffend Mindestbewirtschaftungseinheiten, Jagd und Fischerei, Land- und Forstwirtschaft“.
(14) Dieser Satz ist von Artikel 2 des Landesgesetzes vom 11. Februar 2000, Nr. 4 - veröffentlicht im Amtsblatt vom 29. Februar 2000, Nr. 09 - so geändert worden.
(15) Artikel 930 des ital. Zivilgesetzbuches dürfte bei aufgefundenem Wild oder Teilen desselben nicht zur Anwendung kommen, da auch in Südtirol das Wild ein unverfügbares Vermögen des Staates ist und es sich nicht um die Wiederauffindung einer verlorenen Sache handelt.
(16) Gemäß Rundschreiben Nr. 180/E vom 26. August 1999 des Einnahmeressorts des Finanzministeriums muss weder der Antrag noch der Jagdausweis mit einer Stempelmarke versehen sein.
(17) Die Schussabgabe aus Feuerwaffen  in bewohnten Orten oder in deren Umgebung sowie längs und in Richtung von öffentlichen Wegen ist gemäß Artikel 703 St.G.B. eine Straftat.
(18)

Im Italienischen hat das Institut eine Umbenennung in Istituto nazionale per la fauna selvatica (= INFS) erfahren; es hat seinen Sitz in 40064 Ozzano Emilia (BO), via Cà Fornacetta 9 - Tel. 051/6512111, Fax 051/796628.

(19) Absatz 6-bis wurde eingefügt durch Artikel 40 des Landesgesetzes vom 11. August 1998, Nr. 9.
(20) Die - mit  Beschluss  der  Landesregierung Nr. 5190 vom 13. Oktober 1997 genehmigten - Kriterien sind im Anhang wiedergegeben.
(21) Bis heute wurde nur der Südtiroler Jagdverband = SJV als Jägervereinigung auf Landesebene anerkannt; ihm wurde mit D. LH. vom 20. Dezember 1988, Nr. 24/VI/91, die Verwaltung der Jagdreviere kraft Gesetzes übertragen mit Sitz in Bozen, Rosministraße 51 - Tel. 0471/97 56 08 - Fax 0471/97 37 86.
(22) Das Landesgesetz vom 21. Mai 1981, Nr. 11, in geltender Fassung, beinhaltet: „Neuordnung der Ämter und des Personalwesens der autonomen Provinz Bozen“.
(23) Artikel 10 des Landesgesetzes vom 8. Mai 1990, Nr. 10, überträgt den hauptberuflichen Jagdaufsehern des Landes die Befugnisse eines einfachen Amtsträgers der Gerichtspolizei. Weiters wird durch den Artikel 27 des Rahmengesetzes Nr. 157/92 den von öffentlichen Körperschaften (Staat, Region, Provinz, Gemeinde, Talgemeinschaft) abhängigen Jagdaufsehern die Befugnis eines einfachen Amtsträgers der Gerichts- und Sicherheitspolizei zuerkannt.
(24) Absatz 4-bis wurde eingefügt durch Artikel 2 des L.G. vom 11. Februar 2000, Nr. 4, veröffentlicht im Amtsblatt vom 29. Februar 2000, Nr. 09.
(25) Das Gesetz vom 11. Februar 1992, Nr. 157, beinhaltet: „Bestimmungen für den Schutz des homöthermen Wildbestandes und der Jagd“.
   
  Artikel 28 des genannten Gesetzes Nr. 157/1992 lautet wie folgt:
 

„Artikel 28

 

