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Rehwild
kommt bei uns von der Küste bis ins Hochgebirge praktisch überall vor.
Obwohl es als so genannter Konzentratselektierer
besondere Anforderungen an die Äsung (Nahrung) stellt, ist es
doch so anpassungsfähig, dass es sich flächendeckend verbreiten
und zu unserer häufigsten Schalenwildart entwickeln konnte. Als Lebensraum bevorzugt
Rehwild Mischwaldbestände mit reicher Strauchflora, abwechselnd mit
Lichtungen, Feldern und Wiesen. In Gegenden ohne Wald leben die sog.
Feldrehe, deren Lebensraum und Einstand das offene Feld ist. Sie haben
sich den gegebenen Umständen angepaßt und stehen Tag und Nacht auf den
Feldern, dabei nutzen sie geschickt jede kleine Deckung aus. Sie nehmen
Bewegungen im allgemeinen noch eher wahr als Rehe, deren Lebensraum die
Wälder sind. Feldrehböcke haben durch die reichliche, kalkhaltige Äsung in
der Regel überdurchschnittlich starke Gehörne und neigen zur Frühreife.
Aussehen: Der Körperbau
des Rehwildes ist seiner Lebensweise gut angepasst und so bezeichnet man
das Rehwild auch als Schlüpfer. Es ist so
in der Lage jede Deckung in unterholzreichen Lebensräumen zu nutzen. Im
weiten Durchschnitt sind zweijährige Böcke 112 cm lang, 66 cm hoch und
weisen ein Lebendgewicht von 23 Kilogramm auf. Für die weiblichen Stücke
gilt das selbe, allerdings sind sie im Durchschnitt 2 Kilo leichter,
bringen es also nur auf 21 Kilogramm. Je nach Äsung, Jahreszeiten und
Verhalten ist auch das Gewicht und der Körperbau es Rehwildes
unterschiedlich. Bei einer
Rückenhöhe bis 75 cm hat das Reh eine zierliche Gestalt und hohe
Beine ("Läufe") mit schmalen, scharfrandigen Hufen ("Schalen"). Besonders auffällig beim
Rehwild ist der so genannte Spiegel. Hierbei handelt es um einen
ausgedehnten weißen Fleck auf dem "Hinterteil". Der Spiegel ist in seiner
Form geschlechtsspezifisch. So weist er beim weiblichen Rehwild eine
herzförmige Form mit einem herabhängendem Haarbüschel, der so
genannten Schürze auf, beim Männlichen hingegen ist er nierenförmig und
hat keine Schürze. Auch der Spiegel unterliegt beim Haarwechsel einer Farbänderung. So ist er im Sommerhaar rötlich-gelb
und klein, im Winterhaar aber hebt er sich durch fast strahlendes Weiß
von der übrigen Färbung ab und ist größer als im Sommer. Die Böcke
hingegen beginnen ab dem Frühjahr ein ausgeprägtes territoriales Verhalten
zu zeigen, indem sie sich auf die Suche nach einem eigenen Einstandsgebiet
begeben. Von nun an beginnen auch die Einstandskämpfe, die im Sommer
ihren Höhepunkt erreichen. Bei diesen Einstandskämpfen entscheidet
in der Regel weniger die körperliche Konstitution als das Alter. So
kann man fast immer davon ausgehen, daß der Flüchtende zweier Böcke
auch der Jüngere ist. Insgesamt wird das soziale Verhalten des Rehwildes
stark von seinem Lebensraum beeinflusst. So bilden Rehe, die
ausschließlich auf Feldern leben größere Gemeinschaften, so genannte
Sprünge, die Ihnen mehr Schutz gewähren. Dieses Rehwild hat sein Verhalten bereits soweit an den eigentlich
atypischen Lebensraum angepasst, daß man von Feldrehen spricht. Der
bevorzugte oder vielleicht auch natürliche, im Sinne von ursprünglichem
Lebensraum besteht aus Wald und Feld. Bevorzugt hält sich das
Rehwild dort an der Wald-/ Feldgrenze auf.
