SBB und Jagdverband unterzeichnen Wildschadensabkommen

 

06.04.2009

Der Südtiroler Bauernbund und der Südtiroler Jagdverband haben kürzlich eine neue Vereinbarung über die Regelung von Wildschäden unterzeichnet. Das Abkommen ist im Landesjagdgesetz vorgesehen und nach intensiven Verhandlungen mit dem Jagdverband zustande gekommen. Gleichzeitig ist eine Vereinbarung über die Instandhaltung von Wildzäunen unterzeichnet worden.

Das Wildschadensabkommen regelt die Wildschäden, die von jagdbaren Tieren an land- und forstwirtschaftlichen Kulturen verursacht werden. Grundeigentümer und Pächter müssen innerhalb von sieben Tagen den Schadensfall dem Revierleiter melden. „Für die Meldung muss ein eigener Vordruck ausgefüllt werden, der dem zuständigen Revierleiter zugestellt wird - direkt oder mittels eingeschriebenem Brief. Eine Kopie geht an das Bezirksamt für Landwirtschaft bzw. an die zuständige Forststation bei Schäden im Wald. Eine Kopie erhält der SBB-Ortsobmann“, erklärt SBB-Direktor Siegfried Rinner.

Vergütung innerhalb von 30 Tagen
Im Falle einer gütlichen Einigung, die innerhalb von sieben Tagen erfolgen soll, sieht die Vereinbarung einen Schadensersatz spätestens nach 30 Tagen vor. Eine Entschädigung in Naturalien ist nur bei gegenseitigem Einverständnis möglich. „Ist keine gütliche Einigung möglich, muss dies dem Bezirksamt für Landwirtschaft oder der Forststation gemeldet werden. Ein vom SBB und dem Jagdverband ernannter Fachmann übernimmt in diesem Fall die Schadensschätzung. Der Termin muss innerhalb von sieben Tagen ab Mitteilung erfolgen“, so Rinner. Für die Schätzung werden jährlich Preisrichtlinien festgelegt. Gegen das Schätzgutachten kann innerhalb von 10 Tagen Rekurs eingereicht werden. Den Rekurs muss sie Bezirkskommission innerhalb von 30 Tagen behandeln. „Der Schaden wird innerhalb von sieben Tagen nach dem Entscheid der Kommission bezahlt“, präzisiert Rinner. Ausgenommen von der Wildschadensvergütung sind land- und forstwirtschaftlichen Kulturen, die mit einem Wildzaun vollständig eingezäunt sind. Eine Sonderregelung gilt auch für Sonderkulturen. „Werden innerhalb von drei Jahren zwei Mal Wildschäden an einer Sonderkultur gemeldet, ist die betreffende Fläche zu umzäunen, ansonsten gibt es keine Vergütung mehr“, so Rinner.

Instandhaltung von Wildzäunen
Ebenfalls unterzeichnet worden ist eine Vereinbarung über die Instandhaltung von Wildzäunen. „Die Kosten für die Instandhaltung tragen je zur Hälfte der Grundeigentümer und das zuständige Jagdrevier, wobei der Beitrag auch durch die entsprechende Arbeitsleistung eingebracht werden kann“, so Rinner. Auch bei Neueinzäunungen wird dieses Prinzip jetzt angewandt

 
 

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