Befugnisse und Pflichten der Jagdaufseher

1. Die mit der Jagdaufsicht im Sinne des Artikel 27 beauftragten Personen können von jedem, der für die Jagd geeignete Waffen oder Geräte besitzt bzw. beim Jagen oder in Jagdbereitschaft angetroffen wird, die Vorweisung des Jagdgewehrscheines, des Jagdausweises nach Artikel 12 Absatz 12, der Bestätigung der Versicherungspolizze sowie der erlegten oder gefangenen Wildtiere verlangen.
2.  In den im Artikel 30 vorgesehenen Fällen schreiten die höheren und einfachen Amtsträger mit gerichtspolizeilichen Funktionen zur Beschlagnahme der Waffen, der Wildtiere und der Jagdmittel mit Ausnahme des Hundes und der genehmigten lebenden Lockvögel. Im Falle einer Verurteilung wegen Übertretungen nach Artikel 30 Absatz 1 Buchst. a), b), c), d) und e) werden die Waffen und die genannten Jagdmittel auf jeden Fall eingezogen.
3. Falls lebende oder tote Wildtiere beschlagnahmt werden, sorgen die höheren und einfachen Amtsträger für deren Übergabe an die örtlich für die Regelung der Jagdtätigkeit zuständige öffentliche Körperschaft; diese sorgt dafür, das lebende Wild an passender Stelle freizulassen oder dasselbe, falls es nicht freigelassen werden könnte, einer Einrichtung zu übergeben, die imstande ist, es zu hegen und zu pflegen und darauf wieder in seiner natürlichen Umwelt auszuwildern; bei den auf dem Feld beschlagnahmten und befreibaren lebenden Wildtieren wird die Freilassung an Ort und Stelle von Seiten der Erhebungsbeamten vorgenommen. Im Falle einer Beschlagnahme von totem Wild sorgt die öffentliche Körperschaft für den Verkauf desselben, wobei der erzielte Erlös der Person, die der Übertretung beschuldigt wird, zur Verfügung gestellt wird, falls es sich herausstellt, dass keine Übertretung besteht; sollte hingegen die Übertretung gegeben sein, so ist der entsprechende Betrag auf ein auf die Region lautendes Kontokorrent einzuzahlen.
4. Die Übergabe oder Freilassung nach Absatz 3 wird von den höheren und einfachen Amtsträgern in einer eigenen Niederschrift angeführt, in welcher die Arten und der Zustand der beschlagnahmten Exemplare sowie jede andere für die strafrechtlichen Zwecke bedeutende Angabe anzuführen sind.
5. Die Aufsichtsorgane, welche nicht gerichtspolizeiliche Funktion ausüben und auch infolge einer Anzeige Übertretungen der Bestimmungen über die Jagdtätigkeit feststellen sollten, verfassen Niederschriften, welche der geltenden Gesetzgebung entsprechen und in denen genau alle Umstände des Tatbestandes und allfällige Bemerkungen des Übertreters anzuführen sind; diese Niederschriften werden von diesen Organen im Sinne der geltenden Bestimmungen der Körperschaft, von welcher sie abhängen, sowie der zuständigen Behörde übermittelt.
6. Die im Dienste der örtlichen Körperschaften stehenden Jagaufseher, welche einen Ersatzdienst im Sinne des Gesetzes vom 15. Dezember 1972, Nr. 772, und der nachfolgenden Änderungen und Ergänzungen geleistet haben sollten, sind zur Ausübung der Aufgaben der öffentlichen Sicherheit nicht zugelassen, und zwar unbeschadet des Verbotes nach Artikel 9 des genannten Gesetzes“.
(26) Alle Jagdaufseher und somit auch die freiwilligen gelten gemäß Artikel 357 Absatz 2 St.G.B. als Amtspersonen. Das von ihnen verfasste Protokoll ist somit eine öffentliche Urkunde mit der von Artikel 2700 des ital. Zivilgesetzbuches vorgesehenen Beweiskraft.
(27) Änderung durch Artikel 2 des Landesgesetzes vom 11. Februar 2000, Nr. 4, veröffentlicht im Amtsblatt Nr. 09 vom 29. Februar 2000.
(28) Was die Jagderlaubnisscheine für die hauptberuflichen Revier- und Verbandsaufseher betrifft, siehe Punkt 16.3 der geltenden Landesjagdordnung.
(29) Als Zoonosen (vom Tier auf den Menschen und umgekehrt übertragene Krankheiten) können in Südtirol auftreten:
  - die Tollwut
  - der Fuchsbandwurm
(30) Laut Artikel 3 des Landesgesetzes vom 18. Oktober 1988, Nr. 40, muss die Zusammensetzung aller Kollegialorgane, die innerhalb der Landesverwaltung errichtet werden, der Stärke der drei Sprachgruppen entsprechen, wie sie im Gebiet, in dem die Körperschaft ihre Tätigkeit ausübt, aus der letzten amtlichen Volkszählung hervorgeht.
(31) Die Vergütung für Mitglieder von Kommissionen, die bei der Südtiroler Landesverwaltung eingesetzt sind, ist durch das Landesgestz vom 19. März 1991, Nr. 6, in geltender Fassung, neu geregelt.
(32) Artikel 2052 des ital. Zivilgesetzbuches wird nicht angewandt, da die Vereinigung und deren peripheren Strukturen nicht Eigentümer des Willdes sind.
(33) Artikel 37 Absatz 2 wurde ersetzt durch Artikel 17 des Landesgesetzes vom 28. Jänner 1993, Nr. 2.
(34)

Artikel 30 des genannten Gesetzes Nr. 157/1992 lautet wie folgt:

 