Vom Beginn des Sommers an
steht es in solchen Revieren in den Feldern und ungemähten Wiesen und
zieht sich erst nach der Ernte in den nun mehr Deckung bietenden Wald
zurück. Je härter die Winter werden, umso mehr neigt das Rehwild auch
in solchen Revieren zur Bildung von Sprüngen (Rudeln), wobei es zu
keiner Trennung nach Alter oder Geschlecht kommt. Erst mit Einsetzen des
Frühlings kommt es dann wieder zur Auflösung derlei
Lebensgemeinschaften.
Die beste Beobachtungszeit des Rehwildes ist das Frühjahr. |
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Rehbrunft, Blattzeit
und Fortpflanzung: Fortpflanzungsfähig ist das Rehwild vom 2. Lebensjahr an, voll
erwachsen im 3. Lebensjahr. Die
Hormone, die für beide Vorgänge bei Rehbock verantwortlich sind, nämlich für
das Gehörn und die Funktionsfähigkeit der Hoden, arbeiten Hand in
Hand: Das Wachstumshormon aus dem Vorderlappen der Hirnanhangdrüse
ist für das Wachstum des Gehörns verantwortlich. Allerdings kann es
allein nichts bewirken, sondern nur zusammen mit dem männlichen
Geschlechtshormon das in den Hoden produziert wird.
Wir wissen, daß die Gehörne zum Teil schon im März verfegt sind.
Wesentlich schwieriger ist es jedoch für den Jäger festzustellen,
daß bereits im Mai die von Tag zu Tag anschwellenden Brunftkugeln
des Bockes lebensfähiges Sperma produzieren. Dies muß aber in der
Regel noch knapp zwei Monate warten, bis es für die
Reproduktion genutzt werden kann. Denn erst Anfang Juli können
die ersten Ricken aufnehmen.
Die Blattzeit (Brunftzeit)
ist Mitte Juli bis Mitte August. Der Brunftbetrieb wird durch
einen speziellen Duftstoff, den das weibliche Rehwild
absondert, ausgelöst.
Böcke, die nicht unmittelbar mit Ricken zusammenstehen oder
die nicht von weiblichen Stücken aufgesucht werden, verfolgen
ähnlich wie ein Schweißhund mit tiefer Nase die Fährte einer
brunftigen Ricke. Und dabei wird, je nach Bestand und
Revierstruktur, das ursprüngliche Territorium deutlich
erweitert. Berühren Böcke dabei die Reviere anderer, so kann
es bei gleicher Stärke unter Umständen zu heftigen
Auseinandersetzungen kommen.
Bei Annäherung des Bockes flüchtet in der Regel das weibliche
Stück, so daß es zu einer Hetzjagd kommt, dem bekannten
Treiben. Dieses Treiben kann auch über mehrere
Kilometer gehen, und es wird oft von dem recht lauten Keuchen
des Bockes begleitet. Bei einem Halt bewindet meist der Bock
ausgiebig den Schürzenbereich der Ricke, worauf oft das
Treiben, jetzt in immer enger werdenden Kreisen, fortgesetzt
wird. Die Spuren dieses kreisförmigen Treibens in der
Bodenvegetation sind die bekannten Hexenringe.
Je mehr Böcke im Revier sind und je heißer die Tage, desto
reger ist der Brunftbetrieb. Weibliches Rehwild ist etwa drei
bis vier Tage brunftig. Der Bock
reitet auf, und es kommt zu einem sehr kurzen Beschlag.
Allerdings kann es bis zu 20 Mal wiederholt werden.
