WER DARF IN SÜDTIROL DIE JAGD AUSÜBEN?

In Südtirol gilt ein soziales Revierjagdsystem, d.h. jeder Einwohner hat unabhängig vom Grundbesitz die Möglichkeit, in seiner Heimatgemeinde (Gemeindereviere)  die Jagd auszuüben. Damit die Jagd in einem der Reviere kraft Gesetzes ausgeübt werden kann, muß der Jäger das 18. Lebensjahr vollendet haben und den entsprechenden Jagdwaffenschein besitzen. Außerdem muß er die von den staatlichen Bestimmungen vorgeschriebene Jagdhaftpflichtversicherung eine Jagdkarte, oder Gastkarte, eine Tages- oder Wochenkarte besitzen.

Das Anrecht auf die Jahres- oder Gastkarte wurde nicht nur dem Ortsansässigen zugesprochen, sondern auch einem auswärts wohnenden Bauern oder Waldbesitzer, der seinen Grund unentgeltlich als Wildäsungsfläche zur Verfügung stellt.

Die Höhe über die Einschreibegebühr der einzelnen Gemeindereviere beschließt die jeweilige  Vollversammlung, wobei die Kontrolle  über die Höhe der Einschreibegebühr der Jagdbehörde unterliegt. Dadurch soll jedem Jäger die Möglichkeit gegeben werden,  in seinem Heimatrevier die Jagd ausüben zu können.     

Um in den Jagdrevieren Südtirols die Jagd ausüben zu dürfen, ist der Besitz einer Jahreskarte, einer Gastkarte oder einer Tages - bzw. einer Wochenkarte erforderlich. Für die Erlangung einer Jahresjagdkarte ist eine bestimmte Mindestdauer der Ansässigkeit notwendig. Für die Eigenjagdreviere muss der Revierleiter eigene vom Amt für Jagd und Fischerei vorgesehene Dokumente beachten. Die Jagderlaubnisscheine sind nicht übertragbar. Schalenwild, Rauhfußhühner und das Steinhuhn, gegebenenfalls auch andere im Jagdkalender angeführte Wildarten, dürfen nur im Rahmen eines Abschussplanes gejagt werden. 

Der Abschussplan ist zu erstellen, dass ein der Größe und den Äsungsverhältnissen des Jagdgebietes angemessener Wildbestand erreicht und erhalten wird. Dabei sind auch der richtige Altersaufbau und das natürliche Geschlechterverhältnis der betreffenden Wildbestände sowie die Belange der Land- und Forstwirtschaft zu berücksichtigen.  Die Einhaltung des Abschussplanes wird jährlich bei den Trophäenschauen überprüft. Dabei werden sämtliche Trophäen des Schalenwildes vorgezeigt, das im Vorjahr erlegt worden ist. Die Kontrolle über die Wildtiere hat in erster Linie das Jagdkomitee inne. So kann der Präsident des Jagdkomitees beispielsweise jederzeit aus gesundheitlichen oder Sicherheitsgründen oder zum Schutz der land- und forstwirtschaftlichen Kulturen, der Fischerei oder der Viehwirtschaft das Fangen und Erlegen von einzelnen Wildexemplaren erlauben.  

Foto H-Ctverak aus der Jagdzeitschrift Anblick

jDer Jagdschutz und im besonderen die –Aufsicht über die Einhaltung der einschlägigen Vorschriften obliegt den hauptberuflichen und freiwilligen Jagdaufsehern der Landesregierung,  der Vereinigung sowie den Eigenjagdverwaltern. Die Aufsicht obliegt ferner den Organen der Forstpolizei sowie den Offizieren und Beamten der Gerichtspolizei. Für je 10.000 Hektar Jagdfläche ist auf jeden Fall mindestens ein hauptberuflicher Jagdaufseher zu ernennen. 
Es besteht somit die Möglichkeit für kleinere Jagdreviere, dass ein Jagdaufseher mehrere Jagdreviere betreut.
Jagdaufseher haben das Recht, jeder Person, die im Besitz jagdtauglicher Waffen oder Geräte bzw. totem oder lebendem Wild oder beim Jagen bzw. in Jagdbereitschaft angetroffen wird, auf ihre Identität zu überprüfen. Bei entsprechender Aufforderung muss die betreffende Person den Waffenschein, den Jagderlaubnisschein und die Jagdhaftversicherungspolizze vorzeigen. Hat die Person Verbote überschritten, kann der Jagdaufseher Wild, Waffen und Jagdmittel beschlagnahmen. Der Jagdhund bildet dabei eine Ausnahme. Das beschlagnahmte tote jagdbare Wild wird dem Verwalter des Jagdgebietes zum Verkauf übergeben. (siehe eigener Bericht unter JAGDAUFSICHT)