„Arikel. 30  - Strafen

1.  Bei Verletzung der Bestimmungen dieses Gesetzes und der Regionalgesetze werden die nachstehenden Strafen verhängt:
  a) Haftstrafe von drei Monaten bis zu einem Jahr oder Geldstrafe von 1.800.000 bis zu 5.000.000 Lire für jene, welche die Jagd während der allgemeinen Schonzeit ausüben, welche sich von dem im Artikel 18 festgelegten Abschluss- bis zum Eröffnungszeitpunkt erstreckt
  b) Haftstrafe von zwei bis zu acht Monaten oder Geldstrafe von 1.500.000 bis zu 4.000.000 Lire für jene, welche die im Verzeichnis nach Artikel 2 angeführten Säugetiere oder Vögel erlegen, fangen oder halten;
  c) Haftstrafe von drei Monaten bis zu einem Jahr und Geldstrafe von 2.000.000 bis zu 12.000.000 Lire für jene, die Stücke von Braunbär, Steinwild, Abruzzengämse und sardischem Mufflon erlegen, fangen oder halten;
  d) Haftstrafe bis zu sechs Monaten und Geldstrafe von 900.000 bis zu 3.000.000 Lire für jene, die in Nationalparks, in den regionalen Naturparks, in den Naturreservaten, in den Wildschutzgebieten, in den Gebieten für die Vermehrung und für das Einfangen der Tiere, in den städtischen Parkanlagen und Gärten oder auf den Sportplätzen die Jagd ausüben;
  e) Haftstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe von 1.500.000 bis zu 4.000.000 Lire für jene, die den Vogelfang ausüben;
  f) Haftstrafe bis zu drei Monaten oder Geldstrafe bis zu 1.000.000 Lire für jene, die in den Tagen, an denen die Jagd verboten ist, jagen;
  g) Geldstrafe bis zu 6.000.000 Lire für jene, die Exemplare des typischen alpinen Standwildes erlegen, fangen oder halten, die nicht unter Buchst. b) berücksichtigt sind und deren Erlegung verboten ist;
  h) Geldstrafe bis zu 3.000.000 Lire für jene, die nicht jagdbare Säugetier- oder Vogelarten oder mehr als fünf Finkenartige erlegen, fangen oder halten oder die die Jagd mit verbotenen Mitteln ausüben. Dieselbe Strafe wird gegenüber jenen angewandt, welche die Jagd unter Zuhilfenahme verbotener Locksysteme nach Artikel 21 Absatz 1 Buchst. r) ausüben. Im Falle dieser Übertretung wird außerdem die Einziehung der Lockvögel bzw. -mittel vorgenommen;
  i) Haftstrafe bis zu drei Monaten oder Geldstrafe bis zu 4.000.000 Lire für jene, die die Jagd durch Schießen aus Motor-, Wasser- oder Luftfahrzeugen ausüben;
  l) Haftstrafe von zwei bis zu sechs Monaten oder Geldstrafe von 1.000.000 bis zu 4.000.000 Lire für jene, die in Übertretung der Bestimmungen dieses Gesetzes Wild vermarkten oder zu diesem Zwecke halten. Falls die Übertretung die Wildtiere nach den Buchst. b), c) und g) betrifft, werden die Strafen verdoppelt.
2. Für die Übertretungen der Bestimmungen dieses Gesetzes betreffend die Präparierung und Taxidermie werden dieselben Strafen angewandt, die für die Erlegung jener Tiere verhängt werden, die der oben beschriebenen Behandlung unterworfen werden. Die Regionen können die Fälle und die Einzelvorschriften für eine Aussetzung und einen Widerruf der Ermächtigung zur Ausübung der Taxidermie- und Präparierungstätigkeit vorsehen.
3. In den Fällen nach Absatz 1 werden die Artikel 624, 625 und 626 des Strafgesetzbuches nicht angewandt. Vorbehaltlich dessen, was ausdrücklich durch dieses Gesetz vorgesehen ist, werden weiterhin die Gesetzes- und Verordnungsbestimmungen auf dem Gebiet der Waffen angewandt.
4.  Im Sinne des Artikels 23 des Einheitstextes der Verfassungsgesetze betreffend das mit Dekret des Präsidenten der Republik vom 31. August 1972, Nr. 670, genehmigte Sonderstatut für Trentino-Südtirol werden die durch diesen Artikel festgelegten Strafen auf die entsprechenden durch die Landesgesetze geregelten Tatbestände angewandt“.
(35) Artikel 32 Absatz 5 des genannten Gesetzes Nr. 157/1992 lautet wie folgt:
 