Der
Bock ist nach der Brunftzeit stark mitgenommen und ruht häufig erschöpft im
Gras, während die Ricke ruhig daneben äst oder zieht sich mehrere
Tage in die Walddichtung zurück. Dadurch haben auch die jungen Böcke
die Gelegenheit, die eine oder andere Gais zu beschlagen. Durch die eintretende
KEIMRUHE bei der Gais, ist die Tragzeit neuneinhalb Monate
(40 Wochen oder ca. 290 Tage). In sehr seltenen Fällen erfolgt im
November/Dezember eine zweite Rehbrunft. Bei diesen
Rehen entfällt die Eiruhe, sie haben eine regelmäßige
Tragzeit von ca. fünfeinhalb Monaten. Der Vorteil dEs handelt sich
hierbei um Rehe, die im Sommer nicht befruchtet wurden und
bei dieser Nachbrunft vom Bock erneut beschlagen und
befruchtet werden. ieser
verlängerten Tragzeit liegt auf der Hand. Sowohl die Brunft als auch
das Setzen der Kitz erfolgen in einer Zeit voller Vegetation
und damit in einer Zeit optimaler äußerer Bedingungen.Im Mai/Juni des darauf folgenden Jahr werden in
der Regel ein bis zwei, Kitze gesetzt und sofort
von der Gais trocken geleckt. Das Setzen erfolgt, wie bei
allen Cerviden, fast ausnahmslos im Liegen. Das Kitz hat
ein beiges, weiß gepunktetes Haarkleid und kaum
Körpergeruch. Im Laufe des Sommers verschwinden diese
Punkte mehr und mehr, weil das Sommerhaarkleid heranwächst.
In den ersten
Wochen legt die Geiß ihre Kitze an getrennten Plätzen ab. Sie drücken sich bei drohender Gefahr und verhalten
sich regungslos. So sind sie vor Feinden optimal
geschützt. Sie sind in diesem Alter noch nicht zur
Flucht fähig. Aus diesem Grund kommt es häufig bei der
Mahd von Wiesen oder Feldern zu tödlichen Verletzungen.
Die Kitze
werden ungefähr ein halbes Jahr gesäugt (mehrmals täglich),
wobei sie die Geiß gewöhnlich im Stehen saugen läßt. Ab der dritten Lebenswoche nehmen
die Kitze auch Grünäsung zu sich. Sie bleiben bis zum
erneuten Setzen bei der Mutter und werden von dieser kurz
vorher abgeschlagen (vertrieben).
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Rehbock bei der Reviermarkierung
©:
H. Schulz - |
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Foto: Ingo Gerlach |
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Die abgeschlagenen Schmalrehe und Jährlinge irren anfangs
umher, später tun sich zwei oder mehrere Jährlinge zusammen.
Schmalrehe versuchen meist bei älteren Böcken, die einen
festen Einstand haben, Anschluß zu finden.
MERKE: Fassen Sie niemals ein Kitz mit den Händen an,
verwenden sie eine Wolldecke oder ein großes Büschel Gras; die
Geis nimmt den Geruch des Menschen wahr und verstößt somit
häufig das Kitz.
