VORSCHRIFTEN ZUR JAGDAUSÜBUNG IN SÜDTIROL

Unter Jagdausübung versteht man das Aufsuchen, Nachstellen, Erlegen und Fangen jagdbarer Tiere. Auch wer im Besitz von Schusswaffen oder anderen zum Fangen oder Töten von Wild geeigneten Geräten  herumstreift oder sich in der Absicht, sich Wild anzueignen,  in einem Jagdgebiet aufhält, übt im Sinne des Gesetzes die Jagd aus! In Südtirol dürfen Personen, die einen gültigen Waffenpass, eine Jagdlizenz, eine Jagdkarte des betreffenden Reviers, und die eine Pflichtversicherung abgeschlossen haben,  die JAGD ausüben. Bei der Jagdausübung im Gemeinderevier muß der Jäger folgende Dokumente bei sich haben:
1.) Den gültigen Waffenpaß und die dazugehörige Jagdlizenz
2.) Den Versicherungsausweis, d.h. er muß den Abschluß einer Haftpflichtversicherung nachweisen.
3.) Die Jagdkarte des betreffenden Reviers
4.) Für die Jagdausübung während der verschiedenen Sonderjagdzeiten (Spielhahn, Rotwild, Rehwild, u.dgl. die vorgeschriebenen Sonderbewilligungen

Auf Grund des V.T. der Jagdgesetze,  sowie der alljährlichen Jagdkalender gelten hinsichtlich der Waffen und Geräte folgende Bestimmungen:

1. ) Erlaubt sind nur Jagdgewehre (Büchsen und Flinten); dabei ist zu beachten, daß im gesamten Alpengebiet  automatische Schrotflinten verboten sind, sofern sie nicht auf zwei Schuß reduziert sind.  

VERBOTEN IST: 
a) der Vogelfang jeder Art
b) Schlingen jeder Art, in denen sich Wild verhängen kann
c) Tellereisen jeder Art, in denen sich das Wild verhängen kann (das gilt nicht für das Aufstellen von Tellereisen in Gebäuden, Hofräumen und umfriedeten Gärten
d) Verwendung von Gift
e) Verwendung künstlicher Lichtquellen zum Fang oder Erlegen von Wild aller Art
f) Schießen aus Fahrzeugen jeder Art
g) Schießen auf Schalenwild mit Schrot (auf Schalenwild und Murmeltier ist die Jagd nur mit Jagdwaffen mit gezogenem Lauf sowie mit Kugellaufmunition gestattet, wobei letztere eine Hülsenlänge von mindestens 40 mm haben muß)
h) Verwendung von Waffen mit Randfeuerpatronen sowie von Flintenlaufgeschoßen (Brenneke)
i) alle Waffen, die mit Schalldämpfer versehen sind.
  Jagdaufseher,  dürfen Raubwild auch mit sonst verbotenen Mitteln fangen und erlegen

DIE JAGDAUSÜBUNG IST AN FOLGENDEN ORTEN VERBOTEN.

a) In öffentlichen Gärten und Parkanlagen, auf Sportplätzen, in militärischen Anlagen und dort, wo Nationale Gedenkstätten errichtet sind
b) in allen Grundstücken, die mit einem mindestens 1,80 m hohen Zaun (Mauer, Maschenzaun oder ähnliche Zaunart) oder von einem 3 m breiten und 1,50 m tiefen Graben umgeben sind.
c) in allen Kulturgründen vor und bei der Ernte, sofern die vorgeschriebene Betafelung angebracht ist. Wenn durch die Jagdausübung an den Kulturen Schaden entsteht, muß der Jäger dafür aufkommen.
   

DIE JAGDAUSÜBUNG IST IN SÜDTIROL BEI NACHTZEIT NICHT GESTATTET!

Die Jagdausübung darf erst eine Stunde vor Sonnenaufgang begonnen und muß eine Stunde nach Sonnenuntergang abgebrochen werden. 

Art. 15 VERBOTEN ist die Jagdausübung mit Schußwaffen im Umkreis von weniger als 100 m von bewohnten Gebäuden oder Arbeitsplätzen, sowie von öffentlichen Strassen und Wegen (mit Ausnahme von Güter- und Fortswegen)  

Jede Schußabgabe mit Richtung auf Gebäude oder Straßen ist im Abstand von weniger als 150 Meter verboten. Wenn Waffen oder Patronen mit größerer Tragweite verwendet werden, muß ein derartiger Sicherheitsabstand eingehalten werden, daß jeder Schaden ausgeschlossen ist. Das Tragen bzw. Transportieren von geladenen Waffen ist in bewohnten Siedlungen und auf Fahrzeugen jeder Art verboten.

Während der Schonzeit ist das Tragen und der Gebrauch von Jagdwaffen verboten und ein Transport derselben ist nur bei nachgewiesener Notwendigkeit gestattet, sofern das Gewehr zerlegt oder in einer geeigneten Hülle verpackt ist.

Totes geschütztes Standwild darf weder verkauft, zwecks Verkauf aufbewahrt noch erworben werden, wenn die Herkunft desselben nicht durch den WILDURSPRUNGSSCHEIN (für Schalenwild) oder den WILDBEGLEITSCHEIN ausgewiesen ist. Ursprungs- und Begleitschein sind beim Landesjagdverband und bei den Revierleitungen erhältlich.  

siehe auch unter:  JAGDGESETZE und Vorschriften