„Artikel 32

  Aufhebung, Entzug und Verbot der Ausstellung des Jagdgewehrscheines, Schließung und Einstellung des Betriebes
1. Zusätzlich zu den durch Artikel 30 vorgesehenen Strafen verfügt die Verwaltungsbehörde gegenüber jenen, gegen die wegen einer der Übertretungen nach Absatz 1 des genannten Artikels eine endgültige Verurteilung oder ein vollstreckbar gewordener Strafbefehl ausgesprochen wurde, die nachstehende Maßnahme:
  a) die Aufhebung des Jagdgewehrscheines für einen Zeitraum von einem bis zu drei Jahren in den im genannten Artikel 30 Absatz 1 Buchst. a), b), d) und i) vorgesehenen Fällen sowie in Bezug auf die im selben Absatz Buchst. f), g) und h) vorgesehenen Tatbestände, begrenzt auf die Annahme der Rückfälligkeit nach Artikel 99 Absatz 2 Z. 1 des Strafgesetzbuches;
  b) den Widerruf des Jagdgewehrscheines und das Verbot der Ausstellung desselben für einen Zeitraum von zehn Jahren in den im Artikel 30 Absatz 1 Buchst. c) und e) vorgesehenen Fällen sowie in Bezug auf die im selben Absatz Buchst. d) und i) vorgesehenen Tatbestände, begrenzt auf die Annahmen der Rückfälligkeit nach Artikel 99 Absatz 2 Z. 1 des Strafgesetzbuches;
  c) die endgültige Verweigerung des Jagdgewehrscheines in den im genannten Artikel 30 Absatz 1 Buchst. a), b), c) und e) vorgesehenen Fällen, begrenzt auf die Annahmen der Rückfälligkeit nach Artikel 99 Absatz 2 Z. 1 des Strafgesetzbuches;
  d) die Schließung des Betriebes oder die Aussetzung der entsprechenden Ermächtigungsmaßnahmen für den Zeitraum eines Monats in dem im genannten Artikel 30 Absatz 1 Buchst. l) vorgesehenen Fall; in den Annahmen einer Rückfälligkit wird die Schließung oder Aussetzung für einen Zeitraum von zwei bis vier Monaten verfügt.
 2. Die im Absatz 1 angeführten Maßnahmen werden vom Polizeipräsidenten der Provinz gefasst, in welcher sich der Wohnsitz des Übertreters befindet, und zwar infolge der Mitteilung des zuständigen Gerichtsamtes sobald die Abfindung durchgeführt oder die Verurteilung endgültig wird.
3. Wenn die Abfindung nicht zugelassen ist oder dieselbe nicht innerhalb der dreißig Tage nach der Feststellung durchgeführt wird, teilt das feststellende Organ die im Sinne des Artikel 30 Absatz 1 Buchst. a), b), c), d), e) und i) erfolgten Vorhaltungen dem Polizeipräsidenten mit, welcher die vorsorgliche Aufhebung und den zeitweiligen Entzug des Jagdgewehrscheines im Sinne der Gesetze über die öffentliche Sicherheit verfügen kann.
4. Zusätzlich zu den im Artikel 31 vorgesehenen Verwaltungsstrafen wird die Maßnahme der Aufhebung des Jagdgewehrscheines für den Zeitraum eines Jahres in den im selben Artikel 31 Absatz 1 Buchst. a) genannten Fällen angewandt; außerdem, sofern die Übertretung erneut begangen werden sollte, in den unter Buchst. b), d), f) und g) desselben Absatzes angeführten Fällen. Bei Wiederholung des unter Buchst. a) angeführten Vergehens wird die Aufhebung für einen Zeitraum von drei Jahren verfügt.
5. Die Maßnahme der Aufhebung des Jagdgewehrscheines nach Absatz 4 wird vom Polizeipräsidenten der Provinz gefasst, in welcher der Übertreter seinen Wohnsitz hat, und zwar nach Mitteilung von Seiten der zuständigen Verwaltungsbehörde, dass die Geldstrafe im herabgesetzten Ausmaß gezahlt wurde oder dass gegen den Bußgeldbescheid kein Einspruch erhoben wurde bzw. das entsprechende Verfahren abgeschlossen wurde.
6. Das Erhebungsorgan teilt die im Sinne des Absatz 4 gemachten Vorhaltungen dem Polizeipräsidenten mit, welcher den Tatbestand für die Zwecke der Aufhebung und des zeitweiligen Entzugs des Gewehrscheines im Sinne der Gesetze über die öffentliche Sicherheit beurteilen kann“.
(36)  Artikel 40-bis Absatz 3 wurde hinzugefügt durch Artikel 3 des Landesgesetzes von 11. August 1997, Nr. 11; letzteres ist im Beiblatt Nr. 3 des Amtsblattes der autonomen Region Trentino-Südtirol vom 26. August 1997, Nr. 39, kundgemacht.
   
   
 

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