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Brunft /
Paarung |
Januar |
Februar |
März |
April |
Mai |
Juni |
Juli |
Aug. |
Sept |
Okt |
Nov |
Dez |
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verlängerte
Tragzeit |
Januar |
Februar |
März |
April |
Mai |
Juni |
Juli |
Aug. |
Sept |
Okt |
Nov |
Dez |
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Setzzeit |
Januar |
Februar |
März |
April |
Mai |
Juni |
Juli |
Aug. |
Sept |
Okt |
Nov |
Dez |
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Säugezeit |
Januar |
Februar |
März |
April |
Mai |
Juni |
Juli |
Aug. |
Sept |
Okt |
Nov |
Dez |
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Geweihaufbau |
Januar |
Februar |
März |
April |
Mai |
Juni |
Juli |
Aug. |
Sept |
Okt |
Nov |
Dez |
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Rebbock während dem
fegen mit zerfetzten Bast ©: M. Danegger aus der Jagdzeitschrift
ANBLICK
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Knopfbock (C-Bock)
©:Frank Rinnelt |
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Nahrung:
Bei der Äsung zeigt sich das Rehwild naschhaft und wählerisch. Es
nimmt nur die nährstoffreichen Pflanzenteile, also die Knospen und
jungen Als
Wiederkäuer ist das Reh ein reiner Pflanzenfresser. Das Reh liebt eine lichte,
buschreiche Umwelt und hochwertige Nahrung. Auch auf Wiesen äst es nur
bestimmte Gräser und Kräuter. Die Äsungs- und Widerkauperioden sind
häufig und kurz. Das liegt daran, daß die Rehe relativ betrachtet den kleinsten Pansen
aller heimischen Hirscharten besitzen und obendrein einen hohen
Energiebedarf aufweisen. Dem zu Folge muß die
aufgenommene Nahrung energiereich und leichtverdaulich sein.. Sie muß hohen Anteil an Rohprotein und leicht vergärbaren
Kohlenhydrate besitzen und darf gleichzeitig geringen
Rohfaseranteil besitzen.
Dies ist in Notzeiten bei der Winterfütterung von großer Bedeutung, denn hier
benötigt das Rehwild einen deutlich höheren Anteil an Saftfutter.
Der tägliche Nahrungsbedarf schwankt bei einem ausgewachsenen Reh
zwischen zwei und vier Kilogramm. In den Wintermonaten wird der
Stoffwechsel der Rehe deutlich reduziert (bis zu 50% gegenüber den
Sommermonaten).
GEWEIHBILDUNG:
Wie erwähnt zählt
das Rehwild zu den Geweihträgern. Die Bildung eines jährlich
neuen Gehörnes wird hormonell gesteuert und hier im wesentlichen
durch die beiden Hormone Somatotorpin, welches für das
Gehörnwachstum zuständig ist und durch Testosteron,
welches das
Einstellen des Gehörnwachstums und das spätere Abwerfen bewirkt. Bei
der Ausbildung des Gehörnes kommt es zu einer Umwandlung von
Knorpelgewebe zu Knochensubstanz, wobei das heranwachsende Gehörn
von einer schützenden Haut,
dem sogenannten Bast umgeben ist. Dieser
versorgt es mit allen für das Wachstum nötigen Stoffen. Der
Aufbau und die Versorgung des Gehörns erfolgen dabei immer von
der Spitze aus. Eine Ausnahme von diesem Ablauf bilden nur die
Rosen, die von Anfang an aus Knochensubstanz bestehen. Ist das
Gehörn vollständig verknöchert, stirbt der Bast allmählich ab
und der Bock entfernt ihn, in dem er fegt. Das Fegen, das in
diesem Falle lediglich der Entfernung des Bastes dient, dauert
nur wenige Stunden. Zum Vorschein kommt ein weißes
Gehörn. Seine spätere Farbe erhält es durch Pflanzensäfte und
Humusstoffe, denn der Bock wird in der Folge weiterhin fegen,
um sein Territorium abzugrenzen. Ist die Blattzeit beendet,
sinkt allmählich der Testosterongehalt und der Prozess des
Abwerfens wird eingeleitet. In einem kleinen Bereich im
Zentrum
zwischen Rosen und Rosenstöcken können nun Osteoklasten, (Knochenfresszellen), aktiv werden,
die dafür sorgen dass
die knöcherne Verbindung zwischen Rosenstock und Geweihstange
gelockert wird. Dabei wird das bestehende Knochengewebe nach
und nach durch Osteoklasten resorbiert, so daß der Kontakt
lediglich über dünne Knochenbrücken aufrechterhalten wird.
