NEUES IN DER LANDESJAGDORDNUNG:

VERWECHSELBARE ABSCHÜSSE IN SÜDTIROL STRAFFREI

Wenn ein Jäger in der Dämmerung ein Kahlwild, also ein weibliches Rotwild mit einem geweihlosen Hirsch verwechselt, dann wird dies nicht mehr bestraft. dies sieht unter anderem eine Neuregelung der Jagdordnung vor.

Bericht, teils aus der Tageszeitung Dolomiten vom 26. Mai 2004

Wird in der Dämmerung ein geweihloser Hirsch mit einem Kahlwild (weibliches Rotwild und die Kälber beider Geschlechter) verwechselt und deshalb erlegt, dann blühen dem Jäger nicht mehr die bisherigen Strafen, die von einer Geldbuße bis zu einem Jagdverbot reichen konnten. diese Neuerung in der Jagdordnung hat die Landesregierung nun genehmigt. Zudem ist in der neuen Ordnung vorgesehen, dass auf Kraftfuttervorlagen für Schalenwild verzichtet werden muß.

Seit rund 50 Jahren gibt es Richtlinien für eine disziplinierte Jagd in den Revieren Südtirols. Über die Jahre sind, auch aufgrund der sich veränderten Wildsituationen, immer wieder Anpassungen nötig geworden. Die jüngsten Korrekturen, die vom Landesausschuss erarbeitet worden sind, hat die Landesregierung in der letzten Sitzung vom Montag genehmigt.

Die Jagd auf Rotwild, welche vom 01. Mai bis zum 15 Dezember erlaubt ist, ist bei der Geweihentwicklung im Frühjahr ein Hirsch mit einem Kahlwild schlecht erkennbar. Deshalb haben viele Jäger lieber auf einen Abschuss verzichtet, als unabsichtlich einen Hirsch zu erlegen, der erst ab August

freigegeben ist. Ein unerlaubter Abschuss wurde bisher mit einer Geldstrafe, - aber auch  mit einem zeitweiligen Jagdverbot geahndet. Dies wurde nun geändert: "Wenn ein verwechselbarer Hirsch geschossen wird, dann hat das keine Folgen für den sicher nicht glücklichen Jäger," Schließlich wolle der Jäger nur dem geforderten Abschuss von Kahlwild nachkommen um Schäden in Wald und Wiesen zu vermeiden, die ein zu großer Bestand mit sich bringt. Außerdem muss in den meisten Revieren Südtirols, der Abschuss von Kahlwild dem Jagdrevier zum Verkauf abgeben werden.

In Zukunft wird der "unglückliche" Abschuss von zwei Jagdaufsehern von Land und Jagdverband geprüft. Sind schon sichtbare Ansätze des Geweihs vorhanden, wird der Jäger weiterhin angezeigt und bestraft.

Neu in der Jagdordnung ist auch, dass künftig auf Kraftwuttervorlagen für Schalenwild verzichtet werden muss. "Diese Forderung hat die Forstverwaltung erhoben, und wir wollen ihr nachkommen," erklärt in der Tageszeitung Dolomiten Herr Auckenthaler vom Südtiroler Jagdverband. "Die Wildtiere sollen wild bleiben und nicht futterzahm wie ein Haustier gemacht werden. Das ist nicht im Sinne der Natur.

nach oben