Zudem beginnt das die Rosenstöcke umgebende epidermale Gewebe
verstärkt zu wachsen und drückt dabei von unten gegen die
Rosen der Geweihstangen. Durch diesen Druck lösen sich die
Stangen schließlich schon bei leichter Bewegung vollständig
von den Rosenstöcken ab.Was den
Zyklus von der Bildung des Gehörnesbis zu dessen Abwurf betrifft, muß zwischen
Bockkitzen und älteren Böcken unterschieden werden. Der gravierendste
Unterschied ist wohl, daß das Bockkitz beim Erstlingsgehörn keine
Rosen ausbildet.
Ein weiterer wichtiger Unterschied ist, daß
das Erstlingsgehörn nicht von Bast, sondern von normaler Haut
umschlossen ist. Sein
Wachstum beginnt bereits im vierten bis fünften Lebensmonat. Von Mitte Dezember bis in den Januar hinein
wird dieses Gehörn freigelegt. Geschieht dies bis zu diesem
Zeitpunkt nicht, stellt das Bockkitz das Gehörnwachstum
ein und holt diesen Prozess erst im Folgejahr nach.
Dabei kommt es im Gegensatz zu den normal entwickelten
Altersgenossen auch dann zu einem Gehörn ohne Rosen.
Schon im Februar wird das Erstlingsgehörn wieder
abgeworfen. Die Bildung des Folgegehörnes erfolgt
unmittelbar. Von nun an tritt der Bock, was die
Entwicklung des Gehörnes betrifft in den Zyklus der
übrigen Böcke ein. Während der Wintermonate schiebt der
Bock sein Gehörn. Das heißt aber auch, daß dieser recht
Energie aufwendige Prozess in die Zeit knapper werdenden
Nahrungsangebotes fällt. Es liegt auf der Hand, daß die äußeren
Umstände durchaus Einfluss auf die Gehörnbildung haben können.
Jährlinge (ein Kitz wird am 01.04. dem seiner Geburt
folgenden Jahr zum Jährling) fegen hier Gehörn erst
relativ spät, das heißt zu Anfang Mai, wohingegen die
älteren Böcke dies bereits in der Zeit von März bis
April erledigen. Abgeworfen werden die Gehörne in der
Regel im Oktober. |
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ABNORMITÄT:
Bei jungen Kitzböcken,
die noch keine Rosenstöcke haben, führt eine Kastration wahrscheinlich
zur dauernden Geweihlosigkeit (Plattkopf). Ist der Rosenstock jedoch
schon entwickelt, aber noch kein Geweih vorhanden, kommt es
zu kleinen, knollenförmigen Perücken, die nie mehr
abgeworfen werden. Wird ein älterer Bock mit
Bastgeweih am Kurzwildbret schwer verletzt oder kastriert,
entwickelt sich dieses zur Perücke und wird ebenfalls nicht mehr
abgeworfen. Erfolgt die Verletzung oder Kastration nach dem Fegen des
Geweihs bzw. zu dem Zeitpunkt, zu dem die Verknöcherung bereits
eingetreten ist, wird es einige Wochen später abgeworfen und neu als
Perückengeweih geschoben. Auch dieses wird nicht mehr
abgeworfen.
Ein vielendiges Geweih
(siehe Foto links) entsteht durch die Verletzung des
Geweihs im Bast zu Beginn der Geweihbildung. Es bilden sich
mehrere abnorme Enden, das nächste geschobene Geweih ist
wieder normal. Beim Knickbruch einer Geweihstange, die an der
Bruchstelle bereits verknöchert, jedoch noch im Bast war, wird
die Stange vom Bast bis zur Verheilung gehalten. Die weiterwachsenden
Enden streben nach oben. Das nächste Geweih wächst wieder
normal. War die Geweihstange
noch nicht verknöchert, als sie knickte und brach, wachsen an der
Bruchstelle abnorme Enden, die alle nach oben streben. Das nächste
Geweih, das der Bock schiebt, ist wieder normal.
Ein Moorbock ist
ein Rehbock, der ein dunkles, glanzloses Geweih mit hohem Volumen,
jedoch auffallend geringem Gewicht trägt. Ein solches Geweih ist von
poröser Substanz, und die Enden sind häufig z. T. abgebröckelt. Ein
Korkenzieher- und Widdergeweih ist ein Geweih, das während des
Wachstums weich und biegsam ist, sich durch das eigene Gewicht
verformt und später verkalkt. Die Ursachen sind häufig
Parasitenbefall oder Stoffwechselstörungen. Das nächste Geweih ist
meist wieder normal.
Als Gummigeweih
bezeichnet man ein weiches, biegsames Geweih, das sich durch
das Eigengewicht verformt und nicht verkalkt. Der Bast löst
sich nur innerhalb einer bestimmten Zeit vom Geweih. Hindert
schlechter Gesundheitszustand oder ähnliches den Bock am Verfegen,
bleibt der Bast teilweise am Geweih haften, und es entsteht das sog.
Pergament- oder Ledergeweih. Das nächste Geweih ist wieder
normal.
Ein Frost- oder
Hungergeweih weist nur noch Geweihstümpfe auf, die oberhalb
der Rosenstöcke enden. Der obere Stangenteil ist durch starken
Kalkmangel zurückgeblieben und dann abgestorben und abgebrochen, die
Stampfenden sind glatt und stumpf. Das nächste Geweih ist wieder
normal. |
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Abnormität -
©: Rabensteiner Günther |
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Perückenbock
- ©: Jagdportal |
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Beim Pechgeweih ist der Bast abnorm
verdickt, die Enden fehlen. Die Verdickung
des Bastes entsteht durch Entzündung (meist
durch Frosteinwirkung). Das nächste Geweih
ist wahrscheinlich wieder normal.
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Ein
Perückenbock (siehe Foto)ist ein männliches Reh
(Rehbock), das wegen des
Ausfalls der Ausschüttung des
Sexualhormons
Testosteron durch
Krankheiten, Verlust oder Verletzung der Testikel (Verletzung der
Geschlechtsorgane) nicht mehr in der Lage ist, ein einwandfreies
Geweih zu bilden. Die
Knochensubstanz des Geweihes
und insbesondere der Bast (die während der Geweihbildung das Geweih
versorgende Haut) wuchern und das Wachstum kommt nicht zum
Stillstand, so dass sich Gebilde formieren, die äußerlich an eine
Turmfrisur erinnern.
Die Wucherungen können
sich über das gesamte Haupt erstrecken und die Augen des Tieres
(Lichter) bedecken. Das Tier ist in seiner Lebensweise, auch in der
Nahrungsaufnahme, stark behindert und meistens nicht
fortpflanzungsfähig.
Blasengeweih
ist ein normales Geweih mit einem beulenartigen Geweihauswuchs, der
innen hohl ist und eingetrockneten Schweiß enthält. Eine derartige
Geweihblase entsteht durch einen Bluterguß, eine Quetschung oder
eine Prellung des Geweihs im Bast. Das nächste Geweih ist wieder
normal.
Sinnesleistung
und Lautäußerung:
Geruchs-
und Gehörsinn sind hervorragend ausgebildet. Augen weniger
leistungsfähig, Rehe sind
farbenblind und können räumlich nicht wahrnehmen, sie
registrieren Bewegungen sehr genau. Stimme der Rehe: Wenn
sich Rehe erschrecken, geben sie einen bellenden Laut von
(siehe
Stimmen heimischer Wildtiere)
Jagdzeiten:
Die
Jagd auf das Rehwild (Gaisen und Kitze) beginnt in Südtirol mit 01. Mai und endet mit 15.
Dezember. Der Rehbock darf vom 01. August bis 20.Oktober erlegt werden. Der
Abschuss von Rehwild unterliegt einer Abschussplanung des jeweiligen Reviers.
Der Abschuss muss 1 : 1 erfolgen, d.h. es muss
gleich viel weibliches Rehwild - wie männliches (Böcke)
abgeschossen werden.
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